Tag#Gründungsberatung

Empathie mit sich selbst

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Die Fähigkeit, emphatisch mit anderen zu sein, hängt ganz eng zusammen damit, wie viel Empathie man mit sich selbst hat. Je besser ich mich selbst verstehe, desto besser kann ich auch andere verstehen.

Empathie und Liebe sind eng verwandt. Und mit der Liebe ist es genauso: Ich muss mich zuerst selbst lieben, bevor ich andere Menschen lieben kann.

Die Voraussetzung für eine (erfolgreiche!) empathische Gründungsberatung ist daher, dass ich auf mich selbst achtgebe. Das ist kein Luxus, kein “wenn ich dann mal Zeit habe”, sondern das ist die Grundlage deines Berufs!

Bei der Empathie „spricht Seele zu Seele“. Deswegen muss auch meine Seele gesund sein.

[Danke Albert Kitzler für diesen tollen Gedanken.]

Marketing-Skills, vorausgesetzt

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Vielleicht eines der Hauptprobleme in der (institutionellen) Gründungsberatung: Wir Gründungsberater gehen von Marketing-Know-How und -Fähigkeiten der Gründer:innen aus, die sie einfach nicht haben.

Wir beraten sie, entwickeln tolle Geschäftsmodelle und Produkte — aber die Gründer:innen bekommen es am Ende nicht verkauft.

Das ganze Thema “Marketing & Sales” ist nach wie vor ein blinder Fleck in der Gründungsberatung.

Auf der Suche nach…

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Ganz viele Gründer:innen sagen, die wichtigste Motivation für ihre Selbständigkeit ist mehr Freiheit und Selbstbestimmung.

Aber: Vielleicht ist mehr Freiheit nur ein irreführender Ersatz für das, was sie eigentliche suchen: 

Mehr Sinn im Leben.

Der göttliche Funke

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Unlängst habe ich einen Gründungsberater-Kollegen davon sprechen hören, dass eine Geschäftsidee einen “göttlichen Funken” haben kann. Also sowas wie einen ganz besonderen Impuls, der einer Idee Leben einhaucht und der diese Idee einzigartig macht.

Das ist ein sehr spannender Gedanke. Es mag vielleicht schwer sein zu beschreiben, was dieser “göttliche Funke” genau ist, und es ist unmöglich, diesen göttlichen Funken herstellen oder erzwingen zu wollen.

Aber dass es sowas wie einen göttlichen Funken gibt, scheint mir unbestritten. Die besten Gründungsideen, die ich als Gründungsberater begleitet habe, hatten dieses ganz spezielle Etwas. Nicht, weil sie besonders ausgefallen oder spektakulär gewesen wären, sondern weil man merken konnte:

Hier ist jemand mit sehr viel Liebe und Hingabe am Werk. Hier hat jemand Herz und Hände am rechten Fleck.

Gründungsberatung, professionell

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Gründungsberatung ist keine Profession wie Arzt oder Rechtsanwalt oder Lebens- und Sozialberater.

Weil: Es gibt keine einheitliche Ausbildung, um Gründungsberater:in zu werden. Es gibt keine einheitlichen Qualitätsstandards. Es gibt ganz unterschiedliche Wege, wie Gründungsberater:innen zu ihrem Job gekommen sind.

Ja, es gibt nicht mal eine einheitliche Berufsbezeichnung. Viele Gründungsberater:innen nennen sich gar nicht so.

Und trotzdem: Auch wenn Gründungsberatung keine streng definierte Profession ist, bleiben wir Gründungsberater:innen unseren Kund:innen gegenüber verpflichtet, professionell zu arbeiten.

Aaron Hurst: The Purpose Economy (2016) 📙

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Ich hatte das Buch lange herumliegen, weil ich es zwar immer wichtig fand, aber… naja, man kennt’s. Das erste Drittel des Buches ist echt leiwand, ein richtiger Augenöffner und eine sehr akkurate Vorwegnahme, wie sich die Purpose Economy entwickeln wird. Nach hinten hin wird das Buch jedoch inhaltlich immer dünner.

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Geld beruhigt nicht

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Ein Phänomen, das ich als Gründungsberater immer und immer wieder beobachtet habe: Der Respekt vor der Gründung hängt nicht von deinem objektiven Kontostand ab.

Oder, anders formuliert: Du hast genauso viel Schiss vor der Gründung, wenn dein Konto eigentlich gut gefüllt ist und du dir keine großen Sorgen machen müsstest.

Oder, nochmals anders: Ein guter finanzieller Polster zum Start ist wichtig, aber er beruhigt weniger, als man vielleicht denken würde.

Sich trauen zu fragen

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Sich trauen zu fragen, ist eine Superkraft. Fragen sind eine Wunderwaffe – beim Lernen, in der Beratung und in Beziehungen.

Wer sich traut, viel zu fragen, hat auch einen ganz entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Business.

Sich trauen zu fragen bedeutet auch, dankbar anzunehmen, was als Antwort kommt — egal, was da kommt. Es bedeutet, im Vertrauen zu sein, dass die Antwort, die man bekommt, mitunter nicht die ist, die man gerne gehört hätte, aber in jedem Fall die richtige Antwort ist — langfristig, im Big Picture.

Dann kann es auch keine Angst vor einer „negativen” Antwort geben.

Die Kunden glücklich machen

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Spannender Gedanke von Philipp Maderthaner: Es geht nicht darum, unsere Kunden glücklich zu machen. Weil auf das Glück unserer Kunden haben wir nur ganz beschränkten Einfluss.

Aber: Wir können unsere Kunden erfolgreich machen. Da haben wir schon “mehr Griff drauf”.

Dazu müssen wir unseren Kunden geben, was sie brauchen — nicht zwingend das, was sie wollen.

“Es kann sein, dass der Weg zum Erfolg sie nicht immer glücklich macht. Es kann sein, dass sie dafür Dinge tun müssen, die ihnen extrem auf die Nerven gehen”, sagt er.

Aber was wäre die Alternative?

Bruchlandungen

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In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit schießen die “Get-rich-quick”-Vera***ungen aus dem Social-Media-Boden wie die Schwammerl.

Viele werden 2025 auf die Nase fallen.

Buch-Challenge: 12 for 25

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Ich habe eine Buch-Challenge für 2025 ausgerufen. Einziger Teilnehmer bisher: ich. Aber ich lade dich sehr herzlich ein, mitzumachen!

Die Regeln sind einfach:

  1. Such dir ein Thema, in dem du (noch) besser werden willst. In dem du richtig gut werden willst. In dem du es vielleicht sogar zur Meisterschaft bringen möchtest. (In meinem Fall: Gründungsberatung für Lifestyle Entrepreneure).
  2. Such dir 12 Bücher, die dich auf diesem Weg voran bringen werden. (Bevorzugterweise Bücher, die eh schon lange in deinem Bücherregal verstauben und die du eh schon immer lesen wolltest.)
  3. Lies jedes Monat eines dieser zwölf Bücher.
  4. Lass es mit dem Lesen aber nicht getan sein. Studiere das Buch! Mach dir Notizen! Lies dir die Notizen wiederholt durch! Erzähle anderen Menschen von dem Buch und was du daraus gelernt hast (z.B. auf deinen Social-Media-Kanälen)! Sprich mit deinen Businesspartner:innen und Kund:innen darüber! #learningoutloud #workinginpublic
  5. Und: Reserviere dir Zeit, um die Dinge, die du aufgrund der Lektüre des Buches in deinem Business und/oder deinem Leben verändern möchtest, auch tatsächlich gleich umzusetzen.

Ganz schön eine Challenge, die ich da ausgerufen habe, was? Aber stell dir vor, du ziehst das durch. Stell dir vor, 2026 um diese Zeit hast du diese 12 Bücher tatsächlich gelesen, studiert, implementiert.

Ein Quantensprung für dich, dein Lifestyle Business und deine Kund:innen!

Zur Inspiration: Die 12 Bücher, die ich mir für 2025 vorgenommen habe:

  1. Aaron Hurst: The Purpose Economy
  2. Felix Hoch: Schwellen der Transformation
  3. Monika Birkner: Erfolgreich als SOLO Unternehmer
  4. Bernhard Kuntz: Die Katze im Sack verkaufen
  5. Geoff Burch: Go it Alone!
  6. Ken Mogi: Ikigai
  7. Andre Gorz: Wissen, Wert und Kapital
  8. Reinhard Fuhr, Martina Gremmler-Fuchs: Dialogische Beratung
  9. Roman Kmenta: Grow
  10. “Humanistic Coaching” in: James Wallis, John Lambert: Becoming a Sports Coach
  11. Klaus Anderseck: Gründungsforschung und Gründungslehre
  12. Seth Godin: Tribes (oder) This Is Strategy (oder) Grace

Gilt!

Einen Tag Bundeskanzler

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Wenn ich einen Tag lang Bundeskanzler wäre, dann würde ich:

  1. Einführung einer Gründungskarenz, analog zur Bildungskarenz. Ein Jahr, wo man seine Selbständigkeit aufprobieren kann: ohne Finanzamt, ohne SV, ohne Gewerbeanmeldung. Wo man sich z.B. mit Gründungsberatung weiterbilden kann. Nach dem Jahr kann man entscheiden, ob man in die Selbständigkeit wechseln will oder lieber in der Anstellung bleibt. Erst dann muss man sich mit dem österreichischen Behördendschungel auseinandersetzen.
  2. Einführung eines Gründungskontos, analog zur Idee des Bildungskontos von NEOS. Kann als Startkapital für eine Gründung abgerufen werden.
  3. Abschaffung der nachträglichen Umqualifizierung in der Sozialversicherung. Rechtssicherheit für EPU und ihre Auftraggeber.
  4. Überfällige EPU-freundliche Reformen in der Sozialversicherung:
    1. Abschaffung der Lückenschluss-Problematik. Umstieg in die Vollversicherung erst ab Überschreiten der Gewinngrenze ohne rückwirkende Konsequenzen (analog zur neuen Regelung in der Kleinunternehmer-Regelung der USt).
    2. Vollkommene Gleichstellung von Neuen Selbständigen und Gewerbetreibenden in der SV.
    3. Ende der Doppelversicherung bei SVS und ÖGK, wenn man Selbständigkeit mit Anstellung kombiniert.
  5. Reform der WKO zu einer EPU-Lobby-Organisation, die dieser Aufgabe tatsächlich fähig und würdig ist.

[PS: Ich weiß, dass ein österreichischer Bundeskanzler keine Gesetze machen kann, sondern nur das Parlament. Aber sein Wort hätte trotzdem Gewicht.]

Trends in der Gründungsberatung 2025

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  1. The Rise of the Purpose Economy. Menschen suchen nach Sinn in ihrem Leben. Diese Suche war immer schon da – doch im Zeitalter der Metamoderne wird sie dringlicher, intensiver und unausweichlich.Die Sinnsuche der Menschen setzt sich in ihren Gründungsideen fort. Opportunistische Gründungen nehmen noch weiter ab. Menschen gründen werteorientiert und nachhaltig — oder gar nicht.
  2. Dadurch: Noch stärkere Individualisierung — der Geschäftsideen und folglich auch der Gründungsberatung. Das bedeutet daas endgültige Ende von Blaupausen und “bewährten Erfolgsrezepten” in der Gründungsberatung. Und: Das schleichende Ende von reinen Online-Selbstlernkursen und Massen-Gruppenprogrammen setzt sich ungehindert fort.
  3. Das Ende des Businessplans (als Beurteilungs-Artefakt einer Geschäftsidee). ChatGPT hat ihn umgebracht.
  4. KI wird die Gründungsberatung revolutionieren. KI kann, richtig verwendet, einen Quantensprung in der Beratungsqualität bringen. Dieses Potenzial wird aber bisher noch nicht annähernd ausgeschöpft. 2025 werden die ersten Gründungsberater:innen zeigen, wie die Zukunft der Gründungsberatung aussehen könnte.
  5. Daraus folgt: Gründungsberater:innen müssen Expert:innen in Sachen KI-Anwendungen werden. Einerseits, um neue KI-basierte Geschäftsmodelle ihrer Gründer:innen zu verstehen, und andererseits, um ihren Kund:innen zu helfen, die enormen Produktivitätspotenziale, welche KI für Solo-Business bietet, tatsächlich ausschöpfen zu können.
  6. Gleichzeitig: Kund:innen werden immer kritischer. Sie lassen sich nicht mehr so leicht was einreden. Oder, anders formuliert: Gründungsberater:innen müssen sich das Vertrauen ihrer Kund:innen noch stärker als bisher erarbeiten.
  7. Die Bereitschaft zur Gründung nimmt (kurzfristig) ab. Durch die medienvermittelte Sorge vor einem wirtschaftlichen Abschwung werden wir kurzfristige sinkende Neugründerzahlen sehen. Gründungszeitpunkte werden sorgfältig überlegt oder verschoben, Gründungsinvestitionen werden sehr vorsichtig getätigt.
  8. The Rise of the Midlife Founders. Das Durchschnittsalter von Neugründer:innen wird weiter steigen. Die Gründung des eigenen Unternehmens wird zunehmend als Challenge für die zweite Lebenshälfte verstanden (vgl. Richard Rohr: second childhood).
  9. The Rise of the “Solo-BWL”. Wir Gründungsberater:innen müssen unseren Gründer:innen künftig viel mehr praktisches BWL-Wissen mit auf den Weg geben. Und unsere Gründer:innen müssen sich mehr um “die Zahlen” kümmern, um ihrem Anspruch auf Nachhaltigkeit gerecht zu werden.
  10. The Rise of Sales. Die Fähigkeit, seine Angebote zu vermarkten und zu verkaufen, war immer schon spielentscheidend, wird aber in einem dicht gefüllten Online-Markt immer anspruchsvoller und komplexer. Das Thema “Marketing und Verkauf” darf deshalb nicht länger ein blinder Fleck in vielen (institutionellen) Gründungsberatungen bleiben.

Daniel Pink: A Whole New Mind (2005) 📙

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Untertitel; Moving from the Information Age to the Conceptual Age. Und dort sind wir im Jahr 2024 endgültig angekommen. Woran sich z.B. die Gründungsberatung in Zukunft orientieren muss, hat Daniel Pink vor 20 Jahren schon vorweg genommen. Wirklich spannend.

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Die Swinger-Club-Beraterin

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Unlängst, beim einem Kabarett-Abend von Paula Lambert, war eine Frau im Publikum, die sich als “Swinger-Club-Beraterin” zu erkennen gegeben hat.

Das hat mich als Gründungsberater neugierig gemacht. Weil: Das ist mal eine ungewöhnliche Geschäftsidee!

Ihre job description ist, dass sie Paare, die mit dem Gedanken spielen, mal einen Swinger-Club auszuprobieren, zu ihrem ersten Besuch im Club begleitet und ihnen damit Sicherheit und Orientierung. “Als Backup”, wie sie das nennt.

Sie sagt, sie wäre die einzige in ganz Österreich. Kann ich mir vorstellen. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass es grundsätzlich einen Markt gibt dafür – wenngleich ihre Nische schon sehr nischig ist.

Was an diesem Abend aber für mich das Spannendste war: Die Swinger-Club-Beraterin wurde von Paula Lambert gefragt, was ihre Dienstleistung eigentlich kostet. Und sie konnte es nicht auf Anhieb sagen. Sie hat gemeint Es kommt darauf an… und Es hängt davon ab… – und das ist sehr schade.

Jede beliebige, jede ungefähre Zahl, sicher genannt, wäre besser gewesen als beim Preis herumzudrucksen.

Ich hoffe, das hat sie aus diesem Abend gelernt.

PS: Nein, ich weiß den Namen der Swinger-Club-Beraterin leider nicht und kann auch nicht auf ihr Angebot verlinken, obwohl ich das sehr gerne würde. Wenn du, liebe Swinger-Club-Beraterin diesen Artikel jemals lesen solltest: Bitte sag mir bescheid!

Humor ist ein guter Berater

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Auf die Frage, warum und wie er Comedian geworden ist, sagte Hape Kerkeling unlängst im Ö3 Frühstück bei mir:

Ich glaube, jeder Komiker versucht irgendeine Art von Mangel oder Defizit zu vertuschen, es auszugleichen — und da ist aber Humor ein ganz dankbarer Kumpan, auf den man sich meistens auch in den schlimmsten Situationen verlassen kann. 
Man ist gut beraten, wenn man sich dem Humor zuwendet.

Im Zweifel, entscheide dich für Humor. Das nehme ich mir als Berater und Lehrer mit.

Was klappt und was nicht

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Was bei Solopreneur:innen häufig klappt: Genug Einkommen zu generieren, um im Business und privat über die Runden zu kommen.

Was bei Solopreneur:innen häufig nicht klappt: Genug Einkommen zu generieren, um in ihr Business investieren zu können – in Weiterbildung, in Beratung, in operative Unterstützung.

Psychologischer Vertrag

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Jeder Lifestyle Entrepreneur schließt einen „psychologischen Vertrag” mit sich selbst. Ob ihm/ihr das bewusst ist oder nicht.

In diesem Vertrag legt er/sie fest, was in seinem/ihren Lifestyle Business wichtig ist und was nicht. Welche Kompromisse er/sie bereit ist einzugehen und welche nicht. Wie er/sie definiert, ob das Business erfolgreich läuft oder nicht.

Diesen psychologischen Vertrag müssen transparent (und damit “besprechbar”) machen, wenn wir in unserem Lifestyle Business etwas verändern wollen. Weil er die Grundlage für alle vergangenen und zukünftigen Entscheidungen bildet.

Wie lautet dein psycholgischer Gründungsvertrag?

Unreife Früchte

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Wenn du dir vorgenommen hast, drei Monate lang zu versuchen, jeden Tag auf Instagram zu posten…

Wenn du dir vorgenommen hast, bis Weihnachten TikTok einfach mal auszuprobieren…

Wenn du dir vorgenommen hast, drei Jahre lang an dem Aufbau deines Lifestyle Business zu arbeiten…

Dann schau dir nicht zwischendurch den halbfertigen Prozess an uns sag: Jössasna, da geht ja gar nichts weiter! Das wird ja nie was!

Alle diese Projekte sind Lern-Projekte, und Lern-Projekte entwickeln sich nicht linear. Bei Lern-Projekten kommt die reiche Ernte ganz am Schluss.

Also widerstehe der Versuchung, die unreifen Früchte zu kosten. Sie werden nicht gut schmecken. Lass die Früchte reifen, und ernte sie zu gegebener Zeit.