Tag#Gründungsberatung

Keine Konkurrenz

K

Wenn Gründer*innen mir mit leuchtenden Augen erzählen, dass Sie etwas völlig Neuartiges machen werden und dass es keine Konkurrenz gibt, reagiere ich meist skeptisch.

Es gibt keine Konkurrenz? Okay, aber warum gibt es keine Konkurrenz?

Meistens aus einem von zwei Gründen:

  1. Es ist wirklich eine völlig neue Idee, an die bisher noch überhaupt niemand gedacht hat. (Selten)
  2. Es gibt deswegen keine Konkurrenz (mehr), weil die Konkurrenz, die es gegeben hat, mit der Idee Schiffbruch erlitten hat und untergegangen ist. (Wesentlich häufiger)

Wenn es Konkurrenz gibt, ist das also ein gutes Zeichen, kein schlechtes.

Weil: Wo es Konkurrenz gibt, da gibt es auch Kunden.

Wo die Angst ist

W

Als Daumenregel gilt bei jedem Gründungsprojekt: Dort, wo die größte Angst ist, lohnt es sich, besonders gut hinzusehen.

Und: Sehr wahrscheinlich ist es so, dass genau dort, wo die größte Angst ist, der richtige Weg für dich ist.

Folge der Angst.

Unruhe

U

Es ist ganz normal, dass Gründer*innen zu verschiedenen Phasen ihres Gründungsprozesses nervös werden. Dass sie unruhig werden, weil vermeintlich zu wenig weitergeht. Dass sie zu grübeln beginnen, was alles passieren könnte, wenn…

So normal diese Unruhe ist, so wenig hilfreich ist sie auch. Die Dinge entwickeln sich deswegen nicht schneller, besser oder erfolgreicher.

Deswegen rate ich in solchen Fällen gerne: Entspannen Sie sich, soweit Sie können – und bleiben Sie trotzdem dran!

Selbstverantwortung

S

Meine Aufgabe als Berater ist es, zuzuhören, mitzudenken und jene Inputs zu geben, die mir nützlich erscheinen.

Meine Kund*innen jedoch sind es, die die Verantwortung tragen für die Fragen, für den Fokus, für das Ziel der Beratung – und auch für die Vorbereitung auf das Gespräch.

Ich kann nur liefern, was eingefordert wird.

Von Gott gegeben

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Jesus sagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. (Joh 6,65)

Jesus weiß, dass es Menschen gibt, die nie oder nur schwer Zugang zu ihm finden werden.

Jesus weiß, dass er niemandem helfen kann, der nicht bereit ist dazu – selbst wenn dieser Jemand die Hilfe von Jesus dringend brauchen könnte.

Jesus weiß, dass er nicht die ganze Welt auf einmal retten kann.

Warum sollte es uns Lifestyle Entrepreneuren, uns Edupreneuren, uns Beratern und Lehrerinnen anders gehen als Jesus?

Faktenangst

F

Haben auch Lifestyle Entrepreneure. Lieber nicht so genau hinsehen. Lieber nicht so genau nachfragen. Wer weiß, was da ans Licht kommen würde.

I wüüs garned wissn, zumindest ned so genau, würde Kurt Ostbahn sagen.

Wie Jansens Melkmaschine

W

Dirk Stermann berichtet von einem Autor, der seit Jahren an einem Buch schreibt. Jedes mal, wenn er nach seinem Buch gefragt wird, antwortet er: „Alles bestens. Es läuft wie Jansens Melkmaschine.“

Bis er seinem Freund einmal beichtet, wie es tatsächlich läuft:

Gar nicht. Jansens Melkmaschine ist noch nie gelaufen. Er melkt mit der Hand. Aber ihm ist es peinlich, das zuzugeben.

Dirk Stermann: Sechs Österreicher unter den ersten fünf. S. 91

Wenn man ein bisschen hinter die Fassade sieht, läuft auch das eine oder andere Lifestyle Business wie Jansens Melkmaschine.

Aber es ist halt peinlich, das zuzugeben.

Wenn es fertig ist

W

Wir Lifestyle Entrepreneure sind schnell begeistert von einer neuen Idee. Aber wir denken sie oft nicht zu Ende.

„Was soll das werden, wenn es fertig ist?“ ist eine sehr hilfreiche Frage.

Von Anfang an.

Niedrige Erwartungen

N

Wir Lifestyle Entrepreneure legen uns häufig die Latte zu hoch. Wir überfordern uns mit unseren Ansprüchen an unser Business und unseren Erfolg. Wir haben viel höhere Erwartungen an uns selbst als sonst irgendjemand in unserem Umfeld.

Aber manchmal passiert es, dass wir uns die Latte zu niedrig legen. Dass wir uns aus Angst zu kleine Ziele.

Dann ist es Gold wert, jemanden zu haben, der sagt: “Moment mal, da geht doch noch mehr! Da erwarte ich viel, viel mehr von dir!”

Scheitern

S

Manchmal läuft ein Gründungsprojekt nicht wie geplant. Manchmal fällt es sogar komplett in sich zusammen. Nach all der Zeit, der Energie und dem Geld, das man investiert hat, steht man mit leeren Händen da.

Was bleibt sind Enttäuschung, Frust und Scham.

Und der schwache Trost, dass diese schmerzliche Erfahrung viele Gründer machen mussten. Auch solche, die später sehr erfolgreich geworden sind.

Gemeinsamkeit

G

Meine Gründer*innen sind sehr unterschiedlich. Background, Alter, Geschäftsidee, Charakter, Stärken, Schwächen… alles sehr individuell.

Und doch gibt es eines, das die allermeisten gemeinsam haben: Angst. Angst vor dem Misserfolg. Existenzangst. Angst vor dem Versagen.

Niemand braucht sich für seine Angst zu schämen, weil sie alle Unternehmer*innen in der einen oder anderen Form teilen.

Einlassen

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Als Gründungsberater kann ich niemanden vor den Folgen bewahren, die das eigene Unternehmen mit sich bringt. Nicht vor den guten, und nicht vor den schlechten.

Aber ich kann dazu beitragen, dass meine Gründer*innen ein bisschen besser erkennen, worauf sie sich einlassen.

Irritierend

I

Ein Berater ist dann wertvoll, wenn er seine Kunden irritiert. Nicht vollkommen verstört, aber wenn er zum Nachdenken anregt. Wenn der Kunde aus der Beratung raus geht und sagt: Interessant, so habe ich das noch gar nicht gesehen.

Ein Berater, der nicht ab und zu auch vor den Kopf stößt, bringt seine Kunden auch nicht wirklich weiter.

Entscheidungshilfen

E

Der Sinn von mentalen Modellen und Konzepten ist, dabei zu helfen, bessere Entscheidungen treffen zu können.

Denn ich beobachte: Nicht getroffene Entscheidungen sind das größte Hindernis für Solopreneure.

Zwischenmenschlich

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Heute hatte ich drei Beratungsgespräche. In keinem einzigen davon war fachliche Beratung notwendig. Und doch war ich in allen drei hilfreich.

Mindestens ebenso wichtig wie Fachkompetenz ist das Vermögen, einem Menschen als Mensch zu begegnen. Ihn von sich erzählen zu lassen. Zuzuhören, ohne zu unterbrechen. Aufzuhören, wenn alles gesagt ist.

Dafür haben die meisten Menschen ohnehin viel zu selten Gelegenheit.

Nicht nur überleben

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“I don’t want to just survive”, sagte eine Gründerin unlängst zu mir auf die Frage, was Sie von Ihrer Selbständigkeit erwartet.

Nicht nur überleben. Nicht nur “gerade so” jedes Monat genug verdienen. Nicht nur für Sozialversicherung und Finanzamt arbeiten.

Sie will sich auch was ansparen. Sie will sich auch mal was leisten können. Sie will auch finanziell Erfolg haben.

Das ist ein legitimer und unterstützenswerter Anspruch. Nun geht es darum, diesen Wunsch in eine Strategie umzuwandeln, um diesen Anspruch auch Schritt für Schritt zu erreichen.

Gedankenaustausch

G

Es ist sehr schwierig, die Gedanken in meinem Kopf in einen anderen Kopf zu bringen.

Wenn ich will, dass ich so verstanden werde, wie ich es gemeint habe, dann muss ich versuchen, mich ganz präzise auszudrücken.

Präziser Ausdruck kommt von klaren Gedanken. Wenn der Gedanke noch nicht klar ist, dann wird auch die Formulierung nicht klar sein.

Reframing

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Das Leben kommt selten eindeutig daher. Wir haben oft die Wahl, welche Interpretation wir für wahr halten wollen – und welche nicht.

Dafür müssen wir alternative Sichtweisen aber erst einmal wahrnehmen können.

Reframing ist daher eines der besten Hilfsangebote, die ein Berater anbieten kann.

Hobby zum Business

H

Es ist eines der schönsten und gleichzeitig eines der schwierigsten Gründundungsprojekte, wenn das Hobby zum Business werden soll.

In dem Moment verändern sich nämlich die Spielregeln. Komplett.

Die Kunst ist, die Freude und Leichtigkeit des Hobbys zu bewahren, während professionelle Erlösstrukturen aufgebaut und erhalten werden müssen.

Und das ist alles andere als trivial.

Zwei Herausforderungen

Z

Alle Berater*innen haben zwei Herausforderungen gemeinsam:

  1. Potenzielle Kund*innen davon zu überzeugen, dass sie ein Problem haben und sie gegen dieses Problem etwas unternehmen sollten – nicht irgendwann, sondern jetzt.
  2. Potenziellen Kund*innen zu vermitteln, dass sie als Berater*innen die passende Lösung für dieses Problem haben.

Welche dieser beiden Herausforderungen die größere ist, hängt vom Standpunkt ab.

Einfach ist keine davon.