Ein Kunde in der Gründungsberatung meinte unlängst zu mir, dass er sich von mir gefordert und gleichzeitig unterstützt fühlt.
Was für ein wunderbares Kompliment.
Ein Kunde in der Gründungsberatung meinte unlängst zu mir, dass er sich von mir gefordert und gleichzeitig unterstützt fühlt.
Was für ein wunderbares Kompliment.
Die Bibel überliefert, dass Jesus, bevor er seine Wunder gewirkt hat, immer gefragt hat: “Was soll ich für dich tun?”
Er wollte, dass ihm die Menschen genau sagen, was sie von ihm wollen. Er wollte, dass die Menschen aussprechen, was sich in ihrem Leben verändern soll. Erst dann hat er gehandelt.
Was für Jesus funktioniert hat, sollte doch auch für dich gut genug sein, oder?
Ich habe das Buch zufällig in einer Hotel-Bibliothek in Graz gefunden und aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Ich hatte einen Abend Zeit, es durchzuarbeiten. Das sind die Nuggets, die ich dabei entdeckt habe.
(mehr …)Buzzwords haben einen einzigen Zweck: Sie wollen beeindrucken. Buzzwords sind Teil der “Beeindruckungssprache” (Axel Gloger).
Buzzwords sind nicht zugänglich. Buzzwords erklären nichts. Buzzwords erregen vielleicht Aufmerksamkeit, aber sie haben wenig Substanz.
Ich glaube, wir lernen das Arbeiten mit Buzzwords im Studium. Zumindest finde ich Buzzwording fast ausschließlich bei Akademiker*innen.
Buzzwords helfen in Wirklichkeit niemandem. Nicht dir selbst in deiner Außenwirkung, und schon gar nicht deinen Kund*innen.
Wer es nicht schafft, seine Lösungen in einer Alltagssprache relevant zu machen, schafft es schon gar nicht mit Buzzwords.
Heute bin ich in einem Beratungsgespräch drauf gekommen, dass es zwei verschiedene Typen von Lifestyle Entrepreneuren gibt: Vögel und Igel.
Vögel-Unternehmer*innen suchen die Abwechslung. Sie flattern von Ast zu Ast. Sie sind mit viel Begeisterung am Werk, aber diese Begeisterung ist nur über eine bestimmte Dauer verfügbar. Die Stärke der Vögel liegt darin, Projekte (Businesses) zu starten und die Anschub-Energie zu leisten. Aber sie sind nicht gut darin, sich langfristig auch mit den Mühen des Projekt-Alltags zu beschäftigen. Serial Entrepreneurs sind solche Vögel.
Igel-Unternehmer*innen widmen sich einem Thema über eine lange Zeit. Sie beißen sich förmlich daran fest und empfinden Freude daran, wenn sie sich einem Projekt (einem Business) viele Jahre lang widmen können. Sie bleiben dran und lassen sich nicht leicht ablenken.
Igel sind nicht besser als Vögel (oder umgekehrt). Sie sind nur anders. Wir brauchen beide.
Wichtig ist nur, dass du weißt, ob du Igel oder Vogel bist. Damit es dir nicht passiert, dass du als Vogel versuchst, dein Business mit Igel-Werkzeugen zu führen.
Am ärmsten sind jene Studierenden dran, die gar nicht wissen, dass sie etwas nicht wissen. Oder, wie Olivia Vrabl es sagt:
Die, die nicht wissen, dass sie es nicht wissen, wissen ja nicht, dass sie es nicht wissen.
Olivia Vrabl
Wer sich seiner eigenen Ignoranz bewusst ist, kann etwas dagegen tun. Oder nicht. Jedenfalls ist es seine freie Entscheidung.
Wer sich seiner Ignoranz nicht bewusst ist, dem müssen wir als Lehrer*innen die Augen öffnen. Wir müssen ihnen die Ignoranz immer wieder vor Augen führen. Denn:
Jede Lehrveranstaltung ist eine Reparaturwerkstatt.
Olivia Vrabl
Auch, wenn diese Reparaturen mitunter schmerzvoll sind – für alle Beteiligten.
Unlängst habe ich eine Gründerin gefragt, worauf es im ersten Jahr der Selbständigkeit denn besonders ankommt.
Ihre Antwort:
Man muss an sich glauben. Das Problem ist die Angst – vor dem Scheitern. Man darf der Angst einfach nicht zu viel Raum geben.
Es bringt nichts, so zu tun, als wäre die Angst nicht da. Aber die Idee, der Angst zu sagen: Bis hier her – und nicht weiter! Das sollten wir hinbekommen.
Akimbo Podcast, 23. Juni 2021
(mehr …)Als Gründungsberater stoße ich immer wieder auf folgendes Paradoxon:
Viele Gründer*innen fühlen sich in der Anfangsphase ihres Business überfordert. Sie fühlen sich alleine, haben Sorgen, Zweifel und Unsicherheiten, was ihr Unternehmen und ihre neue Rolle als Unternehmer*innen betrifft.
Aber: Sie scheuen sich, in dieser Situation Hilfe zu holen. Sie scheuen sich, mich zu kontaktieren und in einem Gespräch vielleicht ein bisschen mehr Klarheit zu schaffen und neue Motivation mitzubekommen.
Warum ist das so? Ich habe Vermutungen, aber ganz verstehe ich es nicht.
Wenn du wieder mal von deinen tollen Ideen, deinen aussichtsreichen Projekten und deinen vielversprechenden Kooperationsgesprächen erzählst, stell dir selbst die Frage:
Okay, und wieviel Geld wirst du damit machen? Wie viel Umsatz springt dabei raus?
Kein Business ohne Umsatz. Gute Aussichten sind schön, aber noch schöner ist ein Zahlungseingang auf deinem Bankkonto.
Für ein gutes Gespräch kannst du dir nichts kaufen, und eine gute Idee allein füllt nicht deinen Kühlschrank.
Ich habe bereits darüber geschrieben, wie wertvoll Berater sein können, wenn Sie das Offensichtliche sehen.
Genauso wichtig ist es mitunter, das Offensichtliche zu sagen. Das anzusprechen, von dem du glaubst, es wäre so banal, dass du dich damit peinlich machst. Das zu sagen, von dem du glaubst, dass es dein Gegenüber ohnehin schon längst weiß. Das zu sagen, was ja eigentlich längst klar sein sollte.
Trau dich und probier’s aus. Du wirst staunen, welche Aha-Erlebnisse du bei deinem Gegenüber auslösen wirst.
Manchmal tut’s einfach gut, seine eigenen Gedanken mit den Worten eines Anderen nochmals zu hören.
Ö3 Frühstück bei mir, 12. Dezember 2021
(mehr …)Die Zahl 7 ist eine besondere Zahl, seit biblischen Zeiten.
Auch für Lifestyle Businesses scheint sich folgende Daumenregel herauszukristallisieren:
Es dauert sieben Jahre, bis sich echter Erfolg einstellt. Sieben Jahre konsequentes Dranbleiben. Sieben Jahre voller Einsatz. Sieben Jahre Glaube und Hoffnung.
In diesen sieben Jahren entsteht etwas – unsichtbar, wie ein Myzel unter der Erde. Und dann, nach sieben Jahren, poppen auf einmal die Schwammerl auf – scheinbar aus dem Nichts, an unerwarteten Stellen.
Nach sieben mageren Jahren kommt die Zeit der Ernte.
Das großartige an Expert*innen ist, dass Sie Muster erkennen, die Laien einfach nicht sehen.
Unlängst habe ich mit einer echten Expertin gesprochen. Sie hatte keine anderen Informationen vorliegen als ich, aber sie hat es geschafft, aus diesen Informationen so viel mehr herauszulesen, als ich es jemals gekonnt hätte.
Nachdem sie mir die Muster erklärt hat, waren sie auch für mich offensichtlich. Eh klar. Aber gesehen hätte ich sie ohne ihre Hilfe trotzdem nie.
Echte Expert*innen tun nichts anderes, als das (für sie) Offensichtliche auszusprechen. Und genau darin liegt der Wert von Gesprächen mit echten Expert*innen.
Letztens meinte ein Gründer:
Mein Fokus ist B2B und B2C.
Dieser Fokus ist, natürlich, gar kein Fokus.
Wer alles bietet, bietet gar nichts.
Als Berater*innen stecken wir stets in einem Spannungsfeld:
Einerseits vermarkten wir unsere Expertise. Wir werden von unseren Kund*innen engagiert, um mit unserem Wissen, unserer Erfahrung und unserem Blickwinkel Inputs zu geben, die den Kund*innen helfen, ein Problem zu lösen oder eine Situation zu meistern. (Credibilty)
Andererseits sollten Berater*innen immer auch Lernende sein. Gute Berater*innen versuchen, die Situation ihrer Kund*innen wirklich zu verstehen. Sie fragen viel, sie fühlen sich ein, sie halten sich mit Annahmen, Aussagen und Meinungen zurück. (Learning)
Wie gesagt: Es ist ein Spannungsfeld, das es auszubalancieren gilt. Berater*innen, die nur Lernende sind, werden nicht ernst genommen. Berater*innen, die nur ihr Wissen abkippen, werden als Besserwisser empfunden.
Gute Berater*innen erkennt man daran, wie gut sie sich in diesem Spannungsfeld bewegen und wie gut sie erkennen, wann es Zeit ist zuzuhören und wann es Zeit ist zu sprechen.
Strategic Coach Podcast, 4. November 2020
(mehr …)Ich sehe es nicht als meine Aufgabe als Berater, meinen Kund*innen beim Ausfüllen von Formularen zu helfen.
Da ist meine Zeit und mein Know-How wirklich nicht gut eingesetzt.
Es ist unmöglich, als Neugründer*in Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Geschäftsidee zu haben. Vertrauen entstünde nämlich aus der Erfahrung, dass in der Vergangenheit diese Geschäftsidee funktioniert hat. Dass man in der Vergangenheit bereits die Herausforderung der Selbständigkeit bereits gemeistert hat.
Woher soll dieses Vertrauen kommen, wenn man es zum ersten Mal macht?
Was Neugründer*innen jedoch brauchen, ist den Glauben. Den Glauben an die eigene Geschäftsidee. Den Glauben daran, dass man diese Herausforderung bewältigen wird.
Zu glauben bedeutet, an etwas festzuhalten, weil man kein Vertrauen haben kann.