Drei Gedanken, die ich mir aus dieser Bibel der Sinnsucher mitgenommen habe.
(mehr …)Seth Godin: Modern Choice Theory 🎙
Akimbo Podcast vom 3. März 2021
(mehr …)Merci
Ich habe von meinen Studierenden an der FH St. Pölten bei der letzten Einheit meiner Lehrveranstaltung “Media Cost Management and Finance” ein Packerl Merci zum Abschied bekommen.
Ich war total überrascht und gerührt.
Und gleichzeitig mag es ein Beweis sein für etwas, das seit 2000 Jahren in der Bibel steht: Gib, dann wird dir gegeben werden.
Unerkannte Privilegien
Wie wir als Kind aufwachsen, halten wir für ganz normal. Wir glauben, alle Kinder wachsen so auf wie wir.
Wir sind uns unserer Privilegien überhaupt nicht bewusst – nicht als Kind, und nicht als Erwachsene.
Das ist ein Problem, wenn wir erwachsen sind, weil darin die Wurzel von Diskriminierung und Rassismus liegt.
[Danke Betiel Berhe für diesen Gedanken.]
Die Grenzen des Systems
Egal, in welchem System wir uns bewegen, es wird darin Menschen geben, die die Grenzen dieses Systems ausloten. Die schauen, was sie sich erlauben können, ohne sanktioniert zu werden. Die Schwachstellen und Schlupflöcher aufstöbern und ausnutzen.
Das kann man diesen Menschen nur bedingt vorwerfen. Der moralische Kompass, dass alles erlaubt ist, was nicht verboten ist, ist weit verbreitet – und wird ja sogar von vielen “Vorbildern” in Politik, Wirtschaft und Kultur so vorgelebt.
Wenn man nicht will, dass etwas passiert, dann braucht es dafür klare Regeln. Was nicht erwünscht ist, darf einfach nicht erlaubt sein. Dann wird es auch (fast) nicht mehr passieren.
Unmoralisch?
Unlängst habe ich mit meinen Studierenden an der FH St. Pölten darüber diskutiert, ob es denn nicht unmoralisch ist, dass ein Ticket für das Pink-Konzert in Wien zwischen 100 und 600 Euro kostet, wo Pink doch ein geschätztes Vermögen von 180 Millionen Euro hat. Müsste Pink angesichts ihres Reichtums nicht gratis spielen?
Ein Student hat diese Frage mit folgender Faustregel beantwortet: Immer, wenn man fordert, dass irgendwer was gratis machen sollte, darf man sich fragen: Würde ich es an seiner Stelle gratis machen?
Meistens hat sich das moralische Dilemma damit schlagartig aufgelöst.
Berechnend (1)
Eigentlich müsste es mir klar sein, und trotzdem hat mich überrascht, was ich unlängst in brand eins gelesen habe:
Das Möbelhaus duzt uns ja nicht, weil das so eine liebenswürdige Wallander-Schrulle ist, sondern weil es damit mehr Sperrholz verkauft.
Holger Fröhlich: Nein, ich will nicht schlauer werden.
brand eins 04/2023, S. 56
Manchmal denke ich mir: Du bist unglaublich naiv!
Begleitender Neid
Wenige Dinge sind so gewiss wie der Umstand, dass du dein Leben lang von Neid begleitet wirst.
Da ist einerseits der Neid der Anderen. Wenn dir etwas gelingt, wenn du dir was erlaubst oder wenn sich eine Investition für dich auszahlt, wirst du mit Gewissheit auf Menschen treffen, die auch wollen, was du hast. (Wohlgemerkt: nur das Ergebnis, nicht die ganze Arbeit dahinter.)
Andererseits (und viel interessanter) ist da der Neid, den du empfindest. Die Dinge, die du auch gerne hättest. Neid ist ein verlässlicher Indikator für die Dinge, die dir wichtig sind im Leben.
Das ist grundsätzlich auch okay so. Neid ist ein Teil des Lebens. Ungesund wird es nur, wenn:
- dein Neid in Missgunst umschlägt.
- du Menschen um Dinge beneidest, die eigentlich gar nicht deinen eigenen Werten entsprechen.
Neid ist ein guter Indikator, aber ein schlechter Reiseleiter.
Auf Kante genäht
Über die Jahre sind in ganz vielen sozialen Systemen die Puffer weggefallen.
Das betrifft Familien ebenso wie Unternehmen, egal, wie groß oder klein sie sind. Wenn alles nach Plan läuft, geht sich alles gerade so aus. Aber wehe, es kommt etwas dazwischen. Wehe, Mama wird krank oder ein Lieferant kann nicht rechtzeitig liefern. Wenn mal etwas aus dem Ruder läuft, entgleist gleich der ganze Zug.
Das beste Mittel, um nachhaltig und gesund zu leben (als Unternehmer oder als Familienvater), wäre, nach und nach die Puffer aufzubauen: finanziell, zeitlich und energetisch.
Die Natur ist schließlich auch kein Effizienzkaiser.
Ein Grund zum Feiern
Ostern ist schwer zu begreifen, auch für Erwachsene. Ich glaube, kaum jemand begreift das Fest. Deswegen wird es auch so wenig gefeiert.
Ich glaube, wir feiern zu Ostern, dass wir “vom Tod auferstehen” (= unsterblich) werden, wenn wir unser Leben zur Gänze annehmen und ohne Furcht leben. Dann kann uns nichts einmal der Tod etwas anhaben.
Wäre das nicht eine wundervolle, befreiende, „rettende“ Nachricht? Wäre das nicht der allergrößte Grund zu feiern?
Oliver Burkeman: 4000 Wochen (2021) 📙
Ein ungewöhnliches Buch über Zeitmanagement. Vielleicht das beste seit Getting Things Done.
(mehr …)Klein halten
Andere Menschen haben dich nicht gerne groß. Den meisten Menschen geht es besser, wenn du klein bist: nicht zu auffällig, nicht zu erfolgreich und schon gar nicht zu glücklich. Zumindest nicht glücklicher als sie.
Das geht bis in den Freundeskreis und sogar in die engste Familie hinein. Weil jede Form von Glück und Erfolg immer auch eine Provokation ist: Warum geht es dem so gut und mir nicht?
Im Anderen sehen wir, welches Potenzial wir selbst auch hätten, aber (noch) nicht ausschöpfen. Und anstatt davon motiviert zu werden, reagieren viele Menschen mit Neid und Missgunst und machen andere nieder.
Das muss allen bewusst sein, die sich selbständig machen und ganz besonders allen Lifestyle Entrepreneuren. Glaub ja nicht, dass sich jede*r in deinem Umfeld mit dir freut, wenn du mit deinem Lifestyle Business erfolgreich und glücklich bist.
Die höchste Schule
“Die wichtigste Bildungseinrichtung, die bedeutendste und höchste Schule, das sind wir selbst”, sagt Wolf Lotter.
Wir lernen nirgends sonst so schnell wie durch die eigene Erfahrung, besonders durch schmerzhafte Fehler.
Wir irren uns vorwärts. Und dafür gibt es auch keine Abkürzungen.
Uwe Böschemeyer: Gottesleuchten (2007) 📙
Ein Buch über so genannte “Wertimaginationen”. Spannend, aber auch ein bisschen schräg.
(mehr …)Miteinander
Eine der schönsten Besonderheiten an der Gründungsberatung ist für mich, dass ich mitunter von meinen Gründer*innen genauso viel lerne wie sie von mir.
Unlängst hat mir eine Gründerin in einem Nebensatz eine ganz besondere Lebensweisheit mitgegeben:
Das wirklich Wertvolle im Leben entsteht immer durch Interaktion.
Und ich glaube: Sie hat damit vollkommen und uneingeschränkt recht.
Liebe und Sinn
Spannender Gedanke von Gary Chapman:
Es ist schwer, Sinn in seinem Leben zu finden, wenn man nicht liebt und sich geliebt fühlt. Ohne Liebe verbringen (vergeuden?) wir viel Zeit damit, Sinn, Selbstwert und Sicherheit zu suchen.
Wer Sinn in seinem Business (oder in seinem Job) sucht, sucht vielleicht nach Liebe – am falschen Ort.
Waschmaschine
Unlängst war unsere Waschmaschine kaputt.
Ich war entschlossen, sie selbst zu reparieren. Ich bin ja ein geschickter Bursche, es gibt genügend Youtube-Videos, und so schwer kann das ja nicht sein.
Drei Reparaturstunden später musste ich mir eingestehen, dass das alles doch nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheint und dass ich wohl doch lieber einen Profi ran lassen sollte, der weiß, was er tut.
Der Profi war dann zwei Tage später im Haus. Im Endeffekt hat es ihn mehr Zeit gekostet, meine Reparaturversuche wieder zu korrigieren, als wenn ich ihn gleich gerufen hätte.
What do we learn, Palmer? What do we learn?
Intelligenz
Intelligent zu sein ist super, aber es ist nicht genug.
Denn auch sehr intelligente Menschen können sehr dumme Entscheidungen treffen.
Garten
Ich wohne in einer Mietwohnung ohne eigenen Garten.
Und dennoch kann ich mir meinen eigenen “Garten” wählen. Irgendetwas in meinem Leben, um das ich mich mit genauso viel Liebe und care kümmere wie ein Gärtner um seinen Garten.
Jeder Mensch sollte so einen “Garten” haben, dem er sich mit aller Hingabe widmet.
[Danke Nick Offerman für diesen blühenden Gedanken.]
Zu wenig?
Wir glauben oft, dass unsere Probleme daher kommen, dass wir zu wenig von etwas haben.
Dabei ist es wahrscheinlicher, dass unser Hauptproblem von einem zu viel (von allem) ausgelöst wird.
[Danke Veit Lindau für diesen Gedanken.]