Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Blöde Idee

B

Wenn du eine gute Idee hast, und dann kommt jemand anderer und sagt: “Das ist eine blöde Idee!” – Wie reagierst du?

Sagst du: “Okay, dann lassen wir’s”, und lässt dir den Nipf nehmen?

Oder sagst du: “Ich will es aber trotzdem probieren, weil es mir wichtig ist.”

Wichtig machen

W

Wenn wir sagen, “etwas ist wichtig”, dann stimmt das meistens nicht ganz.

Was wir wirklich meinen, ist: “Ich mache mir etwas wichtig.”

Nichts ist per se wichtig, und alles, was einmal wichtig war, kann wieder unwichtig gemacht werden.

Dein Markt

D

Damit dein Marketing greifen kann und Effekte erzielt, musst du deinen Markt definiert haben.

Viele definieren ihren Markt entweder gar nicht, und wenn dann zu unpräzise und vor allem zu groß.

Wir müssen unseren Markt so eng fassen, dass wir die Chance haben, ihn mit unseren Marketing-Signalen innerhalb kürzester Zeit nicht nur zu erreichen, sondern zu durchdringen.

Erst wenn wir das geschafft haben, können wir daran denken, unseren Markt Schritt für Schritt zu erweitern.

[Danke Philipp Maderthaner für den Hinweis.]

Zum Abgewöhnen

Z

Wer niemanden in seinem familiären Umfeld hat, der selbständig ist, für den ist der Weg in die Selbständigkeit oft keine naheliegende Option. Klar, wenn man keine entsprechenden Vorbilder hat.

Aber es kann auch anders herum sein. Kinder von Eltern, die selbständig sind, steigen mitunter ins Berufsleben ein und sagen: Nie im Leben will ich selbständig sein. Diese Sorgen, dieser Stress, die wenige Zeit… das tue ich mir sicher nicht an.

Das nur als Hinweis, wenn du ein First Generation Entrepreneur bist und glaubst, dass du dadurch einen Startnachteil hättest.

Viel hilft viel?

V

Ein neues Bildungs-Angebot der Wirtschaftskammer Österreich für Gründer*innen rühmt sich damit, dass es Zugang zu über 16.000 Kursen ermöglicht.

Grundsätzlich ist jedes Angebot willkommen, das Gründer*innen unterstützen soll.

Aber 16.000 Kurse? Im Ernst?

So viel Angebot ist in Wirklichkeit gar kein Angebot. Das Problem für Gründer*innen ist ja nicht, an Wissen und Information zu kommen. Das Problem ist, Orientierung zu finden in der Informationsflut. Zu wissen, was relevant ist und was nicht. Zu unterscheiden, was für den Start essenziell ist und was nur Ablenkung.

Es käme also nicht auf den Umfang an, sondern auf die Auswahl. Dafür bräuchten Gründer*innen Unterstützung – nicht für noch mehr ungefilterte Information.

Entlastungsgespräch

E

Eine Kollegin in der Gründungsberatung meinte unlängst, unsere Beratungsgespräche seien auch “Entlastungsgespräche”.

Unsere Gründer*innen haben häufig niemanden, mit dem sie über den “life-changing process” des Selbständigmachens sprechen könnten.

Wir Gründungsberater*innen sind daher nicht nur Unternehmensberater, sondern auch Wegbegleiter.

Der Mann an ihrer Seite

D

Fußballspieler Georg Teigl sagt über seine Frau, die ein eigenes Business hat:

„Sie ist ein ‚Doer‘ und ich bin eher ein ‚Thinker‘. 
Sie ist eine riesige Bereicherung für mein Leben und sie berührt die Leute mit dem, was sie tut. Momentan ist es auch sehr spannend, mehr dabei zu sein und involviert zu sein mit den Angestellten. Ich bin der Co-Trainer und sie ist der Trainer.
Sie hat ihr eigenes Geld verdient. Ich bin unglaublich stolz, sie an meiner Seite zu haben.

Georg Teigl

Die Unterstützung des Ehepartners ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein funktionierendes Unternehmen.

Georg Teigl ist ein gutes Beispiel dafür.

Niemand zum Reden

N

Ein Problem, das viele Gründer:innen haben: Sie haben in ihrem Umfeld niemanden, mit dem sie über ihr Business reden können.

Sie haben niemanden, mit dem sie über ihre Sorgen sprechen könnten, weil es in ihrem Familien- und Freundeskreis keine anderen Selbständigen gibt, die diese Sorgen nachvollziehen können.

Aber: Sie haben auch niemanden, mit dem sie ihre Erfolge teilen könnten. Sie freuen sich vielleicht gerade riesig, dass sie einen wichtigen Kunden gewonnen oder einen großen Auftrag gelandet haben. Aber aus Angst vor Neid erzählen sie lieber niemandem davon.

Selbständig zu sein bedeutet häufig auch, viel allein zu sein.

Schweigen im Walde

S

Es ist mitunter schon frustrierend, wenn man tut und tut und tut – und es kommt einfach nichts zurück.

Aber: Die Leute haben einfach den Kopf voll.

Es ist deine Aufgabe, das Heft in der Hand zu haben und immer wieder Akzente zu setzen.

Wichtig oder interessant?

W

Wir müssen unterscheiden können, ob etwas wichtig ist oder ob es interessant ist.

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig für Menschen mit einem starken Growth Mindset, z.B. Sensitive Strivers.

Wir glauben nämlich oft, dass alles, was wir interessant finden, auch wichtig ist. Aber das ist ein Aberglaube. Das Wenigste (im Leben, im Business) ist tatsächlich wichtig.

Das Interessante übt aber eine große Faszination auf uns aus. Und gleichzeitig ist es gut möglich, dass wir das wirklich Wichtige gar nicht soooo interessant finden.

Reichtiefe

R

Nicht alles im Leben wird besser, wenn es mehr wird.

Reichtiefe > Reichweite

Mut zum Risiko

M

Echte Differenzierung braucht Mut.

Viele Content Marketer nehmen zu wenig Risiko. Sie trauen sich nicht, eine kontroverse Position einzunehmen. Sie trauen sich nicht, Stellung zu beziehen. Sie trauen sich nicht, auch mal jemanden zu provozieren.

Viele Content Marketer hätten die Chance, durch Differenzierung einen echten Unterschied zu machen – und ziehen den Schwanz ein, wenn sich die Möglichkeit dafür bietet.

In memoriam Ivica Osim

I

Über Ivica Osim, den legendären Trainer des SK Sturm, wird folgende Legende erzählt:

Als 1969 der FC Santos mit Pele in Sarajevo gastierte, um gegen eine dortige Stadtauswahl zu spielen, war Osim verletzt. Als Pele davon Wind bekam, soll er gesagt haben: „Wenn Osim nicht spielt, spiele auch ich nicht.“ Osim wurde fit gespritzt und bekam nach dem 1:1 Peles Trikot. Nicht er, sondern Brasiliens Fußballkönig soll Osim nach dem Tausch gefragt haben.

Quelle: orf.at

Sei auf deine eigene Art besonders. Sei ein echter Profi und ein guter Mensch. Dann werden sogar die Superstars nach dir fragen. 

Das ist Pull-Marketing mit Herz. 

Ein Gedicht

E

Ein Lifestyle Business ist “wie ein Gedicht, das sich leinwand reimt”.

Manpower

M

Ein Gedanke zum “Tag der Arbeit”:

Wo kriegen wir die Manpower her, um all die Probleme zu lösen auf dieser Welt?

Beispiel Energiewende und Solaranlagen: All die privaten Haushalte, die mit Solaranlagen ausgestattet werden könnten und das auch wollen… Wo sollen so kurzfristig die vielen Facharbeiter*innen herkommen, die diese Anlagen konstruieren und installieren?

Geld wäre genug da, aber Geld allein wird dieses Problem nicht lösen.

Wer beherrscht hier wen?

W

Wenn du an einem großen Projekt arbeitest, in das du viel Zeit und Energie investiert hast, dann kann es passieren, dass dieses Projekt ein Eigenleben entwickelt.

Projekte haben nämlich die Tendenz zu wachsen. Sie dehnen sich aus, und irgendwann wachsen sie dir über den Kopf. Es scheint, als ob Projekte einen eigenen Willen hätten – den Willen, immer weiter zu wachsen und niemals abgeschlossen zu werden.

Wenn du dich mit so einem Projekt konfrontiert siehst, dann stell dir die Frage: Dient das Projekt noch dir, oder dienst mittlerweile du dem Projekt?

Und wenn du Letzteres nicht ausschließen kannst, dann wird es höchste Zeit, dem Projekt ein paar seiner grässlichen Köpfe abzuschlagen und ihm wieder zu zeigen, wer hier das Sagen hat.

Missverständnisse

M

Es gibt Beratungsgespräche, die sind eine einzige Aneinanderreihung von Missverständnissen zwischen Berater und Kunden.

Als Berater fällt dir das meistens nicht auf. Klar, sonst würdest du ja versuchen, die Missverständnisse auszuräumen.

Aber als neutraler Zuhörer ist das echt schwer zu ertragen.

Essensvorschriften

E

Was hältst du von folgender Idee?

Ein Verein veranstaltet ein jährliches Mitgliedertreffen, traditionell verbunden mit gutem Essen. Als Beitrag zur Klimarettung hat man sich für heuer etwas Besonderes überlegt: Statt wie üblich eine vegetarische Option anzubieten, gibt es heuer ausschließlich vegetarische Gerichte zur Auswahl. Die Fleischindustrie ist schließlich erwiesenermaßen einer der größten Klimasünder.

Kann man natürlich machen. Es lassen sich gute Argumente dafür finden.

Aber was sagt es über den Verein und sein Selbstverständnis, der meint, seine Mitglieder bei der Menügestaltung bevormunden und quasi zu ihrem Glück zwingen zu müssen?

Alien-Test

A

Der Alien-Test funktioniert so:

Ruf jemanden an, dem/der du vertraust.

Lies ihm oder ihr den Text vor, den du gerade geschrieben hast.

Und dann frag ihn/sie: “Klingt das nach mir?”

[Danke Valentina Keserue für den Tipp.]

Teppich

T

Wenn du dir einen neuen Teppich für dein Büro kaufen willst, dann hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Du kaufst einen fix-fertigen Teppich, in Standardmaßen. Lagernd, abholbereit, sofort zum Mitnehmen. Geht schnell und ist günstig. Allerdings wird es wahrscheinlich so sein, dass der Teppich nicht hundertprozentig ins Büro passt. Da ein bisschen zu lang, dort ein bisschen zu kurz – und bei der Tür zu dick, sodass sie nicht mehr problemlos aufgeht.
  2. Du überlegst vorher ausführlich, misst alles genau aus und lässt dir einen Teppich nach Maß liefern. Der Maßteppich passt natürlich super ins Büro, alles ist am rechten Platz. Das verlangt mehr Nachdenken, mehr Planung, es dauert länger und ist wahrscheinlich auch teurer.

Beide Möglichkeiten haben was für sich. Pass halt nur auf, dass deine Lösung auch zu deinem Anspruch passt.