Tag#Gründungsberatung

Förderungen

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Eine der Fragen, die ich als Gründungsberater bekomme: “Gibt es irgendwelche Förderungen für mein Unternehmen?”

Die Frage ist legitim, schließlich gibt es tatsächlich allerhand Förderungen und Unterstützungen für alles Mögliche. Es ist nur konsequent sich zu erkundigen, ob da was Passendes für das eigene Gründungsprojekt dabei ist.

Die Frage ist nur: Welche Priorität hat diese Frage? Ist sie eine Frage unter vielen, oder ist sie die erste und wichtigste?

Der Innere Kritiker

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Der Innere Kritiker hat eine gewichtige Stimme. Er ist ein ständiger Begleiter im Gründungsprozess.

Der Innere Kritiker hat eine wichtige Aufgabe, und er hat seine Zeit und seinen Raum.

Aber wenn es darum geht, von der Unternehmensvision zu träumen, von den Potenzialen und Möglichkeiten, die das eigene Lifestyle Business eröffnen können… Da hat der Innere Kritiker Pause, so schwer ihm das wahrscheinlich fällt.

Zu viel des Guten

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Berater und Verkäufer haben eines gemeinsam: Sie bringen sich oft um den Erfolg ihrer Arbeit, weil sie nicht aufhören zu reden.

Auch wenn der Kunde längst überzeugt ist, hören sie nicht auf, ihn überzeugen zu wollen – und machen die Sache dadurch nur schlimmer.

Es ist immer besser aufzuhören, bevor man den Erfolg wieder zerredet.

Das kann ich mir nicht vorstellen

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Dieser Satz eines Kunden ist wahrscheinlich die der größte Herausforderung für Berater*innen und Lehrer*innen.

Solange das Neue, das Andere, das Bessere nicht vorstellbar ist, kann sich auch nichts in diese Richtung bewegen.

Den Blick für das Unvorstellbare zu öffnen, ist daher schon eine große Leistung.

Die erstbeste Idee

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Viele Unternehmer*innen geben sich mit ihrer erstbesten Idee zufrieden: Sie haben einen Einfall und setzen diesen um.

Dabei ist die erste Idee gerade mal der Startpunkt für das weitere Nachdenken. Auf die erste Idee folgt die zweite Idee, auf die zweite dann die dritte, darauf die vierte, die fünfte… und die achte ist dann vielleicht die Idee, die wirklich spannend ist, die wirklich nützlich ist, die wirklich merkbar anders ist als das, was die Mitberwerber*innen zigfach schon machen.

Es lohnt sich, zwei- oder dreimal um die Ecke zu denken, um nicht das Naheliegende mit dem Nonplusultra zu verwechseln.

Risiko

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Landläufig besteht die Meinung, als Unternehmer müsse man großen Mut zum Risiko haben.

Meiner Beobachtung nach ist das Gegenteil der Fall: Erfolgreiche Unternehmer*innen sind sehr risikoscheu. Sie versuchen, durch sorgfältiges Nachdenken, umsichtige Planung und frühzeitiges Testen jedes unnötige Risiko zu vermeiden.

Risiko ist für Amateure.

Gehört werden

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Eines wird mir mit jeder Beratung klarer:

Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was ich meinen Kund*innen sage.

Es geht immer zuerst darum, wie sehr sich meine Kund*innen von mir gehört und gesehen fühlen.

Wessen Idee

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Derek Sivers schreibt über einen Gedanken von Marshall Goldsmith, den ich hier auf die Gründungsberatung umlege:

Wenn ein Gründer zum Gründungsberater kommt und begeistert von seiner Gründungsidee erzählt, dann ist die Versuchung groß, dass der Berater sagt: “Das ist eine wunderbare Idee – und dazu fällt mir noch ein: Sie könnten noch das und das machen, und dann müssten Sie nur noch…” und so weiter. Der Berater gibt also, aus bester Absicht, seine eigene Meinung, seine Verbesserungsvorschläge und seine Ideen dazu – meist ungefragt.

Warum dieser Impuls zwar gut gemeint, aber nicht ungefährlich ist: In dem Moment, wo der Berater die Idee des Gründers “verbessert”, ist es nicht mehr nur die Idee des Gründers. Durch den Input des Beraters ist sie auch ein bisschen zur Idee des Beraters geworden – zu einer gemeinsamen Idee. Zu einem Shared Project.

Was nun passieren kann (kann, nicht muss!): Die ownership des Projekts durch den Gründer wird geschwächt. Durch die Ratschläge des Beraters verliert der Gründer einen Teil seiner Motivation, weil es nicht mehr uneingeschränkt seine Idee ist. Durch die Impulse des Beraters wird die Gründungsidee vielleicht objektiv verbessert, aber die emotionale Bindung des Gründers an seine Idee wird geschwächt.

Davor sollten wir Gründungsberater natürlich auf der Hut sein. Gar nicht so selten ist es wahrscheinlich besser, die objektiv guten Hinweise zurückzuhalten und dem Gründer seine Idee voll und ganz selbst zu überlassen – bis wir um Hilfe gefragt werden.

Ansonsten gilt der Rat von Ernesto Sirolli: If people don’t want to be helped, leave them alone!

Unter der Hand

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Was sagt es über mich, meinen Beratungsstil und die Beratungssituation insgesamt aus, wenn ich Dinge in der persönlichen Beratung sage, die ich lieber nicht verschriftlicht in einem e-Mail festgehalten haben würde?

Junge Mentaltrainerinnen

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Mir fällt auf: Es gibt gerade sehr viele Gründungen im Bereich “Mentaltraining”, “Resilienztraining” etc. Das Angebot sprießt gerade wie die Schwammerl aus dem Boden.

Meine Beobachtung ist auch, dass viele dieser Gründungen von Frauen um die 30 kommen.

Ich frage mich:

  • Was ist da dahinter? Welcher Schmerz drückt sich da in den Gründungen aus?
  • Gibt es davon mittlerweile zu viel Angebot am Markt?
  • Haben diese Frauen ob ihres jungen Alters ein Glaubwürdigkeits- und damit Marketing-Problem?

Die Antworten fehlen noch, aber die Fragen sind längst auf dem Tapet.

Online-Beratung

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In der Beratung läuft gerade dasselbe, das Anfang der 2000er in der Weiterbildung stattgefunden hat: Online-Beratung und e-Learning haben viel gemeinsam.

Damals, in den Anfängen von e-Learning, dachten auch viele: Sobald man ein pdf ins Internet stellt, ist das schon e-Learning. Und heute denken viele: Sobald ich Beratung über Zoom und Co. mache, ist das schon Video-Beratung.

Qualitativ hochwertiges e-Learning und qualitativ hochwertige Online-Beratung brauchen allerdings mehr: Nämlich ganz spezifische Kompetenzen sowie durchdachte Konzepte.

Und in sowohl in der Online-Beratung als auch bei e-Learning beobachte ich, dass beides nach wie vor Mangelware ist. Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept, wie Westernhagen sagen würde.

Zeit zum Lernen

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In meinem Büro hängt ein kleines Plakat, wo drauf steht: „Was hast du heute gelernt?“

Das ist mein Reminder, dass ich nicht nur dahinberaten, sondern von Zeit zu Zeit auch innehalten soll. Damit ich nachdenke, was ich hier eigentlich tue – und warum.

Nur: Dafür muss ich mir auch die Zeit nehmen. Ein Tag, an dem das Lernen vor lauter Geschäftigkeit unter den Tisch fällt, ist eine verpasste Gelegenheit.

Schade drum.

Vielleicht bringt das irgendwas…

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“Ich mach jetzt noch diese Ausbildung, vielleicht bringt das ja irgendwas.”

Das sagte eine Gründerin zu mir, die kurz vor der Gründung stand, aber noch auf der Suche nach den nötigen Kund*innen war. Das ist natürlich keine geeignete Strategie, um Kund*innen zu gewinnen. Das ist das Prinzip Hoffnung. Ein Schuss ins Blaue.

Davon halte ich nichts, das ist wohl klar. Aber wie man überhaupt auf eine solche Idee kommen kann, das erstaunt mich immer wieder auf’s Neue.

Lehrer-Schüler-Beziehung

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Es ist kompliziert.

Früher dachte ich: Der Lehrer sagt, wo’s lang geht, die Schüler folgen – zumindest die schlauen. Den renitenten ist eh nicht zu helfen.

Mit jedem Jahr als Lehrer wird mir klarer: So einfach ist das nicht. Die Schüler beeinflussen den Lehrer mindestens so sehr wie umgekehrt. Oft ist in einer Lehr-Lern-Situation gar nicht eindeutig zu bestimmen, wer hier eigentlich Lehrer und wer Schüler ist.

Überall, wo Menschen zusammenarbeiten, gibt es Frustpotenzial. Lehrer und Schüler sind keine Ausnahme – im Gegenteil.

Wir wollen etwas bewirken

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Es gibt wohl kaum etwas Motivierenderes als das Gefühl, dass für das, was man denkt, sagt oder tut, bei anderen Menschen Interesse besteht.

Es ist nur bedingt erfüllend, Dinge für sich selbst zu tun. Selbst-Projekte sind schon okay, aber wirklich in die Kraft kommen wir oft erst, wenn durch unsere Projekte eine Beziehung zu anderen Menschen entsteht. Wenn wir im Anderen etwas bewirken.

Das gilt natürlich für Lehrer*innen und Berater*innen ganz besonders. Ihnen ist dieser Moment, wo sie dieses Interesse ihrer Schüler*innen bzw. Kund*innen spüren, oft mehr wert als das Geld, das sie mit ihrer Tätigkeit verdienen. (Was übrigens auch ein Grund ist, warum viele Lehrer*innen und Berater*innen schlecht bezahlt sind.)

In guten Händen

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In jedem Beratungsprozess kommt irgendwann der Moment, in dem Kund*in und Berater*in Abschied nehmen. Der gemeinsame Weg ist zu Ende.

Der Abschied fällt dem Berater umso leichter, wenn er die Kund*innen in guten Händen weiß – sei es, weil ein Problem gelöst wurde, oder sei es, weil neue Begleiter*innen auf den Plan getreten sind, die den weiteren Weg übernehmen.

Oder sei es, weil der Berater intuitiv spürt, dass die Kund*innen gut aufgehoben sein werden, egal was passiert.