AutorGünter Schmatzberger

Neue Ideen

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Es ist praktisch unmöglich, die Zukunft unvoreingenommen zu denken.

Alle unsere “zukünftigen” Ideen beruhen auf unseren bisherigen Erfahrungen.

Wir können nur denken, was wir kennen.

Wir können uns nur vorstellen, was wir schon mal irgendwie gesehen haben. 

Plötzlich einer mehr

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Unlängst war ich bei einer Führung dabei. Am Anfang waren wir zu acht, und irgendwann waren wir plötzlich neun. Ein regulärer Museumsbesucher hat sich der Führung angeschlossen. Einfach so, ohne zu fragen und (natürlich) auch, ohne dafür zu bezahlen.

Eine eigenartige Situation. Für die Teilnehmer der Führung, die sich vielleicht denken: Haltaus! Der hat sich da was erschlichen, wofür ich eigentlich bezahlt habe. Der gehört ja gar nicht dazu! Gesagt hat aber keiner was.

Gesagt hat auch die Führerin nichts, obwohl ich mir sicher bin, dass sie es bemerkt hat. Sie hat ihn einfach in die Gruppe aufgenommen. Wahrscheinlich hat sie sich gedacht: Einer mehr oder weniger, ist ja auch wurscht.

In dieser Anekdote zeigt sich das Grundproblem von Wissen bzw. Wissensprodukten: Anders als die meisten Güter verbraucht sich Wissen nicht. Der Mann, der sich der Gruppe angeschlossen hat, ohne zu bezahlen, nimmt niemandem der zahlenden Besucher Wissen weg. Er schaut ihnen nichts weg, er hört ihnen nichts weg, er denkt ihnen nichts weg.

Den Zugang zu Wissen zu beschränken, ist daher immer mehr oder weniger willkürlich und künstlich (siehe hier). Und das macht das Marketing von Wissensprodukten so besonders herausfordernd (siehe hier).

Leiwand sein kostet nichts

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Alles wird einfacher, wenn du ein bisschen leiwand bist – für deine Familie, für deine Kund:innen und nicht zuletzt für dich selbst.

Leiwand zu sein ist optional, und viele entscheiden sich dagegen. Tag für Tag.

Aber stell dir ein Leben (oder ein Business!) vor, wo du leiwand bist und die Menschen um dich sind auch leiwand.

Unbezahlbar!

[Danke Martin Schmidt für diesen Gedanken!]

Unsicherheit ist ansteckend

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Sobald du Unsicherheit in deinen Angeboten hast, überträgt sich diese Unsicherheit auf deine Kunden.

Beispiel: Du bietest auf deiner Website drei sehr ähnlich aussehende Angebote zu unterschiedlichen Preisen an, weil du dir nicht ganz sicher im Angebots-Design und/oder im Pricing bist.

Deine Kunden jedenfalls können den Unterschied zwischen den drei Angeboten nicht erkennen. Und das ist ein Problem.

Denn sie werden jetzt nicht hergehen und sich bei dir melden, damit du ihnen den Unterschied in aller Ruhe erklären kannst.

Sie werden sich denken: Okay, ich kenn mich nicht aus… Dann lieber nicht.

Klarheit erleichtert Entscheidungen. Und diese Klarheit beginnt immer bei dir – und nicht bei deinen Kunden.

Reisen ins Unbekannte

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Unlängst teilte der Reiserechts-Experte Ansgar Staudinger in brand eins seine Beobachtung, dass viele Reisende in Gebiete reisen, “deren Namen sie nicht einmal richtig buchstabieren können”.

Und so kommt es, dass diese Reisenden dort böse Überraschungen erleben. Dass nicht das eintritt, was sie sich ausgemalt hatten. Und dass sie dann unzufrieden sind.

Mit ein bisschen Vorab-Recherche wäre das vermeidbar gewesen.

#notetoself

Herumeiern

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Manfred Winterheller sagt: Du darfst Herumeiern nicht mit Aktivität verwechseln.

“Herumeiern” sind Tätigkeiten, die keine Konsequenz haben. Die nicht geradlinig sind. Ein Herumlavieren, dessen eigentliches Ziel es ist, negative Emotionen und Konflikte zu vermeiden.

Herumeiern bedeutet, nicht das zu tun, was zu tun ist. Keine Verantwortung zu übernehmen. Nur dein Eindruck zu erwecken, als würde man sich kümmern.

Der bessere Zugang wäre: Ich übernehme Verantwortung für den Erfolg – in meinem Business, in meiner Familie und in meinem Leben generell.

Zentimeter

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In einem Lifestyle Business geht es nicht um Kilometer oder Meilen. 

In einem Lifestyle Business geht es um Zentimeter

Einen Zentimeter nach dem anderen.

Linkin Park: From Zero (Deluxe Edition) (2025)

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Album der Woche: KW 38 // September 2025

Kontext: Das Comeback-Album. Was kann’s – für einen Nicht-Fan wie mich? Bin gespannt!

Playlist-Tipps: The Emptiness Machine // Heavy Is The Crown // Overflow // Stained // Unshatter

Fazit: Für mich persönlich eignen sich Linkin Park nur sehr eingeschränkt für’s Nebenbei-Hören im Home Office. Dafür ist es mir ein bisschen zu, äh, wild. Aber das Album an sich ist sehr gelungen. Ich finde Emily Armstrongs Stimme passt sehr gut zu den Songs, die durchwegs sehr eingängig sind. Kann man sich durchaus öfter anhören… nur halt nicht im meinem Home Office.

Wie’s gehört

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Man muss als Unternehmer:in nicht unbedingt etwas Neues machen.

Sondern: Etwas so machen, wie es eigentlich gehört.

Da liegt ein Riesenpotenzial drinnen.

Die WKO und die Lifestyle-Teilzeit

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Die WKO, meine gesetzliche Interessenvertretung, hat das “Problem” der Lifestyle-Teilzeit für sich entdeckt.

In einem Artikel der WKNÖ-Zeitschrift (Ausgabe August 2025, S. 23) erläutern Präsident Ecker und Direktor Schedlbauer die (aus ihrer Sicht) notwendigen Maßnahmen, um “dem zunehmenden Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken”:

  • Freibetrag für bei Vollzeitarbeit, um die Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer zu senken.
  • Absetzbetrag für die Vollzeitarbeit.
  • Senkung des Steuertarifs in den mittleren Tarifstufen.
  • Anhebung der zweiten und dritten Einkommenssteuerstufe.

“Diese Maßnahmen seien nötig, um Vollzeitarbeit attraktiver zu gestalten und dem Mitarbeitermangel in allen Branchen erfolgreich zu begegnen”, so Ecker und Schedlbauer.

Wenn ich das so lese, dann komme ich zu dem Schluss, dass die WKO anscheinend nicht durchschaut hat, worum es beim Phänomen “Lifestyle-Teilzeit” wirklich geht. Wer freiwillig weniger arbeitet, als er könnte, macht das nicht, weil er zu wenig verdient. Er macht das, weil er genug verdient und kein Interesse hat, mehr zu arbeiten. Er will seine Lebenszeit lieber anderswo einsetzen als an seinem Arbeitsplatz.

Deswegen werden Steuersenkung-Maßnahmen überhaupt gar nichts ändern. Den Leuten ist ihre Zeit mehr wert als Geld.

Wenn die WKO sagt, sie hat das Ziel, “die Lifestyle-Entscheidung Teilzeit statt Vollzeit zu arbeiten, unattraktiver zu machen”, dann gehen diese Maßnahmen also am Ziel vorbei. Aber komplett vorbei.

Und ich muss mich fragen: Kann es wirklich sein, dass die WKO überhaupt nicht verstanden hat, was die wirklichen Motive für “Lifestyle-Teilzeit” sind?

Oder interessieren die WKO die wirklichen Motive in Wahrheit gar nicht, weil sie das Thema “Lifestyle-Teilzeit” nur instrumentalisiert, um eigentlich eine ganz andere Agenda voranzubringen?

Als zahlendes Mitglied würde mich das schon interessieren. (Und: Ob sie nicht eigentlich was Besseres zu tun hätten.)

Free Walking Tour

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Bei einer Free Walking Tour musst du dich als Tourguide echt ins Zeug legen, damit du am Ende dein Trinkgeld bekommst.

Deswegen sind diese Touren meistens auch sehr gut. 

Peinlichkeiten

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Peinlich ist nur, was du wählst, peinlich zu finden. 

Nichts ist „objektiv“ peinlich. Und wenn du anderen Menschen die Entscheidung überlässt, was bei dir (oder in deinem Business) peinlich ist und was nicht, dann überlässt du diesen Menschen die Definitionsmacht über dein Leben.

Wenn du willst, kannst du entscheiden, ab heute NICHTS mehr in deinem Leben peinlich zu finden. 

Es liegt nur an dir.

Elke Heidenreich: Altern (2024) 📙

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Die achtzigjährige Elke Heidenreich schreibt darüber, wie es ist, alt zu werden, alt zu sein und als Alte gesehen zu werden. Mit vielen Literaturbezügen, sehr quirky und heiter. Und: Es macht nachdenklich.

(mehr …)

Bleib bei dir

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Eine gute Faustregel beim Marketing für Solopreneure:

Wir kümmern uns nicht (sehr) um das, was die Konkurrenz macht. Ja, wir überlegen uns, wie wir zu den anderen Angeboten am Markt passen und wo unser sweet spot ist.

Aber wir kümmern uns nicht allzu sehr um unsere Konkurrenz im Sinne einer Wettbewerbsstrategie (Stichwort: Marktanteile). Dazu haben wir gar nicht die Zeit und die Ressourcen. Und es ist für Solo-Businesses auch gar nicht nötig.

Es reicht vollkommen, wenn wir auf uns und unsere Stärken fokussieren und schauen, dass wir das Beste aus dem rausholen, was schon da ist.

Total Project Cost

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Egal, ob du ein Haus umbauen, ein Haustier haben oder einen Imbiss-Stand eröffnen willst: Wenn du ein neues Projekt startest, dann geh davon aus, dass du den Aufwand dafür unterschätzt. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern gewaltig.

Überlege dir, was dein Projekt im Worst Case an Aufwand (Geld, Zeit, Energie, …) verursachen könnte. Diese Vorstellung multipliziere dann mit 2, und du hast eine halbwegs realistischen Schätzung des Projektaufwands.

Das wird dir jeder Häuslbauer, jede Hundebesitzerin und jeder Imbiss-Standler bestätigen.

Bryan Adams: Roll With The Punches (2025)

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Album der Woche: KW 36 // September 2025

Kontext: Wenn Bryan Adams was Neues am Start hat, dann höre ich zu. Und zwar seit 30 Jahren.

Playlist-Tipps: Roll With The Punches // Be The Reason // Two Arms To Hold You

Fazit: So ein Album kann nur Bryan Adams machen. Es klingt wie immer, wie jedes Album, das er in den letzten 10, 15, 20 Jahren gemacht hat. Vielleicht ein bisschen sehr in der Komfortzone, aber wer gewöhnt sich in unserem Alter schon gerne um?

Marketing für die Fische

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Wenn dein Geschäftsmodell nicht wasserdicht ist, kann auch gutes Marketing die Löcher nicht flicken. 

Zumindest nicht bei einem Solo-Business. Dazu reichen die Ressourcen nicht.

Wenn man endlos Marketing-Budget hat, dann kann man auch schlechte Produkte verkaufen (siehe: Coca Cola).

Gegenseitigkeit

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Wenn du bei einem Menschen Resonanz spürst, dann kannst du dir ziemlich sicher sein, dass dieser Mensch auch Resonanz spürt bei dir.

Man schwingt sich aufeinander ein.

„Man stellt nicht Tiefe einseitig her in der Regel“, sagt Johanna Degen.

Nach den eigenen Regeln

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Philipp Hochmair sagt, sein Leben hat eigentlich erst begonnen, als er sich erlaubt hat, nicht mehr brav zu sein.