Tag#LifestyleBusiness

Communities

C

Was mir aktuell auffällt: Der neueste Trend im Online-Marketing sind Communities. Nach dem Motto: Ich habe genug von Social Media, ich mache mir jetzt meine eigene Plattform, wo ich meine Audience versammle und wo wir uns über alles Mögliche austauschen können.

Im Prinzip ist die Idee ja nicht neu. Wer in den frühen 2000er-Jahren im World Wide Web aktiv war, kennt auch ein Forum. Online-Foren waren immer schon ein Treffpunkt für Gleichgesinnte, und einige davon funktionieren heute noch genauso gut wie damals – z.B. zwei von meinen Lieblingen: Austrian Soccer Board und Greasy Lake.

Es gibt also nichts Neues unter der Sonne. Aber wie immer bei solchen Hypes gibt es Coaches und Berater, die sich auf das Thema draufstehen und versuchen, damit Geld zu verdienen – z.B. hier oder hier.

Das ist per se überhaupt nichts Schlechtes. Das passt schon so. Denn schließlich können Communities ja für den einen oder die andere Solopreneur:in wirklich eine super Idee sein.

Problematisch wird es aus meiner Sicht bei den Verkaufsargumenten dieser Coaches. Nämlich dann, wenn mit der FOMO (“fear of missing out“) von Menschen “gespielt” wird. Nach dem Motto: Communities sind der neueste Trend im Marketing. Spring schnell auf den Zug auf, bevor es alle machen. Die ersten werden überproportional von diesem Trend profitieren. Oder willst du schon wieder einen Megatrend versäumen wie damals Instagram oder TikTok?

FOMO ist mächtig, und mit FOMO-Argumenten wird man immer verkaufen können. Aber wenn das Marketing nur aus FOMO besteht – oder überhaupt das ganze Geschäftsmodell auf FOMO basiert –, dann werden die Grenzen dessen überschritten, was ich unter menschlichem Unternehmertum verstehe.

Schlafwandeln

S

Vielleicht kennst du das: Der Wecker läutet, du musst früh aufstehen. Viel früher als gewohnt, und entsprechend müde bist du noch.

Es sind die gleichen Aufgaben, die du nun vor dir hast, wie du sie jeden Morgen erledigst: Anziehen, frühstücken, Bad. Es ist nicht anders wie immer, und dennoch fällt dir jeder Schritt viel schwerer. Es ist, als wäre Blei an den Füßen und dein Hirn noch in einer dicken Daunendecke eingewickelt.

An solchen Morgen ist es schon eine Riesenleistung, wenn du es schaffst, in langsamem Tempo einen Schritt nach dem anderen zu erledigen. Nichts zu vergessen. Keine groben Schnitzer zu machen.

An anderen Tagen wird es wieder leichter gehen. Aber heute…

Heute ist der Kampf, den es zu gewinnen gilt, die Selbstverständlichkeiten zu bewältigen.

Das Problem lieben

D

Als Berater ist es total wichtig, dass man gerne Lösungen findet. Dass man gemeinsam mit den Kund:innen versucht, eine Herausforderung, die blockiert, in etwas zu verwandeln, dass Kraft und Mut zum Weitergehen macht.

Aber mindestens genauso wichtig ist es, dass man das Problem liebt.

Ich als Gründungsberater mag es sehr, mit meinen Gründer:innen gemeinsam nachzudenken, wie sie ihr Business voranbringen können. Es ist einfach großartig, wenn wir gemeinsam Lösungen entwickeln.

Aber was mich an der Gründungsberatung in Wirklichkeit reizt, ist das Problem, das es zu lösen gilt. Nämlich: Wie findet man eine Gründungsidee, die stimmig zur Person und stimmig zum Markt ist (wie Günter Faltin sagen würde)? Und wie schaffen wir es, diese Geschäftsidee tatsächlich erfolgreich in die Welt zu bringen?

Ich liebe dieses Problem. Es macht mir Spaß, darüber nachzudenken. Es macht mir Spaß, darüber zu sprechen. Es macht mir Spaß, darüber zu lesen.

Und deshalb wird die Gründungsberatung für mich niemals langweilig werden.

[Danke Gabe Anderson für diesen Gedanken.]

Netzwerk bringt’s

N

Spannende Hypothese von Corinna Hintenberger:

Je besser ein:e Gründer:in vor der Selbständigkeit schon vernetzt ist (innerhalb der Branche, im aktuellen Job, in Vereinen, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde etc.), desto schneller wird er/sie erfolgreich in der Selbständigkeit.

Ich glaube: Sie hat vollkommen recht.

Leicht ist schwer

L

Eigenartigerweise tun wir uns oft viel leichter mit schwer als mit leicht.

Wenn im Business etwas leicht geht, werden wir misstrauisch. Wo ist der Haken? Ist das nicht zu gut, um wahr zu sein?

Wenn im Business etwas leicht geht, dann denken wir uns: Ich habe mich nicht genug angestrengt. Nächstes Mal muss ich mich mehr ins Zeug legen!

Wenn im Business etwas leicht geht, dann folgern wir: Aha, wenn das so leicht war, dann geht da noch viel, viel mehr!

Wenn jedoch im Business etwas schwer geht, dann ist alles so, wie wir es gewohnt sind. Dann ist alles in Ordnung. Dann hinterfragen wir die Umstände ganz selten.

Dabei wäre gerade die Leichtigkeit ein ausgesprochen verlässlicher Indikator dafür, dass es genau so passt, wie es ist.

[Danke Oliver Burkeman für diesen Gedanken.]

Investitionskompetenz

I

Die meisten von uns haben gelernt, wie man Geld verdient.

Den meisten von uns fällt es auch nicht schwer, dieses Geld wieder auszugeben in unserer konsumorientierten Welt.

Die glücklichen unter uns haben gelernt, mit ihrem Einkommen auszukommen und sogar noch ein bisschen was sparen. Der Notgroschen für die schlechte Zeiten.

Aber die wenigsten unter uns haben gelernt, wie man Geld richtig ausgibt. Also wann es sinnvoll ist, Geld in die Hand zu nehmen und zu investieren. Nicht konsumieren, sondern investieren.

Doch gerade wir Lifestyle Entrepreneure brauchen ein investing mindset, wenn wir uns ein nachhaltiges Business aufbauen wollen. Wir müssen wissen, wofür es sich lohnt, Geld auszugeben und was wir uns sparen können.

Die meisten von uns haben das nie gelernt.

Ich würde das gerne ändern.

Das will ich auch!

D

Unlängst bin ich (auf LinkedIn) auf eine Unternehmerin gestoßen, die ein halbes Jahr in Berlin und die andere Hälfte des Jahres auf Fuerteventura arbeitet.

Und ich habe mir gedacht: Das will ich auch!

Diese Unternehmerin sagt, sie macht einen Umsatz von 500.000 Euro pro Jahr.

Und ich habe mir gedacht: Das will ich auch!

Neid ist wirklich ein verlässlicher Begleiter. Aber er ist ein schlechter Ratgeber. Den Winter auf Fuerteventura zu verbringen, klingt zwar gut, aber in Wirklichkeit müsste ich dafür meine Kinder für ein halbes Jahr aus der Schule nehmen. Oder ein halbes Jahr ohne sie verbringen. Und beides würde ich aber sowas von überhaupt nicht wollen.

Und 500.000 Euro Umsatz? Ja, eh. Aber die 3 Mitarbeiter:innen und 8 Freelancer:innen, die diesen Umsatz möglich machen, möchte ich nicht haben.

Genau hier liegt die ewige Herausforderung im Lifestyle Business: Immer beim eigenen Lifestyle zu bleiben. Was willst du wirklich? Was passt zu deiner Persönlichkeit, deiner Familie, deinen Bedürfnissen am besten?

Und sich nicht ablenken oder blenden zu lassen von den lifestyle choices, die andere Selbständige für sich treffen.

Bleib bei dir.

Der falsche Bruder

D

Unlängst ist bei Dinamo Bukarest etwas passiert, das würde man nicht glauben:

Der Verein engagiert einen neuen Spieler aus Guinea-Bissau, der früher bei Barcelona gespielt hat. Monate später kommt ein Journalist drauf: Moment mal, da stimmt was nicht! Und tatsächlich: Der Ex-Barcelona-Spieler ist nie in Rumänien angekommen, er hat seinen minder talentierten Zwillingsbruder geschickt! Und diese “falsche” Zwillingsbruder spielt seither bei der Mannschaft, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre.

Kurios, wenn man die Geschichte so hört (sofern sie überhaupt stimmt. Und wenn es einen nicht betrifft). Und man denkt sich vielleicht: Was sind denn das für Deppen, dass die das nicht merken?

Aber Vorsicht, bevor du urteilst. Bist du dir sicher, dass du in deinem eigenen Leben, in deinem eigenen alles siehst, was offensichtlich nicht stimmen kann?

Oder gibt es auch bei dir Dinge, die du gar nicht so genau sehen willst?

Anständig

A

Unlängst bin ich (wieder) auf folgenden Hinweis von Stefanie Stahl gestoßen:

„Lege dir bei allen Überlegungen […] immer wieder die Frage vor, ob das, was du tust oder auch was du unterlässt, anständig ist.”

Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden, S. 171

Anstand… kein sehr moderner Begriff, und keine Kategorie, die man sofort mit “der Wirtschaft” in Verbindung bringen würde.

Und dennoch ist das, was “anständig” ist, ein verlässlicher Wegweiser in jedem Lifestyle Business.

Anstand führt nämlich zum Erfolg. Wenn nicht kurzfristig, dann langfristig.

Denn wer am Ende seines Lebens sagen kann: Ich habe stets so gehandelt, dass es anständig war, der wird nichts zu bereuen haben.

Und das ist der ultimative Erfolg.

Erste Bälle

E

Im Fußball gibt es den Begriff „erste Bälle“.

“Erste Bälle” beziehen sich auf die Situationen, bei denen ein Ball zum ersten Mal nach einer Unterbrechung (einem Einwurf, einem Freistoß, einem Eckball oder einer längeren Flugphase) im Spiel berührt wird. Es geht also um den ersten Kontakt mit dem Ball nach einer Spielsituation, die eine Neuorientierung oder einen Neuaufbau des Spiels erfordert.

Eine Mannschaft, die gut ist bei den “ersten Bällen” gewinnt mehr Zweikämpfe und wird im Endeffekt gefährlicher im Angriff sein.

“Erste Bälle” gibt’s nicht nur im Fußball, eh klar.

Wie gut bist du bei den “ersten Bällen” in deinem Lifestyle Business?

Gemeinsam nachdenken

G

Unlängst war ich bei der Entrepeneurship Night der Uni Wien. Dort wurde viel über Startups und Gründergeist gesprochen, über Gründerteams und Pre-Seed-Finanzierung und so weiter.

Leider waren Solopreneure an diesem Abend kein Thema. Wieder einmal kein Thema, müsste man genauer sagen. Ich verstehe nicht warum, aber wenn Hochschulen über “Gründung” sprechen, dann meinen sie immer Startups. Und wenn Studierende zu diesen Veranstaltungen gehen, dann lernen sie, dass Gründung immer “Gründung eines Startups” bedeuten muss.

Der Weg des Solopreneurs, die Alternative zur Risiko-Gründung, kommt nicht vor, und deswegen kann dieses Bild auch nicht in den Köpfen der Studierenden entstehen. Das finde ich ewig schade.

Und dennoch habe ich von diesem Abend einen Satz mitgenommen, der für angehende Solopreneure fast noch mehr gilt als für Startup-Gründer:innen:

Wenn man darüber nachdenkt, ob man gründen soll, dann sollte man das nie alleine tun.

Edeltraud Stiftinger, Geschäftsführerin aws – Austria Wirtschaftsservice

Gemeinsam nachdenken – das bringt’s echt!

Nicht einmal geschenkt

N

Unlängst, auf LinkedIn:

Jemand postet ein echt gutes Angebot: Die ersten 5 Personen, die diesen Beitrag kommentieren bekommen einen kostenlosen Platz bei meinem Workshop in Linz!

Er bekommt dafür… null Kommentare. Keinen einzigen.

Niemandem ist dieser Gratis-Platz beim Workshop auch nur die Mühe eines Kommentars wert. Ein Ein-Wort-Kommentar hätte wohl gereicht, aber nicht einmal das ist gekommen.

Das muss unglaublich frustrierend sein. Es ist schwer, in solchen Momenten nicht an seinem Angebot und letztendendes an sich selbst zu zweifeln.

Und doch: Es geht uns allen gleich. Das Spiel der attention economy auf den Social-Media-Plattformen ist beinhart. Wir müssen viel Ablehnung einstecken, um den gelegentlichen Erfolg zu feiern.

Kein Wunder, dass immer mehr Solopreneure sagen: Ich mag das Social-Media-Spiel nicht mehr spielen. Nicht einmal geschenkt.

Bücherflohmarkt

B

Unlängst war ein Bücherflohmarkt in der Volksschule meines Sohnes.

Jedes Kind hatte dabei die Möglichkeit, Bücher, die es nicht mehr brauchte oder wollte, zu verkaufen. Eine Stunde lang dauerte der Spaß, und jedes Kind betreute seinen eigenen kleinen Verkaufsstand. Auch die Eltern waren eingeladen zu kaufen.

Ich finde diese Aktion super. Nicht nur, weil man da echte Schnäppchen bekommt, sondern weil die Kinder spielerisch lernen, mit Verkaufssituationen umzugehen. Mit der Freude, wenn man was verkauft und mit dem Frust, wenn man nichts verkauft. Sie lernen, was bei Kindern und Erwachsenen gut ankommt und was nicht. Sie beginnen, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie ein “Markt” funktioniert – im wahrsten Sinn des Wortes.

Man kann sich vorstellen: Es gab dort eine Menge Bücher zu kaufen. Überwältigend viele. Es ist gar nicht so leicht, in dieser Fülle etwas zu finden, paradoxerweise.

Ich habe tatsächlich bei einem Kind was gekauft. Warum bei diesem Kind und nicht bei all den anderen?

  • Ich habe das Kind vorher schon gekannt.
  • Sie hat mich sehr nett gefragt, ob ich was kaufen möchte.

Verkaufen funktioniert immer und überall gleich, und es ist im Grunde ziemlich simpel.

Kann jedes Kind.

Leistung muss sich lohnen!

L

Das ist die neue Aktion meiner gesetzlichen Interessensvertretung.

(Dass ich Pflichtmitglied bin bei einer Lobby-Organisation, die sich mit meinem Geld für etwas einsetzt, das meinen Interessen als Lifestyle Entrepreneur gar nicht entspricht – und nicht nur in diesem Fall –, darüber werde ich ein anderes Mal wettern.)

Ich hab schon mal gesagt, dass sich meine Einstellung zum Thema Leistung und Leistungsgesellschaft in den letzten Jahren gewandelt hat. Dank schlauer Bücher von Wolf Lotter und Evi Hartmann habe ich eingesehen: Wenn es keine Menschen gibt, die sich einsetzen und die mehr tun, als unbedingt notwendig wäre, werden wir die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht lösen können.

Deshalb kann ich dem Gedanken durchaus was abgewinnen, diese Menschen dafür zu belohnen, dass sie etwas beitragen wollen, dass sie etwas leisten wollen. Wir brauchen ja schließlich mehr von diesen Menschen!

Mein Problem mit dieser Initiative: Leistung wird (wieder einmal) gleichgesetzt mit Einkommen. Oder, präziser formuliert: Die Leistung einer Person wird anhand seines Einkommens beurteilt. Und daher sind die Forderungen der WKO auch:

  • Steuersätze reduzieren
  • Steuerfreibetrag für Vollzeitarbeit einführen
  • Lohnnebenkosten radikal senken

Das alles hat bestenfalls mit einem Teilaspekt von Leistung zu tun, und auch nur dann, wenn die Prämisse stimmen würde: Wer viel leistet, bekommt auch viel bezahlt.

Aber das stimmt entweder nicht (Stichwort: Care-Arbeit) oder ignoriert die Tatsache, dass es genügend Menschen gibt, die viel Einkommen haben aber wenig gesellschaftlich Wünschenswertes leisten (Stichwort: Vorstand eines Glückspielkonzerns).

Ja, Leistung muss sich lohnen. Aber die Definition von Leistung müsste anders aussehen, und entsprechend anders müsste auch die Belohnung dafür aussehen.

Deshalb unterstütze ich diese Initiative “meiner” Interessensvertretung aus vollem Herzen – NICHT.

Abgetragen

A

Not all clothes have come to you to be worn threadbare. Sagt Marie Kondo.

Das gilt auch für Geschäftsideen.

Verhunzt

V

Kleine Misserfolge stellen nicht die Richtigkeit deines Unternehmertraums in Frage.

Was macht es dem Ozean, wenn irgendwo ein Hund hineinpinkelt?

Wandergruppe

W

Auch wenn du ein Solo-Business hast: Dein Weg ist kein Solo-Projekt. Andere Menschen gehen ihn mit dir.

Lass sie nicht zurück!