Grey Matters Podcast #45, 15. Juni 2020
(mehr …)Verkaufsgespräche sind wie Dates
Dates laufen dann gut, wenn beide Spaß daran haben. Wenn ein anregendes Spiel zwischen zwei gleichberechtigten Personen entsteht, das in guter Erinnerung bleibt, wenn man danach auseinandergeht.
Dates laufen dann schlecht, wenn einer der beiden verzweifelt und needy rüber kommt. Wenn die Interaktion nicht leichtfüßig ist, sondern verkrampft. Wenn einer “gewinnen” will.
Die besten Dates (Verkaufsgespräche) sind generell die, die man gar nicht braucht. Wenn man gar keinen Erfolg sucht, steigen die Erfolgsaussichten exorbitant.
Wer gar nicht auf Partnersuche ist, wird ausgesprochen attraktiv.
Und wer’s nötig hat, hat es nicht verdient.
Website: Wohnzimmer vs. Verkaufsraum
Die Website ist für die meisten Lifestyle Entrepreneure eine schwierige Baustelle: Was soll drauf stehen? Was nicht?
Eventuell kann es helfen, die Website in zwei Aufgabenbereiche zu teilen:
- Wohnzimmer: Wir laden auf unserer Website unsere Besucher*innen quasi in unser virtuelles Wohnzimmer ein. Sie sollen sich auf unserer Website willkommen und wohl fühlen, und sie sollen uns in Ruhe kennenlernen können. Kein Stress, keine unnötigen Ablenkungen, sondern freundliche Aufmerksamkeit.
- Verkaufsraum: Bestimmte Bereiche unserer Website sollen unsere Besucher*innen dazu einladen, unsere Angebote auszuprobieren und zu kaufen. Wir präsentieren unsere Angebote dort im besten Licht und vermitteln ehrlich und echt, warum und wie unsere Angebote unseren Besucher*innen helfen werden. Hier wollen wir überzeugen, denn hier wollen wir Umsatz machen.
Es lohnt sich mitunter, diese beiden Aufgaben sowohl gedanklich als auch räumlich auf der Website zu trennen.
Vielleicht kann diese Trennung sogar so weit gehen, zwei Websites zu bauen: Eine wohlige Wohnzimmer-Website und eine knackige Verkaufs-Website (Landingpage).
Zufallskunden (2)
Manchmal passiert es uns Lifestyle Entrepreneuren, dass Kund*innen zu uns kommen, wo wir nicht wirklich wissen, wieso sie uns gefunden haben.
Das ist gut, das ist schön – aber das ist auch gefährlich.
Zufallskund*innen wiegen uns nämlich in einer falschen Sicherheit. Sie machen uns glauben, dass unsere Positionierung eh passt, dass unser Marketing offensichtlich funktioniert, dass unsere Angebote überzeugend sein müssen.
Aber das stimmt nicht. Zufallskund*innen sind uns zugefallen trotz unserer Positionierung, unseres Marketings und unserer Angebote – nicht wegen.
Wenn du also überwiegend mit Zufallskund*innen arbeitest, sollte dir das ein Warnsignal sein.
Philipp Maderthaner: Warum fällt uns verkaufen so schwer? 🎙
Business Gladiators Unplugged #82, 6. Oktober 2021
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Content Inc Podcast #295, 22. Juli 2021
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People. Change. Strategy #098, 24. November 2021
(mehr …)Hilfsbereit
Meine Beobachtung: Die allermeisten Menschen sind hilfsbereit. Sie helfen gerne.
Das Problem ist jedoch, dass sie sich meistens nicht überlegen, was “Hilfe” in dem konkreten Fall überhaupt bedeutet.
Sie gehen nach folgender Heuristik vor: Was würde mir in so einem Fall helfen? Und wenn es mir hilft, dann wird es wohl auch jedem anderen helfen.
Stimmt halt leider nicht.
Bevor wir daher aus besten Absichten das tun, was wir selbst für hilfreich halten, sollten wir fragen:
Wie kann ich dir am besten helfen?
Oder: Was kann ich für dich tun?
Was Werbung will
Werbung will nicht verkaufen.
Werbung will interessieren, neugierig machen, ansprechen, bewegen.
Werbung will Veränderung bewirken.
Ein bisschen mutig
Was Werbe-Fachmann Mariusz Jan Demner immer wieder beobachtet:
„Sehr viele Unternehmen, sehr viele Marketingleute wollen zwar mutige Dinge und herausragende, aber in Wirklichkeit… Kaum sind sie ein bisschen herausragender als die Mitbewerber – was du meistens bist, indem du auffällst, und du fällst nicht mit Gemütlichkeit und Einschlafen auf – dann scheuen sie wieder ein bisschen zurück.“
Auch wir Lifestyle Entrepreneure haben allzu oft Angst vor unserer eigenen Courage.
Das Gewohnte
Die meisten Menschen wollen nichts Neues ausprobieren. Sie wollen das Gewohnte, das Bekannte, das Vertraute.
Sie wollen, dass ihr Lieblingsessen so schmeckt, wie es immer schmeckt. Sie wollen, dass ihr Lieblingslied so klingt, wie es immer klingt. Sie wollen keine Neuinterpretationen, keine Variationen, keine Veränderungen.
Daran sollten wir Lifestyle Entrepreneure immer denken, wenn wir versuchen, etwas Neues auf den Markt zu bringen. Denn: Die meisten Menschen wollen beim Alten bleiben – selbst wenn unsere Innovation viel besser wäre als das, was sie gewohnt sind.
Aus Wissen Handlungsanleitungen destillieren
Nur ganz wenige Menschen wollen deinen Blog-Artikel oder dein Buch lesen. Oder deinen Podcast hören. Oder dein Video anschauen.
Die meisten wollen nur wissen: Sag mir, was ich konkret tun soll.
Wissen zu konkreten Handlungsanweisungen zu verdichten, das ist die wirkliche Arbeit von Lehrer*innen und wirklich guten Content Creatoren. Das macht kaum wer.
Kaum wer sagt klipp und klar, was zu tun wäre. Die meisten eiern herum. Dabei würden so viele Menschen genau diese Handlungsanleitungen besonders nützlich finden.
geschenkt ist noch zu teuer
Es ist längst nicht mehr so, dass die Leute da draußen dankbar alles nehmen, was sie gratis von dir bekommen könnten.
Der Engpassfaktor ist heute vielfach nicht Geld, sondern Zeit. Das stimmt insbesondere für Info-Produkte wie Blogs, Podcasts, Newsletter, Kurse, Webinare und so weiter.
Viele wollen deine kostenlosen Produkte nicht mal geschenkt. Nicht, weil die Qualität schlecht wäre, sondern weil die Leute keine Zeit haben, deine Angebote zu konsumieren.
Und weil du ihnen nicht klar genug machen konntest, was sie davon hätten, wenn sie sich die Zeit nähmen.
Warum deinen Newsletter niemand liest
- Niemand kennt dich.
- Man kennt dich, aber keiner weiß, dass es deinen Newsletter gibt.
Gegen beides kannst du was machen. Mit Engagement, und mit Geld.
Positionierung (2)
Die richtige Positionierung am Markt zu finden, ist für viele Gründer*innen eine große Herausforderung.
Dabei ist es ganz einfach.
Ein Gründer hat es unlängst so auf den Punkt gebracht:
“Positionierung heißt, dass ich endlich weiß, was ich will.”
Verstellen
Manchmal glauben wir, dass wir uns verstellen oder Teile unserer Persönlichkeit verstecken müssen, um bei unseren potenziellen Kund*innen besser anzukommen. Um bestimmte Vorurteile nicht zu bedienen, um bestimmte Angriffsflächen nicht zu bieten.
Aber das ist ein Vorhaben, mit dem wir nie fertig würden. Wie viel von uns können wir denn verstecken, ohne dass wir aalglatt werden? Denn: Wer will denn überhaupt mit Menschen zu tun haben, die gar keine Ecken und Kanten haben?
Und: Was sind das denn für Menschen, die uns wegen bestimmter Merkmale oder Eigenschaften ablehnen? Wollen wir so jemanden denn überhaupt als Kunden haben?
Wer nicht mag, wer wir sind, möge weiterziehen. Es gibt bestimmt auch für ihn ein passendes Angebot da draußen.
Aber uns bis zur Unkenntlichkeit zu verstellen, ist keine Lösung. Für niemanden, schon gar nicht für uns selbst.
Wahrhaftigkeit
Die Menschen haben es satt, oberflächliche, aalglatte Werbetexte zu hören und zu lesen.
Die Menschen haben es satt, für dumm verkauft zu werden.
Die Menschen haben es satt, systematisch belogen zu werden.
Die Menschen sehnen sich nach Ehrlichkeit, nach echtem Interesse und nach echten Begegnungen mit wahrhaftigen Menschen.
Kann dein Lifestyle Business das bieten?
Das größte Problem
Ein spannender Gedanke von Silvia Breier:
“Was ist aus der Sicht eines Klienten eine Beratung wert? Ist es der Betrag, den die Stunden in Summe kosten? Oder ist es das Ergebnis, das im Idealfall eine Verbesserung seiner Situation ist? Wenn Sie Ihr größtes Problem gelöst bekämen, was wäre Ihnen das wert?”
Silvia Breier: Geld Macht Gefühle (2017), S. 121
Was es mir wert wäre, wenn ich mein größtes Problem gelöst bekäme? Dafür müsste ich zuerst mal wissen, was mein größtes Problem ist.
Vielleicht ist ja genau das mein größtes Problem…