Tag#BWL

Geringe Markteintrittsbarrieren

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Es ist ein ziemlich einfaches Gesetz:

Viele Selbständige starten mit Dienstleistung-Angeboten. Das ist schlau, weil der Investitionsaufwand für Dienstleistungen verhältnismäßig gering ist. Wenn man ausreichend Know-How hat, kann man praktisch sofort mit seinen Angeboten loslegen.

Das hat zur Folge, dass es am Markt für Dienstleistung ziemlich dicht gedrängt ist. Weil es relativ einfach ist, Dienstleistungen anzubieten, gibt es auch viele Anbieter. Mit anderen Worten: Die Markteintrittsbarrieren sind gering, und deswegen betreten auch viele Gründer*innen diesen Markt.

(Im Gegensatz z.B. zum Markt für Keksproduzenten. Oder Düngemittelerzeuger. Oder Flughäfen. Denn da sind die Markteintrittsbarrieren viel, viel, viel höher.)

Die Konsequenz ist ebenfalls sehr einleuchtend: Es muss unser Bestreben als Selbständige sein, mit der Zeit und Schritt für Schritt die Markteintrittsbarrieren auf unseren Markt zu erhöhen. Zum Beispiel durch Spezialisierung. Oder durch Positionierung, Personal Branding, Networking usw.

Je schwerer es ist, unseren Markt zu betreten, desto entspannter werden wir sein.

Gesungene Gemeingüter

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A song isn’t owned by the man who wrote it, and a song is not owned by the man who stole it. A song is owned by all the people who ever sang it.

John Fogerty

Immer das gleiche Problem

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Es ist egal, ob es sich um ein Solo-Business oder einen Fußballverein handelt, der highway to hell hat folgende Stationen:

  1. Zuerst übernimmt man sich mit einem Investitions- oder Entwicklungsprojekt. Das Projekt dauert länger und wird teurer als in den schlimmsten Befürchtungen.
  2. Dann, wenn das Projekt endlich fertig ist, bleiben die Einnahmen (Umsätze) hinter den Erwartungen zurück. Der erhoffte Sprung nach vorne entpuppt sich als kleiner Hupfer.
  3. Dadurch sind die Kosten höher als die Einnahmen. Nicht einmalig, nicht ausnahmsweise, sondern dauerhaft. Die Kosten laufen den Einnahmen davon. Jeder Tag, an dem man weiterarbeitet, vergrößert das Problem nur.
  4. Schließlich geht irgendwann das Geld aus. Die Liquidität ist futsch, und der Hut brennt lichterloh.

Ist dieser Prozess erst mal in Gang gesetzt, ist es ganz schwer, wieder raus zu kommen. Was tatsächlich hilft, ist, sich gar nicht erst in diese Situation zu begeben. Sprich: Sich dreimal zu überlegen, ob man sich diese Rieseninvestition wirklich leisten kann.

Meine Faustregel: Geh bei der Kostenschätzung vom Worst Case aus, und dann verdopple den Betrag. Dann bist du einigermaßen realistisch dabei.

Zahlt sich deine großartige Investitionsidee dann immer noch aus? Wenn ja: Go! Wenn nein, dann weißt du jetzt, wie du dir eine Menge Schmerzen sparen kannst.

Value Based Pricing im Kinderzimmer

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Unlängst hat mir meine Tochter (5) erklärt, warum ich sie fürs Zusammenräumen des Kinderzimmers bezahlen sollte.

Ihr Argument: Wenn wir im Sommer alle gemeinsam zum Ritter-Rost-Musical gehen, dann gefällt mir das ja. Und wenn sie ihr Kinderzimmer zusammenräumt, dann gefällt mir das mindestens so gut wie das Ritter-Rost-Musical, oder? Und deswegen muss ich ihr fürs Zusammenräumen auch so viel Geld zahlen, wie mein Ticket fürs Ritter-Rost-Musical kostet.

Das ist Value Based Pricing in a nutshell. Erklärt und argumentiert von einer Fünfjährigen.

Das kann ja noch heiter werden.

Angst nehmen

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Es ist eine große Leistung es zu schaffen, jemandem die Angst zu nehmen. Zum Beispiel vor der BWL. Zum Beispiel vor einer Gründung.

Das ist ein großer Nutzen. Das ist wertvoll!

Externalisierte Kosten

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Ein Riesenproblem in der Version des Kapitalismus, die wir aktuell betreiben: Externe (oder externalisierte) Kosten.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen erzeugt und verkauft Produkte, die umweltschädlich sind, weil sie sehr schwer recyclebar sind. Dieses Unternehmen macht Gewinn mit diesen Produkten, aber die Kosten für das Recycling hängt sie der Allgemeinheit um. Dafür fühlt sich das Unternehmen nicht zuständig.

Ergo sind auch die Kosten für das Recycling nicht im Preis des Produktes inbegriffen. Der Preis des Produktes ist also “künstlich” kleiner gehalten, als er tatsächlich wäre, weil die Kosten des Recyclings “externalisiert” wurden. Sprich: Diese Kosten sind von der Öffentlichkeit (d.h. vom Steuerzahler) zu tragen.

Wir müssen uns als Gesellschaft da hin bewegen, diese externen Kosten tatsächlich in die Verkaufspreise der Produkte einzupreisen. Damit wir eine echte Kostenwahrheit haben. Damit jede*r Konsument*in erkennen kann, welches Produkt welche tatsächlichen Kosten erzeugt. Dann wären Flugreisen erheblich teurer, und bei McDonald’s gäbe es keinen einzigen billigen Burger mehr, weil die gesundheitlichen Folgekosten von Fast Food von McDonald‘s mitzutragen wären.

Die Unternehmen wären also (endlich!) in der Pflicht, sich um alle von ihnen verursachten Kosten zu kümmern, wenn sie Gewinn machen wollen.

Als Folge würden sehr bald einige besonders teure (= schädliche) Unternehmen sich vollkommen umorientieren oder ihren Betrieb einstellen müssen.

Und das wäre eine sehr gute Nachricht.

Klimaschutz

K

Unlängst durfte ich lernen, dass ich (wie jede*r Österreicher*in) meine CO2-Emissionen jedes Jahrzehnt um die Hälfte reduzieren müsste, um das Pariser Klima-Ziel von “nur” 1,5 Grad Erderwärmung zu erreichen. Was, wie ich erfahren habe, praktisch eh nicht mehr realistisch ist. Aber trotzdem.

Ich nehme das ernst und gehe nicht her und sage: Naja, was soll ich schon machen? Was machen meine Emissionen schon für einen Unterschied im Vergleich zur österreichischen Industrie, und überhaupt im Vergleich zu Indien und China?

Dieser whataboutism bringt uns nicht weiter. Klimaschutz ist ein gemeinsames Projekt, und jeder muss im Rahmen seiner Verantwortung seinen Teil dazu betragen.

Ich will meinen Teil zum Klimaschutz beitragen. Mein Problem ist aber Folgendes: Ich habe keine Ahnung, wie hoch meine CO2-Emissionen aktuell gerade sind. Ich kenne meine Startlinie gar nicht. Also habe ich auch keine Vorstellung davon, was es konkret bedeutet, meine CO2-Emissionen um 50% zu reduzieren. Reicht es, dass ich kaum noch Fleisch esse? Dass ich ganz oft mit dem Zug fahre und selten mit dem Auto? Ist es okay, wenn ich einmal im Jahr in den Urlaub fliege, oder überschreite ich damit schon mein persönliches CO2-Budget? Und so weiter.

Das Ziel ist klar, Immerhin. Aber damit ein Ziel auch umsetzbar wird, braucht es einen Plan, was jeder zu tun hat und bis wann.

Ein klassisches Management-Problem.

Golf oder Ferrari

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Unlängst hat mir ein Kunde anhand eines sehr anschaulichen Beispiels erklärt, wie große Unternehmen in der Praxis oft Investitionsentscheidungen treffen:

Es wird vorbildlich eine Investitionsrechnung durchgeführt. Es werden die verschiedenen Varianten durchgespielt. Es werden Kennzahlen berechnet und ausgewertet. Und in der Auswertung kommt man dann drauf, dass man sich keine der Varianten leisten kann.

Und schließlich wird entschieden nach dem Motto: “Ich kann mir den Golf nicht leisten und den Ferrari auch nicht – also nehme ich gleich den Ferrari!”

Entrepreneurship Education

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Entrepreneurship Education bedeutet im Grunde nichts anderes als zu lernen, eigene Ideen zu haben und diese auch umsetzen zu können.

So verstanden ist Entrepreneurship ein Prozess, eine Methode und eine Haltung.

[Danke Johannes Lindner für diesen Gedanken.]

Investitionen finanzieren

I

Bei Investitionsentscheidungen ist es hilfreich, zwei verschiedene Fragen auseinanderzuhalten:

  1. Ist die geplante Investition sinnvoll?
  2. Wie lässt sich die geplante Investition finanzieren?

Bei Gründer*innen und Solopreneur*innen beobachte ich mitunter, dass diese beiden Fragen vermischt werden.

Wenn wir die erste Frage positiv beantworten können, also wenn wir gut und vernünftig nachgedacht haben und wir zum Schluss kommen, dass die Investition sinnvoll ist, dann ist das OB geklärt.

Im Anschluss geht es dann um die Frage WIE. Wenn eine Investition sinnvoll ist, dann werden wir auch Möglichkeiten finden, diese Investition zu finanzieren.

Natürlich läuft es in der Praxis nicht immer so fein-säuberlich wie in diesem Denkmodell. Und dennoch ist es hilfreich, die zwei Fragen gut von einander zu trennen, weil verschiedene Fragen auch verschiedene Antworten verdienen.

Mahnung

M

Profis mahnen. Bis das Geld am Konto ist.

Mehr gibt es zu diesem Thema nicht zu sagen.

Schwachbrüstig

S

Eine Beobachtung, die ich bei Gründer*innen häufiger mache: Sie haben wirklich gute Ideen. Sie haben viel Motivation. Sie haben die allerbesten Absichten.

Aber: Sie haben schwachbrüstige Strategien. Sie haben keinen richtigen Anpack, um ihre Idee in ein erfolgreiches Business umzuwandeln.

Man könnte auch sagen: Sie haben kein funktionierendes Geschäftsmodell. Oder sie haben überhaupt kein Geschäftsmodell.

In solchen Momenten zeigt sich, wie viel zu gewinnen wäre, wenn Solopreneure mehr Wirtschaftskompetenz hätten.

Konzern

K

Meine Frau arbeitet in einem Konzern.

Sie von den täglichen Herausforderungen in ihrer Arbeit reden zu hören, finde ich ausgesprochen lehrreich, und zwar aus zwei Gründen:

  1. Die Herausforderungen von großen Unternehmen entscheiden sich sehr, sehr deutlich von den Herausforderungen, mit denen Ein-Personen-Unternehmen in ihrem daily business kämpfen.
  2. Die übergeordneten Ziele, die ein großes Unternehmen verfolgt, die gleichen wie jene eines Ein-Personen-Unternehmens: Es geht um zufriedene Kunden, weil es am Ende des Tages um Umsatz und Gewinn geht. Die Wege zu diesem Ziel unterscheiden sich mitunter jedoch sehr stark.

Gleichzeitig werde ich beim Reden mit meiner Frau immer wieder darin bestätigt, dass Ein-Personen-Unternehmen viel, viel interessanter und mir viel, viel näher sind als Konzerne.

Die richtige Größe

D

Gar nicht so leicht, besonders für Gründer*innen: Das Business in der richtigen Größe aufstellen.

Nicht zu groß, weil die Fixkosten dich dann erdrücken.

Aber auch nicht zu klein, weil du dann nicht vom Fleck kommst. Oder nur im Schneckentempo.

Die richtige Größe zu finden, zu wissen, was zu viel, zu wenig und genug ist, ist eine Kunst. Aber nur mit der richtigen Größe ist sichergestellt, dass du mit deinem Business flexibel genug bist, wenn sich die Umwelt ändert.

Und die Umwelt ändert sich garantiert.

Deutungshoheit

D

Sehr viele Entscheidungen in Gesellschaft und Politik fallen aus ökonomischen Überlegungen. Nach dem Motto: Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. Und wenn es darum geht, aktuelle Entwicklungen oder gar Krisen (Inflation! Rezession!) zu analysieren, so haben in unserer Medienlandschaft häufig die Ökonomen die Deutungshoheit.

Matthias Horx meint, das kommt auch aus den Erfahrungen der schweren Wirtschaftskrisen im frühen 20. Jahrhundert und den Folgen des 2. Weltkriegs.

Das klingt für mich verständlich und plausibel. Aber wäre es jetzt, 100 Jahre später, nicht auch an der Zeit, diesen Tunnelblick ein bisschen zu erweitern?

Die Zahlen im Griff? (Freewriting X)

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Solopreneure und ihr Finanzmanagement ist ein leidiges Thema.

Zum einen ist es so, dass sich viele Solopreneure praktisch nicht um ihre Finanzen kümmern. Solange genug Geld am Konto ist, ist doch alles in Ordnung, oder? Das gilt insbesondere auch für Gründer*innen. Die wollen am Anfang oft gar nicht so genau wissen, wie viel Umsatz sie eigentlich machen müssten, um gut von ihrer Geschäftsidee leben zu können. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß – und kann mich im worst case auch nicht enttäuschen, wenn ich es nicht erreiche. Erfolglos, aber ich weiß es nicht.

Zum anderen ist es so, dass gerade Solopreneure eigentlich Experten sein müssten in Sachen Finanzmanagement. Kaum vorstellbar, dass irgendein größeres Unternehmen so schlecht mit seinen Zahlen umgehen würde wie der durchschnittliche Solopreneur. Dabei ist ein Solo-Business eine Riesenherausfoderung, für die es das beste Finanzmanagement bräuchte, das es überhaupt nur gibt!

Und mir selbst geht es ja nicht viel anders. Meist habe ich bestenfalls ein ungefähres Gefühl für die Zahlen in meinem Business. Von einem regelmäßigen Controlling mit klaren Kennzahlen kann ich wohl kaum sprechen.

Bis jetzt. Ab heute ändert sich das.

Unmoralisch?

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Unlängst habe ich mit meinen Studierenden an der FH St. Pölten darüber diskutiert, ob es denn nicht unmoralisch ist, dass ein Ticket für das Pink-Konzert in Wien zwischen 100 und 600 Euro kostet, wo Pink doch ein geschätztes Vermögen von 180 Millionen Euro hat. Müsste Pink angesichts ihres Reichtums nicht gratis spielen?

Ein Student hat diese Frage mit folgender Faustregel beantwortet: Immer, wenn man fordert, dass irgendwer was gratis machen sollte, darf man sich fragen: Würde ich es an seiner Stelle gratis machen?

Meistens hat sich das moralische Dilemma damit schlagartig aufgelöst.

KI und Kapitalismus

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Kevin Kelly sagt: Wenn Menschen KI kritisieren, dann kritisieren Sie in Wirklichkeit den Kapitalismus. Ich würde sagen, das gilt auch für Social Media.

Nicht KI oder Social Media an sich sind das Problem, sondern das Geschäftsmodell dahinter.

Die Art und Weise, wie diese Tools verwendet werden, um Geld zu machen, muss sich in der Tat viel Kritik gefallen lassen.

Nicht naiv

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Ich will mit meiner Tätigkeit als Gründungsberater BWL und Entrepreneurship für Solopreneure zugänglich machen.

Das bedeutet aber nicht, dass über BWL und Entrepreneurship nicht auch weiterhin kritisch nachdenken werde.