Tag#Gründungsberatung

Professional noticing

P

Profis unterscheiden sich von Anfängern in ihrer höheren Fähigkeit, in ihrem Fachgebiet Dinge wahrzunehmen: Probleme, Widersprüche, Auffälligkeiten, Abweichungen, Wichtiges, Unwichtiges, Ablenkungen, Ungesagtes und so weiter. Professional noticing wird diese Fähigkeit genannt.

Das bedeutet: Allein die Fähigkeiten, die ich durch meine Erfahrungen als Gründungsberater über die Jahre ausgebildet habe, macht eine Gründungsberatung wertvoll. Weil ich nach 2.500 Beratungsstunden viel Übung in professional noticing habe. Ich sehe einfach mehr als ihre Gründer*innen, und das macht meine Gründungsberatung wertvoll.

Aber: Professional noticing kann man nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln, auch ich nicht. Es gibt vier Voraussetzungen für professional noticing:

  1. Fachwissen
  2. Aufmerksamkeit, Wachsamkeit
  3. Übung
  4. Willingness to see

Gerade der vierte Punkt scheint mir entscheidend. Professional noticing funktioniert nur, wenn ich konsequent meine Augen aufmache.

Keine Fragen

K

Die Gründerin sagt: Ich habe keine Fragen.

Was sie wirklich meint: Ich habe keine Fragen an dich. Die Fragen, die ich derzeit beschäftigen, möchte ich mit dir nicht besprechen.

Sie sagt es nur nicht so, weil sie nett zu dir sein will.

Idealisten

I

In jeder Profession gibt es Menschen, die (viel) mehr tun als notwendig. Weil sie wollen. Weil sie können. Aus Idealismus.

Aber viele sind es nicht.

Die zweite Strophe

D

Wer kennt die zweite Strophe der Bundeshymne? Wer kennt die zweite Strophe von Stille Nacht, heilige Nacht? Wer kennt die zweite Strophe von Ein Männlein steht im Walde?

Die erste Strophe kennen die meisten, das ist keine große Kunst. Der wirkliche Kenner, der Profi kennt auch die zweite Strophe.

So ist es auch in der Gründungsberatung: Die erste Strophe kennt bald wer. Die Guten erkennst du daran, dass sie auch die zweite Strophe in- und auswendig können.

Und die wirklich, wirklich Guten können auch die dritte.

Zum Haareraufen

Z

Es gibt Menschen, die wollen nicht effizienter arbeiten. Es gibt Menschen, die wollen ihre miese Situation nicht verbessern. Es gibt Menschen, die fühlen sich in ihrem Unglück scheinbar wohl.

Diese Menschen sagen zwar (immer und immer wieder), dass sie etwas ändern möchten. Und sie nehmen auch immer wieder Anlauf und posaunen Absichtserklärungen raus. Aber wenn es dann ernst wird, dann ziehen sie ihren Schwanz ein.

Das ist natürlich ihr gutes Recht. Aber für jeden Berater sind solche Kunden zum Haareraufen. Weil man als Berater etwas weiterbringen und verändern möchte, aber der Kunde steht auf der Bremse.

Wenn der Berater motivierter ist als der Kunde – das kann nicht gut gehen.

Leichtigkeit

L

Leichtigkeit bei der Arbeit ist nicht nur ein nice to have, mit dem sich die Arbeit vielleicht nicer anfühlt.

Leichtigkeit ist die Grundlage des Erfolges für die wirklich guten Lehrer*innen und Berater*innen! Auch meine Hochschullehre und meine Gründungsberatung fußen auf dieser Leichtigkeit. Es ist genau diese Leichtigkeit, die mich in meinen besten Momenten ausmacht und die bei meinen Studierenden und Kund*innen so besonders resoniert.

Leichtigkeit ist daher eine strategische Stärke. Sie ist eine USP. Sie ist ein asset.

Gründen ist riskant

G

Das ist eine weitverbreitete Meinung.

Ich sage: Gründen ist nicht so riskant, wie man vielleicht denkt.

Aber es ist nicht einfach.

Langer Atem

L

Es ist ein typisches Phänomen von Gründer*innen, dass sie lang über die Gründung nachdenken.

Das heißt für mich als Gründungsberater (und mein Geschäftsmodell): Ich brauche einen langen Atem.

Es kann sein, dass jemand mir Jahre folgt, bevor er/sie sich (endlich) entschließt, jetzt zu gründen und meine Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der kritische Erfolgsfaktor ist, dass ich zur Stelle bin, wenn dieser Moment eintritt. Und bis dahin mache ich mit meinem Marketing konsequent weiter und vertraue darauf, dass dieser Moment, wo ich um Hilfe gebeten werde, tatsächlich irgendwann kommen wird.

Durch die Wüste

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Viele Gründer*innen können den sprichwörtlichen “Weg durch die Wüste” nur deswegen nicht gehen, weil sie die Straße nicht finden.

Diesen Menschen kann geholfen werden.

Diesen Menschen kann ich helfen.

Empathische Lehre

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Unlängst habe ich eine Diskussion mitbekommen, in der ein Student einer Kollegin versucht hat, ein Buchhaltungsproblem zu erklären. Er war wirklich sehr bemüht, aber er konnte mit seiner Erklärung nicht zu ihr durchdringen.

Die Studentin hat die verfahrene Situation schließlich so zusammengefasst: “Ich verstehe dich, aber du verstehst mich nicht.”

Und damit hat sie auf den Punkt gebracht, was gute Lehre wirklich gut macht. Man darf nicht nur die richtige Lösung kennen, sondern muss auch wissen, wie man die richtige Lösung vermittelt. Oder, mit anderen Worten: Man muss zuerst verstehen, warum jemand Probleme mit dem Verstehen hat. Erst dann kann man an die Lösung des Verständnisproblems gehen.

Das Zauberwort ist Empathie. Und Empathie ist eine Kunst.

Wissen vs. Transformation

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Das Wissen ist gratis. Ich teile es großzügig auf allen meinen Plattformen. Da halte ich auch nicht zurück.

Was kostet: Dass ich dir beim Transfer des Wissens in dein eigenes Leben helfe. Oder bei der Umsetzung des Gelernten. Die Transformation ist nämlich das eigentlich Wertvolle.

Es ist ein bisschen wie in der Schule: Die Mathe-Lehrerin lehrt für alle Schüler*innen in der Klasse “gratis”. Wenn jemand aber Nachhilfe braucht, d.h. individuelle Arbeit und Betreuung, um eine bestimmte Note zu erreichen, dann kostet das extra.

Das Wissen ist gratis, für die Transformation musst du bezahlen. So lässt sich das Geschäftsmodell praktisch aller Berater*innen mit Content-Marketing zusammenfassen.

Prototyping

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Es wird von Gründungs- und Start-up-Coaches oft empfohlen wird: Nicht allzu lange im eigenen Kopf bleiben. Möglichst bald auf den Markt gehen und Erfahrungen sammeln. Deine potenziellen Kunden mit deinem Produkt konfrontieren und schauen, was sie dazu sagen.

Das passt grundsätzlich schon. Aber: Es gibt Menschen, die brauchen eine tiefgehende gedankliche Auseinandersetzung mit ihrer Gründungsidee. Für sie ist es wichtig, dass sie sich ausgiebig im Kopf mit ihrer Gründung auseinandersetzen.

Das ist kein bug, sondern bei diesen Menschen ist es ein feature. Denn wenn die Gründungsidee lange genug im Kopf durchgespielt wurde, dann haben diese Menschen auch den Mut, sich kompetent auf den Markt zu stellen und zu sagen: Schaut mal her, ich habe hier was echt Leiwandes entwickelt!

Und vorher nicht.

Gründen für Schüler*innen?

G

Ich will ja wirklich nicht meckern.

Als Gründungsagentur des Landes Niederösterreich leistet das RIZ Up einen wertvollen Dienst für alle Gründer*innen des Landes. Generell sehe ich jede Initiative positiv, die dabei hilft, engagierten Gründer*innen einen besseren Start in ein erfolgreiches Leben als Selbständige zu ermöglichen.

Aber… Unlängst habe ich mir ein Video des RIZ Up angeschaut, Gründen für SchülerInnen. An der Oberfläche betrachtet ist mit dem Vortrag alles okay. Alles, was gesagt wird, ist inhaltlich völlig korrekt, und es ist auch recht sympathisch präsentiert.

Was jedoch aus meiner Sicht vollständig fehlt, ist eine ganz essenzielle Zutat guter Lehre: Didaktik bzw. didaktische Überlegungen. Sowas wie:

  • Was sind die Fragestellungen, die junge Menschen in Sachen Gründung wirklich interessiert?
  • Wo ist der Einstieg ins Thema, der an die Lebenswelt von Schüler*innen anknüpft und der im besten Fall sowas wie Interesse und Neugier erzeugt?
  • Wo sind Beispiele für Gründungen, die Schüler*innen tatsächlich schon mal durchgeführt haben? Wo können Schüler*innen erkennen, dass Gründung ein Thema ist, das auch sie betreffen kann?
  • Wo wird auf die besonderen Lebensumstände von Schüler*innen eingegangen? z.B. Wie gründet man neben der Schule – und was bedeutet das z.B. für die Familienbeihilfe der Eltern? Ist es schon eine Gründung, wenn wir am Maturaball selbstgemachte T-Shirts verkaufen? Darf ich überhaupt ein eigenes Unternehmen gründen, wenn ich erst 16 bin?
  • Warum werden dafür Themen besprochen, die für Schüler*innen (noch) meilenweit weg sind (z.B. die Rechtsformen OG, KG, GmbH)? Was soll das bringen, außer dass es die Zuseher*innen überfordert oder sogar Angst macht?

Diese Liste ist keinesfalls vollständig, und man kann sich jeder dieser Fragen auf unterschiedliche Weise nähern. Man kann auch völlig unterschiedlicher Ansicht sein, was ein didaktisch sinnvoller Zugang zum Thema Gründung für Schüler*innen ist. Man muss auch nicht mit mir einer Meinung sein, um ein didaktisch gutes Video zu erstellen.

Aber was ich in diesem Video für eine vergebene Chance halte, ist, dass es überhaupt keine grundlegende didaktische Linie gibt. Die absoluten didaktischen Basics fehlen komplett.

Dabei wäre das gar nicht soooo schwer. Es würde für den Anfang genügen, mit jenen zwei Fragen zu beginnen, die uns Seth Godin immer wieder stellt:

  • Who is it for?
  • What is it for?

Diese zwei Fragen ernsthaft beantwortet, und die didaktische Qualität dieses (und jedes anderen Videos) steigt exponentiell.

PS: Sollte irgendjemand vom RIZ Up das jemals lesen… Ich helfe euch gerne, ein richtig cooles und wertvolles Video für Schüler*innen zu erstellen. Sagt mir bescheid!

Angst nehmen

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Es ist eine große Leistung es zu schaffen, jemandem die Angst zu nehmen. Zum Beispiel vor der BWL. Zum Beispiel vor einer Gründung.

Das ist ein großer Nutzen. Das ist wertvoll!

Nützliche Buchnotizen

N

Ich habe auf diesem Blog hunderte von Buch- und Podcast-Notizen veröffentlicht.

Warum? Weil ich glaube, dass sie von tausenden Menschen gelesen werden?

Nein. Natürlich würde ich mich freuen, wenn das so wäre. Aber aus meiner Sicht erfüllen diese Notizen mindestens eine wichtige Nebenfunktion: Sie schaffen Vertrauen.

Auch wenn ein Besucher meiner Website nie eine einzige meiner Buchnotizen lesen wird, ist es nützlich für ihn zu wissen, dass ich die Bücher gelesen habe.

Denn dann muss er sie nicht mehr lesen und kann direkt auf das Wissen zugreifen, wenn er mit mir arbeitet.

Abkürzungen geben

A

(Manche) Menschen suchen nach Abkürzungen.

Sie haben so viel anderes zu tun, deshalb wollen sie genau gesagt bekommen, was sie tun sollen. Für diese klaren “Vorschriften” (Handlungsanleitungen) sind sie auch bereit, Geld zu zahlen, weil es für sie eine Abkürzung zum Ziel ist.

Für Berater*innen kann daher gelten: Nicht labern, sondern zum Punkt kommen. Konkrete Hilfe geben hin zur Problemlösung. Und das Ganze in verständlichen, klaren Worten kommunizieren.

Das ist eine Form von value creation.

(siehe auch dieser Blog)

Josef Zotter

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Ich habe höchsten Respekt vor Josef Zotters unternehmerischer Leistung. Er ist ein Visionär, der den Platz am Markt für hochqualitative und fair produzierte Schokolade gesehen hat, als ihn die meisten Anderen für einen kompletten Spinner gehalten haben.

(Und seine Schokoladen sind gut, da legst die Ohren an. Ein Traum.)

Und dennoch frage ich mich als Gründungsberater: Was können Gründer*innen von Josef Zotter wirklich lernen?

Ist es wirklich immer eine so gute Idee, mit voller Überzeugung an einer Idee festzuhalten, an die sonst niemand glaubt und auf die auch keiner gewartet hat?

Bei Josef Zotter hat es superb funktioniert. Aber auf jeden Josef Zotter kommen zwanzig andere Visionäre, denen der Markt die kalte Schulter für ihre außergewöhnliche Idee zeigt.

Coachende Haltung

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Unlängst von Dr. Andrea Klein gelernt:

Als Hochschullehrer kann ich kein Coach für meine Studierenden sein. Das gibt die Zeit und das geben die Rahmenbedingungen nicht her.

Auch als Gründungsberater bin ich kein Coach, sondern Berater.

Aber: Ich kann in beiden Rollen, als Lehrender und als Berater, eine coachende Haltung einnehmen. Das bedeutet, dass ich einen wohlwollenden Zugang, einen freundlichen Blick und ein Interesse an der Entwicklung meiner Studierenden bzw. Gründer*innen habe.

Von einer coachenden Haltung profitieren nicht nur Studierende und Gründer*innen, sondern es macht auch für mich selbst die Arbeit menschlicher und damit wertvoller.