Tag#Lehren&Lernen

Wissen teilen

W

Ich erlebe es immer und immer wieder bei mir: Es fühlt sich gut an, mein Wissen mit anderen Menschen zu teilen. So gut!

Ich freue mich, wenn andere Menschen etwas, das ich sage, schreibe oder tue her nehmen und für sich selbst verwenden. Wenn sie etwas, das ich geben kann, für sich aufgreifen, weiterentwickeln und dann wieder an den*die Nächste*n weitergeben. Was für ein wunderschöner Kreislauf von Lernen und Lehren, der da entsteht!

Großzügig mit Wissen und Erfahrung umzugehen, ist in sich selbst schon die größte Belohnung.

Podcasts mit James Carse 🎙

P

Meine Sammlung von Notizen aus verschiedenen Podcasts im Zeitraum 2018-2020, in denen James Carse interviewt wurde – auch und vor allem zu seinem Klassiker “Finite and Infinite Games”. James Carse starb am 25. September 2020.

(mehr …)

Blindflug

B

Manchmal, wenn wir etwas Neues ausprobieren, ist es, als wären wir im Blindflug unterwegs. Wir haben zunächst keine Anhaltspunkte, die uns sagen würden, ob wir in die richtige Richtung unterwegs sind oder nicht.

Diese Orientierungslosigkeit ist sehr unangenehm. Wir halten Ambiguitäten, Unklarheiten und Unsicherheiten nur sehr, sehr schwer aus. Es ist nur zu verständlich, dass wir so schnell wie möglich wieder auf sicheres Terrain zurück möchten.

Das wirklich wertvolle Neue kann aber nur dann entstehen, wenn wir diesen Bildflug aushalten. Wenn wir für eine bestimmte Zeit die Kontrolle abgeben und schauen, was passiert. Das ist schwierig. Das ist unangenehm. Aber wenn es einfach wäre, würden es ja alle tun.

Gefährdet

G

„Gefährdet” sind nicht so sehr die komplett Unwissenden unter den Gründer*innen. Denen ist klar, dass sie Defizite in wirtschaftlichem Denken, in Marketing und Verkauf haben. Die sind meistens sehr gerne bereit, an ihrem Unwissen zu arbeiten und wissen, dass sie noch einen weiten Weg vor sich haben.

Gefährdet sind vielmehr die Halbwissenden. Zum Beispiel die BWL-Student*innen, die glauben, dass sie aus ihrem Studium eh alles Wichtige mitbekommen haben und dass ihnen keiner mehr was erzählen braucht. Die gehen dann schlampig und mit viel Arroganz an die Sache heran.

Oft ist es besser, zu wissen, dass man nichts weiß, als sein Halbwissen für der Weisheit letzten Schluss zu halten. (Gilt übrigens nicht nur für Gründer*innen. Eh klar.)

Schlechte Erfahrungen

S

Das wirklich Schlechte an schlechten Erfahrungen ist allein, wenn man nichts daraus lernt.

Wenn man aus dem ersten Mal nichts lernt, dann stehen die Chancen gut, dass es auch ein zweites Mal passiert.

[Danke Dan Sullivan für die Inspiration.]

Gitarre spielen

G

Ich habe nie gelernt, Gitarre zu spielen. Ich kann Keyboard spielen, leidlich gut, aber Gitarre… leider nicht.

Und so passiert es immer wieder, dass ich jemanden sehe, der/die voll Hingabe Gitarre spielt und ich mir denke: “Ach, Gitarre spielen… das hätte ich auch gerne gelernt. Schade, dass ich es nicht kann. Aber immerhin… ich kann ja Keyboard spielen. Auch nicht schlecht.”

Es stimmt schon: Wir dürfen durchaus dankbar sein für das, was wir an Kompetenzen bisher im Leben gesammelt haben. Aber warum hier stehen bleiben? Warum nicht auch Gitarre spielen lernen? Etwa, weil es dafür zu spät wäre?

Anerkennung

A

Wir alle stehen auf den Schultern von Riesen. Was wir denken, sagen und tun haben wir von Menschen gelernt, die uns auf besondere Weise beeinflusst haben.

Unseren besten Lehrern, unseren Förderern und Mentoren haben wir viel zu verdanken. Sie haben geholfen, uns dahin zu bringen, wo wir heute stehen.

Von diesen besonderen Lehrern ein Wort der Anerkennung und des Lobes zu bekommen, bedeutet uns wahrscheinlich gerade deswegen so besonders viel, weil wir eigentlich tief in ihrer Schuld stehen.

Die beste Art, wie wir uns bei unseren Lehrern bedanken können, ist, dass wir sie eines Tages übertreffen und noch besser werden als sie – und dass wir unsere Fähigkeiten dann wiederum an junge wissbegierige Schülerinnen und Schüler weitergeben, bis diese uns übertreffen.

Instruktor und Facilitator

I

Ein Instruktor ist jemand, der Wissen hat und es an andere weitergibt. Eine Instrukturin bemüht sich, das, was sie weiß, bestmöglich zu erklären, um Aha-Momente bei seinen Schülerinnen und Schülern auszulösen.

Ein Facilitator ist jemand, der davon überzeugt ist, dass alles notwendige Wissen schon bei seinen Schülerinnen und Schülern vorhanden ist. Ihr geht es vor allem darum, die Stolpersteine und Blockaden aus dem Weg räumen zu helfen, die verhindern, dass ihre Schülerinnen und Schüler ihre besten Leistungen abrufen können.

Als Lehrer:in bist du immer beides, Instruktor und Facilitator. Aber du bist nicht immer beides zu gleichen Teilen: Mal bist du vor allem Instruktor, mal bist du vor allem Facilitator.

Wähle weise, in welchem Format du welche Rolle einnehmen willst – und dann bleib dabei!

Sokrates

S

In die größten Katastrophen als Unternehmer schlittern wir nicht aus völligem Unwissen, sondern weil wir glauben, wir machen eh alles richtig.

Wir glauben zu wissen, was wir tun. Dabei verstehen wir Dinge falsch, kürzen Prozesse eigenmächtig ab, gehen unhinterfragt von falschen Annahmen aus, glauben, es auch irgendwie mit weniger Anstrengung zu schaffen.

“Ich weiß, dass ich nichts weiß”, sagte Sokrates. Weißt du das auch?

Verstanden werden

V

Nur, weil jemand (d)einen Gedanken nicht versteht, muss er nicht falsch gewesen sein. „Richtig” und „falsch” sind überhaupt wenig hilfreiche Kategorien in diesem Zusammenhang.

In vielen, vielen Fällen gibt es gar kein „richtig” oder „falsch”, sondern nur verschiedene mehr oder weniger plausible Interpretationen einer Situation.

Auch, wenn deine Interpretation nicht verstanden wird oder eine andere Interpretation attraktiver ist (aus welchem Grund auch immer), hast du dennoch den Mut gehabt, deinen Gedanken auszudrücken.

Das ist an sich schon wertvoll, weil du damit zur Konversation beigetragen hast.