Tag#Marketing

Leise Kunden

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Wir lieben sie: Jene Kunden, mit denen es einfach Spaß macht zu arbeiten. Die unkompliziert sind, die keinen Stress machen, die immer gut drauf sind und die pünktlich zahlen.

Und dann sind da jene Kunden, die ganz viel unserer Aufmerksamkeit brauchen. Die laut sind, bei denen immer alles dringend ist und die auch spätabends oder am Wochenende eine Antwort erwarten.

Nun die Königsfrage: Mit welchen Kunden verbringst du mehr Zeit, mit den leisen oder den lauten? Mit wem telefonierst du öfter? Wem schreibst du öfter ein eMail? Mit wem triffst du dich öfter?

Sollten es die lauten Kunden sein, läuft in deinem Business etwas gewaltig schief.

Es könnte nämlich sein, dass sich mit der Zeit die Lieblingskunden heimlich, still und leise von dir verabschieden – und zwar ohne, dass du es merkst. Weil du dir nie die Mühe gemacht hast, mit ihnen in Kontakt zu bleiben, auch wenn es gerade nicht brennt.

Weil du dir nicht die Zeit genommen hast, ihnen rechtzeitig jene Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zu zeigen, die sie eigentlich verdient hätten.

Das Fiaker-Prinzip

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Die Fiaker in Wien bestreiten es heftig, aber es geht folgendes Gerücht:

Die Fiaker hatten keine festen Preise für ihre Fahrgäste, sondern trafen die Preisentscheidung ganz spontan. Kam ein Fahrgast auf sie zu, der vornehm gekleidet war, so war der Fahrpreis entsprechend hoch. Ließ das Äußere den Fahrgast weniger vermögend erscheinen, wurde der Fahrtpreis entweder gesenkt (wenn gerade Flaute herrschte), oder der Preis wurde im Gegenteil noch viel höher festgesetzt, weil der Fiaker mit einem armen Schlucker seine Zeit nicht verschwenden und lieber auf einen reicheren Fahrgast warten wollte.

Fair ist dieses Prinzip natürlich nicht, aber man kann den Fiakern nicht absprechen, dass sie verstanden haben, dass jeder Preis auch einen Steuerungseffekt bei unseren Kunden hat.

Positionierung

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“Ich bin ein Damenfriseur. Keine Herren, keine Kinder, nicht gemischt”, sagte unlängst eine Gründerin zu mir.

So geht Positionierung.

Das schönste Logo

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Ich beobachte immer wieder, wie viel Zeit Gründer*innen auf ein Logo für ihr Business verwenden. Ein Logo steht sehr häufig ganz oben auf der To-Do-List einer Gründung.

Es ist ja auch verständlich: Das Logo macht das neue Business zum ersten Mal sichtbar. Die Gründungsidee bekommt ein Gesicht, ein Bild, wird plastisch und farbig. Das ist für viele Gründer*innen ein erhebendes Gefühl.

Es ist aber auch klar, dass für die Kund*innen kaum etwas unwichtiger ist als ein Logo. Kein einziger Kunde kauft jemals wegen des Logos – und wenn es noch so schön ist.

Deshalb hat sich eine Gründer*in von mir, die demnächst einen Friseursalon eröffnet, entschieden, kein Logo zu haben. Sie hat das so ausgedrückt: “Das Logo ist die Kundin selbst.”

Ich finde das wunderbar. Weil: Es gibt wohl kein schöneres Logo auf der Welt als das Lächeln zufriedener Kund*innen.

Engagement

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Engagement ist keine Selbstverständlichkeit und kein Zufall.

Es gibt verschiedene Werkzeuge, Engagement wahrscheinlicher zu machen.

Diese Werkzeuge haben ihre Grenzen, aber wer das Mögliche nicht tut, braucht sich nicht zu wundern, wenn kein Engagement zustande kommt.

Oder wenn sich nur die üblichen drei Verdächtigen melden.

Zufallskunden

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Natürlich nehmen wir Kunden, die uns zufällig finden, gerne mit.

Aber wenn der Zufall die Basis der Vertriebsstrategie ist, dann hast du keine Strategie.

Dann lebt dein Unternehmen vom “Prinzip Hoffnung”.

Bei mir kriegst du mehr!

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Wenn wir für unsere Kunden ein tolles Angebot schnüren wollen, dann denken wir meist: Okay, was kann ich in mein Angebot noch alles reinpacken, damit meine Kunden sehen, wie wertvoll mein Angebot ist?

Aber: Unsere Kunden wollen nicht unbedingt mehr. Sie wollen besser. Also sollte unsere Frage lauten: Wie kann ich für meine Kunden mein Angebot noch besser und noch besser und noch besser machen?

Weniger ist mehr. Weniger, aber besser.

Ein neues Thema

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Wenn wir innovativ sind und ein neues Thema, eine neuartige Methode oder ein noch nie da gewesenes Angebot auf einem Markt bekannt machen wollen, dann stehen wir vor einer großen Herausforderung: Wir müssen unser Thema zuerst mal erklären.

Bevor unsere Kunden kaufen können, müssen sie zuerst verstehen. Wir müssen also wie ein Lehrer unsere Kunden zuerst informieren, worum es bei unserem neuen Thema geht. Wir müssen ihnen erklären, was sie von unserer neuartigen Methode haben. Sie müssen verstehen, warum dieses noch nie da gewesene Angebot genau das ist, was sie immer schon gesucht haben.

Diese “Lehrtätigkeit” ist wahrlich keine einfache Aufgabe. Sie verlangt Überzeugung, Geduld und Durchhaltevermögen.

Umso wichtiger ist es, dass wir uns diese Aufgabe nicht schwerer machen als notwendig. Bedeutet: Dass wir unseren Kunden die Lernaufgabe nicht schwerer machen als nötig.

Beispiel: Wenn wir in Österreich ein neues Beratungsthema etablieren möchten, dann sollten wir es auf Deutsch erklären – nicht auf Englisch. Klar, viele Österreicher sprechen auch Englisch. Aber wer ein neues Thema in einer Fremdsprache erklärt, baut zwei Hürden auf: Neues Thema und fremde Sprache.

Eine Hürde zu überspringen ist schwer genug.

Vorbilder im Verkaufen

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Es lohnt, sich unter seinen Vorbildern als Lifestyle Entrepreneur auch einige zu suchen, die Meister*innen im Verkaufen sind.

Unternehmer, die gut und gern und viel verkaufen, verdienen unseren Respekt. Viel zu oft werten wir sie jedoch ab, nach dem Motto: Denen geht es ja nur um’s Geld!

Um’s Geld sollte es aber auch uns gehen. Nicht nur um’s Geld, versteht sich. Aber auch. Deshalb finde ich es eine gute Idee, sich von Meister-Verkäufer*innen etwas abzuschauen.

Weil: Ohne Umsatz kein Business. Ohne Moos nix los.

Kaffee trinken gehen

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„Meine Aufgabe in den nächsten Wochen wird es sein, mit den richtigen Leuten einen Kaffee trinken zu gehen“, sagte unlängst ein Gründer zu mir.

Und es stimmt: Mindestens so wichtig wie gute Arbeit zu leisten ist es, Beziehungen zu pflegen, damit diese gute Arbeit auch wirksam werden kann.

Kaffee trinken zu gehen ist eine Chef-Aufgabe.

Kundenbeschaffung

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Ein Gründer formulierte unlängst: “Meine größte Herausforderung ist die Kundenbeschaffung.”

Das stimmt, von der Sache her, natürlich hundertprozentig. Die richtigen Kunden zu finden ist die Herausforderung für die allermeisten Selbständigen, Freelancer und Lifestyle Entrepreneure.

Aber: Die Formulierung passt für mich nicht. Kunden lassen sich nicht “beschaffen”. Wir müssen sie für uns gewinnen. Wir müssen sie von uns überzeugen, weil wir sie besser verstehen als sie sich selbst. Wir müssen uns unseren Kunden mit Kompetenz, Freude und Demut nähern, die ansteckend sind.

Niemand kann uns Kunden beschaffen, aber wir haben es in der Hand, dass sie wie von selbst zu uns kommen.

Schwache Bindungen

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Interessanterweise sind es nicht die besten Freunde, sondern die weitschichtigeren und flüchtigeren Bekannten (weak ties, schwache Bindungen), die in der Selbständigkeit ausgesprochen wichtig sind.

Dein bester Freund wird immer auf deiner Seite sein, aber es wäre reiner Zufall, wenn dein bester Freund auch dein bester Kunde wäre.

Der Studienkollege hingegen, den du seit Jahren nicht mehr gesehen hast und jetzt bei dieser Firma arbeitet… Für genau den könnte dein Angebot interessant sein.

Alles, was du tun musst, ist deine schwachen Bindungen regelmäßig und in klaren Worten darüber zu informieren, was du in deiner Selbständigkeit eigentlich tust und wie du helfen kannst.

Und dann werden sich Möglichkeiten aus Richtungen ergeben, mit denen du nie gerechnet hättest.

Aktuell

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Wann hast du dir das letzte Mal deine Website angesehen?

Passen eigentlich die Angebote noch, die du präsentierst? Willst du die Versprechen, die du gibst, immer noch halten? Sagt deine “Über mich”-Seite das, was du einem Fremden über dich erzählen würdest, wenn du ihn heute zum ersten Mal triffst?

Deine Website ist deine Visitenkarte in World Wide Web. Sie hat regelmäßige Pflege und ein bisschen Liebe verdient.

Mississippi

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Stick with me baby, stick with me anyhow

Things should start to get interesting right about now

„Mississippi“ von Bob Dylan

Bob Dylan beschreibt damit auch sehr treffen all jene Blogger, Podcaster, Youtuber und sonstige Content Creator, die im Grunde nichts (mehr) zu sagen haben und trotzdem unsere Aufmerksamkeit stehlen wollen.

Und von denen gibt es gar nicht wenige.

Inszenierung

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Ich habe gestern eine der besten Pizzas meines Lebens gegessen.

Ich wäre in die Pizzeria aber fast nicht hineingegangen. Ich war nicht sicher, ob sie überhaupt geöffnet hatte, und das Interieur war eher aus- als einladend.

Es hilft nicht, nur ein gutes Produkt zu haben. Die Inszenierung ist mindestens genauso wichtig.

Beim Kaufen helfen

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Niemand lässt sich gerne was aufschwatzen. Niemand lässt sich gerne zu was überreden. Niemand möchte sich übervorteilt fühlen.

Deswegen sagen Menschen zu Angeboten instinktiv mal eher “nein”. Persuasion Resistance ist ein großes Hindernis beim Verkaufen.

Die Lösung, nach Zig Ziglar: Verkaufen anders framen, nämlich: Dem Kunden beim Kaufen helfen!

Josh Kaufman formuliert das so:

“Your job is not to sell the prospect a bill of goods: it’s to help them make an informed decision about what’s best for them.
You’re not pressuring them to give you their money; you’re helping to ensure they invest their resources wisely.”

Josh Kaufman, The Personal MBA, S. 135

Markteintrittspunkte

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Es braucht bestimmte Auslöser, damit Menschen auf einen Markt kommen. Damit sie sich nach Lösungen umschauen und kaufen wollen.

Ohne Problem, kein Markteintritt.

Die Markteintrittspunkte unserer Kunden können sehr unterschiedlich und individuell sein. Nicht immer sind sie transparent, nicht immer ist es so, wie es aussieht.

Es lohnt sich aber, möglichst viel über diese Markteintrittspunkte zu erfahren. Wer seine Kunden an genau diesen Punkten optimal ansprechen kann (z.B. durch Keyword-Optimierung auf genau die Fragen, die sie am Eintrittspunkt typischerweise in die Suchmaschine eintippen), der hat einen verlässlichen Zugang zu immer neuen Kunden.

Wackelpudding

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Derek Sivers sagt: Man kann sich die Welt vorstellen wie einen riesigen Wackelpudding an Gleichgültigkeit (“apathy”). Man braucht ein wirklich sehr scharfes Messer, um durch diesen Pudding zu schneiden.

Das bedeutet für uns Lifestyle Entrepreneure: Wir müssen wirklich auffallen und “memorable” sein, um gegen den den Wackelpudding der Gleichgültigkeit anzukommen.

Die Menschen sind nicht deswegen gleichgültig uns gegenüber, weil sie boshaft sind. Sie haben einfach sehr, sehr viel Anderes zu tun.

Auf den Punkt

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Wir verwechseln oft länger mit besser. Oder vollständig mit qualitätsvoll.

Dabei ist es oft die wertvollste Leistung überhaupt, wenn man Dinge auf den Punkt bringen kann.

Kurz, knapp, verständlich.

Sauer verdient

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Als Gründer*in musst du auf eine entscheidende, aber ernüchternde Frage eine Antwort finden:

Warum sollte jemand sein sauer verdientes Geld für dein Angebot ausgeben?

Wenn du – oder noch besser: deine Kunden – darauf eine überzeugende Antwort geben können, dann ist deine Unternehmung auf Erfolg ausgerichtet.