Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Alleinsein

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Ich erlebe in meiner Gründungsberatung immer wieder Menschen, die darunter leiden, dass sie Solopreneure sind.

Sie leiden unter der Einsamkeit. Sie leiden darunter, dass sie nicht mit anderen Menschen in den Austausch kommen. Sie leiden unter der Stille und der Leere des Home Office.

Die Corona-Pandemie hat dieses Gefühl des Alleinseins sicher verstärkt, aber auch ohne Lockdown und Co. gibt es Menschen, denen das viele Alleinsein zuhause einfach nicht gut tut.

In- und auswendig

I

Eine Kollegin von mir in der Gründungsberatung macht sich gerade selbständig.

Und sie sagt: “Ich habe schon auch Schiss. Genau wie unsere Kunden.”

Selbst, wenn man den Prozess des Selbständigwerdens in- und auswendig kennt, bleibt doch der Respekt vor dem Selbständigmachen.

Kompliment

K

Ein Kunde in der Gründungsberatung meinte unlängst zu mir, dass er sich von mir gefordert und gleichzeitig unterstützt fühlt.

Was für ein wunderbares Kompliment.

“Über mich”-Seite

&

Worum geht es auf deiner “Über mich”-Seite?

Um dich?

Oder darum, was für deine Besucher drin ist in deiner Geschichte?

Lieblingsfehler-Karte

L

Folgendes lohnt den Versuch:

Nimm dir eine Karteikarte. Halte sie immer griffbereit. Notiere darauf die Fehler, die du immer wieder machst. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern laufend. Immer und immer wieder. Deine Lieblingsfehler eben.

Und dann, wenn eine Handvoll Lieblingsfehler auf dieser Karte stehen, dann zähle eins und eins zusammen. Schau, ob du Muster erkennst. Versuch zu ergründen, wie diese Fehler zusammenhängen.

In welchen Situationen bist du besonders fehleranfällig? In welchen Gemütslagen? Zu welchen Tages- und Jahreszeiten? Bei welchen Personen, in welchen Umgebungen?

Und vielleicht erkennst du dann auch Möglichkeiten, um deinen Lieblingsfehlern endlich ciao zu sagen – einem nach dem anderen.

Hoffnungen

H

Wenn Menschen deine Produkte oder Dienstleistungen kaufen, dann sind damit Hoffnungen verbunden.

Die Hoffnung, dass sich ihr Leben dadurch verbessert. Die Hoffnung, dass sie dadurch erfolgreicher werden. Die Hoffnung, dass sie weniger traurig oder einsam werden.

Kennst du die Hoffnungen deiner Kund:innen?

Und: Wie gut kannst du diese Hoffnungen erfüllen?

Unter die Haut

U

Auf allen Märkten werden so viele oberflächliche Gespräche geführt. Davon brauchen wir nicht mehr. Die kann keiner mehr hören.

Wie wäre es, wenn du deine Gespräche am Markt nicht länger an der Oberfläche führen würdest, sondern eine Schicht tiefer? Da, wo es wirklich zu kribbeln beginnt. Da, wo wir tatsächlich was spüren.

Was wir brauchen – und was sich unsere Kund*innen eigentlich auch sehnlichst wünschen würden –, sind Gespräche, die unter die Haut gehen.

Die Jesus-Frage

D

Die Bibel überliefert, dass Jesus, bevor er seine Wunder gewirkt hat, immer gefragt hat: “Was soll ich für dich tun?”

Er wollte, dass ihm die Menschen genau sagen, was sie von ihm wollen. Er wollte, dass die Menschen aussprechen, was sich in ihrem Leben verändern soll. Erst dann hat er gehandelt.

Was für Jesus funktioniert hat, sollte doch auch für dich gut genug sein, oder?

Wirklich alles?

W

Wenn du wieder mal mit den Umständen haderst oder mit deinen Kund*innen oder mit Corona oder dem System oder was auch sonst immer…

Dann frag dich mal, ganz ehrlich:

Tust du wirklich alles, was du tun kannst, um erfolgreich zu sein?

Finanzierung des Jobs durch Andere

F

Als Lifestyle Entrepreneure schaffen wir uns unseren eigenen Job. Nach unseren eigenen Regeln, zu unseren eigenen Bedingungen, mit all den Freiheiten, die wir uns wünschen.

Das ist wunderbar.

Das Problem dabei ist aber: Dieser Job muss von anderen bezahlt werden. Andere – nämlich unsere Kund*innen – müssen unseren Traum finanzieren.

Und sie werden das nur tun, wenn sie auch was dafür bekommen. Nur dann, wenn wir es schaffen, unseren Kund*innen mit unserem Lifestyle Business (viel) mehr an Wert zu geben, als sie an Geld dafür bezahlen müssen, werden sie auch bereit sein, unseren Traum-Job zu finanzieren.

Alles anbieten

A

Es ist für Lifestyle Entrepreneure gar nicht einfach herauszufinden, was das optimale Angebot für die Zielgruppe ist.

Weithin hört man den Rat, sehr fokussiert zu sein. Eine Nische zu bedienen. Lieber wenig anzubieten, das aber in hoher Qualität – und hochpreisig.

Dieser Rat ist auch grundsätzlich okay. Und dennoch kann es sein, dass manchmal das genaue Gegenteil der bessere Zugang ist.

Nämlich: Alles Mögliche anzubieten. Keine Einschränkung zu treffen, nicht zu fokussieren.

Sondern zu warten, was die Kund*innen sagen. Was die Kund*innen auswählen. Zu schauen, was gut ankommt und was nicht. Mehr von dem machen, das nachgefragt wird, und Zug um Zug das weglassen, was niemanden interessiert.

Go with the flow. Das ist keine schlechte Strategie.

Ideenfriedhof

I

“Ich habe einen Friedhof von Ideen”, sagte unlängst eine Gründer*in zu mir.

Wir Lifestyle Entrepreneure sprühen häufig vor Ideen. Und wir haben immer mehr Ideen als Zeit, diese Ideen auch umzusetzen.

Deshalb erfüllt unser Ideenfriedhof eine wichtige Funktion. Dort landen die Ideen, die nicht ganz gut genug sind. Für die es nicht ganz reicht. Für die es sich nicht ganz ausgeht.

Dort mögen sie in Frieden ruhen, damit wir uns voll auf unsere wenigen exzellenten Ideen konzentrieren können.

Trainer-Angst

T

Die unausgesprochene Angst jedes Trainers, wenn er vor seiner Seminar-Gruppe steht:

“Ich habe Angst, dass ihr erkennt, dass ich gar nicht so gut bin, wie ihr denkt.”

Zuerst ein Bildungsauftrag

Z

Wir neigen dazu, das Vorwissen unserer potenziellen Kund*innen zu überschätzen.

Weil wir uns so intensiv mit unserem Thema, mit unseren Produkten und Angeboten auseinander gesetzt haben, gehen wir unbewusst davon aus, dass andere das auch tun.

Und so stellen wir immer wieder ernüchtert fest, dass bevor wir jemanden unsere Angebote verkaufen können, wir erst mal erklären müssen, worum es da eigentlich geht. Was wir da eigentlich tun und wollen.

Und zwar von Anfang an. Ganz von Anfang an.

Denn was wir für die absoluten Basics halten, ist für viele unserer Kund*innen komplettes Neuland.

2. Geburtstag

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Heute feiert mein Blog seinen zweiten Geburtstag.

Seit 13. März 2020 habe ich jeden Tag einen Blog-Artikel veröffentlicht und keinen einzigen Tag versäumt.

Dafür möchte ich mir heute ausnahmsweise selbst auf die Schulter klopfen und mir sagen: Günter, ich bin stolz auf dich. Weiter so!

Ein Kunde, der nicht bezahlt

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Ist kein guter Kunde.

Es heißt zwar „Der Kunde ist König“, aber das gilt nur für Kunden, die sich auch gut zu „benehmen“ wissen. Und das heißt unter anderem, sich an die Vereinbarungen halten – genauso, wie du es tust. Das bedeutet nicht zuletzt auch, dass er dich pünktlich und vollständig bezahlt. Das ist kein Entgegenkommen des Kunden, sondern das ist Teil des Deals. Das steht dir zu. Punkt.

In dem Moment, wo ein Kunde dich nicht (mehr) bezahlen will, ändern sich die Spielregeln. Du brauchst kein Verständnis mehr zu zeigen, und du musst auch nicht länger Geduld mit ihm haben – egal, wie die bisherige Zusammenarbeit gelaufen ist und die lange die Zusammenarbeit schon besteht. Du sind ihm nichts schuldig, solange er dir dein Geld schuldig bleibt.

Deswegen: Feuer diesen Kunden! Arbeite nicht mehr für ihn. Verschwende keine weitere Zeit, Gedanken und Energien an diesen Kunden. Konzentrier dich auf die Zukunft und auf deine verlässlichen Kunden. Steh für dich ein und lass dir das nicht gefallen. Diesen Selbst-Respekt hast du dir verdient.

Und: Werde nicht weich, wenn sich dieser Kunde doch wieder mal melden sollte und Besserung gelobt. Wer das einmal macht, macht das wieder. Bleib bei deiner Entscheidung.

Es gibt Kunden, die dir auf deinem Weg mehr schaden als nützen.

Und ein Kunde, der nicht bezahlt, ist so einer.

Buzzwords

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Buzzwords haben einen einzigen Zweck: Sie wollen beeindrucken. Buzzwords sind Teil der “Beeindruckungssprache” (Axel Gloger).

Buzzwords sind nicht zugänglich. Buzzwords erklären nichts. Buzzwords erregen vielleicht Aufmerksamkeit, aber sie haben wenig Substanz.

Ich glaube, wir lernen das Arbeiten mit Buzzwords im Studium. Zumindest finde ich Buzzwording fast ausschließlich bei Akademiker*innen. 

Buzzwords helfen in Wirklichkeit niemandem. Nicht dir selbst in deiner Außenwirkung, und schon gar nicht deinen Kund*innen.

Wer es nicht schafft, seine Lösungen in einer Alltagssprache relevant zu machen, schafft es schon gar nicht mit Buzzwords.

First Generation Entrepreneurs

F

Es gibt Gründer*innen, die werden in ein unternehmerisches Umfeld hineingeboren. Ihre Eltern sind selbständig, und sie wissen von klein auf, was es bedeutet, ein Unternehmen zu haben. The good, the bad and the ugly.

Das kann mitunter dazu führen, dass sie sich denken: “Nein, so wie meine Eltern möchte ich nie werden. Ich mache mich sicher niemals selbständig.” Aber viele wählen, früher oder später, ebenfalls den Weg in die Selbständigkeit – und können auf ein unterstützendes und verständnisvolles Umfeld zurückgreifen.

Bei First Generation Entrepreneurs (wie ich einer bin), ist das anders. Als (bis heute) einziger in meiner ganzen Familie, der selbständig ist, fühle ich mich manchmal wie ein Exot. Mir wurden nie Steine in den Weg gelegt auf meinem Weg, aber ich glaube, dass sich meine Familie mitunter schon wundert, warum ich es mir als Selbständiger so schwer mache. Ich könnte es als Angestellter doch viel leichter haben. Vermeintlich.

Für First Generation Entrepreneurs ist es besonders wichtig, Menschen in ihrem Umfeld zu finden, die ebenfalls selbständig sind. Mit denen sie sich austauschen können, die ähnliche Gedanken und Träume haben und die ähnliche Sorgen haben.

Manchen wird dieses Umfeld in die Wiege gelegt, und manche sind Pioniere für die späteren Generationen.

Vogel oder Igel?

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Heute bin ich in einem Beratungsgespräch drauf gekommen, dass es zwei verschiedene Typen von Lifestyle Entrepreneuren gibt: Vögel und Igel.

Vögel-Unternehmer*innen suchen die Abwechslung. Sie flattern von Ast zu Ast. Sie sind mit viel Begeisterung am Werk, aber diese Begeisterung ist nur über eine bestimmte Dauer verfügbar. Die Stärke der Vögel liegt darin, Projekte (Businesses) zu starten und die Anschub-Energie zu leisten. Aber sie sind nicht gut darin, sich langfristig auch mit den Mühen des Projekt-Alltags zu beschäftigen. Serial Entrepreneurs sind solche Vögel.

Igel-Unternehmer*innen widmen sich einem Thema über eine lange Zeit. Sie beißen sich förmlich daran fest und empfinden Freude daran, wenn sie sich einem Projekt (einem Business) viele Jahre lang widmen können. Sie bleiben dran und lassen sich nicht leicht ablenken.

Igel sind nicht besser als Vögel (oder umgekehrt). Sie sind nur anders. Wir brauchen beide.

Wichtig ist nur, dass du weißt, ob du Igel oder Vogel bist. Damit es dir nicht passiert, dass du als Vogel versuchst, dein Business mit Igel-Werkzeugen zu führen.