Tag#LifestyleBusiness

Schlecht behandelt

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Unlängst habe ich zweimal nicht gekauft, weil ich schlecht behandelt wurde. 

Beim einen Mal, in einer Bäckerei, hat die Verkäuferin mit meinen Kindern gemeckert. Beim anderen Mal, in einer Pizzeria, war das Team so damit beschäftigt, miteinander zu streiten, dass sie mich vollkommen ignoriert haben. 

Mit zunehmenden Alter wird mir immer wichtiger, dass nicht nur die Produkte gut sind, sondern wie Unternehmen mit ihren Kunden umgehen. 

Ich mag Unternehmen, die ehrlich sind und ihre Versprechen halten. Und ich mag Unternehmen, die mich als Mensch sehen und nicht nur als Umsatzbringer. 

Sommerloch (2)

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Der Grund, warum das Sommerloch so schwer zu ertragen ist, ist meistens gar nicht der fehlende Umsatz.

Es ist das Gefühl, nicht gefragt zu sein. Nicht gebraucht zu werden. Sich nicht als wirkmächtig zu erleben.

Das muss man erst mal aushalten lernen.

Nicht so verbissen

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Wenn du gerade sehr verbissen bist, wenn alles irgendwie verkrampft wirkt und dir die Leichtigkeit verloren gegangen ist, dann leg eine Pause ein.

Versuche, wieder mehr spielerisch an deine Arbeit heranzugehen.

Produktblätter

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Ich finde es total hilfreich, von jedem seiner Angebote ein Produktblatt zu erstellen.

Eine Seite, auf der übersichtlich drauf steht, was in dem Angebot inkludiert ist (und was nicht), was der Kunde als Ergebnis erwarten kann und wie viel das kosten wird.

Produktblätter schaffen Struktur und Klarheit. Nicht für unsere Kunden, sondern in erster Linie für uns selbst.

Sommerloch (1)

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In vielen Businesses ist im Sommer weniger los. Ein Sommerloch.

Weniger Kundenanfragen, weniger Aufträge, weniger Umsatz. Das beginnt im Juni und dauert bis September.

Für viele Gründer*innen im ersten Jahr ihrer Selbständigkeit ist dieses Sommerloch sehr verunsichernd. Sie fragen sich: Warum bleiben plötzlich die Aufträge aus? Liegt es an mir? Was habe ich falsch gemacht?

Und, vor allem auch: Werden jemals wieder Aufträge rein kommen? Wird dieses Sommerloch jemals wieder zu Ende gehen?

Im ersten Jahr tut’s noch weh, im zweiten Jahr nicht mehr so sehr. Man lernt, dass hektische Betriebsamkeit im Sommerloch nichts bringt. Dann lieber entspannen und sich selbst auch eine Sommerpause gönnen.

Der Herbst wird anstrengend genug.

Marktchancen

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Im aktuellen EPU-Monitor 2021/22, den die KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer erstellt hat, wurden die Motive zum Selbständigmachen abgefragt:

82 Prozent nennen mehr Unabhängigkeit als Motiv, 78 Prozent wünschen sich mehr Selbstverwirklichung und 70 Prozent flexiblere Zeiteinteilung. Für rund die Hälfte war das Erkennen einer Marktchance entscheidend für den Schritt in die Selbständigkeit.

Letzteres finde ich besonders interessant. Das bedeutet nämlich auch, dass sich rund die Hälfte der Gründer*innen selbständig macht, ohne konkrete Chancen am Markt zu sehen.

Ich bin nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Jedenfalls gibt es mir zu denken.

Pläne

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Dein Plan wird niemals 1:1 so aufgehen wie gedacht.

Im besten Fall sind Pläne Sprungbretter für noch bessere Ideen.

Early Adopters

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Man braucht Early Adopters nicht suchen. Sie suchen dich! Sie sind immer interessiert an Neuem, und wenn sie dich fragen „Was gibt’s Neues?“ und du hast was Neues – Bingo! Sie werden dir zuhören. 

Early Adopters braucht man auch nicht nachlaufen, weil sie sich nicht verstecken. Sie sind leicht zu finden – an Orten, wo es viel Neues zu entdecken gibt (z.B. auf Messen). 

Early Adopters wollen gefunden werden.

Aufwendig wird es erst mit der nächsten Gruppe, der Majority. Die zu finden und zu überzeugen, das ist aufwendige Arbeit. 

Daher: Suche die Early Adopters, die gefunden werden möchten und von sich aus Interesse an etwas Neuem haben. Und dann leiste großartige Arbeit und sorge so dafür, dass die Early Adopters anderen von dir erzählen. 

So schaffst du dir Schritt für Schritt, einen Menschen nach dem anderen, Zugang zur Majority. 

[Danke Seth Godin für diesen Gedanken.]

Zeit für Auszeit

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Ein sicheres Zeichen, dass du dringend eine Auszeit brauchst:

Du bekommst eine e-Mail von einem deiner größten Mentoren mit der Bitte um Hilfe. Doch anstatt, dass du dich freust, dass du auch mal was zurück geben kannst, denkst du dir nur: “Oh nein, noch mehr Arbeit. Wie soll ich denn das auch noch unterbringen?”

In dem Fall brauchst du dringend Abstand, weil sich deine Prioritäten komplett verschoben haben.

Es wird Zeit, dass du dich wieder mehr um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmerst.

Online Coaching

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Im Online-Coaching-Markt treiben sich viele Scharlatane herum – weltweit, und auch in Österreich.

Das Problem haben nicht nur die armen Menschen, die von diesen Coaches mit unhaltbaren Versprechen angelockt und anschließend abgezockt werden.

Das Problem hat der ganze Markt. Denn diese Scharlatane hinterlassen nur enttäuschte Kund*innen und verbrannte Erde. Sie ruinieren eine ganze Branche.

Und darunter leiden die vielen ehrlichen Coaches da draußen, die tatsächlich nur das Beste für ihre Kund*innen im Sinn hätten.

Probleme

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Es heißt ja: Es gibt keine Probleme. Es gibt nur Herausforderungen.

Ich sage: Nein. Es gibt (gerade im Business) zuweilen waschechte Probleme.

Und diese darf man dann auch beim Namen nennen.

Worauf es wirklich ankommt

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Gründerin Valentina Mörz hat in einem Blog-Artikel reflektiert, worauf es in der Gründungsphase wirklich ankommt

  1. Produkt
  2. Umsatz
  3. Leistungserbringung

Mach ein gutes Produkt oder Angebot. Schau, dass du bei deinen Kund*innen Top-Arbeit leistest. Und verlang einen angemessenen Preis für deine Arbeit.

Der ganze Rest lenkt dich eigentlich nur ab.

Gesetz der abnehmenden Wahrscheinlichkeiten

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Wenn man etwas verloren hat, wo ist es dann am sinnvollsten, mit der Suche zu beginnen?

Natürlich dort, wo es am wahrscheinlichsten ist, dass das Ding liegt. Den Autoschlüssel wird man daher zunächst in der Nähe der Schlüsselablage suchen, in der Tasche oder im Auto selbst. Erst dann wird man den Suchkreis erweitern.

Ja, es gab auch schon Autoschlüssel, die im Kühlschrank gefunden wurden. Aber das bedeutet nicht, dass wir deshalb anfangen sollen, im Kühlschrank zu suchen.

Beginnen wir mit unserer Arbeit lieber dort, wo es am wahrscheinlichsten ist, dass wir Erfolg haben.

Es geht nicht um die Fotos

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Einer meiner Kunden in der Gründungsberatung macht sich als Fotograf selbständig. Das ist nicht ungewöhnlich, es gibt wirklich sehr viele selbständige Fotografen in Wien.

Was ihn jedoch besonders macht, ist, dass er verstanden hat, dass es bei einem Fotografen nicht um die Fotos geht.

Klingt paradox, aber es ist so: Gute Fotos zu machen, ist nichts Besonderes. Das können mittlerweile viele Menschen, nicht nur Berufsfotografen. Dass ein Fotograf gute oder sogar sehr gute Fotos macht, ist daher eine Selbstverständlichkeit. Darüber brauchen wir nicht diskutieren.

Was einen Fotografen also besonders macht, ist nicht sein Handwerk. Was besondere Fotografen ausmacht, ist, dass sie ihren Kunden zuhören können. Dass sich ihre Kunden bei ihnen “gesehen” fühlen – im wahrsten Sinn des Wortes. Dass eine vertrauensvolle, fast intime Beziehung entsteht.

Im besten Fall sind die Kunden zu Fans eines Fotografen geworden, noch bevor sie das erste Foto der Session gesehen haben.

The spirit of play

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Ein schönes Date, ein erfolgreiches Business-Meeting, eine gelungene Beziehung…

Alles, was wir in unserem Leben gut machen, ist der Geist des Spielens inne – the spirit of play.

Meine besten Beratungsgespräche sind “spielerisch” – ein Austausch auf Augenhöhe, in dem beide Seiten herausgefordert sind und Freude an der Interaktion empfinden.

Meine besten Lehrveranstaltungen sind wie ein Spiel. Ernsthaft, aber mit einer gewissen Leichtigkeit, mit Humor und mit Raum für spontane Ideen.

Der Grad an “playfulness” ist ein sehr verlässlicher Indikator dafür, ob etwas “passt” oder nicht.

If it’s not fun, you’re playing it wrong.

[Danke Jordan Peterson für diesen wunderbaren Gedanken.]

Regeln als Erfolgsrezept

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Man kann als Unternehmer furchtbar leiden unter den geltenden Regeln – unter den Steuern, unter der Sozialversicherung, unter dem Gewerberecht, unter was auch immer.

Oder man kann sich entscheiden und sagen: “Aha, das sind also die Regeln. Das ist eine Riesenchance! Ich mache die Regeln zu meinem Erfolgsrezept.”

Ich kann die geltenden Regeln als Feind sehen oder als Freund.

Ich kann mein Segel gegen den Wind setzen oder mit dem Wind.

Es ist meine unternehmerische Entscheidung.

Überhaupt nicht zugehört

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Ein Gründer klagte unlängst über seine Erfahrungen mit Finanzamt und Sozialversicherung. Er hatte ein etwas ungewöhnliches Anliegen und hoffte, dafür kompetente Auskunft zu bekommen. Aber, so seine Erfahrung, “die haben mir überhaupt nicht zugehört“.

Ich denke, es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass sich jemand nicht wirklich für uns interessiert. Dass wir Antworten, Ratschläge und Auskünfte bekommen, die überhaupt nicht für uns passen. Und dass wir es aber auch nicht schaffen, unsere Sache ausreichend zu erklären, weil nach kurzer Zeit die Ohren einfach zugeklappt werden.

Echtes Interesse ist eine USP. Echtes Zuhören ist ein Markt-Wert.

Wollen Sie wirklich mehr Umsatz?

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Eine häufige Frage meiner Gründer*innen: Wie komme ich zu mehr Kund*innen? Wie komme ich zu mehr Umsatz?

Hier wäre eine Lösung:

Erstens: Hören Sie auf, Ihr Business wie ein Hobby zu führen. Nehmen Sie Ihr Business ernst. Seien Sie professionell. Tun Sie das, was für den Erfolg notwendig ist.

Zweitens: Hören Sie auf, die fünfundzwanzigste Weiterbildung zu buchen. Schaffen Sie selbst mal etwas, das für andere von Wert ist.

Aber, und das frage ich dann auch immer: Wollen Sie das wirklich?

Werbung für Solopreneure

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Gestern hat ein Gründer wunderbar auf den Punkt gebracht, worum es bei der Neukund*innen-Akquise geht:

Es ist einfach nur raus gehen und viel reden.

In der Tat: Mehr ist es nicht. Aber diese Aufgabe immer und immer wieder, über Wochen, Monate und Jahre zu erfüllen…

Da trennt sich die unternehmerische Spreu vom Weizen.