Tag#Gesellschaft&Politik

Highstreet-Ethos in Zeiten der Wall-Street-Dominanz

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Es ist hilfreich, vor Augen zu behalten, dass es zwei grundverschiedene Arten von Unternehmertum gibt.

Da ist die Highstreet – der ehrliche Kaufmann, der seine Waren auf der Hauptstraße anbietet. Man kennt sich, man vertraut sich, man trägt Verantwortung füreinander. Der Greißler ums Eck, die Schneiderin drei Häuser weiter, der Installateur aus dem Bezirk. Sie alle leben mit ihrer Community, nicht von ihr.

Und dann ist da die Wall Street. Gordon Gecko und seine Bros. Denen ist alles wurscht außer der Gewinn. Sie kennen keine Gesichter, nur Zahlen. Keine Verantwortung, nur Rendite.

Das Problem: Oft werden alle Unternehmer:innen über denselben Kamm geschoren. Du machst dich selbständig? Musst wohl ein gieriger Kapitalist sein. Du hast Angestellte? Sicher beutest du sie aus. Du machst Gewinn? Bestimmt auf Kosten anderer. 

Das ist natürlich ein Riesenblödsinn. Der Bäcker, der um vier Uhr morgens aufsteht, damit die Leute frische Semmeln haben, ist kein Hai. Die Beraterin, die ihren Kund:innen ehrlich hilft, ist keine Heuschrecke.

Wir schaden uns alle, wenn wir aufhören, zwischen Highstreet und Wall Street zu unterscheiden. Wenn ehrliche Kaufleute wie Ausbeuter behandelt werden, verlieren wir mehr als nur ein paar Geschäfte. Wir verlieren das Vertrauen in die Idee, dass Unternehmertum auch Verantwortung bedeuten kann. Dass es möglich ist, erfolgreich und anständig zu sein.

Dass man Geld verdienen kann, ohne seine Seele zu verkaufen.

[Danke Tad Hargrave für diesen Gedanken.]

Das Hobby namens Kaufen

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Unlängst ist mir aufgefallen: Die Frage “Brauchst du das wirklich?” ist komplett sinnlos geworden. Nicht weil die Leute keine ehrliche Antwort geben würden, sondern weil die Frage selbst das Thema verfehlt.

Wir kaufen nicht mehr, um etwas zu haben. Wir kaufen, weil das Kaufen selbst zur Tätigkeit geworden ist. Zur Freizeitbeschäftigung. Manche gehen wandern, andere scrollen durch Online-Shops. Beides strukturiert den Tag, beide geben einem das Gefühl, etwas zu tun. Der Unterschied: Nach dem Wandern hast du müde Beine, nach dem Shopping hast du Pakete.

Das ist keine moralische Anklage gegen Konsument:innen. Es ist eine strukturelle Beobachtung: Wenn die Wirtschaft darauf angewiesen ist, dass wir ständig mehr kaufen (nicht weil wir mehr brauchen, sondern weil sonst das System kollabiert), dann wird aus dem Einkaufen zwangsläufig eine Dauerbeschäftigung. Die Frage ist nicht mehr “Was fehlt mir?”, sondern “Was mache ich jetzt gerade?” – und eine mögliche Antwort lautet: Schauen, was es Neues gibt.

Baudrillard hat das Logik des Überflusses genannt, aber das klingt zu akademisch für das, was tatsächlich passiert. Es ist simpler: Wir füllen Zeit mit Kaufakten, weil die Zeit gefüllt werden muss und das System dafür perfekte Infrastruktur bereitstellt. Jederzeit verfügbar, endlos optimiert, immer mit dem Versprechen: Das hier könnte interessant sein.

Kein Wunder, dass “Brauchst du das?” nicht mehr funktioniert. Die Antwort war noch nie “Ja”. Die Antwort war immer schon: “Darum geht’s nicht.”

Der redliche Kaufmann

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Günter Faltin nennt die Arbeit seiner Teekampagne “redlich”. Ein Wort, das man im Business-Kontext selten hört. Zu altmodisch vielleicht, zu wenig sexy. Dabei trifft es etwas Wesentliches.

Faltin definiert Redlichkeit so: Fair zu allen Beteiligten. Du verkaufst, was du versprichst. Du zahlst faire Preise. Du machst keine halben Sachen. Kein Theater, keine aufgeblasenen Claims, keine künstliche Verknappung.

Der “redliche Kaufmann” ist für uns Solopreneure womöglich das bessere Ideal als der “disruptive Entrepreneur”.

Redlichkeit braucht keine Werbelyrik. Sie spricht für sich. Und sie zeigt sich in dem, was du tust – nicht in dem, was du darüber erzählst.

Wo sind die Demonstranten?

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In der letzten Zeit war ganz schön was los rund um die WKO.

Ich habe ja ein, sagen wir mal, eher zwiespältiges Verhältnis zu meiner Interessensvertretung und habe schon öfters kritisch über sie geschrieben (z. B. hier, hier oder hier – aber hier auch mal positiv).

Um meine Kammerumlage als Gründungsberater zu verdienen, muss ich ca. 2 Stunden pro Jahr arbeiten. Das ist nicht das Problem.

Aber: Es braucht die Umlagen von ca. 1.770 EPU wie mich, um nur mal das Gehalt des WKO-Präsidenten (inkl. Lohnnebenkosten) zu bezahlen. Und dann gibt es da ja noch die neun WK-Landespräsident:innen. Ich schätze, dass es die Umlagen von ca. 10.000 EPU braucht, um alleine diese 10 Gehälter zu finanzieren.

Dieses Geld wüsste ich gerne sinnvoller eingesetzt. Und wahrscheinlich viele, viele, viele andere EPU in Österreich auch.

Nur: Wo ist die aufgebrachte Menge, die sich vor der WKO-Zentrale an der Wiedner Hauptstraße sammelt? Wo sind die Protestmärsche von Tausenden unzufriedenen EPUs? Wo ist der Druck von der Basis, der echte Veränderungen einfordern würde?

Nirgends. Und es wird auch nicht passieren. Weil sich die österreichischen EPU viel zu klein und zu machtlos fühlen, um in so einer großen Organisation, in so einem undurchsichtigen System wirklich etwas zu bewirken. Dafür ist die WKO selbst verantwortlich, aber nicht nur.

Wir Österreicher regen uns auf, aber behalten die geballten Fäuste in unseren Taschen. Wir matschgern, aber wirklich was verändern wollen wir nicht. Wer weiß, was nachkommt.

Deshalb wird in der WKO alles so bleiben, wie es ist. Der Wind wird sich legen, und in einem halben Jahr kräht kein Hahn mehr danach.

Ich hoffe, ich irre mich.

Eine unsichtbare Option

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Wenn die Eltern selbstständig sind, dann kann man sich als junger Mensch unter “Selbständigkeit” was vorstellen. Man kennt die Realität. Man weiß, dass Arbeitszeiten und Einkommen unregelmäßig sein können. Aber man weiß auch: Es ist ein Lifestyle, den man selbst gestaltet. Dieser Alltag ist normal.

Für alle anderen ist der Unternehmer-Liestyle unsichtbar.

Wer niemanden kennt, der unternehmerisch tätig ist, entwickelt keine Vorstellung davon. Selbstständigkeit bleibt eine abstrakte Kategorie – etwas, das andere machen. Etwas Riskantes. Etwas Fremdes.

Wer keine Vorbilder hat, für den wird die Option “Selbständigkeit” vielleicht niemals sichtbar. Das ist keine Frage von unternehmerischem Talent oder Fleiß. Es ist schlicht eine Frage von Zugang.

Nicht jeder muss selbständig sein. Aber jeder sollte die Chance haben, es überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Schwächen ausnützen

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Der Markt gibt Unternehmen einen starken Anreiz, auf die Schwächen der Menschen einzugehen und von ihnen zu profitieren — und nicht, diese Schwächen zu mindern oder gar zu beseitigen.

Davon lebt z.B. nicht nur die Tabak-Unternehmen, sondern auch große Teile der Lebensmittelindustrie.

Es wird immer Unternehmen geben, die dem Menschen das liefert, was er gerne möchte — auch, wenn es ihm eigentlich schadet.

Weil es sich (noch?) zu sehr lohnt.

Kleine Menschlichkeiten

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Man kann leicht den Endruck gewinnen, dass wir in einer schlechten Welt leben. Dass alles vor die Hunde geht.

Wenn’s dir gerade so geht, dann rate ich dir: Mach deine Augen auf für die vielen kleinen Menschlichkeiten, die jeden Tag passieren: Ein Lächeln, ein freundliches Wort, eine kleine witzige Situation.

Es sind diese kleinen Momente, die uns spüren lassen: Wir sind alle Menschen, und wir sind uns alle viel ähnlicher, als wir denken.

Wir wollen alle nur glücklich sein, und wir geben alle unser Bestes.

Zu viele individuelle Brösel, kein gemeinsamer Kuchen

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Mir scheint: Je mehr die Politik auf individuelle Verantwortung setzt, desto weniger können sich die Betroffenen wehren. Das ist kein Zufall, sondern System.

Bei Ein-Personen-Unternehmen zeigt sich das Muster perfekt. Läuft’s nicht? “Selber schuld, hättest halt besser wirtschaften müssen.” Zu wenig Aufträge? “Andere schaffen’s doch auch.” Probleme mit der Sozialversicherung? “Der Staat ist nicht dein Babysitter.”  Jedes Problem ist automatisch ein persönliches Versagen. Strukturelle Nachteile? Gibt’s nicht, sind alles nur individuelle Schwächen.

Das Perfide daran: Wenn jeder für sich kämpft, kämpft niemand gemeinsam. Deswegen wird das auch nichts mit einer schlagkräftigen EPU-Interessensvertretung. Zu verschieden die Branchen, zu unterschiedlich die Situationen, zu individuell die Probleme. Der Grafikdesigner hat andere Sorgen als die Physiotherapeutin, die IT-Beraterin andere als der Handwerker. Und während alle ihr eigenes Süppchen kochen, freut sich die Politik über den ausbleibenden organisierten Widerstand gegen strukturelle Probleme (von denen es genug gibt).

Wohlstand für alle? Na klar, aber bitteschön jeder für sich.

Die WKO und die Lifestyle-Teilzeit

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Die WKO, meine gesetzliche Interessenvertretung, hat das “Problem” der Lifestyle-Teilzeit für sich entdeckt.

In einem Artikel der WKNÖ-Zeitschrift (Ausgabe August 2025, S. 23) erläutern Präsident Ecker und Direktor Schedlbauer die (aus ihrer Sicht) notwendigen Maßnahmen, um “dem zunehmenden Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken”:

  • Freibetrag für bei Vollzeitarbeit, um die Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer zu senken.
  • Absetzbetrag für die Vollzeitarbeit.
  • Senkung des Steuertarifs in den mittleren Tarifstufen.
  • Anhebung der zweiten und dritten Einkommenssteuerstufe.

“Diese Maßnahmen seien nötig, um Vollzeitarbeit attraktiver zu gestalten und dem Mitarbeitermangel in allen Branchen erfolgreich zu begegnen”, so Ecker und Schedlbauer.

Wenn ich das so lese, dann komme ich zu dem Schluss, dass die WKO anscheinend nicht durchschaut hat, worum es beim Phänomen “Lifestyle-Teilzeit” wirklich geht. Wer freiwillig weniger arbeitet, als er könnte, macht das nicht, weil er zu wenig verdient. Er macht das, weil er genug verdient und kein Interesse hat, mehr zu arbeiten. Er will seine Lebenszeit lieber anderswo einsetzen als an seinem Arbeitsplatz.

Deswegen werden Steuersenkung-Maßnahmen überhaupt gar nichts ändern. Den Leuten ist ihre Zeit mehr wert als Geld.

Wenn die WKO sagt, sie hat das Ziel, “die Lifestyle-Entscheidung Teilzeit statt Vollzeit zu arbeiten, unattraktiver zu machen”, dann gehen diese Maßnahmen also am Ziel vorbei. Aber komplett vorbei.

Und ich muss mich fragen: Kann es wirklich sein, dass die WKO überhaupt nicht verstanden hat, was die wirklichen Motive für “Lifestyle-Teilzeit” sind?

Oder interessieren die WKO die wirklichen Motive in Wahrheit gar nicht, weil sie das Thema “Lifestyle-Teilzeit” nur instrumentalisiert, um eigentlich eine ganz andere Agenda voranzubringen?

Als zahlendes Mitglied würde mich das schon interessieren. (Und: Ob sie nicht eigentlich was Besseres zu tun hätten.)

Seth Godin: Tribes 📙

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Ein Klassiker von Seth Godin aus einer Zeit, lange bevor es Influencer gab. Immer noch hoch relevant und spannend für alle Menschen, die leader eines micromovent sind — oder werden wollen.

(mehr …)

Finanzkrise

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Unser gesamtes Geldsystem ist auf Vertrauen aufgebaut.

Wenn man das Vertrauen aus dem System rauszieht, bleibt nicht mehr viel übrig.

[Danke Helmo Pape für diesen Gedanken.]

Lifestyle-Teilzeit

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Verlässlich wie ein Uhrwerk kommt sie immer wieder – die Diskussion über Menschen, die “nur” Teilzeit arbeiten.

Heuer lautet die Überschrift „Lifestyle-Teilzeit”. Der Begriff ist polemisch und unterstellt:

  • dass jemand bewusst weniger arbeitet, obwohl er oder sie könnte,
  • nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Komfortgründen (z. B. für mehr Freizeit, Reisen, Hobbys, Balance).

Der Gedanke dahinter: Wenn viele Menschen freiwillig weniger arbeiten („Lifestyle-Teilzeit“), zahlen sie auch weniger in das Sozial- und Pensionssystem ein – profitieren aber weiterhin voll davon. Das empfindet z.B. die Landeshauptfrau von Niederösterreich als nicht fair gegenüber denjenigen, die voll arbeiten und mehr einzahlen.

Aus dieser Sicht ist Vollzeitbeschäftigung “richtige” Arbeit und Teilzeit “weniger wert” oder gar “Trittbrettfahrerei”. Das ist problematisch, weil:

  • immer mehr Menschen berechtigterweise eine bessere Balance zwischen Arbeit und Leben suchen (Stichwort: New Work, Sinnsuche, mentale Gesundheit)
  • viele strukturelle Probleme (z. B. mangelnde Kinderbetreuung, schlechte Arbeitsbedingungen) hinter Teilzeit stecken, die damit ignoriert werden
  • und es sich in einigen Branchen gar nicht “auszahlt”, mehr Stunden zu arbeiten, weil das höhere Gehalt durch Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer weitgehend aufgefressen wird.

Plus: Zum Lebensmodell vieler Solopreneure, Gründer:innen oder Kreativer gehörte es, bewusst in reduzierteren, selbstbestimmteren Arbeitsformen leben – oft mit viel Eigenverantwortung, aber eben auch mit viel weniger Sicherheit. Diese unternehmerische Entscheidung scheint mir bei der „Lifestyle-Teilzeit“-Diskussion überhaupt nicht mitbedacht.

Aber was mich am meisten stört: Statt dass Politiker:innen ihre Verantwortung wahrnehmen und ernsthaft über eine Anpassung des Sozial- und Pensionssystems reden, wird die Verantwortung zur Rettung des Sozialstaats auf die Bevölkerung geschoben. Dieses Muster, die Einzelnen als Schuldige hinzustellen, anstatt an den wirklich großen Hebeln anzusetzen, finde ich immer wieder – und es ist extrem zynisch.

Ich bleibe ein Lifestyle Entrepreneur, und ich bin stolz darauf, dass ich mein Lebensmodell nicht meinem Geschäftsmodell unterordnen muss. Ich erkläre der Frau Landeshauptfrau auch gerne, warum wir mit “Lifestyle Entrepreneurship” als Gesellschaftsmodell weiter kommen würden als mit dem irrigen Ziel, ganz Österreich in Vollzeitbeschäftigung zu bekommen.

Ich fürchte aber, dass sie meine Argumente nicht wirklich interessieren.

Nachfolge, neu gedacht

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Klassischerweise läuft es ja so: Ein Unternehmer, sagen wir ein Installateur, will in Pension gehen und sucht einen Nachfolger für seinen Betrieb. Der Nachfolger kann den Betrieb inkl. Gebäude, Mitarbeiter, Werkzeuge, Materiallager und Kunden übernehmen – und zahlt dem Unternehmer dafür eine “Ablöse” (in welcher Form auch immer).

Nun sehe ich es aber kommen, dass in ein paar Jahrzehnten eine Menge Solopreneure in Pension gehen wollen werden. Auch sie haben sich einen Betrieb geschaffen – aber der ist nicht veräußerlich. Denken wir an eine Unternehmensberaterin: Da gibt es kein nennenswertes Vermögen, das man verkaufen könnte. Keine Mitarbeiter, kein Lager, vielleicht nicht mal ein Büro. Die Kundenbeziehungen hängen so sehr an der Beraterin, dass man die nicht einfach an jemanden weitergeben kann.

Wer würde so einen Betrieb kaufen wollen? Praktisch niemand.

Gleichzeitig fände es diese Beraterin aber herzzerreißend, wenn das, was sie ihr Leben lang aufgebaut hat, einfach vor die Hunde gehen würde. Ein Lebenswerk, das nicht fortgesetzt wird, das niemanden mehr interessiert… Eine traurige Vorstellung.

Deshalb glaube ich, dass sich der Betriebs-Nachfolge-Markt umkehren könnte: Nicht der Nachfolger bezahlt dafür, dass er den Betrieb übernehmen kann, sondern der Unternehmer bezahlt den Nachfolger dafür, dass jemand sein Lebenswerk vor der Bedeutungslosigkeit rettet.

Was ist Arbeit?

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Wir Solopreneur:innen kämpfen mitunter mit dieser Frage – besonders dann, wenn wir das Gefühl haben, uns anderen gegenüber für das rechtfertigen zu müssen, was wir den ganzen Tag so tun.

Österreich ist ein Angestellten-Land. Deshalb haben die meisten Menschen gelernt: “Richtige” Arbeit ist es dann, wenn es anstrengend ist. Wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und in den Computer schaut. Wenn man am Ende des Arbeitstags erschöpft und froh ist, dass die Zeit um ist.

Was aus dieser Sicht keine “richtige” Arbeit ist:

  • Aus dem Fenster schauen und nachdenken
  • Zum Arbeiten am Balkon oder im Park zu sitzen
  • Ein (Fach-)Buch zu lesen
  • Ein Gespräch mit einem anderen Solopreneur im Spazierengehen
  • Meditieren
  • Wenn man Spaß an der Arbeit hat
  • Wenn man es leiwand hat im Homeoffice

Wohlgemerkt: Genau diese Punkte sind Merkmale eines funktionierenden Lifestyle Business. Nur dann, wenn du dir Zeit nimmst für diese “nicht-richtige” Arbeit, wirst du ein leiwandes Business haben.

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Diese “nicht-richtige” Arbeit ist die wichtigste Arbeit in einem Lifestyle Business! Mit dieser Arbeit sollte dein Tag beginnen!

Und: Den Wert dieser Arbeit musst du anderen Menschen (und auch dir) gegenüber immer wieder verteidigen. Diese Arbeit ist höchst produktiv und wertschöpfend – auch wenn sie im Angestellten-Land Österreich nur selten wertgeschätzt wird.

Zorres mit Meta

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Meta hat in letzter Zeit massenhaft Accounts gesperrt. Kommentarlos. Ohne nachvollziehbare Begründung. Und angeblich ist es alles andere als leicht, die Sperre wieder rückgängig machen zu lassen.

Viele Solopreneure haben von der Reichweite profitiert, die durch die Quasi-Monopolstellung von Facebook und Instagram entstanden ist.

Jetzt müssen sie mit der dunklen Seite des Monopols klarkommen.

Zwerge

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Das Land Niederösterreich hat ein Netzwerk für Ein-Personen-Unternehmen initiiert: Wir sind 1. Dessen Ziel ist die Vernetzung dieser “Einzelkämpfer:innen” sowie eine bessere Sichtbarkeit der niederösterreichischen EPU insgesamt.

Alles sehr löblich. Alles sehr sinnvoll. Aber manchmal geht ein Schuss auch mal daneben.

Im Rahmen der #noegartenzwergtour ist “Wir sind 1” mit zwei Gartenzwergen unterwegs und möchte zeigen,

“wie vielfältig, kreativ und engagiert EPU in Niederösterreich sind – und das mit einem Augenzwinkern. Statt langweiliger Firmenporträts gibt’s bei uns Outdoor-Videoportraits mit Zwerg, Herz und Humor. In diesem Sommer besuchen wir niederösterreichische EPU – vom Studio bis zur Werkstatt – und lassen Gustl, den G‘schaftigen und Sissi Social den EPU über die Schultern schauen und auch sich selbst das ein- oder andere Mal so richtig in Szene setzen.”

EPU-Firmenportraits mit Gartenzwergen… Pfuh!

Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist. Nein, ich bin mir sicher, dass das keine gute Idee ist.

Worte haben Bedeutung, und deshalb ist es nicht wurscht, welche Metaphern man verwendet. EPU und Zwerge in einen sprachlichen und bildlichen Zusammenhang zu bringen, mag zwar kreativ sein, aber was soll uns das sagen? Dass EPU lustige Zwerge sind? Dass EPU zwar lieb sind, aber nicht besonders ernst zu nehmen? Dass EPU sich als drollige Dekoration eignen? Dass EPU wie Gartenzwerge auch gerne mal im Regen stehen gelassen werden?

Als ob die Selbstverzwergung vieler EPUs nicht reichen würde.

Mein leistungsstarkes Duschgel

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Mein Duschgel ist nicht nur einfach ein Duschgel.

Klar, ich kann mich damit waschen, und es riecht gut. Aber es kann so viel mehr!

Es “zaubert Dir ein Lächeln ins Gesicht. Trübsal löst sich beim Duschen in Luft auf und der fruchtig heitere Duft belebt die Sinne”.

In unserer Leistungsgesellschaft genügt es nicht, dass mein Duschgel einfach nur flüssige Seife ist. Selbst mein Duschgel muss sich ordentlich ins Zeug legen und die Welt zu einem besseren Ort machen.

Und das auch noch mit guter Laune.