Tag#Gründungsberatung

Denkmöglich

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Damit man ein Lifestyle Business schaffen kann, muss man ein Lifestyle Business überhaupt mal als mögliche Option wahrnehmen.

Als etwas, das “man” tut. Als etwas, das für einen selbst in dieser Situation “möglich” ist. Als etwas, das “normal” ist.

Je mehr Lifestyle Entrepreneure man kennt, desto mehr Vorbilder gibt es, und desto denkmöglicher wird es, selbst ein Lifestyle Business zu starten.

In vielen Teilen der Gesellschaft ist diese Idee aber noch alles andere als angekommen.

Es gibt noch viel zu tun.

Nebenjob

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Eine Gründerin hat mir erzählt, dass sie eine “Online-Heldin” hat. Ihre Heldin macht genau das, was sie auch gerne machen möchte – sehr professionell, und bereits seit einigen Jahren.

Allerdings hat ihre Online-Heldin einen Nebenjob. Jetzt zweifelt meine Gründerin: Wenn nicht mal ihre Heldin in dieser Nische ein Vollzeit-Business aufbauen kann, wie soll sie es dann schaffen?

Nun gut, das ist die eine Sichtweise. Die andere wäre: Ob deine Heldin einen Nebenjob hat oder nicht, hat möglicherweise gar nichts damit zu tun, wie ertragreich deine Nische ist. Vielleicht hat sie den Nebenjob ja nicht, weil sie muss, sondern weil sie will.

Und: Vielleicht ist es Zeit für eine Staffelübergabe. Zeig deiner Heldin, was du kannst und wie du es besser machst. Und vielleicht wirst dann du zu ihrer Heldin.

Das Ratschlag-Monster

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Wir Lehrer*innen und Berater*innen neigen, quasi von Berufswegen, häufig dazu, Ratschläge zu geben – auch ungefragt.

Wir glauben, dass wir unsere Aufgabe dann (und nur dann) gut erfüllen, wenn wir auf alles eine Antwort parat haben.

Dabei übersehen wir zumeist, dass unsere Ratschläge gar nicht so gut sind, wie wir denken – und zwar aus mindestens zwei Gründen:

  1. Der Empfänger der Ratschläge wird demotiviert, weil er etwas “auf das Auge gedrückt” bekommt. Er wird reduziert auf jemanden, der vielleicht gute Ratschläge ausführen, aber selbst keine guten Ideen haben kann.
  2. Die Ratgebenden überfordern sich, weil sie sich unnötige Arbeit und Verantwortung aufhalsen für etwas, das eigentlich der Empfänger des Ratschlages selbst lösen kann – und haben damit weniger Zeit für ihre eigenen Herausforderungen.

Es lohnt also doppelt, wenn wir lernen, das Ratschlag-Monster zu zähmen und uns mit unseren Ratschlägen zurückzuhalten.

Auch wenn uns das sicher schwer fällt, besonders am Anfang.

[Danke Michael Bungay Stanier für die Anregung.]

Vor-vollziehbar

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Es ist wunderbar, wenn deine Kund*innen (oder Studierenden) sagen: “Ah, das ist nachvollziehbar. Das habe ich verstanden.”

Der Punkt ist aber, dass das, was du sagen willst, vor-vollziehbar sein muss. Bedeutet: Es muss von vorn herein klar sein, dass das, was du zu sagen hast, relevant sein wird. Dass du damit bei deinem Gegenüber etwas auslösen wirst. Dass du damit einen Schmerzpunkt treffen wirst.

Oder, kurz gesagt: Dass es sich lohnen wird, dir zuzuhören.

In- und auswendig

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Eine Kollegin von mir in der Gründungsberatung macht sich gerade selbständig.

Und sie sagt: “Ich habe schon auch Schiss. Genau wie unsere Kunden.”

Selbst, wenn man den Prozess des Selbständigwerdens in- und auswendig kennt, bleibt doch der Respekt vor dem Selbständigmachen.

Kompliment

K

Ein Kunde in der Gründungsberatung meinte unlängst zu mir, dass er sich von mir gefordert und gleichzeitig unterstützt fühlt.

Was für ein wunderbares Kompliment.

Die Jesus-Frage

D

Die Bibel überliefert, dass Jesus, bevor er seine Wunder gewirkt hat, immer gefragt hat: “Was soll ich für dich tun?”

Er wollte, dass ihm die Menschen genau sagen, was sie von ihm wollen. Er wollte, dass die Menschen aussprechen, was sich in ihrem Leben verändern soll. Erst dann hat er gehandelt.

Was für Jesus funktioniert hat, sollte doch auch für dich gut genug sein, oder?

Buzzwords

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Buzzwords haben einen einzigen Zweck: Sie wollen beeindrucken. Buzzwords sind Teil der “Beeindruckungssprache” (Axel Gloger).

Buzzwords sind nicht zugänglich. Buzzwords erklären nichts. Buzzwords erregen vielleicht Aufmerksamkeit, aber sie haben wenig Substanz.

Ich glaube, wir lernen das Arbeiten mit Buzzwords im Studium. Zumindest finde ich Buzzwording fast ausschließlich bei Akademiker*innen. 

Buzzwords helfen in Wirklichkeit niemandem. Nicht dir selbst in deiner Außenwirkung, und schon gar nicht deinen Kund*innen.

Wer es nicht schafft, seine Lösungen in einer Alltagssprache relevant zu machen, schafft es schon gar nicht mit Buzzwords.

Vogel oder Igel?

V

Heute bin ich in einem Beratungsgespräch drauf gekommen, dass es zwei verschiedene Typen von Lifestyle Entrepreneuren gibt: Vögel und Igel.

Vögel-Unternehmer*innen suchen die Abwechslung. Sie flattern von Ast zu Ast. Sie sind mit viel Begeisterung am Werk, aber diese Begeisterung ist nur über eine bestimmte Dauer verfügbar. Die Stärke der Vögel liegt darin, Projekte (Businesses) zu starten und die Anschub-Energie zu leisten. Aber sie sind nicht gut darin, sich langfristig auch mit den Mühen des Projekt-Alltags zu beschäftigen. Serial Entrepreneurs sind solche Vögel.

Igel-Unternehmer*innen widmen sich einem Thema über eine lange Zeit. Sie beißen sich förmlich daran fest und empfinden Freude daran, wenn sie sich einem Projekt (einem Business) viele Jahre lang widmen können. Sie bleiben dran und lassen sich nicht leicht ablenken.

Igel sind nicht besser als Vögel (oder umgekehrt). Sie sind nur anders. Wir brauchen beide.

Wichtig ist nur, dass du weißt, ob du Igel oder Vogel bist. Damit es dir nicht passiert, dass du als Vogel versuchst, dein Business mit Igel-Werkzeugen zu führen.

Unknown unknowns

U

Am ärmsten sind jene Studierenden dran, die gar nicht wissen, dass sie etwas nicht wissen. Oder, wie Olivia Vrabl es sagt:

Die, die nicht wissen, dass sie es nicht wissen, wissen ja nicht, dass sie es nicht wissen.

Olivia Vrabl

Wer sich seiner eigenen Ignoranz bewusst ist, kann etwas dagegen tun. Oder nicht. Jedenfalls ist es seine freie Entscheidung.

Wer sich seiner Ignoranz nicht bewusst ist, dem müssen wir als Lehrer*innen die Augen öffnen. Wir müssen ihnen die Ignoranz immer wieder vor Augen führen. Denn:

Jede Lehrveranstaltung ist eine Reparaturwerkstatt.

Olivia Vrabl

Auch, wenn diese Reparaturen mitunter schmerzvoll sind – für alle Beteiligten.

Raum für die Angst

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Unlängst habe ich eine Gründerin gefragt, worauf es im ersten Jahr der Selbständigkeit denn besonders ankommt.

Ihre Antwort:

Man muss an sich glauben. Das Problem ist die Angst – vor dem Scheitern. Man darf der Angst einfach nicht zu viel Raum geben.

Es bringt nichts, so zu tun, als wäre die Angst nicht da. Aber die Idee, der Angst zu sagen: Bis hier her – und nicht weiter! Das sollten wir hinbekommen.

Warum melden Sie sich nicht?

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Als Gründungsberater stoße ich immer wieder auf folgendes Paradoxon:

Viele Gründer*innen fühlen sich in der Anfangsphase ihres Business überfordert. Sie fühlen sich alleine, haben Sorgen, Zweifel und Unsicherheiten, was ihr Unternehmen und ihre neue Rolle als Unternehmer*innen betrifft.

Aber: Sie scheuen sich, in dieser Situation Hilfe zu holen. Sie scheuen sich, mich zu kontaktieren und in einem Gespräch vielleicht ein bisschen mehr Klarheit zu schaffen und neue Motivation mitzubekommen.

Warum ist das so? Ich habe Vermutungen, aber ganz verstehe ich es nicht.

Wieviel Geld wird’s machen?

W

Wenn du wieder mal von deinen tollen Ideen, deinen aussichtsreichen Projekten und deinen vielversprechenden Kooperationsgesprächen erzählst, stell dir selbst die Frage:

Okay, und wieviel Geld wirst du damit machen? Wie viel Umsatz springt dabei raus?

Kein Business ohne Umsatz. Gute Aussichten sind schön, aber noch schöner ist ein Zahlungseingang auf deinem Bankkonto.

Für ein gutes Gespräch kannst du dir nichts kaufen, und eine gute Idee allein füllt nicht deinen Kühlschrank.

Das Offensichtliche sagen

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Ich habe bereits darüber geschrieben, wie wertvoll Berater sein können, wenn Sie das Offensichtliche sehen.

Genauso wichtig ist es mitunter, das Offensichtliche zu sagen. Das anzusprechen, von dem du glaubst, es wäre so banal, dass du dich damit peinlich machst. Das zu sagen, von dem du glaubst, dass es dein Gegenüber ohnehin schon längst weiß. Das zu sagen, was ja eigentlich längst klar sein sollte.

Trau dich und probier’s aus. Du wirst staunen, welche Aha-Erlebnisse du bei deinem Gegenüber auslösen wirst.