Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Dank und Undank

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Für manche Kund*innen legst du dich ins Zeug, und sie fallen dir für deinen Einsatz und deine Mühen sprichwörtlich um den Hals.

Für manche Kund*innen legst du dich ins Zeug, aber du bekommst nur Apathie zurück. Dein Engagement verpufft im Nichts.

Für manche Kund*innen legst du dich ins Zeug, und du erntest nur Undank.

Das Problem: Du weißt meistens vorher nicht, wie die Reaktion auf dein Engagement ausfallen wird.

Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als dass wir uns für alle unsere Kund*innen ins Zeug legen.

Auch auf die Gefahr hin, dass wir dafür nur Undank ernten.

Fakten und Interpretation

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Ich habe unlängst in einem Workshop folgende Übung probiert:

Die Teilnehmer*innen hatten am Vortag eine kurze Präsentation eines Projektes gehört. Aufgabe war es nun, innerhalb der Gruppe zusammenzutragen, was ihnen von dieser Präsentation hängen geblieben ist.

Aber mit folgender Einschränkung: Es durften nur echte Fakten genannt werden – keine eigenen Interpretationen, keine Ergänzungen, keine Schlussfolgerungen. Nur das, was wirklich gesagt wurde.

Das war eine schwierige Übung. Sie macht bewusst, wie schnell wir mit unseren Interpretationen zur Stelle sind. Und wie selbstverständlich wir unsere Interpretationen für Fakten halten.

Umbrüche

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Das Leben konfrontiert uns immer wieder mit Momenten, wo die Weichen neu gestellt werden.

Diese Phasen des Umbruchs sind oft schmerzvoll, immer mühevoll und selten reibungslos.

Wir tun gut daran das anzuerkennen und uns zuzugestehen, dass wir in Zeiten des Umbruchs ein bisschen anders ticken als sonst.

Zu feig

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Manchmal haben wir nicht den nötigen Mut, in unserem Lifestyle Business die Entscheidungen zu treffen, die notwendig wären.

Das ist halt so. Wir sind auch nur Menschen.

Nur wäre es ehrlicher dir gegenüber, zuzugeben, dass du feig bist – und nicht ständig zu behaupten, dass du die Entscheidung eh treffen würdest, wenn nur die Umstände anders wären.

BWL und die gesellschaftliche Transformation

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Die BWL hat in der öffentlichen Diskussion oft keinen leichten Stand. Sie ist gerne der Buhmann und Sündenbock für die Probleme in unserer Gesellschaft – von sozialer Ungerechtigkeit bis zum Klimawandel. Nach dem Motto: Diese verdammten Betriebswirte, die machen uns mit ihrem ständigen Profitdenken und ihrem ewigen Wachstum doch vollkommen kaputt!

Als Betriebswirt bin ich fest davon überzeugt, dass die BWL hier unter ihrem Wert geschlagen wird. Die BWL hätte nämlich einiges beizutragen zu positiven Veränderungen in unserer Gesellschaft. Da gäbe es spannende Konzepte, die man diskutieren könnte. Da gibt es bewährte Traditionen, auf die wir uns nur rückbesinnen müssten.

Aber nicht nur das. Ich sage: Die BWL kann rein gar nichts dafür. Es liegt immer noch an den Menschen, wie sie die Konzepte der BWL (und andere Phänomene unserer modernen Gesellschaft) verwenden.

Die Gier des Menschen gab es lange, bevor die BWL erfunden wurde.

Origami

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Ich habe heute versucht, einer Video-Anleitung zum Falten des perfekten Papierfliegers zu folgen.

Der Anfang ist ziemlich einfach. Man denkt sich: Kann ja jeder. Irgendwann passiert es dann aber, dass ein Schritt folgt, den man nicht beim ersten Hinsehen versteht. Auch beim zweiten Mal nicht. Und beim dritten. Man muss sich diesen Schritt immer wieder ansehen um zu kapieren, was da eigentlich läuft.

Und so kämpft man sich durch. Mit jedem Schritt wird der Papierflieger unperfekter. Man ist nie ganz sicher, ob man eigentlich noch auf dem richtigen Weg ist. Aber immerhin: Das eigene Faltkunstwerk ähnelt irgendwie der Vorlage.

Aber dann kommt der letzte Schritt (und es ist immer der letzte Schritt): Da passiert immer irgend etwas, das wie Zauberei aussieht. Da kommt was völlig Unerwartetes oder Unmögliches. Egal, was man tut, man kriegt das nicht so hin, wie man sollte. Am letzten Schritt scheitert der ganze Prozess.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Den Hut drauf hauen und sagen: Ach was, so ein Blödsinn. Das funktioniert einfach nicht.
  2. Ein neues Blatt hernehmen und es von vorne versuchen. Und wieder und wieder und wieder, bis es klappt.

Dein Business ist wie Origami.

Für welche Möglichkeit entscheidest du dich?

Das Offensichtliche sagen

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Ich habe bereits darüber geschrieben, wie wertvoll Berater sein können, wenn Sie das Offensichtliche sehen.

Genauso wichtig ist es mitunter, das Offensichtliche zu sagen. Das anzusprechen, von dem du glaubst, es wäre so banal, dass du dich damit peinlich machst. Das zu sagen, von dem du glaubst, dass es dein Gegenüber ohnehin schon längst weiß. Das zu sagen, was ja eigentlich längst klar sein sollte.

Trau dich und probier’s aus. Du wirst staunen, welche Aha-Erlebnisse du bei deinem Gegenüber auslösen wirst.

Stolz sein

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Etwas schaffen, worauf man stolz ist…

Wäre das nicht ein schönes Ziel für dein Lifestyle Business – und für den Start in jeden einzelnen Tag deines Unternehmerlebens?

Zweckoptimismus

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Manche Situationen sind herausfordern. Manche Herausforderungen sind schwierig. Manche Schwierigkeiten scheinen unüberwindbar.

Oft bleibt dann nichts übrig als Zweckoptimismus.

Aber Zweckoptimismus ist ein nützliches Tool. Zweckoptimismus bedeutet nämlich, dass wir uns, obwohl wir nicht wissen, wie es ausgehen wird, für den Erfolg und gegen das Scheitern entscheiden. Wir gehen davon aus, dass wir es schaffen werden. Wir tun so, als ob wir es schaffen werden.

Und das ist wahrscheinlich schon der wichtigste Schritt zum Erfolg: Dass wir davon ausgehen, dass Erfolg möglich ist.

Funkdisziplin

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Während meines Studenten-Jobs im Aufsichtsdienst des Kunsthistorischen Museums in Wien habe ich das Konzept der “Funkdisziplin” kennengelernt.

Es geht um Folgendes: Wenn du mit einem Funkgerät ausgestattet bist, dann ist es nicht egal, wie du über dieses Medium kommunizierst.

Zum einen ist es wichtig, dass du dich verständlich und präzise ausdrückst, damit die Empfänger deiner Nachricht dich gut verstehen und wissen, was zu tun ist.

Zum anderen ist es wichtig, auf deine Kommunikation zu achten, weil deine Funksprüche ja nicht nur von den Menschen gehört werden, für die sie gedacht sind, sondern auch von zufälligen Zuhörern, die gerade in der Nähe eines Funkgerätes sind. Also zum Bespiel die Museumsbesucher. Und auch gegenüber diesen ist es nicht egal, wie du dich am Funkgerät ausdrückst.

Ich denke, etwas mehr Funkdisziplin würde – bei aller Authentizität – auch vielen Solopreneuren auf Social Media gut tun.

Warmes Brot

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Brot, das ein bisschen aufgewärmt wurde, schmeckt viel besser. Unvergleichbar viel besser. Noch dazu, wenn das Brot an sich schon von sehr guter Qualität ist.

Kleiner Effekt, große Wirkung.

Wie so vieles im Leben. Und im Business.

Zwei Alternativen

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Manchmal steckt ein Projekt fest, weil man keine Entscheidung trifft.

In dem Fall ist es hilfreich, die Komplexität zu reduzieren, indem man sich auf zwei Alternativen festlegt: Soll ich A machen, oder soll ich B machen?

Wenn man nur zwei Alternativen vor sich hat, fällt die Auswahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten meistens ziemlich leicht.

Und wenn nicht, kann man ja immer noch eine Münze werfen.

Konkurrenzkampf

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Der Konkurrenzkampf tobt meist am heftigsten innerhalb einer Gruppe von Gleichartigen.

Ganz typisch: Solopreneure sehen andere Solopreneure als ihre Konkurrenten. Und verkennen dabei, dass die wahren Konkurrenten, die ihnen das Leben wirklich schwer machen, ganz andere Kaliber wären.

Buchhändler haben auch lange andere Buchhändler für ihre Konkurrenz gehalten, bis sie begriffen haben, dass der wirklich gefährliche Konkurrent Amazon ist.

Wir Solopreneure sollten viel, viel mehr zusammenarbeiten, um gegen unsere gemeinsamen Feinde bestehen zu können.

Nein sagen (2)

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Was Thomas Stipsits uns nach seinem Burn-out mitgeben möchte:

Zu sagen: Na, ich moch’s ned. Warum ned? Weil ich’s ned machen will. Und ich brauch aber jetzt a ka Erklärung dafür. Es is ja mei Lebn.

Thomas Stipsits, Ö3 Frühstück bei mir vom 2. Jänner 2022

Krypto-Flugblatt

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Letztens habe ich folgenden Flyer in meinem Briefkasten gefunden:

Ich frage mich: Wer, um Himmels willen, kauft Kryptowährung aufgrund eines Flyers im Briefkasten? Wer, um alles in der Welt, trifft so seine Investitionsentscheidungen?

Andererseits: Es gibt die komischsten Leute.

Man kann’s dem Unternehmen nicht verübeln, es zu versuchen.

Zwei Wochen Pause

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Ich war jetzt zwei Wochen nicht laufen.

Es ist unglaublich, wie schnell es geht, dass man abbaut.

Und wie schwer es ist, bis man wieder in Schwung kommt.

Geschwurbel

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Aus dem Jahresbericht irgendeines österreichischen Unternehmens:

Durch umfangreiche Analysen unserer Kernzielgruppe gelingt eine einzigartige Fusion aus Wissenschaft und Praxis – mit den Vorteilen, Erkenntnisse von der Praxis für die Praxis zu gewinnen und Innovationen anzutreiben. Damit sind wir am Puls einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt.

Was für ein Schrott. Wie kann man in so vielen Worten praktisch nichts sagen? Lauter Gemeinplätze, praktisch keine Aussage. Ein einziges Buzzword-Bingo.

Liebe Unternehmen, verkauft eure Mitarbeiter*innen nicht für blöd. Diejenigen, die sich noch für euch interessieren und die ihr nicht schon längst mit solchen Unsinnigkeiten abgeturnt habt, interessieren sich dafür, was euch wirklich beschäftigt.

Redet doch Klartext. Sprecht von dem, was euch wirklich bewegt. Offen und ehrlich, ohne Selbstbeweihräucherung.

Lasst die Marketing-Sprache weg, und sprecht wie echte Menschen.

7 Jahre

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Die Zahl 7 ist eine besondere Zahl, seit biblischen Zeiten.

Auch für Lifestyle Businesses scheint sich folgende Daumenregel herauszukristallisieren:

Es dauert sieben Jahre, bis sich echter Erfolg einstellt. Sieben Jahre konsequentes Dranbleiben. Sieben Jahre voller Einsatz. Sieben Jahre Glaube und Hoffnung.

In diesen sieben Jahren entsteht etwas – unsichtbar, wie ein Myzel unter der Erde. Und dann, nach sieben Jahren, poppen auf einmal die Schwammerl auf – scheinbar aus dem Nichts, an unerwarteten Stellen.

Nach sieben mageren Jahren kommt die Zeit der Ernte.

Der erste Job

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Das Problem des ersten Jobs nach der Schule oder nach dem Studium:

So, wie es in diesem Unternehmen läuft, hält man für normal. Man lernt einen bestimmten Weg kennen, wie ein Unternehmen geführt wird, wie Kund*innen behandelt werden, welche Ansprüche an die Mitarbeiter*innen gestellt werden – und denkt, dass man das “eben so macht”.

Man kommt oft gar nicht drauf, dass es auch anders (und besser) gehen würde.