Es kommt nicht darauf an, was du weißt.
Es kommt darauf an, was du daraus machst.
Es kommt nicht darauf an, was du weißt.
Es kommt darauf an, was du daraus machst.
Zwischen mir und meinen Studierenden besteht ein Status- und Macht-Unterschied — nicht zuletzt in den Köpfen meiner Studierenden. Sie sprechen mit mir nicht wie mit einem Peer. Das bringt meine Rolle als Lehrbeauftragter (als “Professor”) mit sich.
Aber ich kann sie dazu einladen, für die Dauer meiner Lehrveranstaltung diese Unterschiede beiseite zu stellen. Ich kann sie einladen, sich mir anzunähern. Und ich kann mich ihnen annähern.
Das bereichert sie, und das bereichert mich.
Unlängst habe ich in einer Lehrveranstaltung ein Kahoot-Quiz zur Wiederholung von letzten Mal gemacht.
Wieder mal war ich überrascht, wie ehrgeizig meine Studierenden dabei werden. Nicht alle, aber einige nehmen das sehr, sehr ernst.
Um die Sache in bisschen zu entspannen, habe ich zwischendurch mal gesagt: Es ist nur ein Spiel!
Darauf ein Student: Ja, aber einer wird gewinnen.
Und damit hat er die Zwiespältigkeit vieler Dinge im Leben auf den Punkt gebracht. Auch im Lifestyle Business.
Denn auch im Lifestyle Business geht es in erster Linie darum zu spielen. Aber das Spiel macht halt auf Dauer keine Freude, wenn man das Gefühl hat, man hat gar keine Chance zu gewinnen.
Lernen und Arbeiten in einer Gruppe ist allein deswegen schon gut, weil man dran bleibt. Weil es in der Gruppe wahrscheinlicher wird, dass man die Aufgaben, die man tun sollte, tatsächlich tut.
Und wenn man sich mehr engagiert, dann wird man wahrscheinlich auch mehr lernen.
Mithilfe von KI lassen sich diese ganzen Artefakte in Sekundenschnelle produzieren, die wir (Hochschul-)Lehrende früher hergenommen haben, um Lernerfolg zu messen: Eine Zusammenfassung, ein Essay, eine Fall-Ausarbeitung, die Lösung einer Case Study usw. In Zeiten von KI ist es also (noch) schwieriger geworden festzustellen, ob Lernen tatsächlich stattgefunden hat.
Was bedeutet das für uns Lehrende? Es bedeutet wohl, dass wir uns in Zukunft noch viel mehr darauf konzentrieren, den Lernprozess zu messen und nicht die Lernergebnisse.
Das heißt aber auch: Wir müssen unsere Studierenden dahin bekommen, dass es ihnen nicht wurscht ist. Dass sie eine Lernmöglichkeit tatsächlich als wertvoll wahrnehmen und nicht mit KI den schnellsten und einfachsten Weg zu einem wertlosen Ergebnis wählen. Dass ihnen die Sache wichtig genug ist, dass sie die Anstrengung des Lernens auf sich nehmen.
Und, wir dürfen nicht vergessen: Die Studierenden sind genauso unsicher im Umgang mit den KI-Tools und was sie für Auswirkungen auf ihr Lernen und ihren Beruf haben werden wie die Lehrenden.
Es ist kein Match “Lehrer gegen Schüler”!
Dieses Vorläufige. Dieses Unvollständige. Dieses Iterative. Dieses Unfertige. Dieses Improvisierte. Dieses Unausgegorene…
Das ist kein Defizit, sondern das ist die Art und Weise, wie Lehre praktiziert wird. Das ist die Art und Weise, wie Lerninhalte, Lernformate, Lehrveranstaltungen etc. entwickelt werden.
Gewöhn dich dran. Nein, vielmehr: Hab Spaß daran!
Es ist eine große Leistung es zu schaffen, jemandem die Angst zu nehmen. Zum Beispiel vor der BWL. Zum Beispiel vor einer Gründung.
Das ist ein großer Nutzen. Das ist wertvoll!
Ich habe auf diesem Blog hunderte von Buch- und Podcast-Notizen veröffentlicht.
Warum? Weil ich glaube, dass sie von tausenden Menschen gelesen werden?
Nein. Natürlich würde ich mich freuen, wenn das so wäre. Aber aus meiner Sicht erfüllen diese Notizen mindestens eine wichtige Nebenfunktion: Sie schaffen Vertrauen.
Auch wenn ein Besucher meiner Website nie eine einzige meiner Buchnotizen lesen wird, ist es nützlich für ihn zu wissen, dass ich die Bücher gelesen habe.
Denn dann muss er sie nicht mehr lesen und kann direkt auf das Wissen zugreifen, wenn er mit mir arbeitet.
Es ging immer um das Lehren und um die Gemeinschaft.
Jesus ging es darum, in jedem Gottesdienst geht es darum, an den ersten Universitäten ging es darum, an den Volkshochschulen ging es von Anfang an darum.
Weil es einfach funktioniert.
Verena Friederike Hasel schreibt in dem Buch über ihre persönlichen Erfahrungen mit Schulen in Neuseeland. Der Kontrast mit dem, was sie aus Deutschland kennt, ließ in mir die Sehnsucht aufkommen, bald mal wieder eine Zeit in Neuseeland zu verbringen.
(mehr …)Dan Sullivan sagt: Der Wert für unsere Kund*innen entsteht nur und ausschließlich und exklusiv in der user experience!
Anders formuliert: In jedem Moment, bei jeder Gelegenheit, wo meine (potenziellen) Kund*innen mich und meine Produkte erleben, habe ich die Chance, an dieser Stelle Wert für den Kund*innen zu erzeugen.
Nochmal anders formuliert: Wert entsteht, wenn meine Kund*innen bei möglichst vielen Gelegenheiten in der Interaktion mit mir so laut wie möglich „wow“ sagen. Die Summe der Wows ist der gefühlte Gesamtwert meiner Angebote für meine Kund*innen.
Daher: Mein Denken und Tun sollte sich darauf konzentrieren, die customer experience immer weiter zu optimieren, um den Wert meiner Angebote immer weiter zu erhöhen.
Die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern ist oft wie bei einem Shakespeare-Stück:
“In den Stücken von William Shakespeare ist es für Liebende meist ziemlich kompliziert, zueinander zu finden. Ständig kommt es zu Missverständnissen, Menschen werden getäuscht und es passieren die aberwitzigsten Verwechslungen. Neuseelands Forscher haben herausgefunden, dass es Lehrern und Schülern miteinander ganz ähnlich geht. Wie in einer Liebesbeziehung scheint ihr Verhältnis von unausgesprochenen Annahmen geprägt, die oftmals falsch sind. Über die wahren Erwartungen des anderen wissen Lehrer und Schüler oft überraschend wenig.”
Verena Friederike Hasel: Der tanzende Direktor, S. 170
Dieses wunderbare Bild im Buch “Der tanzende Direktor” von Verena Friederike Hasel resoniert sehr in mir und erzeugt den großen Wunsch, diesen “wahren Erwartungen” auf die Spur zu kommen.
Darauf möchte ich mich bei meinen (Hochschul-)didaktischen Bemühungen in der nächsten Zeit konzentrieren.
Unlängst meinte ein HR-Leiter in einem Meeting: Wenn ich etwas Neues mache und es schiefläuft ist es kein Fehler, weil ich es ja nicht wusste.
Diese Logik ist spannend, hat aber ihre Tücken. Ich würde nämlich so sagen:
Zusammengefasst könnte man Folgendes sagen: “Gute” Fehler sind okay, auch wenn sie im Ergebnis schmerzhaft sind. Für “gute” Fehler sollten wir uns nicht schämen, sondern sie als Geschenk begreifen, aus dem wir lernen und an dem wir wachsen können. Damit sie uns beim nächsten Mal nicht mehr passieren und wir uns auf neue “gute” Fehler konzentrieren können, die uns weiterbringen.
Ich habe höchsten Respekt vor Josef Zotters unternehmerischer Leistung. Er ist ein Visionär, der den Platz am Markt für hochqualitative und fair produzierte Schokolade gesehen hat, als ihn die meisten Anderen für einen kompletten Spinner gehalten haben.
(Und seine Schokoladen sind gut, da legst die Ohren an. Ein Traum.)
Und dennoch frage ich mich als Gründungsberater: Was können Gründer*innen von Josef Zotter wirklich lernen?
Ist es wirklich immer eine so gute Idee, mit voller Überzeugung an einer Idee festzuhalten, an die sonst niemand glaubt und auf die auch keiner gewartet hat?
Bei Josef Zotter hat es superb funktioniert. Aber auf jeden Josef Zotter kommen zwanzig andere Visionäre, denen der Markt die kalte Schulter für ihre außergewöhnliche Idee zeigt.
Nicht jede Frage, die nicht eindeutig zu beantworten ist oder die das Potenzial hat, uns in die Irre zu führen, ist eine Fangfrage.
Im Gegenteil: Praktisch jede wichtige Frage, die uns das Leben stellt, ist uneindeutig und potenziell irreführend.
Auf dem Weg zu unserem persönlichen Lebensglück müssen wir gut darin werden, die vermeintlichen Fangfragen des Lebens mutig zu beantworten.
Es ist eine Sache, Dinge gut erklären zu können. Gut lehren zu können.
Und es ist eine vollkommen andere Sache, diese Dinge auch wirklich selber immer konsequent anzuwenden.
Vergiss daher nie: Auch deine besten Lehrer sind nur Menschen – und damit genauso fehlbar wie du.
Es kann sein, dass du in dem Kurs heute gar nichts Neues lernst.
Sondern dass das, was du intuitiv eh schon weißt, in Worte gefasst wird.
Das macht den Kurs nicht weniger wertvoll.
Gründer*innen tun sich oft schwer damit, folgendes auseinanderzuhalten:
Das ist nämlich praktisch niemals das Gleiche. Und so fürchten sie sich vor Dingen, die objektiv ein ganz geringes Risiko haben, dass sie überhaupt jemals eintreten. Und sie ignorieren völlig die größten Risikofaktoren in ihrem Business, gegen die sie sofort etwas unternehmen könnten.
Es ist eigentlich verrückt. Aber wir können besser darin werden zu unterscheiden.
Wir können es lernen.
Eine gute Reflexion hat drei Komponenten:
Mit diesem einfachen Raster kann man das Maximum aus einer Reflexionsaufgabe herausholen.
Von Josh Kaufman kenne ich das Konzept The hidden benefit of competition.
Es geht dabei darum, dass man seine Mitbewerber am Markt als einzigartige Lernressource sehen soll. Wer sich seine Mitbewerber aufmerksam anschaut, kann sich von ihnen abschauen, was gut funktioniert und was nicht. Wer seine Mitbewerber genau beobachtet, kann feststellen, welche Fehler sie gemacht haben und kann es sich ersparen, diese Fehler ebenfalls zu machen.
Oder, wie unlängst in meinem Fall: Die Websites der Mitbewerber können eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration sein. Der Aufbau. Das Design. Die Inhalte. Die Calls to Action. Im Prinzip brauche ich für meine eigene Website nur ein “Best Of” der Websites erstellen, die mir selber auch gefallen.
Dabei geht es nicht darum, anderen die Ideen zu klauen. Es geht darum, sich von der guten Arbeit anderer inspirieren zu lassen und dann sein eigenes einzigartiges Ding daraus zu machen.
So, wie es alle Künstler seit jeher machen.