Tag#Lebensfragen

Wunschbäume

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Im Linzer Mariendom stehen Christbäume, an denen viele Kärtchen hängen. Auf diese Kärtchen haben Menschen ihre Wünsche geschrieben – für sich selbst, für ihre Lieben, für das Jahr 2023, für die Welt.

Es sind so, so viele Kärtchen von so, so vielen verschiedenen Menschen. Und doch wünschen sich alle im Grunde das Gleiche: Frieden. Gesundheit. Harmonie. Beruflichen Erfolg. Weniger materielle Not. Liebe.

Wir sind uns alle viel ähnlicher in unseren Sehnsüchten, als uns of bewusst ist.

Erschöpfung

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Es ist nicht die Anstrengung, die zu Erschöpfung führt, sondern die Fremdbestimmung.

Die Lösung für Erschöpfung ist daher auch nicht das Nichtstun. Im Gegenteil: Anstrengung ist der Weg aus der Erschöpfung, weil sie den Weg zur Selbstbestimmung eröffnet.

[Danke Andreas Salcher für diesen Gedanken.]

Ziele für 2023

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Es ist ja schön und gut, wenn du dir für dein Unternehmen Ziele vornimmst. Wenn du ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 haben willst.

Aber: Niemand interessiert sich für deine Ego-Ziele. Um deine Ziele zu erreichen, vermute ich mal, wirst du die Hilfe deiner Kund*innen brauchen.

Und da lautet die einzig relevante Frage: Was kannst du für deine Kunden tun, damit sie 2023 erfolgreich werden?

Löwenzahn-Gefühle

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Unlängst gehört bei Jagoda Marinic:

Löwenzahn-Gefühle sind die Gefühle, die sich rauspressen wie Löwenzahn durch den Asphalt.

All das, was wir nicht unterdrücken können, selbst wenn wir es wollen. 

Verschlafen

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Ein italienischer Bischof hat die Weihnachtsmesse verschlafen, die er eigentlich zelebrieren wollte. Nach dem Abendessen wollte er sich kurz ausruhen und hat versehentlich den Wecker auf 10:50 statt 22:50 gestellt.

Als er drauf kam, war es zu spät. Ein Kollege musste den Gottesdienst für ihn leiten.

Als er verspätet zur Messe erschien, entschuldigte er sich bei der versammelten Gemeinde und sagte: “Wir dürfen uns nicht vor unseren eigenen Schwächen erschrecken.”

Was für ein wunderbarer Satz!

Mögen alle Menschen, die gerade im Begriff sind, sich selbständig zu machen, vor ihren eigenen Schwächen nicht erschrecken, welche die Selbständigkeit gnadenlos aufdecken wird.

[Quelle: orf.at]

Grenzüberschreitung

G

Es kommt Gott sei Dank sehr selten vor, aber manchmal überschreitet jemand mir gegenüber die Grenzen der guten Kinderstube und des Respekts.

Dabei ist es aus meiner Sicht völlig unerheblich, ob das absichtlich geschieht oder aus reiner Gedankenlosigkeit.

Wichtig ist mir dabei nur, dass ich gelernt habe, diese Menschen damit nicht durchkommen zu lassen, sondern dass ich freundlich, aber deutlich zu sage:

“Bitte, wo samma denn? So geht niemand mit mir um!”

Unsere Möglichkeiten

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Wir haben so viele Möglichkeiten. Wahrscheinlich mehr Möglichkeiten als in irgendeiner Epoche der Menschheit zuvor.

Warum nützen wir dann so wenige von ihnen?

Drei Missverständnisse

D

Unlängst hat meine Frau versucht, mir ein Problem mit der Betreuung unserer Tochter im Kindergarten zu erklären.

Es hat drei Anläufe gebraucht, bis ich kapiert habe, was eigentlich Sache ist.

Das Ungewöhnliche daran ist nicht, dass ich meine Frau dreimal falsch verstanden habe.

Das Ungewöhnliche ist, dass ich es bemerkt habe.

Unterschätzt

U

Ich habe unlängst Dame gespielt – zum ersten Mal seit ca. 30 Jahren.

Mein Gegner hat mir die Spielregeln kurz erklärt, ich konnte mich leidlich gut erinnern, und damit ging’s auch schon los. Und was soll ich sagen: Ich habe meinen Gegner vernichtet.

Also Revanche. Und was soll ich sagen: Ich war siegessicher, an der Grenze zur Überheblichkeit. Daher habe ich viele kleine Fehler gemacht, war unkonzentriert und … mein Gegner hat kurzen Prozess mit mir gemacht.

Mein Learning: Man soll seinen Gegner nie unterschätzen – auch wenn er erst sechs Jahre alt ist.

Zinseszins-Effekt

Z

Wir Menschen haben ein grundsätzliches Problem: Wir können uns nur ganz schwer unsere Zukunft vorstellen.

Deswegen ist uns auch nicht klar, wie wertvoll ein Investment ist, das vielleicht im Moment unangenehm und mühsam ist, das in unserer Zukunft aber einen Riesenvorteil bringen würde.

Klassisches Beispiel ist das Sparen, beispielsweise mit einem ETF-Sparplan: Das Setup ist anstrengend und braucht Zeit. Aber es lohnt sich über einen Zeitraum von zehn, zwanzig Jahren. Zigfach.

Oder die Idee, sich in seinem Business jeden Tag um nur 1% zu verbessern. Wer das ein Jahr lang macht, hat sich innerhalb eines Jahres fast 38 mal verbessert. Nicht 38 % besser, sondern 38 MAL besser!

Das Problem ist halt: Wir verstehen den Zinseszins-Effekt nicht.

Und das gereicht uns immer und immer wieder zum Nachteil.

[Danke Camillo Patzl für diesen Gedanken.]

Nicht schwach

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Sehr spannender Podcast von Seth Godin:

Wir Menschen verbringen viel Zeit damit, anderen Menschen zu signalisieren, dass wir nicht schwach sind.

Nicht schwach zu sein ist etwas anderes, als stark zu sein.

Stark zu sein bedeutet, dass man seine Ressourcen so einsetzen kann, dass etwas Nützliches dabei heraus kommt.

Nicht schwach wirken zu wollen bedeutet hingegen, dass man seine Ressourcen dafür einsetzt, (vermeintliche) Bedrohungen durch andere Menschen abzuwehren.

Niemand will wie ein armer Schlucker, wie ein Knauserer, wie ein Idiot oder eine andere der vielen Formen dastehen, wie sich Schwäche ausdrücken kann. Wir Menschen sind über die Jahrhunderte sehr geschickt geworden darin, uns Strategien und Symbole zuzulegen, um unseren Mitmenschen zu signalisieren, dass wir nicht schwach sind.

Kann gut sein, dass sich die Aussagen und Handlungen deiner Mitmenschen, die du besonders eigenartig findest, damit erklären lassen, dass sie dir zeigen möchten: Hey, ich bin nicht so schwach wie du vielleicht denkst!

Weltuntergang

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Es ist nicht nötig, dass du stündlich die News auf orf.at checkst.

Sollte die Welt untergehen, wirst du es auch so mitbekommen.

[Danke Anitra Eggler für diesen wichtigen Hinweis.]

Vorfall statt Rückfall

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Alles bringt uns weiter.

Auch wenn es gerade schwierig ist.

[Danke Barbara Wallner für diesen Gedanken.]

Trainerwechsel

T

Die Admira hat also (wieder) einen neuen Trainer. Rolf Landerl folgt auf Roberto Pätzold.

Im Juni 2022, als Pätzold als Nachfolger von Andreas Herzog vorgestellt wurde, hieß es von den Vereinsverantwortlichen noch:

Wir haben uns bei der Verpflichtung des neuen Cheftrainers die notwendige Zeit genommen, sorgsam abgewogen und letztlich eine Entscheidung getroffen, von der wir vollends überzeugt sind. Roberto Pätzold trägt unsere Ausrichtung und Ziele vollends mit und ist von seinem Profil her prädestiniert, den notwendigen Neuanfang voranzutreiben.

Philip Thonhauser, Präsident

Jetzt, kein halbes Jahr später, sieht die Sache anscheinend anders aus:

Nach der Analyse der letzten Wochen mit Blick auf die Entwicklung der Mannschaft sind die Vereinsführung und die sportliche Führung gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass wir eine personelle Veränderung vornehmen und Roberto Pätzold freistellen. 

Marcel Ketelaer, Sportvorstand

Irgendjemand hat sich da anscheinend gewaltig geirrt. Vielleicht der Trainer, vielleicht die Vereinsverantwortlichen, wahrscheinlich beide.

Aber die Frage bleibt: Wie kann etwas so falsch sein, das vor wenigen Monaten noch so richtig war?

PS: Ich wünsche dem neuen Trainer Rolf Landerl und der ganzen Mannschaft alles Gute für die Rückrunde.

Hypothesen

H

Wir sind sehr schnell dabei, über andere Menschen Hypothesen aufzustellen: Warum der eine so eigenartig ist. Warum die andere so erfolgreich ist. Warum bei ihm alle Beziehungen in die Brüche gehen. Warum sie so ein anstrengendes Kind hat.

In Wirklichkeit wissen wir einen Sch…dreck.

Was uns aber nicht davon abhält, zu allem und jedem eine Meinung zu haben.

Was stimmt nicht mit dir?

W

Das ist meistens keine nützliche Frage. Und auch keine faire.

Mit dir ist alles in Ordnung. Kann schon sein, dass du einen Fehler gemacht hast. Dass du eine Situation falsch eingeschätzt hast. Dass du einen Moment unaufmerksam warst. Dass du dich geirrt hast.

Das kann alles passieren, das gehört (leider) zum Leben dazu. Wo gehobelt wird, fallen Späne.

Aber nichts davon kann dich in Frage stellen.

Augen und Ohren

A

Du brauchst Augen für die Omen und Ohren für die Engel, die dir jeden Tag begegnen.

Glaub nicht, dass sie nicht existieren, nur weil du sie nicht wahrnimmst.

Kidnapping

K

Kann es sein, dass du gekidnappt wurdest von deinen Zweifeln, Sorgen und Ängsten?

Kann es sein, dass das Einzige, was deine Freiheit beschränkt, in Wahrheit dein Bedürfnis nach Sicherheit ist?

Neidlos

N

Neidlos den Erfolg von anderen anzuerkennen, fällt uns schwer.

Es gelingt uns nur, wenn wir das Wettbewerbsdenken aufgeben und uns daran erinnern, dass wir Menschen nicht gegeneinander spielen, sondern dass jeder Mensch sein ganz eigenes Spiel spielt. 

Dadurch kann jeder gewinnen, ohne dass ein anderer verlieren muss.