Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Best Of Podcasts 2023

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Ich habe 2023 insgesamt 1.343 Podcasts gehört. Hier meine 23 Lieblings-Folgen des Jahres 2023 (in chronologischer Reihenfolge):

  1. Arno Geiger // Ö3 Frühstück bei mir, 8. Jänner 2023 // Meine Notizen
  2. Turning Chaos into Clarity with Alison Jones // Greg McKeown Podcast #165, 26. Jänner 2023 // Link
  3. Gerald Moser – Wie man robuste Unternehmen schafft // Entrepreneurship und Unternehmertum Podcast #12, 5. November 2022 // Link
  4. Josef Zotter: Wie werde ich zum Original? // Business Gladiators Unplugged (Philipp Maderthaner), 1. Februar 2023 // Link
  5. Kann mein Kunde sich das leisten? // Status Ausgebucht (Martina Fuchs), 2. Februar 2023 // Link
  6. Interview mit Barbara Messer – Magie der Bühne // Ich wirke, also bin ich (Martin Schwanda), 15. März 2023 // Link
  7. Geh mal Gassi mit dir selbst // Ommmline ist das neue Online (Anitra Eggler), 29. März 2023 // Link
  8. 5 Bausteine einer authentischen Marketing-Strategie – So klappt es mit dem Marketing als Gründer // Mut zur Gründung (Mona Wiezoreck), 30. März 2023 // Link
  9. Rick Rubin – Magic, Everyday Mystery, and Getting Creative // On Being (Krista Tippett), 14. März 2023 // Link
  10. Roman Kmenta: Geschäftsmodelle mit Profit // Ein Business das läuft (Roman Kmenta), 4. April 2023 // Link
  11. Derek Sivers // Tim Ferriss Podcast, 21. April 2023 // Link
  12. Seth Godin // Tim Ferriss Podcast, 17. Mai 2023 // Link
  13. Von 40 % auf 70 & Abschlussquote – Interview mit Nicole Schneider-Grain // Commit Podcast (Stefanie Kneisz), 20. Mai 2023 // Link
  14. Breakthroughs in Business Coaching Session // Mind Your Business (James Wedmore), 26. Mai 2023 // Link
  15. Lernen auf neue Art: Wie Content Curation das Lernen revolutionieren kann? // Bildung rockt! (Sandra Mareike Lang), 12. März 2023 // Link
  16. The science of personality and the art of well-being with Brian Little // WorkLife with Adam Grant, 11. Juli 2023 // Link | Meine Notizen
  17. Sind Vermögenssteuern sinnvoll? deep dive mit Margit Schratzenstaller // Erklär mir die Welt (Andreas Sator), 18. Juli 2023 // Link | Meine Notizen
  18. Zurück zu den Wurzeln: Die Geschichte des FC Admira Wacker Mödling // Brennpunkt Orange Podcast #215, 25. Mai 2023 // Link 
  19. Conversation with Simon Sinek – Finding Your Why, Feeling Stuck, and Building Strong Leaders // The Prof G Pod (Scott Galloway), 17. August 2023 // Link
  20. Jürgen Klopp – Was treibt dich wirklich an? // Hotel Matze (Matze Hielscher), 26. Juli 2023 // Link | Meine Notizen
  21. Lerncoach Caroline von St. Ange – Wie muss sich unser Bildungssystem verändern?, Hotel Matze (Matze Hielscher), 20. September 2023 // Link
  22. Adam Mastroianni on Learning and Mostly Forgetting // Econtalk (Russ Roberts), 9. Oktober 2023 // Link
  23. Nick Cave – Loss, Yearning, Transcendence // On Being (Krista Tippett), 22. November 2023 // Link

Mein Jahr 2023 in Zahlen

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Ich habe insgesamt 2.768 Stunden geschlafen. Das sind 115 Tage, und damit fast auf die Stunde gleich viel wie 2022.

Ich war 2023 auf sechs Konzerten, gleich viele wie 2022. Mein Highlight: Bruce Springsteen & The E-Street-Band in Wien.

Ich habe 52 Bücher gelesen, um dreizehn mehr als 2022. Mein Lieblingsbuch 2023 ist eigentlich eine Buch-Serie in 23 Bänden: A Series Of Unfortunate Events von Lemony Snicket

Ich bin 68 mal gelaufen (2022: 75). Damit bin ich meinem Ziel von 100 mal weit hinterhergelaufen (haha).

Ich hatte mit meiner Frau 47 Business Breakfasts, 44 Filmabende und 12 Dates.

Ich war auf keiner Hochzeit, keiner Taufe und keinem Begräbnis.

Ich habe 754 Liter schwarzen und grünen Tee getrunken, also rund zwei Teekannen pro Tag. Der durchschnittliche Österreicher trinkt 33 Liter Tee pro Jahr (allerdings vorwiegend Früchtetee).

Ich habe 1.346 Podcasts gehört, durchschnittlich 3,6 pro Tag.

Ich habe auch heuer wieder mehr Geld für mein Auto ausgegeben als für Weiterbildung. Sehr viel mehr Geld, denn unser Auto kommt ins Rentenalter.

Meine Fische haben sich 2023 in die ewigen Jagdgründe verabschiedet. Das Aquarium ist damit Geschichte.

Song des JahresHerbert Grönemeyer: Angstfrei

[Meine Jahre 2022, 2021 und 2020]

Leseliste: Bücher, die ich 2023 gelesen habe

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  1. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 1: The Bad Beginning
  2. Neale Donald Walsch: Gespräche mit Gott. Band 1
  3. Michael Ensle: Machtvolles Bauchgefühl (Meine Notizen)
  4. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 2: The Reptile Room
  5. Neale Donald Walsch: Gespräche mit Gott. Band 2
  6. Clemens Sedmak: Das Gute leben (Meine Notizen)
  7. Gerald Moser: Robust! (Meine Notizen)
  8. Uwe Böschemeyer: Gottesleuchten (Meine Notizen)
  9. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 3: The Wide Window
  10. Gary Chapman: Die 5 Sprachen der Liebe (Meine Notizen)
  11. Neale Donald Walsch: Gespräche mit Gott. Band 3
  12. Greg McKeown: Effortless
  13. Dimiter Inkiow: Als Zeus der Kragen platzte
  14. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 4: The Miserable Mill
  15. Austrofred: Die fitten Jahre sind vorbei
  16. Erich Fromm: Haben oder Sein
  17. Alison Jones: Exploratory Writing: Everyday Magic for Life and Work (Meine Notizen)
  18. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 5: The Austere Academy
  19. Stefanie Kneisz: Leben ohne Chef! (Meine Notizen)
  20. Anders Indset: Das infizierte Denken (Meine Notizen)
  21. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 6: The Ersatz Elevator
  22. Petra Bock: Mindfuck (Meine Notizen)
  23. Juliane Marie Schreiber: Ich möchte lieber nicht – Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven. (Meine Notizen)
  24. Michael Bold: Paddington. Der kleine Bär macht Urlaub.
  25. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 7: The Vile Village
  26. Georg Silló-Seidl: Die Affaire Semmelweis (Meine Notizen)
  27. Josef Kirschner: Die 100 Schritte zum Glücklichsein (Meine Notizen)
  28. Christine Nöstlinger: Am Montag ist alles ganz anders
  29. August Höglinger: Macht und Verantwortung (Meine Notizen)
  30. Steven Pressfield: Nobody Wants To Read Your Sh*t
  31. Garret Gunderson: The Money Tree (Meine Notizen)
  32. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 8: The Hostile Hospital
  33. Jesper Juul: Das kompetente Kind (Meine Notizen)
  34. Anselm Grün: Damit die Welt verwandelt wird — Die sieben Werke der Barmherzigkeit (Meine Notizen)
  35. Josef Kirschner: Die Kunst glücklich zu leben (Meine Notizen)
  36. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 9: The Carnivorous Carnival
  37. Gerd Kommer: Der leichte Einstieg in die Welt der ETFs (Meine Notizen)
  38. Seth Godin: What To Do When It’s Your Turn (and it’s always your turn) (Meine Notizen)
  39. Caroline von St. Ange: Alles ist schwer, bevor es leicht wird
  40. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 10: The Slippery Slope
  41. Verena Friederike Hasel: Der tanzende Direktor (Meine Notizen)
  42. Thomas Stipsists: Kopftuchmafia
  43. Eckhart Tolle: Jetzt!
  44. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 11: The Grim Grotto
  45. Thomas Stipsits: Uhudler-Verschwörung
  46. Thomas Stipsist: Eierkratz-Komplott
  47. Das Buch der Weisheit
  48. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 12: The Penultimate Peril
  49. Felix Klopotek, Peter Scheiffele (Hrsg.): Zonen der Selbstoptimierung
  50. Leo Hillinger: Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz! (Meine Notizen)
  51. John Grisham: Der Verdächtige
  52. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events – 13: The End

[Meine Leselisten 2022 und 2021]

Gründe fürs Nicht-Tun

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Unlängst habe ich meine Studierenden gefragt, was sie glauben, warum manche Menschen etwas nicht tun, obwohl es eigentlich gut für sie wäre.

Hier die Antworten:

  • Vergesslichkeit, keine Routine
  • Faulheit
  • Kein Interesse
  • Verstehen den Sinn dahinter nicht
  • Sie wissen nicht, was sie tun sollen
  • Man möchte nichts Persönliches preisgeben
  • Es ist unangenehm
  • Zu zeitaufwendig
  • Zu viel Mühe
  • Schlechtes Selbstmanagement
  • Sie sind eingeschüchtert
  • Sie wollen nicht nachdenken
  • Angst
  • Sie wissen nicht, was sie sagen sollen
  • Es zahlt sich nicht aus
  • Schlechtes Gewissen
  • Gefällt ihnen nicht
  • Empfinden es nicht als gut, sondern als eine Qual

Schon spannend, diese Antworten.

Das ist übrigens auch eine wunderbare Checklist, wenn wir nach Gründen suchen, warum unsere Kund*innen nicht (oder nur zögerlich) bei uns kaufen.

Durch die Wüste

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Viele Gründer*innen können den sprichwörtlichen “Weg durch die Wüste” nur deswegen nicht gehen, weil sie die Straße nicht finden.

Diesen Menschen kann geholfen werden.

Diesen Menschen kann ich helfen.

Besonders empfindlich

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Und weil ich gar nicht wissen will, wie oft ich schon überlistet worden bin und wie oft meine Gutmütigkeit schon ausgenutzt wurde…

… bin ich besonders empfindlich in den Momenten, wo ich das Gefühl habe, das ich jetzt gerade überlistet und ausgenutzt werde. Das kann ich überhaupt nicht leiden.

Ja, manchmal sehe ich auch auch Gespenster und höre das Gras wachsen. Aber es hilft nichts: Ich kann nicht raus aus meiner Haut.

Alles, was ich (im Sinn des Selbstcoaching) tun kann, ist einen kurzen Moment innehalten und mich fragen: Ist es wirklich wahr?

Überlistet

Ü

Ich möchte nicht wissen, wie oft ich von meinen Studierenden schon überlistet worden bin.

Ich möchte nicht wissen, wie oft meine Gutmütigkeit schon ausgenutzt worden ist.

Ich möchte es wirklich nicht wissen. Weil würde das, was sich dadurch ändern würde, wirklich eine Verbesserung – für irgendjemanden?

Wahrscheinlich nicht.

Herzliche Einladung

H

Wenn ich meine Kolleg*innen zu einer kleinen Betriebsfeier einladen will, dann macht es einen riesigen Unterschied, ob ich sage “Wer mag, kann gern dabei sein!” oder ob ich sage “Ich lade euch herzlich ein, dabei zu sein!”

Gemeint ist vielleicht das Gleiche, aber gehört wird es ganz anders.

Empathische Lehre

E

Unlängst habe ich eine Diskussion mitbekommen, in der ein Student einer Kollegin versucht hat, ein Buchhaltungsproblem zu erklären. Er war wirklich sehr bemüht, aber er konnte mit seiner Erklärung nicht zu ihr durchdringen.

Die Studentin hat die verfahrene Situation schließlich so zusammengefasst: “Ich verstehe dich, aber du verstehst mich nicht.”

Und damit hat sie auf den Punkt gebracht, was gute Lehre wirklich gut macht. Man darf nicht nur die richtige Lösung kennen, sondern muss auch wissen, wie man die richtige Lösung vermittelt. Oder, mit anderen Worten: Man muss zuerst verstehen, warum jemand Probleme mit dem Verstehen hat. Erst dann kann man an die Lösung des Verständnisproblems gehen.

Das Zauberwort ist Empathie. Und Empathie ist eine Kunst.

Alle Jahre wieder

A

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind

Auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

Das ist keine Kleinigkeit. 

Alle Jahre wieder.

Wissen vs. Transformation

W

Das Wissen ist gratis. Ich teile es großzügig auf allen meinen Plattformen. Da halte ich auch nicht zurück.

Was kostet: Dass ich dir beim Transfer des Wissens in dein eigenes Leben helfe. Oder bei der Umsetzung des Gelernten. Die Transformation ist nämlich das eigentlich Wertvolle.

Es ist ein bisschen wie in der Schule: Die Mathe-Lehrerin lehrt für alle Schüler*innen in der Klasse “gratis”. Wenn jemand aber Nachhilfe braucht, d.h. individuelle Arbeit und Betreuung, um eine bestimmte Note zu erreichen, dann kostet das extra.

Das Wissen ist gratis, für die Transformation musst du bezahlen. So lässt sich das Geschäftsmodell praktisch aller Berater*innen mit Content-Marketing zusammenfassen.

Das Unfertige

D
Wir werden damit leben müssen, das Unfertige in unserem Leben auszuhalten.

Wir sind oft mit Ratlosigkeit konfrontiert. Viele Menschen ringen mit dem Leben. Viele Andere sind genauso auf der Suche wie wir.

Einige von ihnen sind auf ihrer Suche aber auch erfolgreich!

Das darf uns Mut machen.

Funktionale BWL-Analphabeten

F

Es gibt Kinder, die können nach vier Jahren Volksschule nicht sinnesfassend lesen. Das heißt, sie können einzelne Wörter sehr wohl lesen, aber sie tun sich schwer, den Sinn eines Textes zu verstehen – besonders dann, wenn es sich um kompliziertere Texte wie Arztbriefe und um “Amtsdeutsch” handelt. Dabei wären gerade diese Dokumente wichtig zu verstehen.

Meine Beobachtung: Es gibt auch Studierende, die nach drei Jahren wirtschaftlichem Studium funktionale BWL-Analphabeten sind. Sie haben zwar einzelne Konzepte der BWL verstanden, aber die Zusammenhänge sind ihnen verschlossen geblieben. Deshalb werden sie sich schwer tun, in einem komplexen wirtschaftlichem Umfeld kompetent agieren zu können. Mit anderen Worten: Es wird nicht viel werden aus der erhofften Karriere.

Beide Fälle sind extrem frustrierend, für alle Beteiligten. Es wurde viel Zeit, viel Geld und viel Mühe verwendet, um Lernen zu ermöglichen, das dann im Endeffekt nicht stattgefunden hat.

Und das Allerfrustrierendste aus meiner Sicht: Es gibt nicht den einen Grund, woran das liegt. Es gibt ein Dutzend Gründe. Jede*r einzelne*r funktionale BWL-Analphabet*in ist eine*r zu viel, aber Lösung fällt mir leider auch keine andere ein, als weiterhin mein Bestes zu geben.

Geringe Markteintrittsbarrieren

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Es ist ein ziemlich einfaches Gesetz:

Viele Selbständige starten mit Dienstleistung-Angeboten. Das ist schlau, weil der Investitionsaufwand für Dienstleistungen verhältnismäßig gering ist. Wenn man ausreichend Know-How hat, kann man praktisch sofort mit seinen Angeboten loslegen.

Das hat zur Folge, dass es am Markt für Dienstleistung ziemlich dicht gedrängt ist. Weil es relativ einfach ist, Dienstleistungen anzubieten, gibt es auch viele Anbieter. Mit anderen Worten: Die Markteintrittsbarrieren sind gering, und deswegen betreten auch viele Gründer*innen diesen Markt.

(Im Gegensatz z.B. zum Markt für Keksproduzenten. Oder Düngemittelerzeuger. Oder Flughäfen. Denn da sind die Markteintrittsbarrieren viel, viel, viel höher.)

Die Konsequenz ist ebenfalls sehr einleuchtend: Es muss unser Bestreben als Selbständige sein, mit der Zeit und Schritt für Schritt die Markteintrittsbarrieren auf unseren Markt zu erhöhen. Zum Beispiel durch Spezialisierung. Oder durch Positionierung, Personal Branding, Networking usw.

Je schwerer es ist, unseren Markt zu betreten, desto entspannter werden wir sein.

Gepitcht, aber nicht verstanden

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Und noch ein drittes Learning vom Forum “Erfolgreiche Unternehmensgründung” an der FH St. Pölten:

Wer sich nicht verständlich machen kann, bekommt kein Geld.

Das gilt für den Startup-Founder, bei dem ich auch nach zehn Minuten Präsentation nicht verstanden habe, was sein Startup eigentlich macht (und ich habe mich wirklich bemüht, es zu verstehen!). Er wird sich schwer tun, Investoren für seine Geschäftsidee zu finden – auch wenn sie noch so genial ist.

Und das gilt genauso für uns Solopreneure: Wir haben zwar keine Business Angels, aber unser Investoren sind unsere Kunden. Und deshalb gilt für uns das gleiche: Wenn unsere Kunden nicht verstehen, was wir tun und womit wir ihnen helfen können, werden sie uns kein Geld geben.

Auch, wenn sie uns eigentlich brauchen würden wie einen Bissen Brot.

Learning by doing

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Unlängst war ich beim Forum “Erfolgreiche Unternehmensgründung” der FH St. Pölten.

Darin präsentierten Startup-Gründer*innen nicht nur ihre Geschäftsidee, sondern auch, was sie auf ihrer unternehmerischen Reise bisher gelernt haben und welche Tipps sie Interessierten mitgeben wollen.

Am Ende der vielen Präsentationen und Podiums-Diskussionen bin in mich gegangen. Ich habe mich gefragt: So verschieden die ganzen Geschäftsideen sind, so verschieden die Gründer*innen selbst sind, so verschieden die Start-ups in ihrer Entwicklungsphase sind… Gibt es einen roten Faden? Gibt es etwas, das alle diese verschiedenen Geschichten gemeinsam haben?

Ich denke, ich habe ihn gefunden. Die Meta-Story aller Start-up-Gründer*innen lautet ungefähr so:

Als wir anfingen, hatten wir keine Ahnung, was wir da tun und worauf wir uns einlassen. Dann haben wir dazugelernt, Schritt für Schritt, learning by doing. Jetzt wissen wir ein bisschen mehr. Aber wie es weitergeht, wissen wir auch nicht. Und deswegen ist das einzige, was wir euch mitgeben können: Euch wird auch nichts anderes übrig bleiben, als euren eigenen Weg zu finden. Von uns könnt ihr nicht allzu viel lernen, weil unser Weg ist nicht euer Weg. Learning by doing ist eure beste Chance!

Gesungene Gemeingüter

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A song isn’t owned by the man who wrote it, and a song is not owned by the man who stole it. A song is owned by all the people who ever sang it.

John Fogerty

Immer das gleiche Problem

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Es ist egal, ob es sich um ein Solo-Business oder einen Fußballverein handelt, der highway to hell hat folgende Stationen:

  1. Zuerst übernimmt man sich mit einem Investitions- oder Entwicklungsprojekt. Das Projekt dauert länger und wird teurer als in den schlimmsten Befürchtungen.
  2. Dann, wenn das Projekt endlich fertig ist, bleiben die Einnahmen (Umsätze) hinter den Erwartungen zurück. Der erhoffte Sprung nach vorne entpuppt sich als kleiner Hupfer.
  3. Dadurch sind die Kosten höher als die Einnahmen. Nicht einmalig, nicht ausnahmsweise, sondern dauerhaft. Die Kosten laufen den Einnahmen davon. Jeder Tag, an dem man weiterarbeitet, vergrößert das Problem nur.
  4. Schließlich geht irgendwann das Geld aus. Die Liquidität ist futsch, und der Hut brennt lichterloh.

Ist dieser Prozess erst mal in Gang gesetzt, ist es ganz schwer, wieder raus zu kommen. Was tatsächlich hilft, ist, sich gar nicht erst in diese Situation zu begeben. Sprich: Sich dreimal zu überlegen, ob man sich diese Rieseninvestition wirklich leisten kann.

Meine Faustregel: Geh bei der Kostenschätzung vom Worst Case aus, und dann verdopple den Betrag. Dann bist du einigermaßen realistisch dabei.

Zahlt sich deine großartige Investitionsidee dann immer noch aus? Wenn ja: Go! Wenn nein, dann weißt du jetzt, wie du dir eine Menge Schmerzen sparen kannst.

Die wirkliche Customer Journey

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Die Customer Journey ist nicht so geradlinig, wie sie der prototypische sales funnel darstellt.

Manchmal schon, aber meistens ist die „Findungsphase“ ziemlich chaotisch. 

Wie meistens halt im echten Leben.