AutorGünter Schmatzberger

Enttäuschend

E

Es ist schwierig, jemanden zu enttäuschen.

Selbst dann, wenn es wie bei mir in der Gründungsberatung besser ist, jetzt eine Erwartung zu enttäuschen, als später ein böses Erwachen folgen zu lassen.

Es schmerzt sichtlich das Ego meiner Kund*innen, und es ist nicht angenehm, diesen Schmerzen zuzusehen.

Eine Arbeit professionell und verantwortungsvoll zu tun, hat auch seine schwierigen Momente.

Erfolgreich im www

E

Unlängst in brand eins gelesen:

Zahl der Websites weltweit, in Milliarden…………………………………………… 2
Anteil der Webinhalte, die nicht wahrgenommen werden, in Prozent……. 45

Das heißt: Wenn du auch nur einen einzigen Besucher auf deiner Website, eine einzige Leserin deines Newsletters oder einen einzigen View deines YouTube-Videos hast, gehörst du schon zu den Erfolgreichen im Internet.

Alle Jahre wieder

A

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind

Auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

Das ist keine Kleinigkeit.

Alle Jahre wieder.

Transferkompetenz

T

Ein Konzept in der Theorie zu hören und zu verstehen, ist relativ leicht.

Aber dieses Konzept auf den eigenen Kontext zu übertragen, ist eine eigene Kompetenz.

Das gilt für meine Studierenden, aber auch für alle Gründer*innen.

Angst vor der Sichtbarkeit

A

Einerseits wünschen wir uns nichts so sehr, als dass wir für das, was uns am Herzen liegt und wofür wir jeden Tag mit ganzem Einsatz arbeiten, gesehen und gelobt werden.

Gleichzeitig haben wir auch Angst vor der Sichtbarkeit.

Was, wenn ich da raus gehe, und keiner will mich?

Alternativen

A

Häufig geht es in verantwortungsvoller Beratung und Lehre nicht darum, was richtig und falsch ist.

Nicht mal um besser oder schlechter.

Nur darum, dem Gegenüber zu zeigen, dass es auch Alternativen zu dem gibt, was er bisher kennt. 

Wem “gehört” ein Solo-Business?

W

Auf den ersten Blick ist das eine absurde Frage.

Aber gehört ein Solo-Busienss wirklich nur dem Solopreneur?

Oder gehört es nicht auch (zumindest teilweise) der Gesellschaft, die in den Solopreneur mit Steuergeldern investiert hat? Was ist jeder Solopreneur der Gesellschaft “schuldig” für die Ausbildung, Förderungen, öffentlichen Servicestellen, Infrastruktur etc.? Hat er damit nicht auch gegenüber der Gesellschaft die Verantwortung, mit seinem Business etwas Positives zum großen Ganzen beizutragen?

Oder wird diese “Schuld” eh dadurch getilgt, dass er (nicht wenig) Steuern und Sozialversicherung zahlt?

Die 7 unsichtbaren Profit-Killer

D
  1. Drama (unter Geschäftspartnern, in der Beziehung, im eigenen Kopf)
  2. Mitarbeiter und Führung
    1. Fehlende Planung und Steuerung der Aufträge und Auftragsabwicklung
    2. Fehlende Standards und Prozesse
    3. “Blindleistung”: Leistung, die erbracht wird, aber nichts bringt.
  3. Geschäftsmodell stirbt schleichend (Digitalisierung, Fachkräftemangel, Gesetzgebung)
  4. Sprunghaftigkeit: „Wir sind nicht in der Profession „Schnell und hektisch reich werden“.“ Unsere Businesses sind langfristig profitabel.
  5. Bauen auf fremdem Land — Betrifft natürlich unsere Social-Media-Präsenzen, aber auch Lernplattformen haben einen Lockin-Effekt! Caveat emptor!
  6. Mehr ist besser. Be everywhere. Jack of all trades. „Dann walzt du dich platt!“
  7. Große Ereignisse im Leben, die dich ablenken — und die du unterschätzt: z.B. Nachwuchs, Kindererziehung, pflegebedürftige Eltern, Krankheit, Scheidung.

[Danke Maik Pfingsten für diese erkenntnisreiche Zusammenstellung.]

Über die Bande spielen

Ü

Wolf Lotter sagt, dass in Unternehmen viel „über die Bande gespielt“ wird: Man spricht die Sachen nicht direkt an, sondern redet darum herum. Die Elefanten im Raum werden nicht direkt adressiert, sondern man spielt ein Theater, wo es eher um Selbstdarstellung, Gesichtswahrung und Fehlervermeidung geht.

Dass das nicht besonders hilfreich ist, dürfte klar sein. Eigentlich ist es sogar völlig kontraproduktiv. Trotzdem ist es ganz oft gelebte Praxis.

Mir fällt aber auf, dass immer mehr Menschen da nicht mehr mitmachen wollen. Sie haben das Über-Bande-Spielen satt. Sie wollen ehrliche Gespräche führen über die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Auf Augenhöhe, und von Mensch zu Mensch.

Das macht mir Mut.

Gelungener Unterricht

G

Ich finde, Wirtschafts- und Finanzbildung an Schulen ist ein wichtiges Thema, und ich habe auch schon ein paar Mal darüber gebloggt (z.B. hier und hier).

In einem Podcast hat Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien, drei Kriterien genannt, die aus ihrer Sicht guten Wirtschaftsunterricht ausmachen:

  1. Ausreichend Unterrichtszeit
  2. Kompetente Lehrende
  3. Gute Unterrichtsmaterialien

Das ist einleuchtend, und jedes dieser Kriterien ist gut und wichtig.

Aber ich frage mich: Was ist mit den Schüler*innen?

Sind motivierte und interessierte Schüler*innen nicht genauso wichtig für gelungenen Unterricht – zumal Lehren und Lernen zwei Seiten der gleichen Medaille und ein Prozess der Ko-Kreation sind?

Oder brauchen wir die Schüler*innen nicht weiter berücksichtigen, weil wir in Schulen davon ausgehen können, dass sie “eh da” sind und ihnen ohnehin nichts anderes übrig bleibt, als das hinzunehmen, was sie von ihren Lehrer*innen vorgesetzt bekommen?

Grenzüberschreitung

G

Es kommt Gott sei Dank sehr selten vor, aber manchmal überschreitet jemand mir gegenüber die Grenzen der guten Kinderstube und des Respekts.

Dabei ist es aus meiner Sicht völlig unerheblich, ob das absichtlich geschieht oder aus reiner Gedankenlosigkeit.

Wichtig ist mir dabei nur, dass ich gelernt habe, diese Menschen damit nicht durchkommen zu lassen, sondern dass ich freundlich, aber deutlich zu sage:

“Bitte, wo samma denn? So geht niemand mit mir um!”

Minderung

M

Solange die Zeichen auf Wachstum stehen, dreht sich im Wirtschaftsleben alles um Expansion und Skalierung.

Wenn sich im Wirtschaftssystem die Zeichen jedoch auf Minderung (“Nullwachstum”) drehen, dann ändern sich auf die unternehmerischen Aufgaben.

In Zeiten der Minderung ist es besonders wichtig, in die Substanz des Unternehmens zu investieren. Also: In die Beziehungen zu den Kund*innen, besonders zu den Stammkund*innen.

Oder in die Frage: Wie schaffe ich es, so einen exzellenten Job zu machen, dass ich für meine Schlüsselpartner unverzichtbar bleibe oder werde?

[Danke Philipp Maderthaner für diese Gedanken.]

Schwimmschule

S

Warum Schwimmschulen funktionieren:

Niemand will seinem Kind das Schwimmen beibringen.

Aber jeder will, dass sein Kind schwimmen kann.

Selbständige Migrant*innen

S

Ich habe immer gedacht, der Anteil von Gründer*innen und Selbständigen wäre unter Migrant*innen besonders hoch — aus Mangel an Alternativen am Arbeitsmarkt, und weil die Selbständigkeit eine Möglichkeit ist für sozialen Aufstieg.

Aber das stimmt (zumindest in Österreich) nicht, sagt eine aktuelle Studie des IHS im Auftrag des Integrationsfonds. Migrant*innen sind weniger häufig selbständig als Österreicher*innen.

Wieder was gelernt!

Verkopft

V

Ich hadere immer wieder mit der Frage, worin Business- und Finanzpläne im Rahmen der Gründungsberatung ihren Wert haben.

Natürlich, es gehört zum Standard in der Gründungsberatung, dass ein Businessplan erstellt wird und dass es auch eine Umsatz- und Kostenplanung gibt. Und für viele Gründer*innen ist das, denke ich, auch insofern nützlich, als sie sich ein Gesamtbild ihrer Gründungsidee erstellen und im Detail darüber nachdenken können.

Aber: Diese ganzen Pläne sind, wie vieles in der Gründungsberatung, sehr verkopft. Sehr vernünftig. Sehr logisch. Die Logik hat jedoch im Leben der Menschen sehr enge Wirkungsgrenzen, weil dann kommt das ganze Unter- und Unbewusste daher mit allen Vorurteilen und Glaubenssätzen – und macht dann eh, was es will.

Solange dein Unterbewusstsein die Sache nicht genauso sieht wie dein Kopf, wirst du nicht von der Stelle kommen. 

Da helfen die besten Pläne nichts.