AutorGünter Schmatzberger

Die letzte Meile

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Selbst, wenn man genau weiß, was man will, und selbst, wenn man schon 95% des Weges gegangen ist…

Selbst dann ist es noch keine g’mahte Wiesn. Die letzten Meter auf dem Weg können sich für Gründer*innen und Solopreneure besonders anstrengend anfühlen – gerade dann, wenn das Ziel schon in Sichtweite ist.

Wenig überzeugend

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Wenn mir jemand in einem Beratungsgespräch ein gutes Dutzend mal versichert, dass sie die ganze Situation als großes Learning sieht und dass sie die Erfahrung nicht missen möchte und dass sie volles Vertrauen hat, dass schon alles gut werden wird…

Dann frage ich ich: Wen möchtest du hier überzeugen – mich, oder doch eher dich selbst?

Gebrauchsanweisung für mich selbst

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Von Clemens Sedmak habe ich eine spannende Idee kennengelernt:

Wie wäre es, wenn ich eine Gebrauchsanweisung für mich selbst verfassen würde? Nach dem Motto: Wie man mit Günter am besten umgeht, damit er lange hält.

Was würde in so einer Gebrauchsanweisung drinnen stehen? Wahrscheinlich, dass man mich lieber in Ruhe lassen soll, wenn ich zu wenig geschlafen habe. Oder dass ich nach ca. zweieinhalb Stunden genug habe von Besuchern, auch von jenen, die ich wirklich mag und mit denen ich sehr gerne Zeit verbringe. Oder dass ich es hasse, wenn ich beim Kochen Multitasking machen muss.

Aber wozu soll so eine Gebrauchsanweisung gut sein? Clemens Sedmak sagt:

Es lohnt sich, an einer “Gebrauchsanweisung für mich selbst” zu arbeiten; es lohnt sich dann auch, einer solchen “Gebrauchsanweisung” im Umgang mit sich selbst zu folgen; wenn ich weiß, dass ich morgens am besten arbeiten kann, werde ich mein Leben danach ausrichten; wenn ich weiß, dass ich an einem Tag zwischendurch immer wieder Momente für mich alleine brauche, werde ich dies zu berücksichtigen versuchen. Die Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein, ist Teil der Kunst, sich selbst zu kennen und das zu fördern, was mein Blühen fördern kann.”

Clemens Sedmak: Das Gute leben, S. 118f

Mit einer Gebrauchsanweisung für mich selbst mein Blühen fördern… Ein sehr schöner Gedanke!

Normaler Orangensaft

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Unlängst im Billa-Plus-Restaurant in meiner Nähe: Eine Frau vor mir an der Kassa bestellt Orangensaft. „Aber nicht den frisch gepressten, sondern den normalen“, sagt sie.

Das hat mich irritiert. Wäre nicht eigentlich der normale Orangensaft der frisch gepresste aus echten Orangen — und der nicht-normale ein in einem schwer recyclebaren Karton abgefülltes Gemisch aus Orangensaftkonzentrat und Wasser?

Schon interessant, was wir in unserer Konsumgesellschaft alles für normal halten.

Meinung fasten

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Schöne Idee von Manuel Scheidegger zum Beginn der Fastenzeit: Nicht Essen fasten, sondern Meinung fasten. 

Das bedeutet: Sich mit der eigenen Meinung mal bewusst zurückhalten und stattdessen zuhören, was andere Menschen dazu denken. Oder tatsächlich genau hinzusehen, was die Fakten eigentlich sagen. Sich fragen: Wie ist eigentlich das Ding, wie es ist, und wo beginnt meine eigene Interpretation? Seinen eigenen Standpunkt in Frage stellen und für Kritik offen sein.

Dafür braucht man andere Menschen, weil alleine schaffen wir das nicht. Und wahrscheinlich braucht es Menschen, die einem unbequeme Ansichten haben oder die man überhaupt noch nie gehört hat.

Aber ein schöner Nebeneffekt des Meinungsfastens: Man lernt, die Welt klarer und wahrer zu sehen, weil man ein bisschen wegkommt vom eigenen Confirmation Bias

Schummelzettel

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ChatGPT versetzt momentan viele Bereiche unserer Wissensgesellschaft in Aufruhr und macht natürlich auch nicht vor den Schulen halt.

Wie gut, dass uns in Österreich das nicht allzu sehr beunruhigen muss. Zumindest, wenn es nach den obersten Lehrer*innenvertretern geht, die im Jahr 2023 die Situation fachkundig analysiert haben und zum Schluss kommen:

„In meiner eigenen Schulzeit hat es Schummelzettel gegeben,
jetzt gibt es halt andere Dinge.“

Paul Kimberger auf orf.at, 5. Februar 2023

Drüber reden

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Unlängst habe ich mit einem Gründer gesprochen, bei dem es nicht richtig läuft. Man sieht in seinem Gesicht und hört in seiner Stimme, wie anstrengend es für ihn gerade ist. Wie viel er investiert und wie wenig dabei für ihn raus schaut.

Solche Gespräche sind naturgemäß schwierig. Einerseits, weil es nie angenehm für mich ist, jemanden leiden zu sehen. Andererseits, weil ich nicht einfach die schnelle Lösung parat habe, die schlagartig alles besser machen würde.

Und dennoch war nach dem Gespräch spürbar was besser als vorher. Wahrscheinlich allein deshalb, weil er drüber reden konnte.

Bücher kaufen, Bücher lesen

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Hartmut Rosa beschreibt ein interessantes Phänomen unserer Zeit:

Wir kaufen uns ein Buch. Das geht schnell. Das Buch zu lesen hingegen dauert lang. Statt dass wir uns die Zeit zum Lesen des Buches nehmen, kaufen wir uns lieber ein neues Buch, das wir dann auch wieder nicht lesen.

Es scheint uns mehr Lust zu bereiten, etwas Neues zu kaufen, als es tatsächlich auch zu konsumieren.

Networking, das funktioniert

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Networking ist für viele Gründer*innen und Solopreneure ein schwieriges Thema. Man mag’s meist nicht nicht machen, weil sich die gängigen Networking-Formate sehr künstlich anfühlen und im Endeffekt Zeitverschwendung sind.

Eine Gründerin hat mir unlängst erzählt, dass Sie jedoch ihren eigenen Zugang zum Networking gefunden hat. Sie spielt begeistert Tennis, und sie hat sich jetzt für die Hobbyliga angemeldet. Damit wird ihr jede Woche ein*e neue*r Gegner*in zugeteilt, gegen den*die sie spielen darf. Natürlich lernt man sich dabei auch ein bisschen kennen, und hat neben der gemeinsamen Liebe zum Tennis vielleicht auch den einen oder anderen beruflichen Anknüpfungspunkt. Und wenn nicht, macht’s auch nichts, das Tennisspielen ist ja an und für sich schon wertvoll.

Ich denke, dass in dieser kleinen Geschichte das Geheimnis der erfolgreichen Netzwerker*innen auf den Punkt kommt: Sie haben ihren ganz persönlichen, ihren ganz eigenen Zugang zum Networking gefunden, der dafür sorgt, dass Networking für sie nicht eine unnatürliche Zeitverschwendung ist, sondern ihnen sogar Spaß macht.

Kollegen

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Wir Solopreneure sind aus einem guten Grund keine Angestellten (mehr).

Wir lieben unsere Freiheit und unsere Unabhängigkeit. Wir lieben es, dass wir uns nach keinem Chef richten müssen. Und wir lieben es, nicht Montag bis Freitag zu fixen Zeiten arbeiten zu müssen.

Was uns aber manchmal doch fehlt, sind die Kolleginnen und Kollegen. Menschen, die an der gleichen Sache arbeiten und mit denen man sich fachlich austauschen kann. Menschen, die unter den gleichen Sachen leiden und mit denen man gemeinsam ein bisschen jammern kann. Menschen, die mal einen Schmäh reißen oder einen Kuchen zum Geburtstag mitbringen.

Es tut uns daher gut, wenn wir uns “Kolleg*innen” auch in der Selbständigkeit suchen. Denn den Austausch und die Begegnung von Mensch zu Mensch brauchen wir Solopreneure genauso sehr wie jeder andere Mensch auch.

Crowdfunding

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Ich bin ja der Meinung, dass wir europäischen Selbständigen sehr vorsichtig sein müssen, wenn wir vermeintliche Erfolgsrezepte übernehmen, die aus den USA kommen.

Es ist ein eigenartiges Phänomen, dass die Lehrmeister*innen vieler europäischer Lifestyle Entrepreneure Amerikaner*innen sind. Eigenartig deswegen, weil dabei geflissentlich ignoriert wird, dass wir in Europa eine ganz andere Kultur haben als in Amerika. Was dort funktioniert, funktioniert bei uns noch lange nicht. Und umgekehrt: Was in Amerika nie gehen würde, funktioniert in Europa wunderbar.

Ein anschauliches Beispiel für diese Diskrepanz hat mir Monika Kovarova-Simecek erzählt: In den USA ist Crowdfunding eine gängige Art der Finanzierung für Projekte und Gründungen. Deswegen glauben auch wir Europäer*innen oft, dass Crowdfunding eine reale Möglichkeit ist, an Geld zu kommen. Tatsächlich spielt Crowdfunding bei der Finanzierung von Start-ups nur eine minimale Rolle. Es funktioniert einfach bei uns nicht so wie in den USA.

Warum? Weil Europa eine andere Kultur hat als Amerika. Das sollten wir Lifestyle Entrepreneure immer im Hinterkopf behalten, wenn wir mal wieder das neueste Erfolgsrezept aus den USA vorgesetzt bekommen.

Nachhaltige Filmförderung

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Meine Kollegin an der FH St. Pölten, Monika Kovarova-Simecek, hat mir erzählt, dass SDG-Ziele zunehmend auch Kriterien sind bei der Vergabe von Filmförderungen.

Einerseits ist das natürlich super, dass endlich auch Überlegungen zur Nachhaltigkeit einfließen in Entscheidungen für Finanzierungen und Förderungen. Ist eh höchst an der Zeit.

Andererseits denke ich mir: Das ist ja ein Wahnsinn für die Filmproduzent*innen, v.a. für die kleinen. Was das für ein Mehraufwand ist, nun auch noch einen Nachhaltigkeitsbericht zu schreiben und vor ab schon zu überlegen: Wie stellen wir sicher, dass wir CO2-neutral sind? Wie stellen wir Diversity sicher? etc.

Weil: Ich nehme an, dass dieser Aspekt zu allen anderen Förder-Anforderungen dazu kommt, und nicht ein anderes Kriterium wegfällt.

Es wird wohl ein Mehr-Aufwand sein, was dazu führen wird, dass er auch als solcher behandelt wird.

Ausgebremst

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Eine Erkenntnis aus The Alchemist, die gerade viel Resonanz bei mir erzeugt:

Irgendwann im Laufe des Lebens wird das, was sich die Anderen über einen denken, wichtiger als das Streben nach seiner eigenen personal legend

Das ist sehr, sehr schade.

Jenseits der Vorstellung

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“Ich kann mir nicht vorstellen, wie man damit Geld verdienen kann”, sagt ein Berater-Kollege über einen neuen Kunden, der sich als “spiritueller Begleiter” selbständig machen will.

Damit spricht er einen zentralen Punkt in der Gründungsberatung an: Um unseren Kunden mit ihrem Business zu helfen, müssen wir uns dieses Business erst mal vorstellen können. Alles beginnt damit, dass wir unseren Vorstellungsraum erweitern.

Und das ist manchmal gar nicht so leicht.

Was ist ein Digitaler Garten? 🪴

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Worum geht’s?

  • Mein Zugang zur Idee, meine Website wie einen digital garden zu bewirtschaften.
  • Hinweis von Jenni in ihrem Newsletter vom 27. Juli 2022. Danke, Jenni!
  • Einen “Blog” anders denken, nämlich im Sinn eines “Digital Gardens”.
  • Diese Idee hat mich intuitiv angesprochen, und ich habe sie sofort (in meinem Urlaub!) näher erforscht. Das ist dabei (bis jetzt) raus gekommen.

Was du wissen musst

In den Ursprüngen des www gab es zwei Formen der Content-Präsentation und -Sortierung:

1. Homepage

  • Die Inhalte waren statisch: “von Hand” geordnet, bis sie “von Hand” verändert wurden.
  • Die Inhalte waren persönlich kuratiert. Sie waren individuell, “quirky” und “cool”.
  • Inhalte waren “zeitlos”.
  • Homepages wurden “upgedatet”.

2. Web Diary (Weblog, Blog)

  • Einträge sind nach Datum geordnet, in chronologischer Reihenfolge.
  • Inhalte waren mit einem Datum versehen.
  • Es finden keine Updates statt für “alte” Tagebuch-Einträge.
  • CMS machen das Bloggen ganz leicht, sorgen aber gleichzeitig für Monotonie und Gleichförmigkeit.

Mit dem Erfolg von Blog-Plattformen (WordPress und Co.) hat sich eingebürgert, dass in Blogs die aktuellsten Einträge zuerst angezeigt werden.

  • Aber warum ist das so? Ist das wirklich gut so?
  • Oder wäre es nicht besser, wie bei Homepages eine individuelle, “quirky” Sortierung der Inhalte vorzunehmen?
  • [Noch schlimmer ist es natürlich bei Social Media. Wann und ob überhaupt unser Content angezeigt wird, entscheidet dort ein Algorithmus. Wir haben darüber überhaupt keine Kontrolle mehr. Der Content gehört nicht mehr uns, und er ist innerhalb kürzester Zeit für immer “verloren” in den Untiefen der Social Media Plattformen.]

Wir können uns die Hoheit über unsere Inhalte aber wieder zurückholen, indem wir Blogs neu/anders sehen.

“Bloggen” kann man nämlich auf zwei verschiedene Weisen denken:

1. Performance Blogging

  • Blog verfolgt ein konkretes Ziel.
  • Content Marketing; SEO.
  • Finite game, zielorientiert
  • Der Blog ist z.B. dazu da, eine “Personal Brand” oder einen Expertenstatus aufzubauen.
  • Bloggen und Schreiben dient vor allem der “Content-Marketing-Strategie”, nicht dem Selbstausdruck
  • Blogposts sind “fertig” und “perfekt”.
  • ⇒ Ein solches Blogpost zu schreiben ist eine schwere “Arbeit” und wird mitunter an Profi-Texter ausgelagert.

2. Non-performative Blogging (”Digital Garden”)

  • Blog verfolgt kein bestimmtes Ziel.
  • Außer das allgemeine Ziel, sich auszudrücken und damit ev. auch für andere nützlich zu sein.
  • Wie ein “Wiki”, in dem Content wächst und sich über die Zeit verändert und verbessert.
  • Infinite game, Growth-orientiert
  • Ein “menschlicherer” Ansatz (und ähnlicher dem, was Blogs ursprünglich waren).
  • Führt im besten Fall auch dazu, dass man mehr schreibt. Einfach, weil man mehr Freude daran hat.

Chonologisch geordnete Posts sind wenig nützlich. In Wirklichkeit verwendet niemand das Internet so.

Deshalb: Viel nützlicher ist: Curation (”by me, for you”).

  • Im Performance Blogging verlassen wir uns auf die Google-Bot-Armeen, die dabei helfen sollen, dass die Menschen da draußen uns und unseren Content finden. Wir “unterstützen” das dadurch, dass wir “SEO machen” (und damit u.U. in Kauf nehmen, dass unsere Texte suboptimal geschrieben sind).
  • Im Non-performative Blogging übernehmen wir selbst die Curation.
  • Beispiel: Eine kurze “Best-Of”-Liste (”Some Personal Favourites”) auf der Startseite – also eine Auswahl von Vorschlägen für Besucher, die zum ersten Mal da sind. = Ein konkretes (weil beschränktes) Angebot an Artikeln, nicht die komplette, erschlagende Masse.
  • Auch eine Such-Funktion auf der Website hilft – nicht zuletzt einem selbst.
  • Man kann für seine Leser*innen “Guides” erstellen – wie “Reiseführer” durch die Website, zu bestimmten Themen.
  • Artikel sind untereinander verlinkt, sodass man sofort zu weiterführenden Themen nachlesen kann.
  • Das geht auf das zurück, wie Homepages ursprünglich funktioniert haben.

No more analytics

  • Im klassischen Content Marketing sagt man: Ich brauche doch Analytics, damit ich weiß, welcher Content bei meiner Zielgruppe gut ankommt!
  • Im Non-Performative Blogging sagt man hingegen: Dieser Blog ist in erster Linie für mich da. Meine Leserinnen sind mir nicht egal, aber ich werde mich sicher nicht nach ihnen richten. Mein Ziel ist es, dass mein Blog interessant und nützlich für mich und für meine Leserinnen ist.
  • “It’s not that I don’t care about you, but this is for me.” (Joel Hooks)
  • “It’s my garden, but I’m happy for you to hang around and eat tomatos with me.” (Joel Hooks)

Den Blog kann man in dem Fall wie ein öffentliches Second Brain vorstellen, auf dem laufend Progressive Summarization stattfindet.

  • A space for collecting the dots”, so sieht Tom Critchlow seinen Blog.
  • Schönes Bild: A blog without a publish button.

Nützliches Konzept in diesem Zusammenhang von Robin Sloan: stock and flow.

Flow is the feed. It’s the posts and the tweets. It’s the stream of daily and sub-daily updates that reminds people you exist.

Stock is the durable stuff. It’s the content you produce that’s as interesting in two months (or two years) as it is today. It’s what people discover via search. It’s what spreads slowly but surely, building fans over time.

Spannend in diesem Zusammenhang ist natürlich Stock. Stock in diesem Sinn passt wunderbar zur Garten-Metapher des Blogs.

  • Sloan sagt in seinem Artikel aber, dass es beide braucht: Flow und Stock.
  • And the real magic trick is to put them both together. To keep the ball bouncing with your flow—to maintain that open channel of communication—while you work on some kick-ass stock in the background. Sacrifice neither. The hybrid strategy.

Idealerweise also: Aus dem Flow (z.B. den täglichen Einträgen im Lerntagebuch oder aus meinen regelmäßig veröffentlichten Buch-Notizen) entsteht Stock-Content, der langlebig und interessant und suchenswert ist.

  • Aha-Erlebnis: Flow-Content an sich ist nicht besonders spannend, und danach wird auch nicht wirklich gesucht. Es ist der verarbeitete und damit wertvollere Stock-Content, der interessant ist.
  • Stock-Content ist, so verstanden, auch verwandt mit der Idee von Skyscraper-Artikeln.
  • Was natürlich schon auch sein kann: Du hast zwar viel Stock, aber wenig Flow. Wenn du zu wenig Flow hast, dann nützt dir auch genialer Stock nichts, weil du niemanden ansprichst, der deinen Stock nützlich finden könnte.
  • [Stock and flow ist das gleiche Konzept, das du auch aus der BWL kennst: Vermögen (stock) ist wertvoll und macht ein Unternehmen “wertvoll”. Aber das größte Vermögen nützt nichts, wenn es keinen Cash Flow (Wareneinsatz, Materialeinsatz udgl.) gibt. Es braucht unbedingt beides, sonst funktioniert das Business nicht!]

Spannende Beispiele und Inspirationen

  • Buster’s Notes
  • Brendan’s Cannon
  • Im Sinne von “Connecting the Dots” ist wahrscheinlich auch mein eigenes Lerntagebuch auf meiner Website ein gutes Beispiel.
  • Auch Seth Godin macht Curation in seinem „Best Of The Blog“-Abschnitt (allerdings nicht auf der Startseite), z.B. Popular Posts
  • Andreas Sator veröffentlicht jeden Tag einen Eintrag auf Substack, in dem er Insights seiner Recherche-Arbeit teilt, die ihn gerade inspirieren. Kann man auch als Newsletter abonnieren.

Offene Fragen

  • Ich habe viele Notion-Notizen, die in meinen Digitalen Garten passen würden. Wie lassen sich diese Notion-Notizen mit meiner Website verbinden?
    • Ich mag nämlich nicht zwei Gärten “bewirtschaften”, einen auf meinem Blog und einen in Notion.
    • Ich mag aber meinen Digitalen Garten einen Teil meiner Website sein lassen. Er soll über meine Website zugänglich sein.
    • Aber ich will ja nicht mein ganzes Notion teilen, sondern nur die Notizen, die in meinen Digitalen Garten passen!?

Artikel, die mich ursprünglich inspiriert haben:

Letztes Update: 15. April 2025

Die Kuh

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Meine Nichte wird im Biologie-Unterricht ein Referat über die Kuh halten.

Eigentlich wollte sie über Dinosaurier reden, das hätte sie mehr interessiert. Weil aber die Referatsthemen in einer bestimmten Reihenfolge drankommen müssen und die Dinosaurier zu einem Zeitpunkt dran sind, wo meine Nichte viele andere Schularbeiten und Tests hat, hat sie sich eben für die Kuh entschieden. Nicht aus Interesse, sondern weil es einfacher ist.

Schon interessant, was man in der Schule alles lernt.