Wir haben zwei Möglichkeiten, mit einer Situation umzugehen: Akzeptieren oder verändern.
Wir wählen aber meistens die dritte Option: Wir leiden.
[Danke Marcel Clementi für diesen Gedanken.]
Wir haben zwei Möglichkeiten, mit einer Situation umzugehen: Akzeptieren oder verändern.
Wir wählen aber meistens die dritte Option: Wir leiden.
[Danke Marcel Clementi für diesen Gedanken.]
Unlängst beobachtet in der Kindergarten-Gruppe meiner Tochter:
Die Kinder haben für Ostern Keramik-Eier gebastelt. Schön mit Glitzersand verziert, jede*r eines. Mit Holzstab zum Reinstecken in die Erde. Sehr schön eigentlich.
Das Problem mit Keramik ist halt, dass sie zerbrechlich ist. Und so geschah es, dass einem Kind beim Anziehen das Keramik-Ei runtergefallen ist. Es war natürlich kaputt – beyond repair, wie man so schön sagt.
Der Bub war sichtlich unglücklich darüber, aber er hat kein Wort gesagt. Und wie war die Reaktion des Erwachsenen? Vorwürfe. Ich hab ja gesagt, du sollst darauf aufpassen. Ich kann jetzt auch nicht zaubern. Das kommt davon…
Ich will dem Vorwerfenden jetzt keine Vorwürfe machen. Ich werfe sicher nicht den ersten Stein. Wahrscheinlich war er auch traurig über das Missgeschick und hat seine Trauer eben nur mit Vorwürfen ausdrücken können. Wir sind alle nur Menschen, und wir können eben auch nicht raus aus unserer Haut.
Aber eines war offensichtlich: Geholfen haben die Vorwürfe dem Buben nicht. Und dem zerbrochenen Ei klarerweise auch nicht.
Kann ich nur hoffen, dass sie wenigstens dem Erwachsenen geholfen haben.
Die Hoffnung ist das Schlimmste.
Zumindest manchmal. Nämlich dann, wenn die Hoffnung immer und immer wieder enttäuscht wird. Es ist schwer, darüber nicht zu verzweifeln.
Mitunter wäre es besser, gar keine Hoffnung mehr zu haben. Dann könnte man das Thema abhaken und sich neu orientieren.
Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und manchmal gehen wir mit ihr und an ihr zugrunde.
Es ist im Solo-Business genau gleich wie im übrigen Leben: Es gibt Höhen und Tiefen.
Aber eines dürfen wir dabei nicht vergessen: Es gibt Hochs und Tiefs für alle Menschen.
Das Leben ist nicht ungerecht zu uns. Zumindest nicht ungerechter als zu allen anderen Menschen auch.
Der einzige Unterschied: Wenn andere Menschen leiden, sehen wir das halt meistens nicht. Und so bilden wir uns ein, dass nur wir leiden. Oder dass wir besonders oft leiden. Oder dass wir besonders tiefe Tiefs haben. Und die Anderen nicht.
Nichts könnte weiter weg sein von der Wahrheit.
[Danke Julia Mack-Amantidis für diesen Gedanken.]
Einige (viele?) Menschen können mit der Fülle der Möglichkeiten nicht umgehen, die das 21. Jahrhundert bereithält. Sie können mit dem Überangebot an Angeboten und an materiellen Ressourcen nicht umgehen.
Sie haben nie gelernt, nein zu sagen. Sie wissen nicht, wann es genug ist. Sie machen sich keine Gedanken darüber, was es für negative Konsequenzen hat, wenn sie Ressourcen verschwenden.
Und daher treffen sie für sich schlechtere Entscheidungen, als wenn sie weniger Möglichkeiten gehabt hätten.
Ein Klassiker der amerikanischen Selbsthilfe-Literatur. Kann man lesen. Allerdings wird man nicht mehr viel finden, das man inzwischen nicht schon hundertmal gehört hat.
(mehr …)Herauszufinden, was das Eigene ist (der eigene Weg, die eigene Strategie, die eigenen Produktivitäts-Hacks), ist anstrengend.
Da wäre es doch viel leichter, einfach Stephen Kings Bleistift zu verwenden.
Nur: Stephen King führt dich in die Irre. Das Eigene führt dich zum Erfolg.
Wenn man eine kleine Ente erwartet, ist ein Schwan-Küken sehr schiach.
Aber an sich ist ein Schwanenbaby ein sehr schönes Tier.
Es ist schon erstaunlich, dass Josef Kirschner 1980 zu diesem Thema geschrieben hat und damit die Minimalismus-Bewegung vorweg genommen hat. Er muss damals als ein ziemlicher Spinner gesehen worden sein.
(mehr …)Wenn du am Ende deines Lebens Bilanz ziehst und zurückschaust, dann wird es völlig egal sein, ob du dieses Todo heute erledigt hast oder morgen oder gar nicht. Es wird wurscht sein, ob du dieses Projekt angegangen bist oder jenes oder keines davon. Es wird dich nicht interessieren, wie gut oder schlecht dein Umsatz im Februar 2024 war.
Was an diesem Tag für dich zählen wird, ist nicht was du getan hast, sondern wie du es getan hast. Mit welcher Intention du an die Dinge herangegangen bist, die du gemacht hast. Aus welchen Gründen du deine Entscheidungen getroffen hast. Wie du mit den Menschen, die dich auf deinem Lebensweg begleitet haben, umgegangen bist.
Es wird zählen, wie du deine Ideale, deine Werte und deine Fähigkeiten in deinem Leben zum Ausdruck gebracht hast. Nicht im Detail, denn Details sind irrelevant. Sondern im großen Bogen, der sich von deinem ersten Atemzug bis zu deinem letzten spannt.
Auf diesen Bogen wirst du zurückschauen. Und dieser Bogen wird aus Wie-Bausteinen, nicht aus Was-Bausteinen gebaut.
Vergiss das nicht, Günter.
Ein Freund hat mir unlängst von einem achtjährigen Mädchen erzählt. Auf die Frage, wer ihr größtes Vorbild sei, hat sie geantwortet:
Ich bin mir selbst genug. Ich bin mein eigenes Vorbild.
Mit diesem Zugang hat sie die besten Voraussetzungen, später mal erfolgreich selbständig zu werden.
Scott Galloway sagt: In hundert Jahren werden alle Menschen, die mir heute lieb und teuer sind, tot sein, und niemand wird sich an meine Erfolge und meine Fehler erinnern.
Das ist traurig, und gleichzeitig ist es befreiend.
Ein kurzes Büchlein, sehr poetisch, sehr dicht gefüllt mit Gedanken, die zum Weiterdenken einladen.
(mehr …)Wenn wir Glück haben, begegnen uns auf unserem Abenteuer Selbständigkeit immer wieder Menschen, die uns helfen wollen. Und manchmal sind da auch Menschen dabei, die uns echt großzügige Angebote unterbreiten – einfach, weil sie gute Menschen sind und uns mögen.
Und dennoch ist bei jedem Geschenk, ob groß oder klein, Vorsicht geboten. Geschenke verpflichten, auch wenn das vom Schenkenden gar nicht intendiert ist. (Lewis Hyde hat mir zu diesem Thema viel beigebracht.)
Großzügige Angebote sind ein Geschenk des Himmels. Und trotzdem müssen wir uns auch bei solchen Angeboten fragen: Passt das für mich? Welche Kosten handle ich mir ein, wenn ich das Angebot annehme? Tue ich mir damit wirklich einen Gefallen?
Es kommt nicht darauf an, ob ein Geschenk groß oder klein ist. Entscheidend ist, ob es passt oder nicht. Und wenn es nicht passt, dann dürfen (ja müssen!) wir auch ein großzügiges Angebot ablehnen.
Ingeborg Kuca schreibt in ihrem schlauen Buch Stille Stärken – Introvertiert & beruflich erfolgreich:
Es geht nicht um ,ich bin’, sondern es geht darum, wie ich mich verhalte. Wir verhalten uns in verschiedenen Situationen ganz unterschiedlich
Ingeborg Kuca: Stille Stärken – Introvertiert & beruflich erfolgreich, S. 27
Wir versehen uns gerne mit Labels, und anhand dieser Labels erklären wir, warum wir so sind, wie wir sind und warum wir tun, was wir tun.
Wenn wir aber erkennen, dass wir mehr sind als die Labels, die wir uns selbst geben und erkennen, dass wir über ein breites Verhaltensrepertoire verfügen, dann eröffnen sich uns Handlungsspielräume. Und diese Handlungsspielräume geben uns die Macht, größer zu sein als die selbst auferlegten Labels.
Sagt der Soziologe Hartmut Rosa.
Wir kaufen immer mehr Dinge, ohne sie zu konsumieren.
Beispiel: Ich kaufe ein Buch, lese es aber nicht. Ich kaufe das Potenzial des Buches ein, ohne das Potenzial tatsächlich zu nutzen. Der Konsum, also das Lesen des Buches, ist nämlich sehr zeitintensiv. Daher macht es mir viel mehr Spaß, ein neues Buch zu kaufen als ein bereits gekauftes zu konsumieren.
Und das betrifft ganz viele Dinge. Ich kaufe ganz viel Potenzial ein, “auf Vorrat”. Aber dieses Potenzial bleibt zum großen Teil ungenutzt.
Dieses Potenzial “auf Vorrat” empfinde ich aber nicht als ermächtigend, sondern im Gegenteil: Es blockiert mich. Das viele Potenzial, das ich mir nie erschließe, erdrückt mich, lähmt mich, macht meinen gedanklichen Rucksack schwerer.
Ungenutztes Potenzial ist nicht nur kein Gewinn, sondern ein Netto-Verlust.
Vertrauen ist der Grundbaustein unseres Gesellschaft- und Wirtschaftssystems. Wir vertrauen darauf (ja, wir müssen darauf vertrauen), dass in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft jeder seine Arbeit macht. Und dass er sie gut macht.
Wir müssen darauf vertrauen, dass der Arzt, den wir aufsuchen, weiß, was er tut. Dass die Steuerberaterin, die wir konsultieren, sich tatsächlich länger als eine Minute Gedanken über unseren Fall gemacht hat. Dass die Marketing-Beraterin nicht nur unser Geld nimmt, sondern wir aus ihrer Beratung mehr herausbekommen, als wir bezahlen.
Ohne Vertrauen geht nichts, und gleichzeitig ist es ziemlich leicht, Vertrauen zu verspielen. Das ist ein Grundproblem in der Online-Business-Consulting-Welt. Schlecht qualifizierte Akteure spielen mit dem Vertrauen ihrer Kund*innen, enttäuschen es und machen damit den Markt kaputt. Denn ein gebranntes Kind wird sich zweimal überlegen, nochmals die. Dienste eines Online-Coaches in Anspruch zu nehmen, und wenn der noch so gut und ehrlich und hilfreich ist.
Wenn wir kein Vertrauen haben, dann werden wir nicht um Hilfe fragen. Warum sollte ich mir von jemandem helfen lassen wollen, dessen Kompetenz und/oder dessen Intention ich anzweifle?
Die Krux für uns Selbständige: Vertrauen beginnt zuerst mal bei uns selbst. Wie viel Vertrauen haben wir in unsere eigene Kompetenz? Wie viel Vertrauen haben wir in unsere Produkte und Angebote? Wie viel Vertrauen haben wir in unsere potenziellen Kund*innen und Partner*innen? Empfangen wir sie mit offenen Armen, oder sind wir selbst gebrannte Kinder?
Wenn das Grundvertrauen fehlt, wird alles schwierig, mühsam und anstrengend. Ein guter erster Schritt: Geh raus aus deinem Kopf. Sprich mit anderen Menschen. Hol dir das Vertrauen zurück, dass die meisten Menschen auf der Welt es grundsätzlich gut meinen.
Und mit dieser Brille schau dann wieder auf dein eigenes Angebot drauf. Gut möglich, dass du dann (wieder) spürst, dass du sehr wohl weißt, was du tust und dass deine Intention gut ist.
Und damit hast du den Samen gesetzt, um Vertrauen wachsen zu lassen.
Ich kann’s nicht.
Selbst, wenn mein Körper die Patschen streckt, will mein Kopf immer noch durch die Wand.
Ruhe geben. Meine Frau meint, ich muss es lernen.
Wahrscheinlich wäre es sogar das wichtigste Lernziel für 2024.
Ein spannendes Konzept: Das ganze Leben aufgeteilt auf 24 Stunden, also in 24 Lebensabschnitte, die alle ihre Einzigartigkeiten haben. Nicht unbedingt für Solopreneure geschrieben, aber ich habe es trotzdem so gelesen.
(mehr …)Niemand hat endlos Kraft. Niemand kann pausenlos arbeiten. Niemand ist unbesiegbar.
Außer natürlich ich.
Das ist die Hybris, der wir Solopreneure immer wieder zum Opfer fallen: Wir glauben, wir sind unsterblich.
Und wenn ich dann plötzlich mit meiner Menschlichkeit konfrontiert werde und drauf komme: Hey, ich habe doch nicht endlos Kraft! Ich glaube, ich brauche eine Pause…
Dann bin ich völlig von den Socken und jammere: Das ist sooo unfair! Ich habe gerade sooo viel vor! Das passt mir grad überhaupt nicht rein!
Dem Leben sind meine Pläne natürlich vollkommen wurscht. Und je mehr ich mich wehre, desto schlimmer wird es für mich.
Es ist nicht unfair, sondern die ultimative Fairness: Wir sind alle nur Menschen.