AutorGünter Schmatzberger

Müllsammeln

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Gestern haben meine Kinder und ich den Müll gesammelt, der in den Vorgärten und auf dem Spielplatz in unserer Nachbarschaft herumgelegen ist.

Niemand hat uns darum gebeten. Wir haben dafür kein Lob bekommen. Praktisch niemandem wird es überhaupt aufgefallen sein.

Und dennoch (oder gerade deswegen) ist es ein wunderbares Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, einfach um seiner selbst Willen.

Die Situation einschätzen

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Unlängst habe ich mit einer Gründerin gesprochen, die gerade das erste halbe Jahr ihrer Selbständigkeit erfolgreich gemeistert hat.

Aktuell hat sie gerade einen herausfordernden Kunden zu kämpfen. Sie hat das Gefühl, dass sie mit überzogenen Erwartungen konfrontiert ist und die Zusammenarbeit insgesamt nicht so läuft, wie sie sollte.

Und weil sie ein Neuling in dem Business ist, fragt sie sich natürlich: Ist das jetzt nur für mich so, oder ist das für alle so?

Da ist es hilfreich, mit einem Berater sprechen zu können, der sagt: Ist ganz normal, geht allen so.

Plankosten vs. Zielkosten

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Es gibt zwei brauchbare Ansätze in der Kostenplanung für Gründer*innen:

  1. Plankostenrechnung: Ich schreibe mir auf, welche Kosten wahrscheinlich anfallen werden und berechne daraus, wie hoch der Umsatz sein muss, damit ich diese Kosten abdecken kann. Dieser Ansatz eignet sich recht gut, wenn ich ein einigermaßen stabiles und vorhersehbares Business habe.
  2. Zielkostenrechnung: Ich überlege mir zuerst, wie viel Umsatz überhaupt möglich ist, und schaue dann, wie viele Kosten sich dadurch “ausgehen”. Das heißt, ich passe meine Ausgaben flexibel an, je nachdem, ob ich gerade höhere oder niedrigere Umsätze mache. Dieser Ansatz ist besonders am Anfang eines Business hilfreich, wenn die Auftragslage nur schwer vorhersehbar ist.

Sales-Aufwand

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Meine Erfahrung: Es ist in der Regel nicht einfacher, kleinere (= billigere) Produkte zu verkaufen als große (= teure).

Der Sales-Aufwand für ein 5.000-Euro-Produkt ist nicht fünfmal so hoch wie für ein 1.000-Euro-Produkt. Ich würde sogar sagen, der Aufwand ist annähernd gleich hoch.

Wenn du also denkst, es wäre eine gute Idee, “kleinere” Produkte in dein Portfolio aufzunehmen, weil sich die leichter verkaufen… wahrscheinlich nicht.

Innovation

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Innovation ist nur dann möglich, wenn man sich etwas traut.

Und je mehr sich gemeinsam etwas trauen, desto besser.

[Danke Markus Peschl für den Gedanken, den er mir 2012 mitgegeben hat und der aktuell wieder sehr relevant wird.]

Ein Trainer, der zuhört

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Unlängst habe ich einen Podcast gehört, in dem darüber gesprochen wurde, warum Jürgen Klopp erfolgreich ist. Darin wurde unter anderem gesagt:

Klopp hört einem zu. Und damit gehört er schon zu den 5 % der besten Trainer auf der Welt, weil die 95 % dann eben nicht zuhören und auf Durchzug schalten.

Tobias Escher

Gründerland NÖ

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Ein paar spannende Zahlen zu Gründungen in meinem Heimatbundesland Niederösterreich:

  • 2021 wurden 8.089 neue Unternehmen gegründet.
  • 55% der Neugründer sind weiblich.
  • Insgesamt gibt es 113.841 Unternehmen in Niederösterreich (Q3/2022).
  • Davon sind rund 60% Ein-Personen-Unternehmen (72.300).
  • 68% der Unternehmen sind 5 Jahre nach Gründung noch existent.

Quelle: Wirtschaftskammer NÖ

Beschwerde

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Ich kenne keine Zahlen, aber die Frage finde ich interessant:

Wie viele Teilnehmer*innen im UGP beschweren sich eigentlich, wenn sie mit ihrer Beraterin oder ihrem Berater nicht zufrieden sind?

Und wie viele nehmen eine schlechte Beratungsbeziehung einfach als “Schicksal” hin?

Das größte Geschenk

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“Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung.”

Virginia Satir

Bad News

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Unlängst bei mir selbst beobachtet:

Ich war gut drauf. Dann habe ich auf einem Nachrichtenportal eine schlechte, aber aufregende Nachricht gelesen. Dann hat mich meine Frau beim Lesen unterbrochen, weil sie mich um was gebeten hat, und ich war ganz mies drauf. 

Was, Günter, lernst du daraus?

Das Ende des Content-Marketing?

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Ein spannender Gedanke:

KI wie ChatGPT könnten viele Webseiten und Blogs überflüssig machen. Deren Content wird zwar gebraucht, aber sie werden nicht mehr besucht werden.

Die KI wird alle Antworten geben, und wo die KI ihre Antworten eigentlich her hat, wird die Wenigsten interessieren. Der eigentliche Autor und der ursprüngliche Kontext der Information werden völlig in den Hintergrund geraten – wenn nicht sogar komplett ignoriert.

Das könnte eine erhebliche Bedrohung bedeuten für viele Geschäftsmodelle im Bereich des Content-Marketing, wie wir es heute kennen.

Der junge Autohändler

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Da sitzt dieser junge Mann vor mir, Anfang zwanzig, der seinen eigenen Autohandel gründen möchte. Warum Autohandel? Weil ein paar seiner Freunde das auch machen. Und weil er selber auch Auto fährt.

Der junge Mann ist sympathisch, jung, arbeitslos und ohne Geld. Für einen Autohandel braucht man aber Geld, das ist ihm klar. Wo er das Geld her bekommen wird, schon weniger.

Aber das größte Problem für ihn ist momentan der Standort für seinen Autohandel. Es ist nicht leicht, in Wien einen geeigneten Autoabstellplatz zu finden, und wenn, dann kostet der schnell mal 1.000 Euro Miete im Monat. Falls er ihn überhaupt bekommt, der Traum aller Vermieter ist er nicht gerade.

Je länger ich diesem jungen Mann zuhöre, desto mehr denke ich mir: Oh Mann, das wird nix. Das passt hint und vorne nicht zusammen. Mit dieser Geschäftsidee übernimmt er sich völlig, damit wird er nicht glücklich werden.

Unser kurzes Gespräch endet damit, dass ich im mitgebe, er solle doch mal darüber nachdenken, ob er nicht auch mit etwas anderem handeln kann als Autos. Was weniger Platz braucht und weniger Kapital.

Er sagt, er wird darüber nachdenken.

Und ich hoffe inständig, dass er nie gründet. Zumindest nicht als Autohändler.

Gabe The Bass Player

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Mein großes Vorbild für meinen daily blog ist ja Seth Godin. Und wie mich hat Seth Godin auch noch andere Menschen inspiriert, ihre Gedanken jeden Tag in Blog-Form zu teilen.

Einer davon ist Gabe Anderson aka Gabe The Bass Player. In seinen Blogs geht es um die Musik, um Bands, um Songs — kurz, um wunderbare Metaphern für das Leben.

Große Empfehlung! (Lesetipp)

Lockerheit

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Die wirklich Erfolgreichen ihrer Zunft können harte Arbeit und Zielstrebigkeit mit einer gewissen Leichtigkeit verbinden.

Der Ex-Schirennläufer Hans Knauss drückt das so aus:

Die letzten fünf Prozent, dass Leute Rennen gewinnen, ist eine Lockerheit. Aber des bringst ganz schwa her.

Hans Knauss in “Ö3 Frühstück bei mir”, 22. Jänner 2023

Der Sog von Geschichten

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Ich sitze am Frühstückstisch im Hotel. Um diese Zeit bin ich nicht sehr gesprächig, aber rund um mich wird sich angeregt unterhalten.

Auf dem einen Tisch erzählt eine Frau, wie sie mit der Verlassenschaft ihrer Schwiegermutter umgeht. Welche emotionalen und finanziellen Herausforderungen damit für sie und vor allem für ihren Mann verbunden sind. Wie viel Zeug sich über die Jahre angesammelt hat, und dass die Nachbarn auf die Liegenschaft spitzen, weil sie Wohnraum für ihre Kinder schaffen wollen.

Am anderen Tisch erzählt eine Frau von ihrer Arbeitskollegin, genauer gesagt von deren Tochter. Sie hatte in jungen Jahren Krebs und leidet nun unter Panikattacken. Welche Ursachen und Auswirkungen das alles hat, war der Rote Faden dieser Unterhaltung.

Ich sitze also da, und ich kann nicht anders als zuzuhören. Ich kann mich dem Sog dieser Geschichten. nicht entziehen. Im Grunde interessiert es mich nicht, was da gesprochen wird. Und doch bin ich neugierig, was als nächstes kommt. Wie es weiter geht. Ob es ein Happy End geben wird.

Dabei sind das keine ausgefeilten Geschichten, die da erzählt werden, im Sinne des Storytelling. Es sind ganz normale Alltagsgeschichten. Sie sind zumindest so originell, dass sie erzählenswert sind, aber im Grunde geht es um die ganz gewöhnlichen Dramen des Lebens, die kleineren und die größeren.

Und trotzdem sitze ich da und kann nicht anders als zuzuhören. Nicht, weil die Storyline oder die Dramaturgie so großartig sind, sondern weil es echte Geschichten sind.

Echte Geschichten von echten Menschen.

Auf Umwegen

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Viele Lifestyle Entrepreneure wollen auf keine Fall salesy wirken. Ja nicht zu marktschreierisch. Ja nicht zu aufdringlich.

Deswegen halten sie sich oft vornehm zurück, wenn es darum geht, über sich zu sprechen. Oder, ganz konkret, auf der Website zu einem kostenlosen Erstgespräch aufzufordern.

Diese vornehme Zurückhaltung hat aber zur Folge, dass sie es ihren potenziellen Kund*innen unnötig schwer machen, sich von ihnen die Hilfe zu holen, die sie ja eigentlich suchen.

Statt den Menschen, die bei uns Hilfe suchen, klar zu sagen, was wir für sie tun und wie sie mit uns arbeiten können, schicken wir sie auf unnötige Umwege, damit wir nur ja nicht zu aufdringlich wirken.

Es ist paradox. Weil wir damit das Gegenteil dessen erreichen, was wir eigentlich wollen.