AutorGünter Schmatzberger

Wir dürfen nicht, was wir sollen

W

Wir leben in einer paradoxen Welt.

Wir sollen konsumieren, denn darauf beruht unser Wirtschaftssystem. Das sichert Arbeitsplätze. 

Wir dürfen aber nicht (mehr) so viel konsumieren, denn das ruiniert das Klima und das ist nicht nachhaltig. 

Marianne Gronemeyer sagt, das ist ein Kennzeichen von Absurdistan – der Welt des unbegrenzten Wachstums. 

Gehalt des Papas

G

Unlängst habe ich meine Studierenden gefragt, wer von ihnen weiß, wie viel ihr Papa verdient.

Die Hälfte der Studierenden hat nicht aufgezeigt.

Über Geld spricht man (in Österreich) nicht. Nicht mal innerhalb der Familie.

Ko-Abhängigkeit

K

Es gibt Menschen, die involvieren dich in ihre Probleme allein schon durch ihr Verhalten. Du hast gar nicht die Wahl, dich rauszuhalten, du wirst durch das, was sie tun automatisch reingezogen. 

Das ist eine schwierige und meist sehr belastende Situation.

Zu wissen, dass man ko-abhängig ist, ist allerdings schon der erste Schritt zur Lösung. 

Wirklich helfen

W

Viele Lifestyle Entrepreneure sind von dem Wunsch beseelt, anderen Menschen mit ihrem Lifestyle Business wirklich zu helfen. Davon, einen echten Unterschied zu machen im Leben anderer und ein Stückchen dazu beizutragen, dass die Welt insgesamt besser wird.

Dabei haben wir meist eine sehr klare Vorstellung davon, welche Probleme wir zu lösen imstande sind und um welche Probleme wir uns kümmern wollen.

Manchmal kommen wir allerdings drauf, dass die Probleme der Menschen, denen wir helfen wollen, sich deutlich von den Problemen unterscheiden, die wir glauben, dass sie haben. Deren Probleme sind gar nicht unsere Probleme!

Dann stehen wir einer schwierigen Entscheidung: Bleiben wir bei unserem Problemlösungsangebot und warten wir darauf, dass die Menschen mit den richtigen Problemen zu uns kommen? Oder tun wir, was für eine wirkliche Hilfe notwendig ist und lösen die tatsächlichen Probleme unserer Kund*innen – auch wenn wir dafür aus unserer Komfortzone raus müssen?

Wirklich zu helfen bedeutet, dass wir dort anpacken, wo unsere Hilfe gerade gebraucht wird – und nicht dort, wo es uns am besten passen würde.

Verliebt

V

Verlieb dich nicht so sehr in deine eigenen Ideen, dass du sie nicht mehr loslassen kannst.

[Danke Gordon Schönwälder für diesen Hinweis.]

Interessant genug?

I

Ist deine Idee interessant genug, dass andere Menschen angeregt mit dir darüber reden?

Oder ist deine Idee sogar so interessant, dass andere Menschen dafür Geld ausgeben?

Blöde Idee

B

Wenn du eine gute Idee hast, und dann kommt jemand anderer und sagt: “Das ist eine blöde Idee!” – Wie reagierst du?

Sagst du: “Okay, dann lassen wir’s”, und lässt dir den Nipf nehmen?

Oder sagst du: “Ich will es aber trotzdem probieren, weil es mir wichtig ist.”

Wichtig machen

W

Wenn wir sagen, “etwas ist wichtig”, dann stimmt das meistens nicht ganz.

Was wir wirklich meinen, ist: “Ich mache mir etwas wichtig.”

Nichts ist per se wichtig, und alles, was einmal wichtig war, kann wieder unwichtig gemacht werden.

Dein Markt

D

Damit dein Marketing greifen kann und Effekte erzielt, musst du deinen Markt definiert haben.

Viele definieren ihren Markt entweder gar nicht, und wenn dann zu unpräzise und vor allem zu groß.

Wir müssen unseren Markt so eng fassen, dass wir die Chance haben, ihn mit unseren Marketing-Signalen innerhalb kürzester Zeit nicht nur zu erreichen, sondern zu durchdringen.

Erst wenn wir das geschafft haben, können wir daran denken, unseren Markt Schritt für Schritt zu erweitern.

[Danke Philipp Maderthaner für den Hinweis.]

Zum Abgewöhnen

Z

Wer niemanden in seinem familiären Umfeld hat, der selbständig ist, für den ist der Weg in die Selbständigkeit oft keine naheliegende Option. Klar, wenn man keine entsprechenden Vorbilder hat.

Aber es kann auch anders herum sein. Kinder von Eltern, die selbständig sind, steigen mitunter ins Berufsleben ein und sagen: Nie im Leben will ich selbständig sein. Diese Sorgen, dieser Stress, die wenige Zeit… das tue ich mir sicher nicht an.

Das nur als Hinweis, wenn du ein First Generation Entrepreneur bist und glaubst, dass du dadurch einen Startnachteil hättest.

Viel hilft viel?

V

Ein neues Bildungs-Angebot der Wirtschaftskammer Österreich für Gründer*innen rühmt sich damit, dass es Zugang zu über 16.000 Kursen ermöglicht.

Grundsätzlich ist jedes Angebot willkommen, das Gründer*innen unterstützen soll.

Aber 16.000 Kurse? Im Ernst?

So viel Angebot ist in Wirklichkeit gar kein Angebot. Das Problem für Gründer*innen ist ja nicht, an Wissen und Information zu kommen. Das Problem ist, Orientierung zu finden in der Informationsflut. Zu wissen, was relevant ist und was nicht. Zu unterscheiden, was für den Start essenziell ist und was nur Ablenkung.

Es käme also nicht auf den Umfang an, sondern auf die Auswahl. Dafür bräuchten Gründer*innen Unterstützung – nicht für noch mehr ungefilterte Information.

Entlastungsgespräch

E

Eine Kollegin in der Gründungsberatung meinte unlängst, unsere Beratungsgespräche seien auch “Entlastungsgespräche”.

Unsere Gründer*innen haben häufig niemanden, mit dem sie über den “life-changing process” des Selbständigmachens sprechen könnten.

Wir Gründungsberater*innen sind daher nicht nur Unternehmensberater, sondern auch Wegbegleiter.

Der Mann an ihrer Seite

D

Fußballspieler Georg Teigl sagt über seine Frau, die ein eigenes Business hat:

„Sie ist ein ‚Doer‘ und ich bin eher ein ‚Thinker‘. 
Sie ist eine riesige Bereicherung für mein Leben und sie berührt die Leute mit dem, was sie tut. Momentan ist es auch sehr spannend, mehr dabei zu sein und involviert zu sein mit den Angestellten. Ich bin der Co-Trainer und sie ist der Trainer.
Sie hat ihr eigenes Geld verdient. Ich bin unglaublich stolz, sie an meiner Seite zu haben.

Georg Teigl

Die Unterstützung des Ehepartners ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein funktionierendes Unternehmen.

Georg Teigl ist ein gutes Beispiel dafür.

Niemand zum Reden

N

Ein Problem, das viele Gründer:innen haben: Sie haben in ihrem Umfeld niemanden, mit dem sie über ihr Business reden können.

Sie haben niemanden, mit dem sie über ihre Sorgen sprechen könnten, weil es in ihrem Familien- und Freundeskreis keine anderen Selbständigen gibt, die diese Sorgen nachvollziehen können.

Aber: Sie haben auch niemanden, mit dem sie ihre Erfolge teilen könnten. Sie freuen sich vielleicht gerade riesig, dass sie einen wichtigen Kunden gewonnen oder einen großen Auftrag gelandet haben. Aber aus Angst vor Neid erzählen sie lieber niemandem davon.

Selbständig zu sein bedeutet häufig auch, viel allein zu sein.

Schweigen im Walde

S

Es ist mitunter schon frustrierend, wenn man tut und tut und tut – und es kommt einfach nichts zurück.

Aber: Die Leute haben einfach den Kopf voll.

Es ist deine Aufgabe, das Heft in der Hand zu haben und immer wieder Akzente zu setzen.

Wichtig oder interessant?

W

Wir müssen unterscheiden können, ob etwas wichtig ist oder ob es interessant ist.

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig für Menschen mit einem starken Growth Mindset, z.B. Sensitive Strivers.

Wir glauben nämlich oft, dass alles, was wir interessant finden, auch wichtig ist. Aber das ist ein Aberglaube. Das Wenigste (im Leben, im Business) ist tatsächlich wichtig.

Das Interessante übt aber eine große Faszination auf uns aus. Und gleichzeitig ist es gut möglich, dass wir das wirklich Wichtige gar nicht soooo interessant finden.

Reichtiefe

R

Nicht alles im Leben wird besser, wenn es mehr wird.

Reichtiefe > Reichweite

Mut zum Risiko

M

Echte Differenzierung braucht Mut.

Viele Content Marketer nehmen zu wenig Risiko. Sie trauen sich nicht, eine kontroverse Position einzunehmen. Sie trauen sich nicht, Stellung zu beziehen. Sie trauen sich nicht, auch mal jemanden zu provozieren.

Viele Content Marketer hätten die Chance, durch Differenzierung einen echten Unterschied zu machen – und ziehen den Schwanz ein, wenn sich die Möglichkeit dafür bietet.