Tag#LifestyleBusiness

Je später der Abend

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… desto besser das Networking.

Bei Events, wo es sich echt für dich “lohnt”, Menschen wirklich kennenzulernen, da bleib bis zum Schluss.

Am Ende, wenn nur mehr wenige Leute da sind und die Stimmung gelöst ist, wird die größte Networking-Ernte eingefahren.

Daher: Wenn du dir schon die Arbeit des Networkings machst, dann bleib auch bis zum Schluss. Gib nicht auf halber Strecke w.o. und vergib dir damit nicht den größten Lohn.

Mehr Produkte!

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Es ist mir in der Hochschullehre aufgefallen, aber es gilt auch für ganz viele Solopreneure:

Wir versuchen, ein Marketing-Problem mit mehr Produkten, Content oder Angeboten zu lösen.

Wenn das Problem in deinem Marketing liegt, wird ein neues Produkt dieses Problem nicht lösen.

Wetten?

Echt nicht leicht

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Es ist so unglaublich schwierig (geworden), die Aufmerksamkeit und die Zeit von Menschen zu bekommen.

Wenn du auch mal wieder darunter leidest, dann vergiss nicht: Das gilt selbst für die allerbesten Events und die wertvollsten Angebote. Es gilt in allen Branchen und für alle Unternehmen.

Es ist für niemanden leicht.

Und noch ein Tool

U

Bevor du dir mal wieder ein neues Software-Tool überlegst, das dir ein Podcaster empfohlen hat oder das dir in einem LinkedIn-Beitrag angepriesen wurde…

Überleg dir eindringlich und ersthaft, ob du das, was du mit dem neuen Tool machen willst, nicht auch mit einem deiner vielen Tools erledigen kannst, die du schon hast.

Denn: Wenn du ein neues Tool kaufst, dann kaufst du nur das Potenzial, dieses Tool zu nutzen. Ein neues Tool heißt noch lange nicht, dass du es kompetent nutzen kannst und dass du damit wirklich den Mehrwert erzielen kannst, den es dir in diesem Moment verspricht.

Abgesehen davon: Deine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung wird es dir danken.

Social Media auslagern?

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Das Killer-Argument laut Philipp Maderthaner, warum du dein Social-Media-Marketing nicht an eine Agentur auslagern solltest:

Die Qualität und die Quantität an Content, die du für ein Social-Media-Marketing mit Wumms benötigst, wirst du dir bei einer Agentur schlicht nicht leisten können!

Selbst mit einem Budget von 5.000 Euro im Monat (was für ein EPU eh schon ein Wahnsinn wäre!) kommt man bei einer Agentur nicht weit. Das bringt dir bei einer kleinen Agentur 5-10 Stunden der Woche. Das reicht nicht, um tatsächlich einen Impact zu erzielen.

Daher gilt die Faustregel: Wenn du dich auf das Social-Media-Spiel einlässt, dann nimm dir viel Zeit und mach es selber.

Leichtigkeit

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Leichtigkeit bei der Arbeit ist nicht nur ein nice to have, mit dem sich die Arbeit vielleicht nicer anfühlt.

Leichtigkeit ist die Grundlage des Erfolges für die wirklich guten Lehrer*innen und Berater*innen! Auch meine Hochschullehre und meine Gründungsberatung fußen auf dieser Leichtigkeit. Es ist genau diese Leichtigkeit, die mich in meinen besten Momenten ausmacht und die bei meinen Studierenden und Kund*innen so besonders resoniert.

Leichtigkeit ist daher eine strategische Stärke. Sie ist eine USP. Sie ist ein asset.

Optionenschlau

O

Ich glaube, eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir als Lifestyle Entrepreneure entwickeln können, ist es, clever beim Erkennen und Einschätzen unserer Möglichkeiten zu werden.

Optionenschlau nenne ich das. Denn unser Leben bietet uns immer viel mehr Gelegenheiten, als wir nützen können. Welche dieser Gelegenheiten wir annehmen und welche wir vorbeiziehen lassen – bei dieser Auswahl heißt es, schlau zu sein.

Optionenschlau, eben.

Ihr eigenes Vorbild

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Ein Freund hat mir unlängst von einem achtjährigen Mädchen erzählt. Auf die Frage, wer ihr größtes Vorbild sei, hat sie geantwortet:

Ich bin mir selbst genug. Ich bin mein eigenes Vorbild.

Mit diesem Zugang hat sie die besten Voraussetzungen, später mal erfolgreich selbständig zu werden.

Der Selbständige hat ja eh Zeit

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Eine große Motivation für viele Selbständige ist es, dass wir uns unsere Zeit frei einteilen können. Dass wir auch mal an einem Montag Vormittag nicht arbeiten müssen, wenn wir nicht wollen.

Aber diese Zeit-Freiheit hat auch eine Schattenseite. Nämlich z.B. dann, wenn man kranke Kinder zu betreuen hat. Als Selbständiger mit freier Zeiteinteilung ist es viel einfacher, sich für die Betreuung “frei” zu nehmen als als Angestellter, der ja fixe Arbeitszeiten hat.

Natürlich ist es gut, wenn man für seine kranken Kinder da sein kann, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen.

Und gleichzeitig nagt der Gedanke: Wenn ich nicht besser auf meine Zeit aufpasse, komme ich nie weiter.

Das ewige Dilemma der meisten Mum- und Dadpreneuren.

Die Hinkenden

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Manchmal geht alles glatt. Da läuft es rund, wir kommen weiter, wir feiern Erfolge, es läuft einfach.

Und machmal… nicht so sehr. Da ist jeder kleine Erfolg hart erkämpft. Da ringen wir uns jeden Fortschritt mühsam ab. Da haben wir das Gefühl, wir kommen nicht von der Stelle.

Für diese Momente, die jede*r Selbständige kennt, hat Khalil Gibran ein paar tröstende Worte parat:

Ihr seid gut, wenn ihr fest und mit kühnen Schritten auf euer Ziel zugeht. Doch ihr seid nicht böse, wenn ihr hinkend darauf zugeht. Selbst die Hinkenden gehen nicht rückwärts.

Khalil Gibran: Der Prophet

Ein großzügiges Angebot

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Wenn wir Glück haben, begegnen uns auf unserem Abenteuer Selbständigkeit immer wieder Menschen, die uns helfen wollen. Und manchmal sind da auch Menschen dabei, die uns echt großzügige Angebote unterbreiten – einfach, weil sie gute Menschen sind und uns mögen.

Und dennoch ist bei jedem Geschenk, ob groß oder klein, Vorsicht geboten. Geschenke verpflichten, auch wenn das vom Schenkenden gar nicht intendiert ist. (Lewis Hyde hat mir zu diesem Thema viel beigebracht.)

Großzügige Angebote sind ein Geschenk des Himmels. Und trotzdem müssen wir uns auch bei solchen Angeboten fragen: Passt das für mich? Welche Kosten handle ich mir ein, wenn ich das Angebot annehme? Tue ich mir damit wirklich einen Gefallen?

Es kommt nicht darauf an, ob ein Geschenk groß oder klein ist. Entscheidend ist, ob es passt oder nicht. Und wenn es nicht passt, dann dürfen (ja müssen!) wir auch ein großzügiges Angebot ablehnen.

Überbucht

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Da ist die Freundin meiner Frau, selbständige Psychotherapeutin. Wahnsinnig lieb, sehr gewissenhaft, hat sich letztes Jahr selbständig gemacht.

Vor Weihnachten haben innerhalb einer Woche drei ihrer Klient*innen die Termine abgesagt. Bedeutet einen Umsatz-Verlust von 300 Euro.

Sofort setzt die finanzielle Verlustangst ein. Nicht, dass dieser Umsatz-Entgang objektiv gesehen bedrohlich wäre. Sie kann es sich leisten, sowohl von der Liquidität als auch von der Rentabilität her. Jeder Buchhalter würde ihr sagen: Überhaupt kein Problem! Machen Sie sich keine Sorgen, genießen sie die gewonnene Zeit und tun Sie sich was Gutes!

Aber so denken wir Solo-Selbständige nicht. Wir machen uns sofort Sorgen: Was, wenn das jetzt so weitergeht? Was, wenn das erst der Anfang ist? Was, wenn mein Umsatz von jetzt an jede Woche um 300 Euro weniger ist? Das wären 15.000 Euro weniger Umsatz pro Jahr! Oh mein Gott!!!

Und von dieser Existenzangst angetrieben, treffen wir kurzsichtige Entscheidungen. Ihre Lösung: Sie überbucht sich. Sie nimmt jede Woche drei Termine mehr an, als ihr eigentlich gut tun, um sich abzusichern, wenn drei Klient*innen kurzfristig absagen.

Und was ist passiert? Letzte Woche sind alle Klient*innen planmäßig gekommen. Und damit hatte sie drei Termine zu viel – und war am Ende der Woche völlig ausgepowert. Der Umsatz war gerettet, aber er war teuer erkauft.

Ich habe volles Verständnis für ihre Entscheidung, weil ich diese Existenzängste selbst gut nachvollziehen kann und bei so, so, so vielen Gründer*innen und Selbständigen beobachtet habe. Aber schlau war die Idee natürlich trotzdem nicht.

Schlau wäre, ruhig zu bleiben und zu vertrauen, dass alles gut wird. Wer ruhig bleibt, gewinnt.

Aber das ist soooo verdammt schwer.

Verhalten > Labels

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Ingeborg Kuca schreibt in ihrem schlauen Buch Stille Stärken – Introvertiert & beruflich erfolgreich:

Es geht nicht um ,ich bin’, sondern es geht darum, wie ich mich verhalte. Wir verhalten uns in verschiedenen Situationen ganz unterschiedlich

Ingeborg Kuca: Stille Stärken – Introvertiert & beruflich erfolgreich, S. 27

Wir versehen uns gerne mit Labels, und anhand dieser Labels erklären wir, warum wir so sind, wie wir sind und warum wir tun, was wir tun.

Wenn wir aber erkennen, dass wir mehr sind als die Labels, die wir uns selbst geben und erkennen, dass wir über ein breites Verhaltensrepertoire verfügen, dann eröffnen sich uns Handlungsspielräume. Und diese Handlungsspielräume geben uns die Macht, größer zu sein als die selbst auferlegten Labels.

Wir kaufen Potenziale

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Sagt der Soziologe Hartmut Rosa.

Wir kaufen immer mehr Dinge, ohne sie zu konsumieren.

Beispiel: Ich kaufe ein Buch, lese es aber nicht. Ich kaufe das Potenzial des Buches ein, ohne das Potenzial tatsächlich zu nutzen. Der Konsum, also das Lesen des Buches, ist nämlich sehr zeitintensiv. Daher macht es mir viel mehr Spaß, ein neues Buch zu kaufen als ein bereits gekauftes zu konsumieren.

Und das betrifft ganz viele Dinge. Ich kaufe ganz viel Potenzial ein, “auf Vorrat”. Aber dieses Potenzial bleibt zum großen Teil ungenutzt.

Dieses Potenzial “auf Vorrat” empfinde ich aber nicht als ermächtigend, sondern im Gegenteil: Es blockiert mich. Das viele Potenzial, das ich mir nie erschließe, erdrückt mich, lähmt mich, macht meinen gedanklichen Rucksack schwerer.

Ungenutztes Potenzial ist nicht nur kein Gewinn, sondern ein Netto-Verlust.

Vertrauen – und wenn es fehlt

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Vertrauen ist der Grundbaustein unseres Gesellschaft- und Wirtschaftssystems. Wir vertrauen darauf (ja, wir müssen darauf vertrauen), dass in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft jeder seine Arbeit macht. Und dass er sie gut macht.

Wir müssen darauf vertrauen, dass der Arzt, den wir aufsuchen, weiß, was er tut. Dass die Steuerberaterin, die wir konsultieren, sich tatsächlich länger als eine Minute Gedanken über unseren Fall gemacht hat. Dass die Marketing-Beraterin nicht nur unser Geld nimmt, sondern wir aus ihrer Beratung mehr herausbekommen, als wir bezahlen.

Ohne Vertrauen geht nichts, und gleichzeitig ist es ziemlich leicht, Vertrauen zu verspielen. Das ist ein Grundproblem in der Online-Business-Consulting-Welt. Schlecht qualifizierte Akteure spielen mit dem Vertrauen ihrer Kund*innen, enttäuschen es und machen damit den Markt kaputt. Denn ein gebranntes Kind wird sich zweimal überlegen, nochmals die. Dienste eines Online-Coaches in Anspruch zu nehmen, und wenn der noch so gut und ehrlich und hilfreich ist.

Wenn wir kein Vertrauen haben, dann werden wir nicht um Hilfe fragen. Warum sollte ich mir von jemandem helfen lassen wollen, dessen Kompetenz und/oder dessen Intention ich anzweifle?

Die Krux für uns Selbständige: Vertrauen beginnt zuerst mal bei uns selbst. Wie viel Vertrauen haben wir in unsere eigene Kompetenz? Wie viel Vertrauen haben wir in unsere Produkte und Angebote? Wie viel Vertrauen haben wir in unsere potenziellen Kund*innen und Partner*innen? Empfangen wir sie mit offenen Armen, oder sind wir selbst gebrannte Kinder?

Wenn das Grundvertrauen fehlt, wird alles schwierig, mühsam und anstrengend. Ein guter erster Schritt: Geh raus aus deinem Kopf. Sprich mit anderen Menschen. Hol dir das Vertrauen zurück, dass die meisten Menschen auf der Welt es grundsätzlich gut meinen.

Und mit dieser Brille schau dann wieder auf dein eigenes Angebot drauf. Gut möglich, dass du dann (wieder) spürst, dass du sehr wohl weißt, was du tust und dass deine Intention gut ist.

Und damit hast du den Samen gesetzt, um Vertrauen wachsen zu lassen.

Spendensammlung

S

Wenn jemand an meine Wohnungstür klopft, den ich nicht kenne und der mich um Geld bittet…

… dann gebe ich dieser Person kein Geld. Niemals. Egal, was der “gute Zweck” wäre. Aus Prinzip nicht.

Ich denke, da bin ich wie viele. Und trotzdem scheint diese Taktik zu funktionieren, sonst würde sie nicht gemacht werden.

Und daraus darf ich wieder lernen: Nur, weil ich so denke, denkt nicht jeder Mensch da draußen so. Es reicht, wenn genügend Menschen da draußen die Wohnungstür aufmachen und einen Geldschein einwerfen – und sei es nur, dass sie ihre Ruhe oder ihr schlechtes Gewissen beruhigt haben.

Egal: Wenn’s funktioniert, dann funktioniert es. Es muss keinen Schönheitspreis gewinnen.

So unfair

S

Niemand hat endlos Kraft. Niemand kann pausenlos arbeiten. Niemand ist unbesiegbar.

Außer natürlich ich.

Das ist die Hybris, der wir Solopreneure immer wieder zum Opfer fallen: Wir glauben, wir sind unsterblich.

Und wenn ich dann plötzlich mit meiner Menschlichkeit konfrontiert werde und drauf komme: Hey, ich habe doch nicht endlos Kraft! Ich glaube, ich brauche eine Pause…

Dann bin ich völlig von den Socken und jammere: Das ist sooo unfair! Ich habe gerade sooo viel vor! Das passt mir grad überhaupt nicht rein!

Dem Leben sind meine Pläne natürlich vollkommen wurscht. Und je mehr ich mich wehre, desto schlimmer wird es für mich.

Es ist nicht unfair, sondern die ultimative Fairness: Wir sind alle nur Menschen.

Die Website

D

Die Website ist für viele Gründer*innen deswegen so ein Monster-Projekt, weil sie gnadenlos alle Schwachstellen der Gründungsidee aufdeckt.

Der Versuch, Website-Texte zu schreiben, bringt alle Fragen ans Tageslicht, die bisher nicht beantwortet sind. Der Versuch, seine Angebote auf der Website zu präsentieren, bringt alle noch nicht getroffenen Entscheidungen ans Tageslicht. Und die fehlende Klarheit, welche die Besucher einer Website spüren, entspricht der fehlenden Klarheit desjenigen, der die Website online gestellt hat.

Deswegen rate ich allen Gründer*innen, ihre Website erst dann anzugehen, wenn sie mit ihrem Gründungsprojekt schon sehr weit sind.

Weil selbst dann ist die Website-Erstellung noch herausfordernd genug.

Marketing-Mittwoch

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Cooler Tipp von Corinna Hintenberger:

Sie macht mit einer Kollegin jeden Mittwoch einen “Marketing-Mittwoch”. Sie trifft sich mit ihr online, und sie arbeiten, jede für sich, zwei Stunden lang an ihren Marketing-Themen: Social-Media-Posts, Blogartikel usw.

Corinna Hintenberger hat nämlich festgestellt, was alle Solopreneure irgendwann merken: Marketing- und Sichtbarkeits-Zeit gehört eingeplant. Das geht nicht nebenbei!

Was einen Termin hat, wird erledigt.

Alles andere… eher nicht.