Tag#Gründungsberatung

Niedrige Erwartungen

N

Wir Lifestyle Entrepreneure legen uns häufig die Latte zu hoch. Wir überfordern uns mit unseren Ansprüchen an unser Business und unseren Erfolg. Wir haben viel höhere Erwartungen an uns selbst als sonst irgendjemand in unserem Umfeld.

Aber manchmal passiert es, dass wir uns die Latte zu niedrig legen. Dass wir uns aus Angst zu kleine Ziele.

Dann ist es Gold wert, jemanden zu haben, der sagt: “Moment mal, da geht doch noch mehr! Da erwarte ich viel, viel mehr von dir!”

Scheitern

S

Manchmal läuft ein Gründungsprojekt nicht wie geplant. Manchmal fällt es sogar komplett in sich zusammen. Nach all der Zeit, der Energie und dem Geld, das man investiert hat, steht man mit leeren Händen da.

Was bleibt sind Enttäuschung, Frust und Scham.

Und der schwache Trost, dass diese schmerzliche Erfahrung viele Gründer machen mussten. Auch solche, die später sehr erfolgreich geworden sind.

Gemeinsamkeit

G

Meine Gründer*innen sind sehr unterschiedlich. Background, Alter, Geschäftsidee, Charakter, Stärken, Schwächen… alles sehr individuell.

Und doch gibt es eines, das die allermeisten gemeinsam haben: Angst. Angst vor dem Misserfolg. Existenzangst. Angst vor dem Versagen.

Niemand braucht sich für seine Angst zu schämen, weil sie alle Unternehmer*innen in der einen oder anderen Form teilen.

Einlassen

E

Als Gründungsberater kann ich niemanden vor den Folgen bewahren, die das eigene Unternehmen mit sich bringt. Nicht vor den guten, und nicht vor den schlechten.

Aber ich kann dazu beitragen, dass meine Gründer*innen ein bisschen besser erkennen, worauf sie sich einlassen.

Irritierend

I

Ein Berater ist dann wertvoll, wenn er seine Kunden irritiert. Nicht vollkommen verstört, aber wenn er zum Nachdenken anregt. Wenn der Kunde aus der Beratung raus geht und sagt: Interessant, so habe ich das noch gar nicht gesehen.

Ein Berater, der nicht ab und zu auch vor den Kopf stößt, bringt seine Kunden auch nicht wirklich weiter.

Entscheidungshilfen

E

Der Sinn von mentalen Modellen und Konzepten ist, dabei zu helfen, bessere Entscheidungen treffen zu können.

Denn ich beobachte: Nicht getroffene Entscheidungen sind das größte Hindernis für Solopreneure.

Zwischenmenschlich

Z

Heute hatte ich drei Beratungsgespräche. In keinem einzigen davon war fachliche Beratung notwendig. Und doch war ich in allen drei hilfreich.

Mindestens ebenso wichtig wie Fachkompetenz ist das Vermögen, einem Menschen als Mensch zu begegnen. Ihn von sich erzählen zu lassen. Zuzuhören, ohne zu unterbrechen. Aufzuhören, wenn alles gesagt ist.

Dafür haben die meisten Menschen ohnehin viel zu selten Gelegenheit.

Nicht nur überleben

N

“I don’t want to just survive”, sagte eine Gründerin unlängst zu mir auf die Frage, was Sie von Ihrer Selbständigkeit erwartet.

Nicht nur überleben. Nicht nur “gerade so” jedes Monat genug verdienen. Nicht nur für Sozialversicherung und Finanzamt arbeiten.

Sie will sich auch was ansparen. Sie will sich auch mal was leisten können. Sie will auch finanziell Erfolg haben.

Das ist ein legitimer und unterstützenswerter Anspruch. Nun geht es darum, diesen Wunsch in eine Strategie umzuwandeln, um diesen Anspruch auch Schritt für Schritt zu erreichen.

Gedankenaustausch

G

Es ist sehr schwierig, die Gedanken in meinem Kopf in einen anderen Kopf zu bringen.

Wenn ich will, dass ich so verstanden werde, wie ich es gemeint habe, dann muss ich versuchen, mich ganz präzise auszudrücken.

Präziser Ausdruck kommt von klaren Gedanken. Wenn der Gedanke noch nicht klar ist, dann wird auch die Formulierung nicht klar sein.

Reframing

R

Das Leben kommt selten eindeutig daher. Wir haben oft die Wahl, welche Interpretation wir für wahr halten wollen – und welche nicht.

Dafür müssen wir alternative Sichtweisen aber erst einmal wahrnehmen können.

Reframing ist daher eines der besten Hilfsangebote, die ein Berater anbieten kann.

Hobby zum Business

H

Es ist eines der schönsten und gleichzeitig eines der schwierigsten Gründundungsprojekte, wenn das Hobby zum Business werden soll.

In dem Moment verändern sich nämlich die Spielregeln. Komplett.

Die Kunst ist, die Freude und Leichtigkeit des Hobbys zu bewahren, während professionelle Erlösstrukturen aufgebaut und erhalten werden müssen.

Und das ist alles andere als trivial.

Zwei Herausforderungen

Z

Alle Berater*innen haben zwei Herausforderungen gemeinsam:

  1. Potenzielle Kund*innen davon zu überzeugen, dass sie ein Problem haben und sie gegen dieses Problem etwas unternehmen sollten – nicht irgendwann, sondern jetzt.
  2. Potenziellen Kund*innen zu vermitteln, dass sie als Berater*innen die passende Lösung für dieses Problem haben.

Welche dieser beiden Herausforderungen die größere ist, hängt vom Standpunkt ab.

Einfach ist keine davon.

Besucher

B

Am anstrengendsten fand ich immer Beratungen, in denen von den Kund*innen wenig kommt. Wo ich das Gefühl hatte, ich bin motivierter als mein*e Kund*in.

Bis ich kapiert habe: Mache Kund*innen sind einfach nur Besucher. Sie kommen vorbei, sagen hallo, plaudern ein bisschen und gehen dann wieder. Sie brauchen nichts, und ich brauche ihnen nichts bieten.

Besucher*innen wollen und brauchen nicht “bemüsserlt” werden.

Auch, wenn ich es vielleicht gerne anders hätte. Auch, wenn ich mir vielleicht denke: Schade um die Zeit.

Bis zum Ende zuhören

B

Eine Schwäche von mir: Ich urteile über Ideen und Meinungen, obwohl ich sie noch nicht als Ganzes und im Detail verstanden habe. Also viel zu früh.

Das ist unfair der Idee gegenüber, und das ist unfair dem Menschen gegenüber, die/der diese Idee mit mir teilt.

Ich will versuchen, mich auf Meinungen und Ideen besser einzulassen, besser zuzuhören und mir erst dann eine Meinung zu bilden.

Bis zum Ende zuzuhören heißt nicht, mit einer Meinung übereinzustimmen oder eine Idee gut zu finden.

Aber es drückt den Respekt aus, den sich die Idee verdient hat.

Leiwand

L

Unlängst meinte ein Gründer zu mir: “Mit Ihnen zu reden, erinnert mich dran, wie leiwand meine Geschäftsidee eigentlich ist!”

Passt!

Feiner Unterschied

F

Hinhören statt zuhören.

Hinschauen statt zuschauen.

Feiner Unterschied, enorme Wirkung.

Performen

P

Ein Berater-Kollege meine unlängst zu mir: „Berater zu sein ist ein ziemlich lässiger Job. Man kann den ganzen Tag darüber reden, wie die Dinge richtig gemach werden sollten. Aber man muss selber nicht performen.“

Er hat recht. Wenn man Berater daran messen würde, wie sehr sie ihren eigenen Ratschlägen folgen…

Die Performance wäre schlecht.

Gefährliches Halbwissen

G

Betriebswirtschaft ist nicht Rocket Science. Das ist gut, aber das ist auch ein Problem: Es führt dazu, dass man u.U. sehr bald sagt: Passt, habe ich verstanden, kann ich mir erklären, macht für mich Sinn.

Und so entsteht das „gefährliche Halbwissen“: Ich habe etwas verstanden, aber das, was ich verstanden habe, stimmt nicht.

Das kommt daher, dass ich das Konzept, das Problem nicht durchdrungen habe. Ich habe es nicht zu Ende gedacht. Ich bin bei der erstbesten Gelegenheit ausgestiegen und habe damit aufgehört, mich damit auseinanderzusetzen. Weil es anstrengend ist. Weil wir uns nicht mehr anstrengen wollen als unbedingt nötig. Weil das Weiterdenken unter Umständen auch zu kognitiven Dissonanzen führen würde. Weil wir es lieber einfacher haben.

Das ist, wie wenn man Gebrauchsanweisungen oder Rezepte nur oberflächlich und nicht zu Ende liest. Man glaubt, man weiß schon, was man tut, aber in Wirklichkeit reimt man sich etwas zusammen, das nur sehr oberflächlich etwas mit der ursprünglichen Idee zu tun hat.

Und so passiert es, dass wir Lifestyle Entrepreneure betriebswirtschaftliche Konzepte nicht richtig verstehen und dann jahrelang glauben, wir machen das richtige.

Als Berater beraten werden

A

Es ist immer wieder gewöhnungsbedürftig, wenn ich als Berater mich von einem anderen Berater beraten lasse. Allein schon deswegen, weil ich es nicht gewohnt bin, der Lernende und nicht der Lehrende zu sein.

Es lohnt allemal, sich öfter in diese ungewohnte Situation zu begeben und als Berater immer wieder zum Lernenden zu werden.

Diese Erfahrung ist im besten Sinn des Wortes demütigend.

Gelassenheit

G

Heute sagte ein Gründer zu mir, als wir die finanzielle Seite seiner Geschäftsidee diskutierten: “Es ist überhaupt keine Angst dabei!”

Kann man sich mehr wünschen?