Tag#Gesellschaft&Politik

Michael Ensle: Machtvolles Bauchgefühl 📙

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Der Rote Faden des Buches ist das Bauchgefühl, der Glaube an die eigene Intuition und die Selbstliebe. Mit Michael Ensles eher spirituellem Zugang, aber trotzdem sehr zugänglich und auch mit praktischer Relevanz. Es hat mir viel zum Nachdenken und Weiterüberlegen gegeben.

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Lieber nicht allein

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Luisa Neubauer sagt: Wenn du die Welt verändern willst, dann schließ dich lieber einer bestehenden lokalen Initiative an, bevor du etwas Neues startest.

Es ist viel schwieriger allein, und weniger lustig ist es auch. 

Ein Witz

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Ein Radfahrer stürzt und bleibt bewusstlos liegen.

Eine Frau beugt sich über den Verletzten, um ihm zu helfen. Aus der Menschenmenge kommt ein Mann gelaufen, tippt die Dame auf die Schulter und sagt: “Lassen Sie mich das machen, ich kenne mich aus, ich habe letzte Woche einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht.”

Die Frau tritt zur Seite, schaut dem Mann eine Weile zu und sagt dann: “Gut, wenn Sie an die Stelle kommen, wo Sie den Arzt rufen sollen: Ich bin schon da.”

KI ist klimaschädlich

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Weißt du was? 

Diese Geschichte, dass KI wie ChatGPT so viel Energie und Wasser verbrauchen und total klimaschädlich sind… Das ist schon wieder so ein Narrativ, mit dem uns Solopreneuren ein schlechtes Gewissen gemacht wird. 

Durch diesen Narrativ traut sich der kleine Solopreneur dann ChatGPT nicht (so oft) benutzen, weil er mit den moralischen Fragen kämpft. Wer will schon das Klima schädigen mit seiner Arbeit?

Und derweil schei*en sich die großen Konzerne überhaupt nichts und verwenden KI, wo immer möglich und wo immer es ihren Zielen dient. Ohne den geringsten Funken von schlechtem Gewissen.

Ich will überhaupt nicht leugnen, dass der hohe Energie- und Wasserverbrauch der KI-Rechenzentren ein großes Problem ist. Aber (und das ist ein großes ABER): Die großen Konzerne sind die Hauptverantwortlichen für die klimaschädlichen Effekte von KI, nicht wir kleinen Solo-Businesses!

Die Diskussion über die Klimaschädlichkeit von KI dient im Wirklichkeit nur diesen großen Konzernen, die dafür sorgen, dass die kleinen Solopreneure ihre moralischen Ansprüche gegen sich selbst richten und sich damit selbst daran hindern, die Wettbewerbsvorteile auszunützen, welche die KI ihnen ermöglichen würde. Durch diesen Narrativ werden die Kleinen klein gehalten.

Ja, verwende Generative KI verantwortungsvoll und nicht “unnötig”. Aber lass dir auch nicht die Verantwortung für ein Problem in die Schuhe schieben, das ganz Andere lösen sollten!

[Vgl. Seth Godins erhellende Erklärung, wie die Idee des carbon footprints entstanden ist – und wem dieses Konzept eigentlich nützt.]

Spannendes aus der Schattenwirtschaft

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Drei spannende Aspekte zum Thema Schwarzarbeit aus einem leiwanden Podcast des Standard mit Steuerberater und Finanzstrafrecht-Experten Klaus Hübner:

1. Schwarzarbeit ≠ Schwarzeinnahmen

  • Schwarzeinnahmen = Umsätze werden „verkürzt“, d.h. dem Finanzamt nicht offengelegt.
  • Schwarzarbeit = Mitarbeiter werden nicht angemeldet; Sozialabgaben werden „verkürzt“.
  • Selbstständig zu arbeiten, ohne die Einnahmen in einer Einkommenssteuer-Erklärung zu deklarieren = Schwarzeinnahmen (weil Einkünfte an der Finanz vorbei), nicht Schwarzarbeit.

2. In Österreich gab es 2023 ca. 23.000 Betriebsprüfungen, die von ca. 2.000 – 2.500 „Prüfungsorganen“ durchgeführt wurden. Dabei werden ca. 1 – 1,5 Mrd. Euro an hinterzogenen Abgaben „aufgespürt“.

3. “Das Entdeckungsrisiko ist im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen”, sagt Klaus Hübner.

Der Kühlschrank der Evolution

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Bei Stefanie Stahl habe ich ein wunderschönes Beispiel für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung gehört:

Entgegen dem, was man häufig hört, bewirken Dating-Apps mit ihrer Riesenauswahl an potenziellen Partner:innen nicht, dass die Menschen durch ihre Benutzung bindungsunfähiger werden. Es gibt schließlich genügend Menschen, die über Dating-Apps ihre Partner:innen fürs Leben gefunden haben.

In Wirklichkeit ist es so: Wer Probleme mit seiner Bindungsfähigkeit hat (und die kommen oft schon aus der Kindheit), der tut sich natürlich auch auf Dating-Apps schwer, sich zu committen. 

Eine neue Technologie wie Dating-Apps kann nicht in ein paar Jahren eine jahrtausendelange evolutionäre Prägung überschreiben. Der homo sapiens sucht seit Jahrtausenden nach dauerhaften und exklusiven Beziehungen – und das tun wir “moderne” Menschen im 21. Jahrhundert default-mäßig immer noch, auch auf Dating-Apps. Natürlich nicht immer, natürlich nicht jede:r, aber der Punkt bleibt bestehen:

Die Evolution wirkt viel stärker, als wir oft denken und wahrhaben wollen.

Stefanie Stahl bringt das sehr anschaulich auf den Punkt: „Die Evolution hat ja bis heute nicht kapiert, dass wir Kühlschränke haben und nicht mehr jede Kalorie in Fett umgewandelt werden muss.“

Bilder der Zukunft

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Mit welchem Weltbild siehst du auf die Wirtschaftswelt?

Mit welchem Zukunftsbild siehst du auf dein Lifestyle Business in drei Jahren?

Mit welchem Menschenbild siehst du auf deine Kund:innen?

Die Zukunft ist nicht fix. Die Zukunft schaffst du dir selbst auf Basis der Bilder, die du dir über deine Zukunft malst.

[Danke Ali Mahlodji für diesen Gedanken.]

Zum Nationalfeiertag

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Heute, am österreichischen Nationalfeiertag, bin ich einfach mal dankbar dafür, dass ich in einem der reichsten Länder der Welt leben darf. In einem Land, in dem Frieden herrscht und dessen Bürger:innen in Freiheit leben und arbeiten dürfen. Ein Land mit einem hervorragenden Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem. Ein Land mit atemberaubenden Landschaften und mit vielen gutherzigen Menschen.

Ja, es ist nicht alles in Ordnung. Ja, es gibt viel zu tun. Ja, wir dürfen das alles nicht für selbstverständlich nehmen, sonst verlieren wir es.

Und dennoch: Heute, an diesem einen Tag im Jahr, bin ich einfach nur uneingeschränkt dankbar.

Alte Politiker:innen

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Das Medianalter der österreichischen Bevölkerung beträgt 44,6 Jahre.

Das Medianalter gibt an, dass die Hälfte der Bevölkerung jünger und die andere Hälfte älter ist als dieser Wert. Österreich gehört damit zu den Ländern mit einer relativ alten Bevölkerung.

Schauen wir uns die österreichischen Spitzenpolitiker:innen der ins Parlament gewählten Parteien an und wie deren Alter vom Medianalter abweicht:

  • Herbert Kickl (FPÖ): +10,4 Jahre
  • Karl Nehammer (ÖVP): +6,4 Jahre
  • Andreas Babler (SPÖ): +6,4 Jahre
  • Beate Meinl-Reisinger (NEOS): +1,4 Jahre
  • Werner Kogler (Grüne): +17,4 Jahre

Die Damen und Herren, die Österreich in den kommenden Jahren führen wollen, liegen also alle über dem Medianalter der österreichischen Bevölkerung (wenn auch knapp, in einem Fall). Wir werden also von Menschen regiert werden, die noch älter als die ohnehin schon relativ alte Bevölkerung Österreichs ist.

Diese Politiker:innen sind aufgewachsen in einer Zeit, wo es weder TikTok noch Klimawandel noch ChatGPT noch deepfakes noch Shein noch Tinder noch Digitalisierung noch Diversity noch mental health noch LGBTQ+ gab.

Ich glaube, das ist ein Problem. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ein fortgeschrittenes Lebensalter die Voraussetzung ist, um schlaue Lösungen für die kommende Generation zu finden.

Waschmaschinen-Kauf im Jahr 2030

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Im Jahr 2030 wirst du einen Personal AI Assistant haben.

Fix.

Er (oder sie?) wird dich durch den Tag begleiten und dir helfen, den Tag zu strukturieren. Er wird dir Informationen liefern, bevor du gefragt hast, und er wird dir helfen, die großen und kleinen Entscheidungen zu treffen, die das Leben jeden Tag von dir fordert.

Wenn du zu deinem AI Assistant sagst: “Du, ich brauche eine neue Waschmaschine”, dann wird er sagen: “Ich weiß.” Und er wird dir gleich ein passendes Modell für dich vorschlagen und nachschauen, wo du es am schnellsten und günstigsten bekommen kannst. Und wenn du willst, bestellt er es auch gleich für dich.

In so einer Welt werden viele Dinge nicht mehr so sein wie heute. Informations-Recherche wird anders aussehen, Entscheidungen werden anders getroffen werden – und Geschäftsmodelle werden sich verändert haben.

In so einer Welt könnte es sein, dass Google pleite ist. Denn in so einer Welt wird niemand mehr googeln, und damit ist mit Werbung ein Geld mehr zu verdienen.

Der AI Assistant muss nämlich absolut vertrauenswürdig sein, sonst funktioniert das Ganze nicht. Das bedeutet auch, dass er von Werbung nicht beeinflusst sein darf. Er darf überhaupt keine eigene eigene Agenda haben. Ich muss ihm bei allen Fragen vertrauen können — sonst kann ich ihm bei keiner Frage vertrauen.

Und damit werden viele, viele Unternehmen, die es im Jahr 2024 mit der Vertrauenswürdigkeit (noch?) nicht so genau nehmen, gravierende Probleme haben.

[Danke Ranga Yogeshwar für diesen Blick in die (nahe) Zukunft.]

Ulf D. Posé: Führen durch Überzeugen 📙

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Dieses Buch über Kommunikation und Rhetorik aus dem Jahr 1983 ist mir bei einer Bücher-Telefonzelle in die Hände gefallen. Ganz viel darin ist überholt, einiges sogar richtiger Humbug. Aber ein paar Gedanken sind auch heute noch wertvoll — zumindest als Reminder.

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Social Media Überforderung

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Eine der größten Herausforderungen, die die älteren Generationen (also 40+) mit Social-Media-Plattformen wie TikTok haben:

Wir sind in geschlossenen, stabilen Systemen aufgewachsen und haben uns daran gewöhnt, dass alles verlässlich und berechenbar abgeht.

Wir können mit der Dynamik von Instagram, TikTok etc. einfach nicht umgehen. Wir kommen mit dem Chaos nicht zurecht, und wir sind frustriert, dass wir so wenig Einfluss und Kontrolle darauf haben, was dort passiert und wie wir dort “performen”.

Wir sind überfordert mit der Fülle der Möglichkeiten und wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen.

Dabei wäre der richtige Zugang: Diese Fülle ist eine Riesenchance! Genieß die Freiheit, dass ALLES möglich ist! Such dir deinen ganz persönlichen Zugang, drück ganz konsequent aus, wer du bist und wofür du stehst – und dann schmeiß dich auf das Surfboard und reite die Welle!

[Danke Martin Schmidt für diesen erhellenden Gedanken.]

Erfolgsgesellschaft

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Es heißt immer wieder mal, wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Das beschäftigt mich immer wieder, z.B. da und da und da.

Unlängst habe ich einen neuen spannenden Gedanken zu diesem Thema gehört: Wir bewegen uns von einer Leistungsgesellschaft hin zu einer Erfolgsgesellschaft.

Es geht also nicht (mehr) so sehr um die Leistung, sondern um den Erfolg. Was bedeutet, dass wir zwar (immer noch) den Erfolg wollen, aber die Anstrengung, die Leistung als Weg dort hin hat nicht mehr den Stellenwert wie früher. Jede Abkürzung zum Erfolg ist uns recht, und wenn wir Erfolg haben können ganz ohne Leistung, umso besser.

Wenn diese Hypothese stimmt, dann könnten Gründungsberatung und Hochschullehre sehr spannend werden in den nächsten Jahren.

Altersarmuts-Verdacht

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Christian Kern meinte unlängst, dass bei den EPUs und KMUs von heute “nicht viel Geld übrig bleibt, um irgendwie Altersvorsorge zu betreiben”. Er sieht da “eine Altersarmuts-Welle, die da auf uns zu kommt”.

Eine düstere Zukunftsvision. Was kann man da tun, Herr Kern? “Und da ist meine Meinung: Das kann in einem Land wie Österreich nicht sein. Aber damit man sowas vermeiden kann, musst du halt realistisch sagen: Jeder, der kann, muss einfach ein paar Jahre länger bleiben.”

“Länger bleiben” heißt in dem Fall: Später in Pension gehen. Wir werden wohl alle länger arbeiten müssen in Zukunft, auch wenn sich das kaum wer klar sagen traut.

Lifestyle Entrepreneure sind dafür vergleichsweise gut gerüstet. Denn in einem Business, wo Geschäftsmodell und Lebensmodell zusammenpassen und das stimmig zur Person und stimmig zum Markt ist, da arbeitet man gerne ein paar Jahre länger.

Das fette Auto des Nachbarn

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Das fette Auto des Nachbarn ist ein Firmenauto. Es gehört ihm nicht.

Das Auto gehört auch der Firma nicht, denn es ist geleast. Es gehört der Bank.

Streng genommen gehört es auch der Bank nicht, denn auch die Bank hat es mit geborgtem Geld gekauft.

Leistung muss sich lohnen!

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Das ist die neue Aktion meiner gesetzlichen Interessensvertretung.

(Dass ich Pflichtmitglied bin bei einer Lobby-Organisation, die sich mit meinem Geld für etwas einsetzt, das meinen Interessen als Lifestyle Entrepreneur gar nicht entspricht – und nicht nur in diesem Fall –, darüber werde ich ein anderes Mal wettern.)

Ich hab schon mal gesagt, dass sich meine Einstellung zum Thema Leistung und Leistungsgesellschaft in den letzten Jahren gewandelt hat. Dank schlauer Bücher von Wolf Lotter und Evi Hartmann habe ich eingesehen: Wenn es keine Menschen gibt, die sich einsetzen und die mehr tun, als unbedingt notwendig wäre, werden wir die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht lösen können.

Deshalb kann ich dem Gedanken durchaus was abgewinnen, diese Menschen dafür zu belohnen, dass sie etwas beitragen wollen, dass sie etwas leisten wollen. Wir brauchen ja schließlich mehr von diesen Menschen!

Mein Problem mit dieser Initiative: Leistung wird (wieder einmal) gleichgesetzt mit Einkommen. Oder, präziser formuliert: Die Leistung einer Person wird anhand seines Einkommens beurteilt. Und daher sind die Forderungen der WKO auch:

  • Steuersätze reduzieren
  • Steuerfreibetrag für Vollzeitarbeit einführen
  • Lohnnebenkosten radikal senken

Das alles hat bestenfalls mit einem Teilaspekt von Leistung zu tun, und auch nur dann, wenn die Prämisse stimmen würde: Wer viel leistet, bekommt auch viel bezahlt.

Aber das stimmt entweder nicht (Stichwort: Care-Arbeit) oder ignoriert die Tatsache, dass es genügend Menschen gibt, die viel Einkommen haben aber wenig gesellschaftlich Wünschenswertes leisten (Stichwort: Vorstand eines Glückspielkonzerns).

Ja, Leistung muss sich lohnen. Aber die Definition von Leistung müsste anders aussehen, und entsprechend anders müsste auch die Belohnung dafür aussehen.

Deshalb unterstütze ich diese Initiative “meiner” Interessensvertretung aus vollem Herzen – NICHT.

KI, ein strategisches Thema

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Ich denke, dass viele Österreicher*innen die Auswirkungen von Generative AI (also ChatGPT, Perplexity, Claude etc.) vollkommen unterschätzen.

Einer aktuellen Studie zufolge nutzen gerade mal 18 Prozent der Österreicher*innen ChatGPT oder haben es bereits benutzt. Je jünger, desto mehr. In meiner Altersgruppe sind es 22 Prozent.

Das bedeutet, optimistisch geschätzt, dass sich nur rund jede*r vierte Gründungsberater*in und nur jeder vierte Solo-Selbständige überhaupt jemals mit ChatGPT und Co. auseinander gesetzt hat. Und ich traue mich sagen: Kaum jemand davon hat kapiert, wie tiefgreifend die Veränderungen sein werden, die da auf die Gründerszene und die Arbeitswelt der Solopreneure zukommen.

Ich bin sicher: Das ist nicht nur ein Hype, der vorbei gehen wird wie Metaverse und NFT. Generative AI wird alles verändern!

Ich habe Künstliche Intelligenz deshalb zu einem zentralen strategischen Thema für mein Business im Jahr 2024 ausgerufen. Denn mir ist klar geworden:

  • Durch KI wird sich die Natur meines Jobs als Gründungsberater verändern!
  • Durch KI wird sich die Natur meiner Arbeit als EPU verändern!

Das sind keine kosmetischen Änderungen. Hier geht es an die Substanz!