Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Ein guter Betrüger

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Jeder gute Betrüger lebt davon, dass die Leute im Nachhinein sagen: “Na, von dem hätte ich mir das nicht gedacht!”

Logisch, sonst hättest du ihm ja dein Geld nicht gegeben. Ein guter Betrüger ist immer glaubwürdig. Das ist das Wesen eines guten Betrügers. 

[Danke Robert Kleedorfer und Rüdiger Landgraf vom Ziemlich gut veranlagt-Podcast für diesen erhellenden Hinweis.]

Nachschleicher

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Unlängst habe ich in einem kuriosen Zusammenhang das Wort „Nachschleicher“ kennengelernt.

Ein Nachschleicher ist ein Mensch, der im Windschatten von jemand anderem in einen Bereich vordringt, zu dem er von selber keinen Zugang hätte. Und zwar ohne, dass es die andere Person sofort bemerkt.

Nachschleicher zu sein, kann auch eine Geschäftsstrategie sein. Man muss nicht immer vorne dabei sein, es reicht oft, wenn man Menschen kennt, die es sind. Und in deren Fahrtwasser ist dann einiges möglich.

Schlecht ist allerdings, wenn du ein Nachschleicher bist und es selbst gar nicht merkst.

Familienbande

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Man weiß es, aber man glaubt es nicht, bis man es nicht selbst erlebt hat:

Business und Familie/Freunde zu vermischen, macht das Leben nur kompliziert.

Nichts übergeblieben

N

Es ist eine der frustrierendsten Erfahrungen beim Aufbau des eigenen Unternehmens: Man tut und macht die ganze Zeit, aber es bleibt finanziell nichts übrig.

Alle bekommen ihr Geld, die Mitarbeiter, die Lieferanten, das Finanzamt, der Steuerberater, die Softwarefirmen, die Ferialpraktikantin. Alle, außer der Unternehmer selbst. Dem bleibt am Ende des Monats bestenfalls die schwarze Null.

Natürlich fragt man sich da irgendwann: Für wen arbeite ich hier eigentlich?

Die Antwort ist desillusionierend.

Bildungsanlässe

B

Menschen verändern sich nicht, wenn sie nicht müssen. Und Menschen lernen nicht dazu, wenn es nicht einen wirklich guten Grund dafür gibt. Denn: Lernen ist anstrengend.

Mit anderen Worten: Menschen möchten nur dann etwas lernen, wenn es einen Bildungsanlass gibt. Einen guten Grund, der die Mühe des Lernens rechtfertigt.

Menschen brauchen Bildungsanlässe, um aktiv zu werden. Und gute Lehrer kennen die Bildungsanlässe ihrer Schüler, denn nur dann können sie ihre Schüler “abholen”.

Rechtzeitig

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Es ist ein interessantes Phänomen: Manche Dinge sind, wenn man sich rechtzeitig um sie kümmert, ganz wenig Arbeit. Easy peasy. Aber wenn man einen bestimmten kritischen Zeitpunkt versäumt, erzeugen sie überproportional viel Arbeit.

Ein Beispiel wäre die Anmeldung von Ferialpraktikanten. Die muss man nämlich bis vor Arbeitsantritt erledigen. Das kann mal leicht online tun. Aber wenn man diese Frist versäumt, dann wird’s sehr mühsam. Nicht nur, dass man nicht regelkonform gehandelt hat, es ist auch sehr schwierig, das wieder ins Lot zu bringen.

Gutes Management zeichnet sich dadurch aus, dass man diese kritischen Zeitpunkte im Auge behält. Denn, sind wir uns ehrlich: Wer hat schon die Zeit, ständig Feuerwehr zu spielen?

Es ist alles wahr!

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Das sagte der Ostbahn-Kurti immer, wenn er auf der Bühne wieder mal eines seiner G’schichteln erzählt hat.

Er sagte es mit einem Augenzwinkern, aber trotzdem mit Überzeugung. Als Jugendlicher fand ich das lustig, weil ich es für Selbstironie hielt.

Später bin ich dann drauf gekommen, dass sehr viel Weisheit hinter seinen Worten steckte, und dass er das wahrscheinlich sehr genau wusste.

Mit der Wahrheit ist es nämlich so eine Sache, gerade in Geschichten. Manchmal, z.B. in Märchen, ist die Geschichte an sich nicht “wahr” im strengen Sinn, aber die Geschichte dahinter, die Botschaft, die “Moral”, die ist sowas von wahr.

Jordan Peterson meinte einmal, dass die großen Geschichten der Weltliteratur wahrer als wahr sind. Natürlich sind sie streng genommen erfunden, aber in ihnen findet sich verdichtet so viel Wahrheit über die Menschen, ihre Sehnsüchte, ihre Schwächen, ihr Ringen mit sich selbst und anderen, dass sie wahr sein könnten.

Gute Geschichten müssen nicht wahr sein. Sie sind wahrhaftig.

Die richtige Größe

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Gar nicht so leicht, besonders für Gründer*innen: Das Business in der richtigen Größe aufstellen.

Nicht zu groß, weil die Fixkosten dich dann erdrücken.

Aber auch nicht zu klein, weil du dann nicht vom Fleck kommst. Oder nur im Schneckentempo.

Die richtige Größe zu finden, zu wissen, was zu viel, zu wenig und genug ist, ist eine Kunst. Aber nur mit der richtigen Größe ist sichergestellt, dass du mit deinem Business flexibel genug bist, wenn sich die Umwelt ändert.

Und die Umwelt ändert sich garantiert.

Content Curation

C

Es gibt sooooo viele Informationen im Internet. So viel, dass man leicht die Übersicht verliert. Deshalb ist Content Curation wichtig. Nämlich um anderen dabei zu helfen zu erkennen: Was ist wichtig, was ist nicht wichtig? Welchen Informationen kann man trauen, welchen nicht? Was muss ich wissen, was lenkt nur ab?

Wenn du dich in einem Thema gut auskennst, dann kannst du in deinem Thema anderen beim Lernen helfen, indem du Content Curation machst. Hier ein paar Ideen:

  • Lernressourcen sammeln (um schnellen Zugriff zu ermöglichen)
  • Arbeitsunterlagen zu den Lernressourcen entwickeln
  • Relevante Inhalte zu einem bestimmten Thema zusammenfassen
  • Lernpfade erstellen
  • Lernziele first: Was sollst du erreichen, und wie kommst du dahin?
  • Lerngruppen organisieren
  • Teilen von Erfahrungen ermöglichen; eigene Erfahrungen zu den Informationen anreichern
  • Sammeln und teilen von Good-Practice-Beispielen
  • Webinare und Online-Kurse kuratieren: Was ist ein guter Kurs, was nicht? Was ist nützlich, was weniger?
  • Eigene Mitschriften und Notizen teilen
  • Quizfragen erstellen und damit das Wissen spielerisch vertiefen
  • Mindmaps, Lernkarten: Wissen visualisieren
  • Anderen helfen, beim (Lern-)Thema bzw. (Lern-)Ziel zu bleiben
  • Lerntagebücher schreiben (zu einem bestimmten Thema)
  • Lernstrategien teilen
  • Eigenen e-Learning-Kurs erstellen

[Danke Sandra Mareike Lang für die Tipps!]

NIMBY

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NIMBY ist die Abkürzung für “Not In My Backyard” und beschreibt das Phänomen, dass viele Menschen zwar grundsätzlich für Veränderungen sind, aber nur so lange, wie es sie nicht selbst betrifft oder ihre Lebensqualität einschränkt.

Die meisten Menschen würden sagen: Ja, der Ausbau von Windkraft zur Stromerzeugung ist eine gute Sache. Aber nur so lange, wie das Windrad nicht in der eigenen Nachbarschaft gebaut wird.

Die meisten Wiener würden sagen: Ja, es braucht mehr Bäume in der Stadt. Aber nur so lange, wie der neue Baum nicht da gepflanzt wird, wo dann der Parkplatz für das eigene Auto fehlt.

Die allermeisten Menschen würden sagen: Ja, es ist total wichtig, dass Kinder an die frische Luft gehen und Bewegung machen und nicht nur immer vor ihren Spielkonsolen hocken. Aber nur so lange, wie der neue Spielplatz oder Motorikpark nicht vor dem eigenen Balkon gebaut wird und die Sonntagsruhe stören könnte.

NIMBY ist ein Riesenproblem, weil wir zwar verbal immer für die “richtigen” Dinge eintreten, aber wenn es hart auf hart kommt, ziehen wir den Schwanz ein.

Und falls das noch nicht klar sein sollte: NIMBY betrifft auch viele Solopreneure und Lifestyle Businesses – und zwar sowas von!

Headliner

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Zur Festival-Saison ein spannender Gedanke von Gabe The Bass Player:

Es ist ein ganz bestimmter Typ von Bands, die Headliner auf einem Festival sind. Das sind Bands, die eine große Bühne vor einem großen Publikum “füllen” können. Bands, die “große Musik” machen.

Der Irrtum ist zu glauben, dass eine Band nur bekannt genug sein muss, dann kann sie auch Festival-Headliner werden. Aber das stimmt nicht. Damit eine Band eines Tages Headlines werden kann, muss sie von Anfang an “große Musik” machen.

Bereits dann, wenn sie noch längst nicht auf Festivalbühnen spielt.

Deutungshoheit

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Sehr viele Entscheidungen in Gesellschaft und Politik fallen aus ökonomischen Überlegungen. Nach dem Motto: Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. Und wenn es darum geht, aktuelle Entwicklungen oder gar Krisen (Inflation! Rezession!) zu analysieren, so haben in unserer Medienlandschaft häufig die Ökonomen die Deutungshoheit.

Matthias Horx meint, das kommt auch aus den Erfahrungen der schweren Wirtschaftskrisen im frühen 20. Jahrhundert und den Folgen des 2. Weltkriegs.

Das klingt für mich verständlich und plausibel. Aber wäre es jetzt, 100 Jahre später, nicht auch an der Zeit, diesen Tunnelblick ein bisschen zu erweitern?

Neid und Erfolg

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Eine spannende Beobachtung von Theresa Imre:

Einerseits leben wir in einer Neidgesellschaft. Es scheint für ganz viele Menschen nichts Schöneres zu geben, als erfolgreiche Menschen von ihrem vermeintlich hohen Ross herunterzuholen.

Andererseits haben wir keine Wertschätzung für das Scheitern. Wir sind gefordert, immerzu erfolgreich zu sein. Denn wer nicht erfolgreich ist, dem wird kaum Achtung geschenkt.

Eine äußerst ungesunde Mischung.

Freewriting-Experiment: Fazit (Freewriting XXX)

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Jetzt habe ich also 29 Tage Freewriting in diesem Blog probiert. Sechs Minuten schreiben, was mir gerade in den Sinn kommt, ohne danach zu editieren.

Was habe ich daraus gelernt?

  • Was mir am besten gefallen hat, war der Rahmen von sechs Minuten. Sechs Minuten zu schreiben, das war (und ist) jeden Tag drin. Manchmal kommt in sechs Minuten viel raus, manchmal weniger, aber in jedem Fall war die Übung in sechs Minuten vorbei. Dadurch, dass sechs Minuten vom Gefühl her ganz easy machbar sind, gab es auch keinen einzigen Tag, an dem ich das Bloggen vor mir hergeschoben hätte.
  • Was interessant war: Manchmal hatte ich das Thema für den Blog schon früh am Tag identifiziert, und dann habe ich dieses Thema den ganzen Tag mit mir herumgetragen. Wenn ich mich dann am Abend hingesetzt habe zum Schreiben, sind die Gedanken dazu förmlich aus mir herausgesprudelt, weil sie im Prinzip ja das Ergebnis eines ganzen Tages darüber Nachdenken waren.
  • Was mir gut gefallen hat: Dass ich keine Scheu hatte, einfach zu schreiben, was mir einfällt. Ganz ohne Druck zu schreiben, ohne auf einen bestimmten thematischen Fokus achten zu müssen, ja eigentlich ganz ohne jeglichen Anspruch – das war sehr befreiend.
  • Im Rückblick bin ich überrascht, dass jedes Mal innerhalb von sechs Minuten ein sehr brauchbarer Text herausgekommen ist. Klar, nichts davon ist nobelpreiswürdig, aber die Texte sind gut lesbar und allesamt zumindest okay. Es scheint so, als hätte mich das jahrelange tägliche Bloggen dazu gebracht, besser und schneller zu werden in der Fähigkeit, meine Gedanken tatsächlich zu Papier zu bringen.

Ich werde das Freewriting-Experiment jetzt nicht mehr fortsetzen, weil es nämlich dem Stadium eines Experiments entwachsen ist. Ich werde weiterhin die sechs Minuten als Richtlinie für alle meine künftigen Blogs nehmen, aber ich werde wieder dazu übergehen, mehrere Tage (oder Wochen) Puffer zu haben, damit ich nicht mit Muss jeden Tag bloggen brauche (gerade angesichts der Sommerferien).

Experiment geglückt, würde ich sagen.

Oft undankbar, immer wichtig (Freewriting XXIX)

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Meine Frau ist Mitglied des Elternbeirats im Kindergarten. Als solche hat sie immer wieder Dinge zu tun, die viele andere Eltern lieber nicht machen möchten. Sie kümmert sich, wo andere sich verlassen.

Wir brauchen solche Menschen. Wir brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen, die mehr tun als unbedingt notwendig. An allen Ecken und Enden unserer Gesellschaft, und gerade da, wo es um die (Aus-)Bildung unserer Kinder geht.

Wir brauchen diese Menschen nämlich nicht zuletzt als Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen. Sie sollen sehen: Erwachsen zu sein bedeutet, dass man Verantwortung übernimmt. Dass man zusammenhilft, wo es Probleme zu lösen gibt. Dass man auch mal Dinge tut, die einem nicht taugen, einfach weil es das Richtige ist.

Der englische Populärphilosoph Paul Heaton sagte mal: Save us from baldness and saving the earth. Soll heißen: Vorsicht vor Menschen, die die Welt retten wollen.

Aber es geht nicht darum, die Welt zu retten. Es geht darum, sich wie ein*e Erwachsene zu benehmen und das zu tun, was zu tun ist.

Ein Hoch auf jede*n Einzelne*n da draußen, der*die genau das macht!

Ausgestiegen (Freewriting XXVIII)

A

Jeder Lehrer, jede Lehrerin kennt das: Manchmal passiert es, dass man einen Schüler, eine Studentin, eine Teilnehmerin im Laufe einer Stunde/Lehrveranstaltung/Seminar “verliert”. Man kriegt mit, dass sie gerade (aus welchem Grund auch immer) ausgestiegen sind, und man bekommt sie auch nicht mehr an Board.

Das ist natürlich bedauerlich, und mir tut es jedes Mal im Herzen weh, weil ich ja möchte, dass meine Teilnehmer*innen wirklich verstehen, was ich ihnen mitzugeben versuche. Am liebsten würde ich dann den Unterricht unterbrechen und sagen: “Moment, stop, ich sehe, dass du gerade nicht mitkommst. Lass mich nochmal von vorne beginnen und dir alles in Ruhe nochmal erklären.”

Aber das geht meistens nicht. Meine Verantwortung als Lehrer gilt nämlich nicht nur jenen, die ausgestiegen sind, sondern vor allem auch jenen, die noch an Board sind. Und die wollen weiterkommen. Die wollen weitermachen. Die haben nicht die Zeit und nicht die Geduld, auf jeden einzelnen zu warten.

In diesem Spannungsfeld zu navigieren, ist nicht leicht für mich. Ja, ich kann nicht jeden einzelnen retten. Aber ich würde es so gerne!

Selbstmanagement (Freewriting XXVII)

S

Der ultimative Test, an dem du erkennst, ob du in deinem Business gut organisiert bist oder nicht:

Stell dir vor, ein Termin fällt aus oder ein Meeting ist kürzer als gedacht. Plötzlich hast du 30 Minuten Zeit geschenkt bekommen. Weißt du ohne langes Nachdenken, was du in diesen 30 Minuten tun könntest, das dein Business nach vorne bringt? Kannst du nahtlos an einem deiner Projekte weiterarbeiten? Weißt du, welches Projekt gerade am wichtigsten ist? Oder hast du keine Ahnung, bist völlig orientierungslos und weißt nichts Besseres zu tun, als die Zeit am Handy zu verdaddeln?

Es kommt relativ selten vor, dass wir einige Stunden am Stück an unserem Business arbeiten können. Aber 20 Minuten hier oder 30 Minuten da, das geht schon. Aber dazu ist es notwendig, eine Liste griffbereit zu haben, auf der sich

  • Aufgaben befinden, die in max. 20 Minuten zu erledigen sind
  • die ein klares Ergebnis haben
  • die in der richtigen Reihenfolge (also nach Wichtigkeit) geordnet sind.

Wenn du so eine Liste hast, bist du der Kaiser. Dann kannst du, wenn du Zeit geschenkt bekommst, sofort loslegen und dein Business einen kleinen Schritt weiter bringen.

Hast du diese Liste nicht, brauchst du dich auch nicht wundern, wenn du das Gefühl hast, du trittst auf der Stelle.

Im Garten (Freewriting XXVI)

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Ich bin nicht gerade der geborene Gärtner, und doch mag ich es sehr gern, in einem Garten herumzuspazieren.

Es ist schon interessant, wie attraktiv etwas ist, wenn man sich nicht darum kümmern muss. Das Genießen fällt viel leichter, wenn man die ganze Arbeit ausblenden kann, die einem auffallen würde, wenn man nicht nur Garten-Besucher, sondern auch Garten-Besitzer wäre.

Und so kommt es, dass es mir gestern Spaß gemacht hat, ein bisschen die Paradeiser zu gießen und die Himbeeren vom Unkraut zu befreien. Weil ich gerade Zeit hatte, und weil ich, wie gesagt, nicht musste.

Es ist vollkommen okay, nach Lust und Laune zu agieren, sozusagen der Inspiration zu folgen, wenn man keine Verpflichtungen eingegangen ist. Ein bisschen hier und ein bisschen da, das kann sehr entspannend sein. Weil es zwar eine Beschäftigung, aber keine Arbeit ist.

Es ist deshalb keine Arbeit, weil es nicht ernsthaft ist. Aber gerade die Ernsthaftigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn es um Lifestyle Businesses geht. Wirst du das Unkraut auch dann zupfen, wenn es dir keinen Spaß macht? Wirst du die Paradeiser auch dann gießen, wenn du müde bist und eigentlich weder Zeit noch Lust hast?

Wirst du tun, was zu tun ist, auch wenn du gerade nicht die Inspiration dazu fühlst?

Maria Enzersdorf (Freewriting XXV)

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Ich lebe seit 2016 in Maria Enzersdorf (im Ortsteil Südstadt), aber ich muss leider sagen, dass ich so gut wie nichts über den Ort wusste – bis gestern.

Es ist ja so, dass ich zu Maria Enzersdorf ja gekommen bin durch reinen Zufall. Meine Frau hat die Wohnung entdeckt, wo wir jetzt wohnen, die war optimal, und kurze Zeit später war der Mietvertrag unterschrieben. Wo genau ich da wohnen würde, war mir überhaupt nicht klar.

Bis gestern eben. Da wurde vom Vizebürgermeister der Gemeinde eine Führung durch den Ort organisiert. Und ich muss schon sagen, je länger man sich mit dem Ort beschäftigt, desto interessanter wird er. Wir haben viel über die Geschichte des Ortes und die verschiedenen Einflüsse erfahren, und ich habe besser verstanden, warum die Dinge hier so sind, wie sie sind.

Ich würde mich immer noch nicht als Einheimischen bezeichnen. Ich bin ein Weinviertler, und werde das wohl auch immer bleiben. Aber ich fühle mich meinem Wohnort durch diese Führung stärker verbunden als zuvor.

Etwas zu wissen, etwas zu verstehen… das verbindet.

Ein kurzes Gespräch (Freewriting XXIV)

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Heute hatte ich ein Gespräch mit einem Kunden, das hat keine Viertelstunde gedauert. Es gab nichts Neues bei ihm, er hatte keine Fragen, also waren wir ruck-zuck fertig.

Es war mein letzter Beratungstermin vor dem Wochenende, so gesehen hat mir das nichts ausgemacht. War ich schneller fertig und daheim bei den Kindern.

Aber irgendwie denke ich mir schon: Wie kann es sein, dass es immer wieder Gründer*innen gibt, welche die Möglichkeiten zum Lernen und Austauschen so leichtfertig ziehen lassen? Ich begründe das meistens mit der Selbstverantwortung, die jeder Mensch – und auch jede*r Gründer*in – hat. Ich kann (und will) niemanden zu seinem Glück zwingen. Und doch wurmt es mich.

Es ist sicher so, dass wir im UGP einen Querschnitt aller Persönlichkeitstypen und Charaktere haben. Da sind Interessierte dabei und weniger Interessierte. Da sind Menschen dabei, die gerne etwas Neues erfahren und welche, die lieber ihre Ruhe haben wollen.

Und noch etwas: Gerade als Berater sollte man nicht den Fehler machen zu denken, dass nur das, was man selbst für gut und richtig hält, auch tatsächlich für alle gut und richtig ist.