Tag#LifestyleBusiness

Ehrgeizig und zufrieden

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Uns Lifestyle Entrepreneure zeichnet aus, dass wir sehr ehrgeizig sind. Es gibt immer was zu verbessern, es gibt immer was zu tun, und es gibt immer was, das noch nicht passt. Es gibt immer eine Produktidee, die wir noch umsetzen wollen, es gibt immer eine Kundengruppe, die wir noch erreichen wollen, und es gibt immer noch Menschen, die wir mit unserer Botschaft erreichen wollen.

Dieses “immer mehr”-Wollen ist etwas, das Unternehmer*innen auszeichnet.

Und gleichzeitig dürfen wir immer wieder innehalten und stolz darauf sein, was wir auf unserem unternehmerischen Weg schon erreicht haben. Wir dürfen innehalten und das Gute wahrnehmen, das wir schon geleistet haben. Wir dürfen innehalten und zufrieden sein mit dem, was wir geschaffen haben.

Ehrgeizig und zufrieden sein. Mehr wollen und stolz sein auf das Erreichte.

Nicht entweder-oder, sondern sowohl-als auch.

Perfektionismusstreben

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Man sagt oft, dass der Perfektionismus uns Solopreneure daran hindert, wirkliche Fortschritte zu machen. Weil wir nur dann zufrieden sind, wenn alles vermeintlich perfekt ist, verpassen wir viele Gelegenheiten.

Das stimmt im Grunde natürlich. Aber ich denke, es lohnt sich, da noch ein bisschen genauer hinzuschauen. Es ist nämlich nicht das Perfekte an sich, das so schädlich ist, denn das ist eh nie zu erreichen.

Es ist unser Streben nach dem Perfekten. Schädlich ist unsere Weigerung zu akzeptieren, dass nichts jemals perfekt sein wird. Dass wir immer und immer wieder versuchen, es diesmal perfekt hinzubekommen. Und wir jedes mal in diesem Streben scheitern.

Es ist wunderbar, Ehrgeiz zu haben. Aber wir sollten danach streben, unsere Angebote möglichst hilfreich und möglichst zugänglich zu machen, nicht möglichst perfekt.

Echt hart

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Du hast dein Bestes gegeben. Du hast dich um den neuen Kunden wirklich bemüht. Er war interessiert und du warst so knapp dran. Und trotzdem hast du eine Absage bekommen.

Du hast dein Bestes gegeben. Aber es war anscheinend nicht gut genug.

Das tut echt weh.

So komme ich nicht weiter

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Wenn ich immer einspringe, wenn Not am Mann ist, weil ich als Selbständiger “eh daheim bin” und ich es mir “ja einteilen kann”…

… dann komme ich nicht weiter.

Ich leide unter der gleichen Herausforderung wie ganz viele Lifestyle Entrepreneure da draußen: Einerseits will ich ein Papa und Ehemann sein, der verfügbar ist und der aktiv am Familienleben teilnimmt. Und gleichzeitig will ich mein Business voranbringen, was viel und intensive Arbeit bedeutet.

Ich versuche die Quadratur des Kreises und merke, dass ich in Wahrheit nur im Kreis laufe.

Za wos brauch i des?

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Das ist die ultimative Frage, die unsere Kunden (für sich und sehr schnell!) beantworten können müssen.

Wenn sie das nicht können, dann:

  • ist unser Angebot nicht nützlich ODER
  • haben wir unser Angebot schlecht erklärt ODER
  • beides.

Kopf, Hand und Herz

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Wenn du wieder mal wach liegst und grübelst, ob du so tun sollst oder anders…

Dann wende dich den Menschen zu, denen du helfen willst. Raus aus deinem eigenen Kopf und rein in die Probleme, die du für diese Menschen lösen willst. Hör in dein Herz hinein, und dann nimm deine zwei gesunden Hände, um die Dinge zum Besseren zu verändern.

Weniger Kopf, mehr Herz und mehr Hand. Das hilft fast immer.

Fehlendes Problemverständnis

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Oft tun wir die falschen Dinge, weil wir das Problem gar nicht richtig verstanden haben. 

Wir tun, ohne nachzudenken. Wir nehmen die nächstbeste Scheinlösung. Wir wollen das Problem so schnell wie möglich aus der Welt haben.

Dabei gilt: Je besser du das Problem verstanden hast, desto wahrscheinlicher ist es, dass deine Lösung das Problem tatsächlich löst.

Unangenehme Fragen

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Würdest du deine eigenen Produkte kaufen?

Könntest du deinen Freunden guten Gewissens deine eigenen Angebote empfehlen?

Würde es dir taugen, dir selbst auf LinkedIn zu folgen?

[Danke Julian Heck für diese Gedanken.]

Das Problem der Lifestyle Entrepreneure

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Wir Lifestyle Entrepreneure sind gute Menschen, aber schlechte Unternehmer. Wir kümmern uns zu wenig um unser Business.

Das ist eine Norm in dieser Community, die sich irgendwie eingebürgert hat und die wir teilen. Kein Gesetz, schon gar kein Naturgesetz, sondern etwas, das wir auch wieder verändern können.

Ich trete an, um diese Norm zu ändern. Zum Wohle aller, weil diese Norm nicht gut für uns Lifestyle Entrepreneure ist.

In Wirklichkeit nützt sie nämlich nur unseren Gegnern, die auch alles dafür tun, dass das möglichst lange so bleibt.

Der Wert liegt im Erlebten

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Dan Sullivan sagt: Der Wert für unsere Kund*innen entsteht nur und ausschließlich und exklusiv in der user experience!

Anders formuliert: In jedem Moment, bei jeder Gelegenheit, wo meine (potenziellen) Kund*innen mich und meine Produkte erleben, habe ich die Chance, an dieser Stelle Wert für den Kund*innen zu erzeugen. 

Nochmal anders formuliert: Wert entsteht, wenn meine Kund*innen bei möglichst vielen Gelegenheiten in der Interaktion mit mir so laut wie möglich „wow“ sagen. Die Summe der Wows ist der gefühlte Gesamtwert meiner Angebote für meine Kund*innen. 

Daher: Mein Denken und Tun sollte sich darauf konzentrieren, die customer experience immer weiter zu optimieren, um den Wert meiner Angebote immer weiter zu erhöhen. 

Real artists ship

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Das ist ein Konzept von Seth Godin.

Alle Menschen haben Angst davor, sich in die Auslage zu stellen und zu sagen: Schau her, das habe ich gemacht. Was sagst du dazu? Willst du es kaufen?

Das heißt: Andere Menschen haben genau das gleiche Problem wie du. Das ist kein Defizit von dir persönlich. Sogar Seth Godin selbst hat dieses Problem.

Nur: Es ist deine Verantwortung, dieses Problem zu lösen. Das Problem ist also nicht, dass du das Problem hast, sondern dass du es nicht löst!

Erfolgreich gescheitert

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Unlängst erzählte mir ein Freund von einer herausfordernden Denkaufgabe und sagte: “Wir sind natürlich gescheitert, aber wir sind zumindest erfolgreich gescheitert.”

Ja, es gibt sie: Erfolg-reiches Scheitern und erfolg-reiche Fehler.

Gewöhn dich an diesen Gedanken. Es wird dir und deinem Business gut tun.

Die Freude kommt nicht später

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Leo Babauta hat 17 Tipps für Menschen zusammengetragen, die sich selbständig machen möchten.

Tipp Nummer 11 lautet: The joy doesn’t come later. Und ich denke, dass das ein sehr weiser Hinweis ist.

Viele Selbständige arbeiten auf ein bestimmtes Ziel hin. Wenn ich erst mal über 100.000 Euro Umsatz mache. Wenn ich erst mal fünf Mitarbeiter habe. Wenn ich erst mal zehn Kunden habe. Dann…

Was dann? Was ist dann anders als vorher? Oder, anders formuliert: Wenn du deinen Weg als Selbständige*r nicht jetzt schon als leiwand empfindest, dann wirst du auch nicht mehr Freude empfinden, wenn du dein vermeintliches Ziel erreicht hast.

Oder vielleicht schon, aber nur kurzfristig. Schau lieber, dass du jeden Tag Freude an deinem Tun hast, dann brauchst du nicht darauf warten, dass dir irgendwann der große Wurf gelingt.

Eine gute Leistung

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An manchen Tagen läuft’s nicht rund.

Kann sein, dass du nicht gut geschlafen hast. Kann sein, dass das Wetter mitspielt. Kann sein, dass dich andere Menschen irritieren. Was auch immer, ist eigentlich egal.

An solchen Tagen ist es schon eine gute Leistung, seine Aufgaben professionell über die Bühne zu bringen und dafür zu sorgen, dass die Karre nicht vollkommen auseinanderfliegt.

Für diese gute Leistung darfst du dir auch an solchen miesen Tagen auf die Schulter klopfen.

Personalverrechnung

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Im Sommer hatte ich heuer erstmals eine Ferialpraktikantin.

War eh super, aber womit ich nicht gerechnet habe: Wie viel Verwaltungsaufwand ich mir damit ins Haus geholt habe. Wie viele verschiedene Meldungen an die Sozialversicherungen ich abgeben muss. Welche Fristen ich dabei einhalten sollte. Und prompt habe ich eine Frist versäumt.

Mag schon sein, man beim ersten Mal eben Fehler macht und dass ich mich in Zukunft leichter tun würde mit den administrativen To Dos.

Aber ich lerne eher daraus: Ich werde es mir in Zukunft zweimal überlegen, ob ich mir nochmal eine Ferialpraktikantin leisten möchte.

Und wahrscheinlich geht es unzähligen anderen Ein-Personen-Unternehmen ganz gleich wie mir.

Nimm dir Zeit zum Verkaufen

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Wenn du dir schon so viel Zeit nimmst für deine Social-Media-Posts. Wenn du dir schon so viel Mühe gibst bei deinem Podcast. Wenn du schon bei jedem Webinar eine Stunde lang wirklich guten Content hergibst.

Dann nimm dir auch die Zeit, über diese Plattformen zu verkaufen.

Sprich über dein Angebot. Sprich darüber, wie man mit dir zusammenarbeiten kann. Mach dein Angebot attraktiv und schmackhaft.

Es gibt nur zwei Gründe, warum du darauf verzichten kannst:

  1. Du hast eh schon mehr als genügend Kund*innen bzw. Aufträge.
  2. Du willst gar kein Business haben, sondern ein Hobby.

Aber ansonsten gilt: Verkaufen ist im Lieferumfang eines Lifestyle Business einfach dabei.

Also nimm dir auch die Zeit dafür, verdammtnochmal.

Achtung: Verwechslungsgefahr!

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Gründer*innen tun sich oft schwer damit, folgendes auseinanderzuhalten:

  1. Das objektive Risiko
  2. Die subjektive Angst

Das ist nämlich praktisch niemals das Gleiche. Und so fürchten sie sich vor Dingen, die objektiv ein ganz geringes Risiko haben, dass sie überhaupt jemals eintreten. Und sie ignorieren völlig die größten Risikofaktoren in ihrem Business, gegen die sie sofort etwas unternehmen könnten.

Es ist eigentlich verrückt. Aber wir können besser darin werden zu unterscheiden.

Wir können es lernen.

Das Leben ist nicht unfair zu uns

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Wir Lifestyle Entrepreneure verfolgen den Traum, dass wir unser Lebensmodell und unser Geschäftsmodell in Einklang bringen. Dass sich Arbeit (meistens) nicht wie Arbeit anfühlt und unser Lifestyle Business einen Teil zu unserem Lebensglück beiträgt.

Und gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, was Seth Godin so wunderbar auf den Punkt bringt:

“So the most important thing that I would say to a professional is this:
You are not entitled to the business that you want. All you’re entitled to is understanding what is working in the market and do that.”

Seth Godin, The Freelancer Course

Wenn wir mit unserem Lifestyle Business keinen Erfolg haben sollten, dann ist das nicht, weil die Welt ungerecht ist. Sondern weil wir (noch) nicht verstanden haben, was unser Beitrag auf dem Markt wirklich sein sollte, damit wir maximal hilfreich sind.