Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Prüfungsvorbereitung

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Ich liebe es zu unterrichten. Und ich liebe es, mir zu überlegen, wie ich ein Thema am besten aufbereiten kann, damit es meine Lernenden am besten verstehen und sie am meisten aus meinem Unterricht mitnehmen können.

Seminare, wo es um eine reine Prüfungsvorbereitung geht, sind jedoch eine besondere Herausforderung für mich. Ich denke, da geht es mir wie vielen Lehrer*innen.

Einerseits sind solche Kurse super, weil das Ziel vollkommen klar ist: Möglichst viele sollen die Prüfung bestehen. Somit steht von vornherein fest, was nützlich ist und was unnötig. Die Prüfung schafft den Rahmen, der mehr oder weniger eng ist.

Innerhalb dieses Rahmens habe ich als Unterrichtender dann mehr oder weniger Freiheiten in der Unterrichtsgestaltung.

Und hier liegt der Kern der Herausforderung: Mir geht der Spaß immer dann verloren, je mehr meine Freiheit als Lehrer eingeschränkt ist. Damit meine ich die Entscheidung, was von den prüfungsrelevanten Inhalten genau wichtig ist und wie sehr. Das ist immer eine subjektive Wertung des Lehrenden, und da gehen die Wertungen der Prüfungsstelle mit meinen eigenen Wertvorstellungen schon mal auseinander.

Wie dem auch sei… Ich stelle mich dieser Herausforderung, ohne mich zu beschweren. Denn eines kann mir keiner nehmen: Den Spaß, wenn ich auf der „Bühne“ des Seminarraums stehe.

Mehr Aufträge

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Die ersten Wochen, Monate, ja Jahre nach der Gründung können hart sein.

Das liegt daran, dass ein Business eine gewisse Anlaufphase braucht, bis es so weit ist, dass es regelmäßig genügend Umsatz und Cash Flow liefert, um für den Lifestyle Entrepreneur auch finanziell lukrativ zu sein.

Der Weg zu so einem “reifen” Business wird oft als sehr anstrengend und mühsam empfunden. Es sind die Mühen der Ebene, die es zu bewältigen gilt: Der Reiz des Neuen, der Zauber des Anfangs ist verflogen, jetzt gilt es, konsequent dranzubleiben und den Plan zu verfolgen. Fokussiert und ohne Ablenkungen.

Das bedeutet für die meisten Lifestyle Entrepreneure: Für mehr Aufträge zu sorgen. Es ist selten so, dass ein neues Business gar keine Aufträge hat. Aber sehr häufig sind es nicht genug. Was bedeutet, dass in dieser Phase die wichtigste Aufgabe die Kund*innengewinnung ist. Aufträge, Aufträge, Aufträge, darum geht es in dieser Phase.

Das ist nicht sexy, aber es ist auch nicht kompliziert. Es erfordert nur, dranzubleiben. Und genau das ist der Knackpunkt, wo viele Gründer*innen dann auch aufgeben: Weil sie die Mühen der Ebene nicht auf sich nehmen können oder möchten, sondern lieber was Neues starten. Das bringt zwar auch kein Geld, aber es fühlt sich leichter an.

Durchhalten. Weitermachen. Dranbleiben. Mehr braucht es nicht. Und trotzdem (oder deswegen) ist es nicht leicht.

Teurer Spaß

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Bis dein Kind 18 Jahre alt geworden ist, wird es dich ca. 300.000 Euro gekostet haben.

Das bedeutet nicht, dass ein Kind nicht die beste “Investition” deines Lebens sein kann. Aber es bedeutet, dass angesichts dieser hohen Kosten du notwendigerweise in anderen Bereichen deines Lebens (finanzielle) Abstriche machen musst.

Löwin

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Unlängst hat die Berliner Polizei tagelang nach einer freilaufenden Löwin gefahndet.

Wie sich herausgestellt hat, war die vermeintliche Raubkatze in Wirklichkeit ein Wildschwein.

Natürlich kann man jetzt lachen und sagen: “Wie kann denn das passieren, dass man eine Löwin mit einem Wildschwein verwechselt? Den Unterschied erkennt ja jedes Kind!”

Aber gerade wir Lifestyle Entrepreneure sollten uns davor hüten. Denn auch in unseren Lifestyle Businesses kann es uns jeden Tag passieren (und passiert uns auch tatsächlich), dass wir Löwin und Wildschwein nicht auseinanderhalten können.

Kosten-Nutzen-Rechnung

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Unlängst habe ich mit einer Gründerin gesprochen, die sich quasi dafür entschuldigt hat, dass sie eine “egoistische Kosten-Nutzen-Rechnung” angestellt hat.

Dabei ist es genau das, was im Unternehmertum (auch) notwendig ist: Genau hinzuschauen, nachzurechnen und dann die Entscheidung zu treffen, die ökonomisch Sinn macht.

Das ist nicht egoistisch, das ist verantwortungsvoll.

Mühle

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Beim Mühle-Spielen mit meinem Sohn habe ich unlängst zwei Dinge über’s Fehlermachen gelernt:

Du gewinnst, wenn du hoch konzentriert bist, deine Züge weise planst, den Überblick behältst und keine Fehler machst.

Du gewinnst auch, wenn du nicht voll bei der Sache bist, aber dein Gegner deine Fehler nicht bemerkt.

Arbeiten ohne Chef

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Wichtiger Merksatz:

Nur, weil du als Selbständiger nicht mehr angestellt bist, heißt das nicht, dass du keinen Chef mehr hast.

Im Gegenteil: Als Selbständiger hast du wahrscheinlich den strengsten, härtesten, forderndsten, gemeinsten, ausbeuterischsten, grantigsten und unzufriedensten Chef, den du jemals gehabt hast:

Dich selbst.

The price you pay

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Ich bin der festen Überzeugung, dass sich jeder Mensch einmal im Leben selbständig machen sollte.

Gleichzeitig weiß ich, dass sehr, sehr viele Gründungen nicht den Erfolg bringen, den sich die Gründer*innen erhofft hatten – weder finanziell noch emotional.

Dieser Aspekt wird in der glamourösen Online-Business-Coaching-Welt oft ausgeklammert. Klar, ist auch schlecht fürs Business. Aber es sei in aller Deutlichkeit gesagt: Es kann gut sein, dass die Selbständigkeit nicht der Weg zu deinem persönlichen Glück ist.

Oder, wie Bruce Springsteen es ausdrückt:

Now they’d come so far and they’d waited so long
Just to end up caught in a dream where everything goes wrong.

Bruce Springsteen, The Price You Pay

Bruce-Springsteen-Konzert

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Sieben Dinge, die ich von den Bruce-Springsteen-Konzerten in Wien und München gelernt habe:

  1. Meister bei ihrer Arbeit zu sehen, die Professionalität mit scheinbarer Leichtigkeit zu verbinden imstande sind, ist ein Geschenk.
  2. Egal, was du spielst, es wird immer Menschen geben, die unzufrieden sind.
  3. Wenn du ein herausragender Performer bist (kein guter, kein sehr guter, sondern ein wirklich außergewöhnlicher), dann wirst du immer an deiner besten Leistung gemessen werden.
  4. Wenn du 50 Jahre lang in die Beziehung zu deinem Publikum investierst, dann wird das in Form von Zuneigung, Treue und Liebe zurückkommen. Mit Zinsen.
  5. Einen glücklichen Menschen erkennt man daran, wie sehr er sich erlaubt, immer wieder ein Kind zu sein – und immer eines zu bleiben.
  6. Mit dem Alter wird er Tod präsenter. Man verliert Freunde, Kollegen, Wegbegleiter. Das geht an niemandem spurlos vorbei.
  7. Wir befinden uns auf der Ehrenrunde. Goodbyes are never easy.

Siesta

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Aktuell gibt es eine Debatte darüber, ob es angesichts der heißen Temperaturen auch bei uns eine Siesta geben sollte, so wie in den südlichen Ländern Europas. Also eine Arbeitspause um die Mittagszeit, wenn es besonders heiß ist.

Wie immer bei diesen (Sommerloch-)Themen, lässt sich die Idee sehr emotional diskutieren. Aber solche Diskussionen bringen uns nicht weiter.

Ich bin da bei Wolf Lotter, der sich dafür ausspricht, sich vernünftig mit der Sache auseinanderzusetzen:

“Wir müssen heute ein bisschen mehr mit Verstand arbeiten, und der Verstand gebietet es, wenn es heiß ist, sich nicht anzustrengen, sondern sich auszuruhen, damit man dann besser arbeiten kann.”

Wolf Lotter im Interview bei Deutschlandfunk, 23. Juli 2023

Geschafft!

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Für meine Lehrveranstaltungen an der Fachhochschule St. Pölten bekomme ich von meinen Studierenden immer sehr freundliche, mitunter begeisterte Evaluierungen. Das freut mich natürlich sehr. Ich lehre nicht, um Applaus dafür zu bekommen, aber er tut trotzdem gut.

Dieses Mal war jedoch ein Feedback dabei, das mich besonders emotional gepackt hat. Es hat nämlich in einem Satz zusammengefasst, worum es mir in meinem Leben geht und was ich an meinen besten Tagen sein und tun will.

Ein*e Studierende*r hat geschrieben:

Ein herzensguter Mensch, der mit Leib und Seele unterrichtet.

Wenn dieser Satz am Ende meines Lebens auf meinem Grabstein steht, dann habe ich es geschafft. Dann habe ich mein Leben gelebt. Dann habe ich keinen Tag meines Lebens zu bereuen.

Das Glücksversprechen

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Ich weiß nicht genau, wo die Idee herkommt, dass eine Selbständigkeit der Weg zum Glück ist.

Irgendwo da draußen wird die Verheißung propagiert, dass das eigene Business die Lösung für praktisch alle Probleme ist, die man im Leben so hat. Mehr Freiheit, nicht mehr nach der Pfeife des Chefs tanzen, nur mehr mit Wunschkund*innen arbeiten, grenzenloses Einkommenspotenzial – und das quasi nebenbei, ortsunabhängig und passiv.

Meine Erfahrung als Gründungsberater ist eine andere. Ich spreche mit Menschen, die selbständig sind und das auch nie mehr missen möchten, aber dass sich alle Probleme in Luft aufgelöst hätten… Nein.

Im Gegenteil: Die Probleme, die man vor der Selbständigkeit gehabt hat (v.a. mit sich selbst), werden durch die Selbständigkeit nicht gelöst, sondern sogar noch potenziert. Und ja, die Probleme einer Anstellung sind weg, aber mit der Selbständigkeit hat man sich für neue Probleme entschieden, die es nun zu lösen gilt.

Nicht weniger Probleme, nur andere. Nicht mehr Glück, sondern ein anderes.

Überforderung

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Woran liegt es, dass wir Lifestyle Entrepreneure uns immer und immer wieder überfordern?

Ich glaube, an drei Ursachen:

  1. Unsere Ansprüche sind sehr hoch. Unsere Ressourcen, unsere Kapazitäten und unser Know-How können da aber oft nicht mithalten.
  2. Wir machen zu wenige Pausen, weder kurze zwischendurch, noch längere Pausen (also Urlaub).
  3. Aktionismus. Wir sind den ganzen Tag geschäftig, aber wie viele dieser Tätigkeiten bringen unser Business wirklich weiter?

Das Ende ist der Anfang

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In der Gründungsberatung entsteht mitunter ein Missverständnis. Nämlich, dass die Arbeit mit dem Gründungsdatum abgeschlossen ist. Durch den Fokus auf die Gründung an sich kann der Eindruck entstehen, dass, wenn die Gründung mal geschafft ist, alles in Butter ist.

Dabei ist die Gründung, also die Anmeldung des Gewerbescheins oder die Meldung bei der Sozialversicherung, nicht das Ziel, sondern bestenfalls ein vielversprechender Auftakt einer langen Reise, die mit einiger Sicherheit anstrengend, träge und nicht nach Plan verlaufen wird.

Missionieren

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Leute, die an deinen Angeboten nicht interessiert sind, die brauchst du nicht zu missionieren.

Ja, bemüh dich, den Wert deiner Angebote zu verbessern. Ja, bemüh dich, die Vermittlung dieses Wertes immer besser hinzubekommen. Und ja, rede immer und immer und immer wieder über deine Angebote und den Wert für deine Kund*innen.

Aber wenn dir jemand (noch) nicht zuhören mag, dann halte dich nicht mit ihm auf. Kümmere dich um die Menschen, die dir ihre Aufmerksamkeit freiwillig schenken.

Alles andere wäre vergebene Liebesmüh.

Minderwertigkeitskomplex

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Viele Gründer*innen tun sich am Anfang schwer, ihren Wert richtig einzuschätzen.

Aber: Nur, weil man neu ist am Markt, muss man nicht zu allem Ja und Amen sagen.

Und schon gar nicht alles gratis hergeben.

Schwachbrüstig

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Eine Beobachtung, die ich bei Gründer*innen häufiger mache: Sie haben wirklich gute Ideen. Sie haben viel Motivation. Sie haben die allerbesten Absichten.

Aber: Sie haben schwachbrüstige Strategien. Sie haben keinen richtigen Anpack, um ihre Idee in ein erfolgreiches Business umzuwandeln.

Man könnte auch sagen: Sie haben kein funktionierendes Geschäftsmodell. Oder sie haben überhaupt kein Geschäftsmodell.

In solchen Momenten zeigt sich, wie viel zu gewinnen wäre, wenn Solopreneure mehr Wirtschaftskompetenz hätten.

Konzern

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Meine Frau arbeitet in einem Konzern.

Sie von den täglichen Herausforderungen in ihrer Arbeit reden zu hören, finde ich ausgesprochen lehrreich, und zwar aus zwei Gründen:

  1. Die Herausforderungen von großen Unternehmen entscheiden sich sehr, sehr deutlich von den Herausforderungen, mit denen Ein-Personen-Unternehmen in ihrem daily business kämpfen.
  2. Die übergeordneten Ziele, die ein großes Unternehmen verfolgt, die gleichen wie jene eines Ein-Personen-Unternehmens: Es geht um zufriedene Kunden, weil es am Ende des Tages um Umsatz und Gewinn geht. Die Wege zu diesem Ziel unterscheiden sich mitunter jedoch sehr stark.

Gleichzeitig werde ich beim Reden mit meiner Frau immer wieder darin bestätigt, dass Ein-Personen-Unternehmen viel, viel interessanter und mir viel, viel näher sind als Konzerne.

Marketing-Budget

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Viele Lifestyle Entrepreneure scheuen sich davor, Marketing zu machen, weil es so teuer ist. Dabei sollte Marketing nicht nur was kosten, sondern auch was bringen. Marketing ist also, richtig gemacht und richtig verstanden, eine Investition.

Victoria Reiter hat dazu unlängst eine hilfreiche Faustregel geteilt: Das Marketing-Budget sollte maximal 30 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Anders gesagt: Mit 30 Euro Investition ins Marketing solltest du eigentlich 100 Euro Umsatz machen.

Das wäre der Anspruch an deine Marketing-Aktivitäten. Nicht über Nacht, nicht in einen Monat, aber in einen realistisch absehbaren Zeitraum.

Lefsetz lessons

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Bob Lefsetz hat unlängst einen interessanten Newsletter ausgesendet, in dem er seine lessons aus der letzten Zeit geteilt hat. Neben Tipps zum Autokauf (niemals ein italienisches, am besten Lexus!) gab es auch ein paar wirklich interessante, nämlich:

  1. Image is intrinsic, not external. No one cares about you. Stop spending money to keep up with the Joneses.
  2. When something is cheap, buy the best, it’s much more satisfying. You can buy packaged cookies, or you can buy gourmet cookies from a shop and be elated.
  3. Reading and writing are the building blocks of a great career. You must be like a shark, you must keep learning or you calcify and die.
  4. Just because you love it, that doesn’t mean you’ll make any money doing it.
  5. Making money is a skill. Learn it, or work for the man.