Es ist eine große Leistung es zu schaffen, jemandem die Angst zu nehmen. Zum Beispiel vor der BWL. Zum Beispiel vor einer Gründung.
Das ist ein großer Nutzen. Das ist wertvoll!
Es ist eine große Leistung es zu schaffen, jemandem die Angst zu nehmen. Zum Beispiel vor der BWL. Zum Beispiel vor einer Gründung.
Das ist ein großer Nutzen. Das ist wertvoll!
Ein Riesenproblem in der Version des Kapitalismus, die wir aktuell betreiben: Externe (oder externalisierte) Kosten.
Ein Beispiel: Ein Unternehmen erzeugt und verkauft Produkte, die umweltschädlich sind, weil sie sehr schwer recyclebar sind. Dieses Unternehmen macht Gewinn mit diesen Produkten, aber die Kosten für das Recycling hängt sie der Allgemeinheit um. Dafür fühlt sich das Unternehmen nicht zuständig.
Ergo sind auch die Kosten für das Recycling nicht im Preis des Produktes inbegriffen. Der Preis des Produktes ist also “künstlich” kleiner gehalten, als er tatsächlich wäre, weil die Kosten des Recyclings “externalisiert” wurden. Sprich: Diese Kosten sind von der Öffentlichkeit (d.h. vom Steuerzahler) zu tragen.
Wir müssen uns als Gesellschaft da hin bewegen, diese externen Kosten tatsächlich in die Verkaufspreise der Produkte einzupreisen. Damit wir eine echte Kostenwahrheit haben. Damit jede*r Konsument*in erkennen kann, welches Produkt welche tatsächlichen Kosten erzeugt. Dann wären Flugreisen erheblich teurer, und bei McDonald’s gäbe es keinen einzigen billigen Burger mehr, weil die gesundheitlichen Folgekosten von Fast Food von McDonald‘s mitzutragen wären.
Die Unternehmen wären also (endlich!) in der Pflicht, sich um alle von ihnen verursachten Kosten zu kümmern, wenn sie Gewinn machen wollen.
Als Folge würden sehr bald einige besonders teure (= schädliche) Unternehmen sich vollkommen umorientieren oder ihren Betrieb einstellen müssen.
Und das wäre eine sehr gute Nachricht.
Unlängst durfte ich lernen, dass ich (wie jede*r Österreicher*in) meine CO2-Emissionen jedes Jahrzehnt um die Hälfte reduzieren müsste, um das Pariser Klima-Ziel von “nur” 1,5 Grad Erderwärmung zu erreichen. Was, wie ich erfahren habe, praktisch eh nicht mehr realistisch ist. Aber trotzdem.
Ich nehme das ernst und gehe nicht her und sage: Naja, was soll ich schon machen? Was machen meine Emissionen schon für einen Unterschied im Vergleich zur österreichischen Industrie, und überhaupt im Vergleich zu Indien und China?
Dieser whataboutism bringt uns nicht weiter. Klimaschutz ist ein gemeinsames Projekt, und jeder muss im Rahmen seiner Verantwortung seinen Teil dazu betragen.
Ich will meinen Teil zum Klimaschutz beitragen. Mein Problem ist aber Folgendes: Ich habe keine Ahnung, wie hoch meine CO2-Emissionen aktuell gerade sind. Ich kenne meine Startlinie gar nicht. Also habe ich auch keine Vorstellung davon, was es konkret bedeutet, meine CO2-Emissionen um 50% zu reduzieren. Reicht es, dass ich kaum noch Fleisch esse? Dass ich ganz oft mit dem Zug fahre und selten mit dem Auto? Ist es okay, wenn ich einmal im Jahr in den Urlaub fliege, oder überschreite ich damit schon mein persönliches CO2-Budget? Und so weiter.
Das Ziel ist klar, Immerhin. Aber damit ein Ziel auch umsetzbar wird, braucht es einen Plan, was jeder zu tun hat und bis wann.
Ein klassisches Management-Problem.
Unlängst hat mir ein Kunde anhand eines sehr anschaulichen Beispiels erklärt, wie große Unternehmen in der Praxis oft Investitionsentscheidungen treffen:
Es wird vorbildlich eine Investitionsrechnung durchgeführt. Es werden die verschiedenen Varianten durchgespielt. Es werden Kennzahlen berechnet und ausgewertet. Und in der Auswertung kommt man dann drauf, dass man sich keine der Varianten leisten kann.
Und schließlich wird entschieden nach dem Motto: “Ich kann mir den Golf nicht leisten und den Ferrari auch nicht – also nehme ich gleich den Ferrari!”
Entrepreneurship Education bedeutet im Grunde nichts anderes als zu lernen, eigene Ideen zu haben und diese auch umsetzen zu können.
So verstanden ist Entrepreneurship ein Prozess, eine Methode und eine Haltung.
[Danke Johannes Lindner für diesen Gedanken.]
Bei Investitionsentscheidungen ist es hilfreich, zwei verschiedene Fragen auseinanderzuhalten:
Bei Gründer*innen und Solopreneur*innen beobachte ich mitunter, dass diese beiden Fragen vermischt werden.
Wenn wir die erste Frage positiv beantworten können, also wenn wir gut und vernünftig nachgedacht haben und wir zum Schluss kommen, dass die Investition sinnvoll ist, dann ist das OB geklärt.
Im Anschluss geht es dann um die Frage WIE. Wenn eine Investition sinnvoll ist, dann werden wir auch Möglichkeiten finden, diese Investition zu finanzieren.
Natürlich läuft es in der Praxis nicht immer so fein-säuberlich wie in diesem Denkmodell. Und dennoch ist es hilfreich, die zwei Fragen gut von einander zu trennen, weil verschiedene Fragen auch verschiedene Antworten verdienen.
Profis mahnen. Bis das Geld am Konto ist.
Mehr gibt es zu diesem Thema nicht zu sagen.
Eine Beobachtung, die ich bei Gründer*innen häufiger mache: Sie haben wirklich gute Ideen. Sie haben viel Motivation. Sie haben die allerbesten Absichten.
Aber: Sie haben schwachbrüstige Strategien. Sie haben keinen richtigen Anpack, um ihre Idee in ein erfolgreiches Business umzuwandeln.
Man könnte auch sagen: Sie haben kein funktionierendes Geschäftsmodell. Oder sie haben überhaupt kein Geschäftsmodell.
In solchen Momenten zeigt sich, wie viel zu gewinnen wäre, wenn Solopreneure mehr Wirtschaftskompetenz hätten.
Meine Frau arbeitet in einem Konzern.
Sie von den täglichen Herausforderungen in ihrer Arbeit reden zu hören, finde ich ausgesprochen lehrreich, und zwar aus zwei Gründen:
Gleichzeitig werde ich beim Reden mit meiner Frau immer wieder darin bestätigt, dass Ein-Personen-Unternehmen viel, viel interessanter und mir viel, viel näher sind als Konzerne.
Gar nicht so leicht, besonders für Gründer*innen: Das Business in der richtigen Größe aufstellen.
Nicht zu groß, weil die Fixkosten dich dann erdrücken.
Aber auch nicht zu klein, weil du dann nicht vom Fleck kommst. Oder nur im Schneckentempo.
Die richtige Größe zu finden, zu wissen, was zu viel, zu wenig und genug ist, ist eine Kunst. Aber nur mit der richtigen Größe ist sichergestellt, dass du mit deinem Business flexibel genug bist, wenn sich die Umwelt ändert.
Und die Umwelt ändert sich garantiert.
Sehr viele Entscheidungen in Gesellschaft und Politik fallen aus ökonomischen Überlegungen. Nach dem Motto: Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. Und wenn es darum geht, aktuelle Entwicklungen oder gar Krisen (Inflation! Rezession!) zu analysieren, so haben in unserer Medienlandschaft häufig die Ökonomen die Deutungshoheit.
Matthias Horx meint, das kommt auch aus den Erfahrungen der schweren Wirtschaftskrisen im frühen 20. Jahrhundert und den Folgen des 2. Weltkriegs.
Das klingt für mich verständlich und plausibel. Aber wäre es jetzt, 100 Jahre später, nicht auch an der Zeit, diesen Tunnelblick ein bisschen zu erweitern?
Solopreneure und ihr Finanzmanagement ist ein leidiges Thema.
Zum einen ist es so, dass sich viele Solopreneure praktisch nicht um ihre Finanzen kümmern. Solange genug Geld am Konto ist, ist doch alles in Ordnung, oder? Das gilt insbesondere auch für Gründer*innen. Die wollen am Anfang oft gar nicht so genau wissen, wie viel Umsatz sie eigentlich machen müssten, um gut von ihrer Geschäftsidee leben zu können. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß – und kann mich im worst case auch nicht enttäuschen, wenn ich es nicht erreiche. Erfolglos, aber ich weiß es nicht.
Zum anderen ist es so, dass gerade Solopreneure eigentlich Experten sein müssten in Sachen Finanzmanagement. Kaum vorstellbar, dass irgendein größeres Unternehmen so schlecht mit seinen Zahlen umgehen würde wie der durchschnittliche Solopreneur. Dabei ist ein Solo-Business eine Riesenherausfoderung, für die es das beste Finanzmanagement bräuchte, das es überhaupt nur gibt!
Und mir selbst geht es ja nicht viel anders. Meist habe ich bestenfalls ein ungefähres Gefühl für die Zahlen in meinem Business. Von einem regelmäßigen Controlling mit klaren Kennzahlen kann ich wohl kaum sprechen.
Bis jetzt. Ab heute ändert sich das.
Akimbo Podcast vom 12. September 2018
(mehr …)Unlängst habe ich mit meinen Studierenden an der FH St. Pölten darüber diskutiert, ob es denn nicht unmoralisch ist, dass ein Ticket für das Pink-Konzert in Wien zwischen 100 und 600 Euro kostet, wo Pink doch ein geschätztes Vermögen von 180 Millionen Euro hat. Müsste Pink angesichts ihres Reichtums nicht gratis spielen?
Ein Student hat diese Frage mit folgender Faustregel beantwortet: Immer, wenn man fordert, dass irgendwer was gratis machen sollte, darf man sich fragen: Würde ich es an seiner Stelle gratis machen?
Meistens hat sich das moralische Dilemma damit schlagartig aufgelöst.
Kevin Kelly sagt: Wenn Menschen KI kritisieren, dann kritisieren Sie in Wirklichkeit den Kapitalismus. Ich würde sagen, das gilt auch für Social Media.
Nicht KI oder Social Media an sich sind das Problem, sondern das Geschäftsmodell dahinter.
Die Art und Weise, wie diese Tools verwendet werden, um Geld zu machen, muss sich in der Tat viel Kritik gefallen lassen.
Ich will mit meiner Tätigkeit als Gründungsberater BWL und Entrepreneurship für Solopreneure zugänglich machen.
Das bedeutet aber nicht, dass über BWL und Entrepreneurship nicht auch weiterhin kritisch nachdenken werde.
Shrinkflation nennt sich der Trend, dass die Füllmenge von Packungen abnimmt, aber der Preis gleich bleibt.
Ein Beispiel: Das Packerl Haribo Goldbeeren kostet noch gleich viel wie vor einem Jahr, allerdings waren früher 200g Gummibäri drinnen und jetzt sind es nur noch 175g. Die Abnahme der Füllmenge entspricht eigentlich einer Preissteigerung um 12,5%.
Konsument*innen und deren Schützer sind darüber empört, und das kann ich nachvollziehen.
Und doch frage ich mich: Wenn im Packerl Chips früher 300g drinnen waren und jetzt sind es nur noch 200g… Ist das wirklich ein Nachteil? Meine (zugegebenermaßen subjektive) Erfahrung ist, dass ich immer ein ganzes Packerl Chips aufesse – egal, wie viel drinnen ist. Aber nicht zwei Packerl. Wenn ich jetzt nur noch 200g von diesem wohlschmeckenden, aber ungesunden Zeug esse statt früher 300g, dann müsste ich den Chips-Herstellern eigentlich sehr dankbar sein. Weil sie für mich etwas bewerkstelligen, was ich selber nicht hinkriege: Weniger Chips zu essen.
Shrinkflation könnte, so gesehen, also auch ein Tool sein, das wir zu unserem Vorteil einsetzen können – gerade weil wir weniger für unser Geld bekommen als zuvor.
Es mag zwar eigenartig klingen, aber nicht immer ist es schlecht für uns, wenn uns etwas gegen unseren Willen weggenommen wird.
Ich bin ja der Meinung, dass wir europäischen Selbständigen sehr vorsichtig sein müssen, wenn wir vermeintliche Erfolgsrezepte übernehmen, die aus den USA kommen.
Es ist ein eigenartiges Phänomen, dass die Lehrmeister*innen vieler europäischer Lifestyle Entrepreneure Amerikaner*innen sind. Eigenartig deswegen, weil dabei geflissentlich ignoriert wird, dass wir in Europa eine ganz andere Kultur haben als in Amerika. Was dort funktioniert, funktioniert bei uns noch lange nicht. Und umgekehrt: Was in Amerika nie gehen würde, funktioniert in Europa wunderbar.
Ein anschauliches Beispiel für diese Diskrepanz hat mir Monika Kovarova-Simecek erzählt: In den USA ist Crowdfunding eine gängige Art der Finanzierung für Projekte und Gründungen. Deswegen glauben auch wir Europäer*innen oft, dass Crowdfunding eine reale Möglichkeit ist, an Geld zu kommen. Tatsächlich spielt Crowdfunding bei der Finanzierung von Start-ups nur eine minimale Rolle. Es funktioniert einfach bei uns nicht so wie in den USA.
Warum? Weil Europa eine andere Kultur hat als Amerika. Das sollten wir Lifestyle Entrepreneure immer im Hinterkopf behalten, wenn wir mal wieder das neueste Erfolgsrezept aus den USA vorgesetzt bekommen.
Es gibt zwei brauchbare Ansätze in der Kostenplanung für Gründer*innen:
Es ist eine spannende Tatsache, dass Unternehmen bestimmte Gewinnchancen oft gar nicht erkennen.
Mit einem Wort: Unternehmen können sich selbst im Weg stehen auf dem Weg zum Gewinn. Das gilt auch und besonders für Solopreneure.
Andererseits, was natürlich auch stimmt: Nicht jede Gewinnchance muss auch ergriffen werden.