Tag#LifestyleBusiness

Erste Bälle

E

Im Fußball gibt es den Begriff „erste Bälle“.

“Erste Bälle” beziehen sich auf die Situationen, bei denen ein Ball zum ersten Mal nach einer Unterbrechung (einem Einwurf, einem Freistoß, einem Eckball oder einer längeren Flugphase) im Spiel berührt wird. Es geht also um den ersten Kontakt mit dem Ball nach einer Spielsituation, die eine Neuorientierung oder einen Neuaufbau des Spiels erfordert.

Eine Mannschaft, die gut ist bei den “ersten Bällen” gewinnt mehr Zweikämpfe und wird im Endeffekt gefährlicher im Angriff sein.

“Erste Bälle” gibt’s nicht nur im Fußball, eh klar.

Wie gut bist du bei den “ersten Bällen” in deinem Lifestyle Business?

Gemeinsam nachdenken

G

Unlängst war ich bei der Entrepeneurship Night der Uni Wien. Dort wurde viel über Startups und Gründergeist gesprochen, über Gründerteams und Pre-Seed-Finanzierung und so weiter.

Leider waren Solopreneure an diesem Abend kein Thema. Wieder einmal kein Thema, müsste man genauer sagen. Ich verstehe nicht warum, aber wenn Hochschulen über “Gründung” sprechen, dann meinen sie immer Startups. Und wenn Studierende zu diesen Veranstaltungen gehen, dann lernen sie, dass Gründung immer “Gründung eines Startups” bedeuten muss.

Der Weg des Solopreneurs, die Alternative zur Risiko-Gründung, kommt nicht vor, und deswegen kann dieses Bild auch nicht in den Köpfen der Studierenden entstehen. Das finde ich ewig schade.

Und dennoch habe ich von diesem Abend einen Satz mitgenommen, der für angehende Solopreneure fast noch mehr gilt als für Startup-Gründer:innen:

Wenn man darüber nachdenkt, ob man gründen soll, dann sollte man das nie alleine tun.

Edeltraud Stiftinger, Geschäftsführerin aws – Austria Wirtschaftsservice

Gemeinsam nachdenken – das bringt’s echt!

Nicht einmal geschenkt

N

Unlängst, auf LinkedIn:

Jemand postet ein echt gutes Angebot: Die ersten 5 Personen, die diesen Beitrag kommentieren bekommen einen kostenlosen Platz bei meinem Workshop in Linz!

Er bekommt dafür… null Kommentare. Keinen einzigen.

Niemandem ist dieser Gratis-Platz beim Workshop auch nur die Mühe eines Kommentars wert. Ein Ein-Wort-Kommentar hätte wohl gereicht, aber nicht einmal das ist gekommen.

Das muss unglaublich frustrierend sein. Es ist schwer, in solchen Momenten nicht an seinem Angebot und letztendendes an sich selbst zu zweifeln.

Und doch: Es geht uns allen gleich. Das Spiel der attention economy auf den Social-Media-Plattformen ist beinhart. Wir müssen viel Ablehnung einstecken, um den gelegentlichen Erfolg zu feiern.

Kein Wunder, dass immer mehr Solopreneure sagen: Ich mag das Social-Media-Spiel nicht mehr spielen. Nicht einmal geschenkt.

Bücherflohmarkt

B

Unlängst war ein Bücherflohmarkt in der Volksschule meines Sohnes.

Jedes Kind hatte dabei die Möglichkeit, Bücher, die es nicht mehr brauchte oder wollte, zu verkaufen. Eine Stunde lang dauerte der Spaß, und jedes Kind betreute seinen eigenen kleinen Verkaufsstand. Auch die Eltern waren eingeladen zu kaufen.

Ich finde diese Aktion super. Nicht nur, weil man da echte Schnäppchen bekommt, sondern weil die Kinder spielerisch lernen, mit Verkaufssituationen umzugehen. Mit der Freude, wenn man was verkauft und mit dem Frust, wenn man nichts verkauft. Sie lernen, was bei Kindern und Erwachsenen gut ankommt und was nicht. Sie beginnen, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie ein “Markt” funktioniert – im wahrsten Sinn des Wortes.

Man kann sich vorstellen: Es gab dort eine Menge Bücher zu kaufen. Überwältigend viele. Es ist gar nicht so leicht, in dieser Fülle etwas zu finden, paradoxerweise.

Ich habe tatsächlich bei einem Kind was gekauft. Warum bei diesem Kind und nicht bei all den anderen?

  • Ich habe das Kind vorher schon gekannt.
  • Sie hat mich sehr nett gefragt, ob ich was kaufen möchte.

Verkaufen funktioniert immer und überall gleich, und es ist im Grunde ziemlich simpel.

Kann jedes Kind.

Leistung muss sich lohnen!

L

Das ist die neue Aktion meiner gesetzlichen Interessensvertretung.

(Dass ich Pflichtmitglied bin bei einer Lobby-Organisation, die sich mit meinem Geld für etwas einsetzt, das meinen Interessen als Lifestyle Entrepreneur gar nicht entspricht – und nicht nur in diesem Fall –, darüber werde ich ein anderes Mal wettern.)

Ich hab schon mal gesagt, dass sich meine Einstellung zum Thema Leistung und Leistungsgesellschaft in den letzten Jahren gewandelt hat. Dank schlauer Bücher von Wolf Lotter und Evi Hartmann habe ich eingesehen: Wenn es keine Menschen gibt, die sich einsetzen und die mehr tun, als unbedingt notwendig wäre, werden wir die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht lösen können.

Deshalb kann ich dem Gedanken durchaus was abgewinnen, diese Menschen dafür zu belohnen, dass sie etwas beitragen wollen, dass sie etwas leisten wollen. Wir brauchen ja schließlich mehr von diesen Menschen!

Mein Problem mit dieser Initiative: Leistung wird (wieder einmal) gleichgesetzt mit Einkommen. Oder, präziser formuliert: Die Leistung einer Person wird anhand seines Einkommens beurteilt. Und daher sind die Forderungen der WKO auch:

  • Steuersätze reduzieren
  • Steuerfreibetrag für Vollzeitarbeit einführen
  • Lohnnebenkosten radikal senken

Das alles hat bestenfalls mit einem Teilaspekt von Leistung zu tun, und auch nur dann, wenn die Prämisse stimmen würde: Wer viel leistet, bekommt auch viel bezahlt.

Aber das stimmt entweder nicht (Stichwort: Care-Arbeit) oder ignoriert die Tatsache, dass es genügend Menschen gibt, die viel Einkommen haben aber wenig gesellschaftlich Wünschenswertes leisten (Stichwort: Vorstand eines Glückspielkonzerns).

Ja, Leistung muss sich lohnen. Aber die Definition von Leistung müsste anders aussehen, und entsprechend anders müsste auch die Belohnung dafür aussehen.

Deshalb unterstütze ich diese Initiative “meiner” Interessensvertretung aus vollem Herzen – NICHT.

Abgetragen

A

Not all clothes have come to you to be worn threadbare. Sagt Marie Kondo.

Das gilt auch für Geschäftsideen.

Verhunzt

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Kleine Misserfolge stellen nicht die Richtigkeit deines Unternehmertraums in Frage.

Was macht es dem Ozean, wenn irgendwo ein Hund hineinpinkelt?

Wandergruppe

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Auch wenn du ein Solo-Business hast: Dein Weg ist kein Solo-Projekt. Andere Menschen gehen ihn mit dir.

Lass sie nicht zurück!

Immer wieder einladen

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Was machst du, wenn du deinen Arbeitskollegen schon dreimal eingeladen hast, dich mal daheim zu besuchen oder zu einem Abendessen vorbeizukommen – und dein Arbeitskollege ist dieser Einladung bei keinem Mal gefolgt. Immer ist irgendwas dazwischen gekommen, nie hat es gepasst.

Wirst du ihn noch ein viertes Mal einladen? Oder sagst du dir: Jetzt habe ich ihn eh schon dreimal eingeladen, jetzt ist er dran. Er soll sich selber melden, wenn’s ihm irgendwann mal passt. Oder sonst soll er es halt bleiben lassen.

Früher oder später geben wir das Einladen auf. Wir wollen ihm ja nicht auf die Nerven gehen. Und wir sind uns zu schade dafür, immer wieder eine Abfuhr zu bekommen.

Genau hier liegt einer der schwierigsten Herausforderungen, wenn wir uns selbständig machen.

In der Selbständigkeit sind wir nämlich aufgefordert, unsere potenziellen Kund*innen immer und immer und immer wieder einzuladen, mit uns zusammenzuarbeiten. Nicht dreimal, nicht dreißigmal, sondern dreihundertmal.

Wir müssen lernen, die Ablehnungen und dem Nicht-Folgen unserer Einladungen nicht persönlich zu nehmen, sondern darauf zu vertrauen, dass es irgendwann schon passen wird.

Und bis es soweit ist, sprechen wir unsere Einladungen aus. Immer und immer und immer wieder.

Günter kocht (2)

G

Das Personal Project “Günter kocht” hat eine hidden agenda.

Ja, es geht natürlich darum, dass ich kochen lerne. Dass ich mir und meiner Familie ein gutes Essen kochen kann, ohne dass das zu einem Riesentamtam für mich wird.

Darüber hinaus geht es aber noch um zwei weitere wichtige Punkte:

  1. Ich will meine Inkompetenz normalisieren.
  2. Ich will üben, mutig zu sein, indem ich Dinge ausprobiere, die ich noch nie gemacht habe.

All das in der Sicherheit meiner eigenen Küche. Niemand schaut mir zu.

Und trotzdem bewegt sich was in mir… in die richtige Richtung.

Fehlende Klarheit

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Es ist relativ selten, dass man Menschen trifft, die klar sind in ihrer Kommunikation. Das betrifft natürlich auch Lifestyle Entrepreneure.

Der Regelfall ist Unklarheit. Das sieht man z.B. auf vielen Websites. Oder in Produktbeschreibungen. Oder an den Auftritten in den Social Media.

Warum ist das so?

  • Klarheit entsteht nicht einfach so, sondern Klarheit muss man sich erarbeiten. Sie fällt einem nicht zu, sondern der Weg zur Klarheit ist anstrengend.
  • Klarheit braucht Entscheidungen. Wer notwendige Entscheidungen vor sich her schiebt, kann nicht klar sein.
  • Klarheit braucht Mut. Nämlich den Mut, diese Klarheit gegen Widerstände zu verteidigen – nicht zuletzt gegen Widerstände aus dem engsten Umfeld.

Wer aber über Klarheit verfügt, besitzt damit eines der wertvollsten assets, die man im Business überhaupt nur haben kann.

Denn: Klarheit ist wahnsinnig attraktiv!

Die neue Mitbewerberin

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Jössasna, jetzt hast du schon wieder eine neue Mitbewerberin entdeckt!

Plötzlich war sie da, wie aus dem Nichts. Du bist zufällig im Internet auf sie gestoßen. Und sie bietet genau das an, was du auch anbietest. Oder behauptet das zumindest. Auf jeden Fall könnte sie dir Kunden wegnehmen – und das ist nicht gut.

Wie reagierst du? Zunächst mit Panik. Mit einer Mischung aus Ärger und Verzweiflung. Warum muss das Business nur so hart und ungerecht sein?

Dann versuchst du, so viel wie möglich über die neue Mitbewerberin herauszufinden. Du suchst und recherchierst. Und schließlich findest ihre Schwachpunkte, denn die hat jede*r. Und diese Schwachpunkte studierst du so lange, bis es dir wieder besser geht und du denkst: Alles wieder gut, die ist eh nicht so toll. Keine Gefahr.

So weit, so vorhersehbar. Aber was geschieht jetzt? Reicht es dir, deine neue Mitbewerberin abzuwerten und ziehst dann gedanklich weiter?

Oder wärst du bereit, für einen Moment aus dem Gefühl des Mangels in ein Gefühl der Fülle zu gehen? Wärst du bereit, dir zehn Minuten zu nehmen und dich zu fragen: Was kann ich von meiner neuen Mitbewerberin lernen? Welche Chance tut sich da gerade auf, um etwas in meinem eigenen Business besser zu machen, das ich vorher gar nicht gesehen habe? Welches Geschenk habe ich da heute bekommen?

Es liegt an dir zu entscheiden, ob die neue Mibewerberin ein Fluch oder ein Segen für dein Business ist.

Drama im Kopf

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Marketing-Aktivitäten fühlen sich für viele Solopreneure anstrengend an. Aber nicht, weil die Arbeit an sich so mühsam wäre.

Anstrengend macht Marketing das Drama, das wir uns im Kopf zu unserem Marketing dazu-phantasieren. Die Reaktionen, die wir damit auslösen könnten. Die Reaktionen, die vollkommen ausbleiben könnten. Die Kritik und die Ablehnung, die wir uns einhandeln könnten.

Versuche, beim Marketing das eingebildete Drama wegzulassen oder zumindest für eine Zeit auf die Seite zu stellen.

Es wird dir leichter fallen.

Chef auf Urlaub

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Gestern habe ich meinen Chef in den Urlaub geschickt.

In letzter Zeit ist er mir schon auf die Nerven gegangen mit seinen ständigen neuen Ideen. Immer kriegt er irgendwo irgendwelche Inspirationen daher, und dann will er immer, dass alles sofort und gleichzeitig umgesetzt wird. Weil andere es auch so machen. Weil andere genau das Gegenteil machen. Weil

Ich habe auch genug gehabt von seinen ständigen Zweifeln. Sollen wir lieber so tun oder doch besser so? Zeitweise ist er herumgelaufen wie ein kopfloses Huhn und hat alle mit seinem selbstgemachten Stress angesteckt. Er war überhaupt keine Hilfe mehr in letzter Zeit.

Also habe ich, der Mitarbeiter in mir, mit dem Chef in mir ein ernstes Gespräch geführt und gesagt: Chef, geh bitte in den Urlaub. Du machst mich ganz wurlert in letzter Zeit. Mach doch bitte mal zwei Wochen Pause. Lass mich mal in Ruhe arbeiten an den Projekten, die wir uns vorgenommen haben. Lass mich einfach mal machen, ohne dass du dich ständig einmischt. Zwei Wochen, mehr verlange ich gar nicht. Wirst sehen, das wird dir gut tun. Und mir auch.

Gott sei Dank hat’s der Chef in mir eingesehen. Jetzt ist er also weg. Und der Mitarbeiter in mir kann endlich in Ruhe arbeiten. Hallelujah!

Vorauskasse

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Wenn es dir nur irgendwie möglich ist, dann verlange Vorauskasse für deine Leistungen. Und zwar konsequent. Mach keine Ausnahmen!

Du ersparst dir ganz viel Kopfweh im Nachhinein, wenn die Bezahlung schon erledigt ist. Es gibt nicht viel was Mühsameres in einem Lifestyle Business, als nicht bezahlten Rechnungen nachzuwassern.

Ja, es kann schon sein, dass vereinzelt jemand damit nicht einverstanden ist und du diesen Auftrag deshalb nicht bekommst. Aber ich verrate dir ein Geheimnis: Das sind genau die Typen, denen du hättest nachwassern müssen, wenn du den Auftrag bekommen hättest. Und solche Kunden willst du gar nicht haben. Denn: Nicht jeder Kunde ist auch ein guter Kunde.

Vorauskasse for the win!

Designsünden

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Manchmal sehe ich ein Buch-Cover oder ein Website-Design oder ein Foto und denke mir: Sag, sieht denn der nicht, dass das ur schiach ist?

Es stimmt schon: Geschmäcker sind verschieden. Und dennoch glaube ich, dass es bestimmte universelle Design-Regeln gibt, die weitgehend unstrittig sind. Wer dagegen verstößt, produziert schiache Sachen.

Das Tragische dabei: Wahrscheinlich sieht es derjenige wirklich nicht. Die meisten von uns sind ja keine Profi-Designer. Und so haben wir unsere blinden Flecken, die uns beim besten Willen nicht auffallen.

Was aber auch sein kann: Derjenige sieht sehr wohl, dass es schiach ist, hat aber nicht die Fähigkeiten oder das Know-How, um es schöner zu machen. Er muss mit der Designsünde leben, weil er es nicht besser zusammenbringt.

Das ist sogar noch tragischer. Weil so jemandem könnte von einem echten Experten rasch und unkompliziert geholfen werden.

Bellezza

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Das italienische Wort für Schönheit.

Salvatore, ein Jugend-Coach aus Italien, sagt, er legt Wert darauf, dass in seiner Arbeit mit den Jugendlichen bellezza wirkt. Dass etwas Schönes herauskommt. Schönheit des Resultats, aber auch Schönheit im Arbeiten selbst, im Prozess. 

Bellezza kann es in jedem Bereich des Lebens geben.

Was, wenn wir bellezza öfter mal zum Ideal unserer Arbeit machen würden?