Tag#LifestyleBusiness

Zeitrechnung für Gründer

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Eine Gründung geht relativ schnell.

Aber das Sich-Selbständig-Machen… Das ist eine Lebensaufgabe!

Bruce Judson: Go It Alone (2004) 📙

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Die Idee von “Go It Alone” ist einfach: Du kannst ganz alleine ein profitables Geschäft aufbauen, ohne Mitarbeiter, Kredite oder Venture-Capital-Finanzierung. Und: Dein neues Geschäft muss nicht „klein“ sein. Mit etwas klugem Nachdenken und vorausschauender Planung gibt es kein Limit für deinen geschäftlichen Erfolg.

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Preis-Bevormundung

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Relativ oft erlebe ich es, dass besonders Gründer*innen, die sehr emphatisch und beziehungsorientiert sind, ziemlich strugglen bei der Preisfindung.

Ein Gedanke, der sie besonders beschäftigt: Was, wenn ich zu teuer bin und damit die Kunden, die meine Hilfe am meisten brauchen würden, sich meine Angebote dann nicht mehr leisten können?

Grundsätzlich ist es ja löblich, sich solche Gedanken zu machen und zu hinterfragen, wie sich die Preisstrategie auf die Zielgruppe auswirkt. So weit, so gut.

Das Problem beginnt hier: In dem Moment, wo wir annehmen, dass sich ein bestimmter Kunde unser Angebot nicht leisten kann, dann nehmen wir diesem Kunden seine Selbstbestimmung. Wir sind es, die diesem Kunden unterstellen: Ui, das wirst du dir wahrscheinlich nicht leisten können!

Wer sind wir denn, dass wir besser wissen als unsere Kunden, was sie sich leisten wollen und was nicht?

Biete dein Angebot zum regulären Preis an und überlass deinem Kunden die Entscheidung, ob ihnen dieses Angebot den Preis wert ist oder nicht.

Aber lass die Entscheidungsmacht dort, wo sie hingehört.

Wunder gescheh’n – nicht

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Du kannst davon ausgehen, dass kein Wunder geschehen wird. Wunder passieren ausgesprochen selten – sonst wären es ja keine Wunder.

Stell dich lieber ein auf einen Marsch durch die Wüste. Es wird anstrengend. Tagelang wirst du einen Schritt vor den anderen setzen, und du wirst keinen Fortschritt erkennen. Es wird Tage geben, da möchtest du lieber umkehren – oder überhaupt aufgeben.

Auch auf dem Marsch durch die Wüste werden keine Wunder passieren.

Aber von Zeit zu Zeit wirst du in eine Oase kommen. Und dafür lohnt sich der Weg.

Der Leidensweg

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Wir haben zwei Möglichkeiten, mit einer Situation umzugehen: Akzeptieren oder verändern.

Wir wählen aber meistens die dritte Option: Wir leiden.

[Danke Marcel Clementi für diesen Gedanken.]

Freischwimmen

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In der ersten Zeit nach der Gründung ist man als Solopreneur schnell mal überfordert. Es gibt viel aufzubauen, viel zu erledigen, viel zu lernen. Vieles muss man zum allerersten Mal machen, und es fehlen Routine und Routinen.

Aber das ist nur eine Phase. Das geht vorbei. Irgendwann wird dieser ganze Wahnsinn normal, und wir denken nicht mal mehr groß darüber nach.

Irgendwann hat jeder Gründer schwimmen gelernt” , sagt Frank Probst.

Dauerschuldverhältnisse

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Vulgo: Abos

Es werden immer mehr, und sie greifen um sich. Auch in meinem Business, auch in unserem Haushalt.

Und wenn man sie nicht regelmäßig im Auge hat, dann beginnen die Abos zu wuchern. Dann sammeln sich Mitgliedsbeiträge, Lizenzen, Monats- und Jahresgebühren etc. an, die man eigentlich gar nicht mehr braucht.

Und dann heißt es: Zurückstutzen – und zwar radikal. Von unnötigem Ballast trennen. Ressourcen frei machen für sinnvollere Investitionen.

Zweimal im Jahr gehe ich die Liste mit meinen Abos durch und entscheide: Was darf bleiben, was kann weg? Und was weg kann, wird sofort gekündigt. Damit ich nicht irgendeine Frist übersehe und das Abo noch ein Jahr an der Backe habe.

Heute ist wieder so ein Tag. Ich habe meine Abo-Heckenschere schon neben mir liegen.

Härter werd’n

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Unlängst ist dieser 25 Jahre alte STS-Song zufällig auf meine Playlist gerutscht. Darin singt Günter Timischl:

Der Rock’n’Roll muass gschwaßt sein und da gibt’s nur ans: Härter werd’n!

Ich denke, was für den Rock’n’Roll gilt, gilt auch für die Selbständigkeit als Lifestyle Entrepreneur: Wenn du in die Arena steigst, wenn du das Spielfeld betrittst, wenn du dich darauf einlässt, dann musst du dich auch ganz darauf einlassen.

Mit Halbherzigkeit wirst du nichts erreichen. Und wenn du noch halbherzig unterwegs bist, dann gibt’s nur eins: Härter werd’n!

Das Angebot auch verkaufen

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Du hast ein Angebot auf deiner Website stehen. Endlich, denn du hast eh wochenlang daran herumgedoktert. Die Texte optimiert, passende Bilder gesucht und wieder ausgetauscht, dir tausend Gedanken gemacht über den richtigen Preis.

Und dann kommt er tatsächlich, der langersehnte Moment, wo ein potenzieller Kunde dir eine Nachricht schreibt und Interessen an einer Zusammenarbeit mit dir ausdrückt.

Und was tust du? Du verkaufst nicht dein Angebot auf der Website, sondern du bastelst an einer Sonderlösung. Weil dieser Kunde so ein spezieller Kunde ist. Weil du ihn mit dem Standard-Preis nicht verschrecken willst. Weil du ihm einen Rabatt geben willst, um den er gar nicht gefragt hat.

Was ist da los? Warum stehst du nicht zu seinem Angebot, in das so viele Gedanken und so viel Herzblut geflossen sind?

Was braucht es (noch), damit du dein Angebot auch “stehen” kannst?

Invisible Marketing

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Man lernt ja nicht aus. Unlängst habe ich ein Konzept kennengelernt, wo ich mir gedacht habe, gibt’s ja gar nicht: invisible marketing.

Bisher dachte ich, dass Marketing gerade das Gegenteil von invisible ist: Auf sich aufmerksam machen, interessierte Menschen zu seinen Angeboten führen und zeigen, was man drauf hat.

Die Idee von invisible marketing ist, kurz gesagt, dass man Marketing macht, ohne dass es der potenzielle Kunde merkt. Es ist eine subtile Form des Marketing, wo die Marketing- bzw. Werbe-Botschaften “versteckt” und dadurch vermeintlich sympathischer daher kommen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass invisible marketing als Konzept besonders für jene Menschen interessant ist, die sich mit der Vorstellung von Selbstvermarktung generell schwer tun oder überhaupt meinen, Marketing und Verkauf wären Teufelszeug.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob ein neuer Begriff uns Solopreneuren tatsächlich dabei hilft, die Herausforderung Marketing für uns zu lösen. Vor allem dann nicht, wenn Konzepte wie invisible marketing zu dem (falschen) Eindruck führen, dass wir auch ohne Marketing (also quasi “unsichtbar”) erfolgreich sein können.

Denn Marketing ist es, und Marketing bleibt es – egal, welches Modewort wir davor stellen.

Höhen und Tiefen

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Es ist im Solo-Business genau gleich wie im übrigen Leben: Es gibt Höhen und Tiefen.

Aber eines dürfen wir dabei nicht vergessen: Es gibt Hochs und Tiefs für alle Menschen.

Das Leben ist nicht ungerecht zu uns. Zumindest nicht ungerechter als zu allen anderen Menschen auch.

Der einzige Unterschied: Wenn andere Menschen leiden, sehen wir das halt meistens nicht. Und so bilden wir uns ein, dass nur wir leiden. Oder dass wir besonders oft leiden. Oder dass wir besonders tiefe Tiefs haben. Und die Anderen nicht.

Nichts könnte weiter weg sein von der Wahrheit.

[Danke Julia Mack-Amantidis für diesen Gedanken.]

Doch noch drei Schnaps-Metaphern

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Ein Zwanziger nützt dir nichts, wenn du ihn nicht ansagen kannst.

Ein Vierziger nützt dir nichts, wenn ihn dir der Gegner zerreißt.

Manchmal gewinnst du, und du weißt: Das war jetzt das reinste Glück.

Presseaussendung

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Eine spannende Fragen habe ich letztens mit meinem Freund und Profi-Texter Martin Schmidt besprochen:

Für wen schreibt man eigentlich eine Presseaussendung?

Ist es wirklich (nur) für die Journalisten im Presse-Verteiler, die Futter für ihre Artikel bekommen sollen?

Oder ist es nicht auch zu einem guten Teil für die internen Stakeholder? Für die Chefs, die Abteilungsleiter und die Projektmanager, denen es weniger um akkurate Information als um Status und Selbstdarstellung geht?

Meistens ist es beides. Das macht die Arbeit nicht gerade leichter.

Experimente

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Jedes Experiment bietet die Chance auf eine Verbesserung.

Keine Garantie, aber die Möglichkeit.

Ohne Experimente gibt es sicher keine Verbesserung.

Substanziell anders

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Menschen registrieren, wenn jemand etwas substanziell anders macht als sie es gewohnt sind.

Nicht ein bisschen anders. Nicht die kosmetischen Unterschiede. Wir Menschen tun uns schwer, kleine Veränderungen zu erkennen.

Aber die substanziellen Veränderungen, die fallen uns auf. Wir können sie nicht nicht sehen. So ignorant können wir gar nicht sein.

Frag-würdige Produkte

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Gar nicht so selten haben wir Lifestyle Entrepreneure Produkte und Angebote auf unseren Websites, wo die Kund*innen fragen: Hä? Was ist denn das?

Und dann tun wir gut daran, dass wir uns Zeit nehmen und erklären. Dass wir den Nutzen herausstreichen. Damit wir erklären, was unsere Kund*innen davon haben.

Aber: Diese Aufklärungsarbeit generiert noch keinen Mehrwert.

Besser wäre, wenn diese Aufklärungsarbeit gar nicht notwendig wäre.

Eine zweite Chance

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Wenn du von einem Kunden eine Absage bekommst: Bleib professionell. Bleib freundlich. Und sag dazu: Wenn Sie es sich doch noch mal überlegen sollten – Sie wissen, wo Sie mich erreichen können.

Machmal kommt der Zweitplatzierte später noch zum Zug. Man weiß nie, was passiert.

Deshalb: Halte die Tür immer offen.

Noch drei Schnaps-Metaphern

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Es nützt dir nichts, wenn du vier Asse auf der Hand hast und du sie nicht ausspielen kannst.

Manchmal musst du einen Zwanziger zerreißen, auch wenn’s weh tut.

Ob deine Karten gut oder schlecht sind, hängt zu einem guten Teil auch von deinem Gegenüber ab.

Drei Schnaps-Metaphern

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Wenn man alle Atout auf der Hand hat, ist es schwer, zu verlieren.

Es hilft ungemein, wenn man gleich am Anfang einen Vierziger hat.

Aber: Zur Not kannst du immer auf den letzten Stich spielen.