Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Einschätzungen

E

Verschiedene Menschen schätzen ein und denselben Sachverhalt komplett unterschiedlich ein.

Beispiel: Zwei Investoren sehen sich ein und dasselbe Unternehmen an. Der eine entscheidet sich, als Investor an Board zu gehen, die andere sagt: Nie im Leben.

Beide haben ihre Gründe dafür, und diese Gründe sind gut.

Das Problem entsteht dann, wenn wir glauben, dass wir doch voraussagen können müssten, welche*r der beiden recht hat. Können wir nicht.

Wir können nur die beste Entscheidung treffen, die zu diesem Zeitpunkt möglich war – und dann hoffen, dass es gut geht.

Der heilende Mensch

D

Der Mensch hat noch nicht begriffen, was seine eigentliche Aufgabe auf der Erde ist.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das heilen kann.

Deshalb sollte der Mensch diese einzigartige Fähigkeit dazu einsetzen, um Heilung in die Welt zu bringen.

Dazu ist der Mensch auf der Welt, und diese Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen, der Natur und der ganzen Schöpfung soll er ernst nehmen.

Zu seinem eigenen Besten.

(Danke Markus Gull für diesen Gedanken.)

Alle Jahre wieder

A

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind

Auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

Das ist keine Kleinigkeit.

Alle Jahre wieder.

Verbindlichkeit

V

Eine der größten Herausforderungen für Freelancer ist die Verbindlichkeit ihrer Kund*innen – oder, besser gesagt, die mangelnde Verbindlichkeit.

Den Kund*innen “nachzulaufen”, ist Teil des Geschäfts: Informationen einzuholen, Entscheidungen einzufordern, Rechnungen einzumahnen. Gehört alles dazu.

Wenn du aber das Gefühl hast, dass deine Kund*innen ganz besonders unverbindlich sind, dann lohnt sich folgende Frage:

Wie verbindlich bist du denn selbst?

Indem du deine eigene Verbindlichkeit erhöhst, erhöhst du über die Zeit ganz automatisch auch die Verbindlichkeit deiner Kund*innen.

Wie kannst du erwarten, dass deine Kund*innen verbindlich sind, wenn du selbst ständig dein Wort brichst?

Zeitersparnis

Z

Zeit ist die knappste Ressource des 21. Jahrhunderts – nicht Geld.

Eine gute Möglichkeit, als Solopreneure Erfolg zu haben, ist daher, wenn wir anderen Menschen dabei helfen können, Zeit zu sparen.

Josh Kaufman nennt das Hassle Premium.

No-Name

N

Ja, am Anfang bist du ein No-Name.

Aber: Auch als No-Name kannst du von den Besten lernen. Auch als No-Name kannst du an exzellenten Angeboten arbeiten. Auch als No-Name kannst du eine klare Strategie haben, wie du irgendwann kein No-Name mehr bist.

Es ist deine Entscheidung, was du aus deinem No-Name-Status machen willst.

Förderungen (2)

F

Zur Zeit gibt es in Österreich einige Förderungen für Unternehmen, die wegen Corona und Lockdowns in Schwierigkeiten geraten sind.

Das ist gut. Und es ist keine Schande, als Solopreneur diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie uns zusteht.

Um gleichzeitig nicht zu vergessen: Die beste Förderung ist die, die du gar nicht brauchst.

Kein Fokus

K

Letztens meinte ein Gründer:

Mein Fokus ist B2B und B2C.

Dieser Fokus ist, natürlich, gar kein Fokus.

Wer alles bietet, bietet gar nichts.

Nicht genügend

N

Es macht mir keine Freude, eine*n meiner Studierenden mit “Nicht genügend” zu beurteilen.

Aber machmal ist die Mindest-Leistung, die am Beginn des Semesters vereinbart wurde, einfach nicht genügend gut erbracht worden.

Dann braucht es auch die Konsequenz, das aufzuzeigen und die Studierenden mit den Konsequenzen zu konfrontieren.

Was’s wiegt, das hat’s.

Arbeit nur, wenn sie anstrengend ist

A

Eine der größten Missverständnisse, die alle Gründer*innen hinter sich lassen müssen, wenn sie als Lifestyle Entrepreneure erfolgreich sein wollen:

Arbeit ist nicht nur dann Arbeit, wenn sie anstrengend ist.

Unsere Arbeit als Lifestyle Entrepreneure ist vielschichtig. Zu unserer Arbeit gehört z.B. auch nachdenken. Oder lernen. Oder entspannen. Oder mit Gleichgesinnten reden.

Diese Tätigkeiten sind oft nicht anstrengend. Im Gegenteil, wir empfinden sie als lustvoll.

Deshalb glauben wir dann oft, dass das gar keine richtige Arbeit war, weil es eben nicht mühsam war. Und doch waren diese Tätigkeiten wertvoll.

Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir uns innerlich bestrafen, wenn uns unsere Arbeit Freude macht und leicht fällt.

Credibility-Learning-Tension

C

Als Berater*innen stecken wir stets in einem Spannungsfeld:

Einerseits vermarkten wir unsere Expertise. Wir werden von unseren Kund*innen engagiert, um mit unserem Wissen, unserer Erfahrung und unserem Blickwinkel Inputs zu geben, die den Kund*innen helfen, ein Problem zu lösen oder eine Situation zu meistern. (Credibilty)

Andererseits sollten Berater*innen immer auch Lernende sein. Gute Berater*innen versuchen, die Situation ihrer Kund*innen wirklich zu verstehen. Sie fragen viel, sie fühlen sich ein, sie halten sich mit Annahmen, Aussagen und Meinungen zurück. (Learning)

Wie gesagt: Es ist ein Spannungsfeld, das es auszubalancieren gilt. Berater*innen, die nur Lernende sind, werden nicht ernst genommen. Berater*innen, die nur ihr Wissen abkippen, werden als Besserwisser empfunden.

Gute Berater*innen erkennt man daran, wie gut sie sich in diesem Spannungsfeld bewegen und wie gut sie erkennen, wann es Zeit ist zuzuhören und wann es Zeit ist zu sprechen.

Bildhauer oder Gärtner

B

Manche Projekte müssen wir angehen wie Bildhauer.Ein Bildhauer hat eine klare Vorstellung davon, was er aus dem Marmorblock machen möchte, und er hämmert so lang an dem Stein herum, bis das raus kommt, was er sich vorgestellt hat.

Andere Projekte hingegen bedürfen der Pflege eines Gärtners. Ein Gärtner lässt die Pflanzen in seinem Garten wachsen und beschränkt sich darauf, hie und da mal ein bisschen was zurechtzuschneiden, zu gießen und zu düngen, das Unkraut auszurupfen und generell darauf zu achten, dass alles so gut wie möglich gedeiht – nämlich ganz natürlich, ohne ein bestimmtes Ergebnis vor Augen zu haben.

Braucht dein Projekt, das gerade in einer Sackgasse steckt, einen Bildhauer oder einen Gärtner?

Verkaufsgespräche sind wie Dates

V

Dates laufen dann gut, wenn beide Spaß daran haben. Wenn ein anregendes Spiel zwischen zwei gleichberechtigten Personen entsteht, das in guter Erinnerung bleibt, wenn man danach auseinandergeht.

Dates laufen dann schlecht, wenn einer der beiden verzweifelt und needy rüber kommt. Wenn die Interaktion nicht leichtfüßig ist, sondern verkrampft. Wenn einer “gewinnen” will.

Die besten Dates (Verkaufsgespräche) sind generell die, die man gar nicht braucht. Wenn man gar keinen Erfolg sucht, steigen die Erfolgsaussichten exorbitant.

Wer gar nicht auf Partnersuche ist, wird ausgesprochen attraktiv.

Und wer’s nötig hat, hat es nicht verdient.

Website: Wohnzimmer vs. Verkaufsraum

W

Die Website ist für die meisten Lifestyle Entrepreneure eine schwierige Baustelle: Was soll drauf stehen? Was nicht?

Eventuell kann es helfen, die Website in zwei Aufgabenbereiche zu teilen:

  1. Wohnzimmer: Wir laden auf unserer Website unsere Besucher*innen quasi in unser virtuelles Wohnzimmer ein. Sie sollen sich auf unserer Website willkommen und wohl fühlen, und sie sollen uns in Ruhe kennenlernen können. Kein Stress, keine unnötigen Ablenkungen, sondern freundliche Aufmerksamkeit.
  2. Verkaufsraum: Bestimmte Bereiche unserer Website sollen unsere Besucher*innen dazu einladen, unsere Angebote auszuprobieren und zu kaufen. Wir präsentieren unsere Angebote dort im besten Licht und vermitteln ehrlich und echt, warum und wie unsere Angebote unseren Besucher*innen helfen werden. Hier wollen wir überzeugen, denn hier wollen wir Umsatz machen.

Es lohnt sich mitunter, diese beiden Aufgaben sowohl gedanklich als auch räumlich auf der Website zu trennen.

Vielleicht kann diese Trennung sogar so weit gehen, zwei Websites zu bauen: Eine wohlige Wohnzimmer-Website und eine knackige Verkaufs-Website (Landingpage).

Wissen, was man weiß

W

Es ist ein interessantes Phänomen:

Oft wissen wir gar nicht, was wir alles wissen, bis wir uns mit jemand anderem darüber unterhalten haben.

Das ist auch das Faszinierende an meiner Tätigkeit als Berater: Viele Metaphern, Bilder und Konzepte entstehen bei mir erst während des Gesprächs mit meinen Kund*innen. Ich wusste davor gar nicht, dass diese Gedanken in mir stecken.

Erst dadurch, dass ich sie aussprechen konnte, werden sie für mich greifbar. Erst dann kann ich sie fassen, und erst dann kann ich sie weiter verarbeiten – z.B. hier im Blog.

Zufallskunden (2)

Z

Manchmal passiert es uns Lifestyle Entrepreneuren, dass Kund*innen zu uns kommen, wo wir nicht wirklich wissen, wieso sie uns gefunden haben.

Das ist gut, das ist schön – aber das ist auch gefährlich.

Zufallskund*innen wiegen uns nämlich in einer falschen Sicherheit. Sie machen uns glauben, dass unsere Positionierung eh passt, dass unser Marketing offensichtlich funktioniert, dass unsere Angebote überzeugend sein müssen.

Aber das stimmt nicht. Zufallskund*innen sind uns zugefallen trotz unserer Positionierung, unseres Marketings und unserer Angebote – nicht wegen.

Wenn du also überwiegend mit Zufallskund*innen arbeitest, sollte dir das ein Warnsignal sein.

Integrität

I

Integrität bedeutet nicht (nur), dass du dir deine persönlichen Prinzipien und Werte bewusst machst.

Integrität bedeutet, dass du dich an deine persönlichen Prinzipien und Werte tatsächlich und verlässlich hältst.

Und zwar ganz besonders auch dann, wenn es dir zum Nachteil gerecht.

Bei der Integrität gibt es keine halben Sachen.

Nicht entscheiden können

N

Eine ausgesprochen nützliche Frage, wenn du dich nicht entscheiden kannst:

Welche Entscheidung hast du innerlich schon getroffen, traust du dich aber noch nicht auszusprechen?

Reichtum

R

Reichtum ist keine Zahl.

Reichtum ist ein Gefühl.