Für alle Berater*innen und Lehrer*innen:
In unserer Kultur geht es immer mehr weg von “Von wem ist das?” hin zu “Wofür ist das gut?“.
Für alle Berater*innen und Lehrer*innen:
In unserer Kultur geht es immer mehr weg von “Von wem ist das?” hin zu “Wofür ist das gut?“.
Wichtiger Reminder, immer wieder:
Nur, weil ich etwas erkläre, heißt das nicht, dass beim Gegenüber Wissen entsteht.
Weil: Wissen ist das Produkt eines konstruktiven und kollaborativen Prozesses.
“Die wichtigste Bildungseinrichtung, die bedeutendste und höchste Schule, das sind wir selbst”, sagt Wolf Lotter.
Wir lernen nirgends sonst so schnell wie durch die eigene Erfahrung, besonders durch schmerzhafte Fehler.
Wir irren uns vorwärts. Und dafür gibt es auch keine Abkürzungen.
Es ist die Aufgabe und das Handwerk von Berater*innen, zum richtigen Zeitpunkt den passenden Rat zu geben.
Aber damit ist es nicht getan. Das Gegenüber muss unseren Rat auch nehmen können. Das hat mit den Worten zu tun, die wir wählen, aber noch viel mehr hat es mit unserer Persönlichkeit zu tun.
Findet uns unser Gegenüber sympathisch, wird es unseren Rat zumeist nehmen können.
Tut es das nicht, wird’s schwierig – egal, wie gut der Rat ist.
Markus Gull lehrt uns, was ein Mentor für seinen Mentee tun kann:
Und, nicht vergessen: Jeder ist ein Mentor!
ChatGPT versetzt momentan viele Bereiche unserer Wissensgesellschaft in Aufruhr und macht natürlich auch nicht vor den Schulen halt.
Wie gut, dass uns in Österreich das nicht allzu sehr beunruhigen muss. Zumindest, wenn es nach den obersten Lehrer*innenvertretern geht, die im Jahr 2023 die Situation fachkundig analysiert haben und zum Schluss kommen:
„In meiner eigenen Schulzeit hat es Schummelzettel gegeben,
Paul Kimberger auf orf.at, 5. Februar 2023
jetzt gibt es halt andere Dinge.“
Meine Nichte wird im Biologie-Unterricht ein Referat über die Kuh halten.
Eigentlich wollte sie über Dinosaurier reden, das hätte sie mehr interessiert. Weil aber die Referatsthemen in einer bestimmten Reihenfolge drankommen müssen und die Dinosaurier zu einem Zeitpunkt dran sind, wo meine Nichte viele andere Schularbeiten und Tests hat, hat sie sich eben für die Kuh entschieden. Nicht aus Interesse, sondern weil es einfacher ist.
Schon interessant, was man in der Schule alles lernt.
Unlängst habe ich einen Podcast gehört, in dem darüber gesprochen wurde, warum Jürgen Klopp erfolgreich ist. Darin wurde unter anderem gesagt:
Klopp hört einem zu. Und damit gehört er schon zu den 5 % der besten Trainer auf der Welt, weil die 95 % dann eben nicht zuhören und auf Durchzug schalten.
Tobias Escher
Du kannst mit deinem Business Großes schaffen.
Du kannst dir ein großes Business schaffen mit viel Umsatz, vielen Kunden, viel Impact usw.
Aber du kannst auch Großes schaffen im Kleinen. Großes kann in einer einzigen Sekunde eines einzelnen Beratungsgesprächs mit einem einzigen Kunden entstehen.
Ich habe erst jetzt erfahren, dass im April 2021 Erich Ribolits gestorben ist. Er war in meiner Zeit als Student an der Uni Wien einer meiner großen Helden.
Von ihm habe ich den Unterschied zwischen Tauschwert und Gebrauchswert gelernt. Durch ihn habe ich kennengelernt, wie die Pädagogisierung unserer Gesellschaft vonstatten geht und welche Rolle das unternehmerische Selbst darin spielt (Spoiler: keine gute).
Erich Ribolits war aber vor allem ein begeisternder Lehrer. Ich habe mich auf jede einzelne LV mit ihm gefreut, auch an einem Samstag. Er hatte provokante Ansichten und konnte sich sehr klar ausdrücken – und war sich auch nie zu schade, das in der Umgangssprache zu tun. Ich bin nach jeder seiner Einheit rausgegangen mit dem Wunsch, noch mehr über das zu erfahren, was er gesagt hat.
Von ihm habe ich gelernt, alles zu hinterfragen und nichts für selbstverständlich zu nehmen. Dass die Gesellschaft, in der ich lebe, mir nicht immer nur wohl gesonnen ist. Kritisches Denken im besten Sinne.
Ich werde Erich Ribolits’ Andenken in Ehren halten und hoffe, dass ich vieles von dem weitergeben kann, was er mich gelehrt hat.
Mögen Sie in Frieden ruhen, Prof. Ribolits!
Stefanie Kneisz meint, 2023 könnte ein Alles-ist-möglich-Jahr sein.
Das neue Jahr gibt uns 365 neue Chancen, mehr von dem zu werden, der wir sind. Unsere Potenziale noch besser auszuschöpfen. Unsere Träume wahr zu machen.
Wenn wir zum Anfang des Jahres 2023 nicht träumen dürfen, wann dann?
Ein Konzept in der Theorie zu hören und zu verstehen, ist relativ leicht.
Aber dieses Konzept auf den eigenen Kontext zu übertragen, ist eine eigene Kompetenz.
Das gilt für meine Studierenden, aber auch für alle Gründer*innen.
Häufig geht es in verantwortungsvoller Beratung und Lehre nicht darum, was richtig und falsch ist.
Nicht mal um besser oder schlechter.
Nur darum, dem Gegenüber zu zeigen, dass es auch Alternativen zu dem gibt, was er bisher kennt.
Ich finde, Wirtschafts- und Finanzbildung an Schulen ist ein wichtiges Thema, und ich habe auch schon ein paar Mal darüber gebloggt (z.B. hier und hier).
In einem Podcast hat Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien, drei Kriterien genannt, die aus ihrer Sicht guten Wirtschaftsunterricht ausmachen:
Das ist einleuchtend, und jedes dieser Kriterien ist gut und wichtig.
Aber ich frage mich: Was ist mit den Schüler*innen?
Sind motivierte und interessierte Schüler*innen nicht genauso wichtig für gelungenen Unterricht – zumal Lehren und Lernen zwei Seiten der gleichen Medaille und ein Prozess der Ko-Kreation sind?
Oder brauchen wir die Schüler*innen nicht weiter berücksichtigen, weil wir in Schulen davon ausgehen können, dass sie “eh da” sind und ihnen ohnehin nichts anderes übrig bleibt, als das hinzunehmen, was sie von ihren Lehrer*innen vorgesetzt bekommen?
Wenn man gerade eine neue Fähigkeit erlernt und auf Anhieb damit Erfolg hat, heißt es vorsichtig zu sein. Gut möglich, dass dieser Erfolg ein reiner Zufall ist.
Eine Faustregel, ab wann man darauf vertrauen kann, die neue Fähigkeit wirklich zu beherrschen, hat mir unlängst eine Gründerin genannt:
Man braucht 15 Kund*innen, und bei 12 von ihnen muss man Erfolg gehabt haben.
Wir hören nicht gern, wenn jemand etwas sagt, das uns durcheinanderbringt, das hinterfragt, was wir uns so schön zurecht gelegt haben. Kognitive Dissonanz, eh klar.
Das Problem: Wir schlagen auch Feedback, Gedanken, Ideen aus, die uns eigentlich gut tun würden – wenn wir unser Ego für einen Moment auf die Seite stellen könnten.
Das Ego, wahrscheinlich der größte Feind des Unternehmers. Ein viel stärkerer Gegner als der härteste Konkurrent.
Visualisierung ist immer gut.
Aber meistens ist es spannender, etwas live zu visualisieren als mit einer starren Powerpoint-Präsentation.
[Danke Eugen Gerein für diesen Tipp.]
Was laut Eugen Gerein eine großartige Präsentation von einer guten unterscheidet:
Kein Mensch braucht ein Lernvideo, in dem das Offensichtliche erklärt wird.
Unlängst hat meine Frau versucht, mir ein Problem mit der Betreuung unserer Tochter im Kindergarten zu erklären.
Es hat drei Anläufe gebraucht, bis ich kapiert habe, was eigentlich Sache ist.
Das Ungewöhnliche daran ist nicht, dass ich meine Frau dreimal falsch verstanden habe.
Das Ungewöhnliche ist, dass ich es bemerkt habe.