Tag#LifestyleBusiness

Networking, das funktioniert

N

Networking ist für viele Gründer*innen und Solopreneure ein schwieriges Thema. Man mag’s meist nicht nicht machen, weil sich die gängigen Networking-Formate sehr künstlich anfühlen und im Endeffekt Zeitverschwendung sind.

Eine Gründerin hat mir unlängst erzählt, dass Sie jedoch ihren eigenen Zugang zum Networking gefunden hat. Sie spielt begeistert Tennis, und sie hat sich jetzt für die Hobbyliga angemeldet. Damit wird ihr jede Woche ein*e neue*r Gegner*in zugeteilt, gegen den*die sie spielen darf. Natürlich lernt man sich dabei auch ein bisschen kennen, und hat neben der gemeinsamen Liebe zum Tennis vielleicht auch den einen oder anderen beruflichen Anknüpfungspunkt. Und wenn nicht, macht’s auch nichts, das Tennisspielen ist ja an und für sich schon wertvoll.

Ich denke, dass in dieser kleinen Geschichte das Geheimnis der erfolgreichen Netzwerker*innen auf den Punkt kommt: Sie haben ihren ganz persönlichen, ihren ganz eigenen Zugang zum Networking gefunden, der dafür sorgt, dass Networking für sie nicht eine unnatürliche Zeitverschwendung ist, sondern ihnen sogar Spaß macht.

Kollegen

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Wir Solopreneure sind aus einem guten Grund keine Angestellten (mehr).

Wir lieben unsere Freiheit und unsere Unabhängigkeit. Wir lieben es, dass wir uns nach keinem Chef richten müssen. Und wir lieben es, nicht Montag bis Freitag zu fixen Zeiten arbeiten zu müssen.

Was uns aber manchmal doch fehlt, sind die Kolleginnen und Kollegen. Menschen, die an der gleichen Sache arbeiten und mit denen man sich fachlich austauschen kann. Menschen, die unter den gleichen Sachen leiden und mit denen man gemeinsam ein bisschen jammern kann. Menschen, die mal einen Schmäh reißen oder einen Kuchen zum Geburtstag mitbringen.

Es tut uns daher gut, wenn wir uns “Kolleg*innen” auch in der Selbständigkeit suchen. Denn den Austausch und die Begegnung von Mensch zu Mensch brauchen wir Solopreneure genauso sehr wie jeder andere Mensch auch.

Crowdfunding

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Ich bin ja der Meinung, dass wir europäischen Selbständigen sehr vorsichtig sein müssen, wenn wir vermeintliche Erfolgsrezepte übernehmen, die aus den USA kommen.

Es ist ein eigenartiges Phänomen, dass die Lehrmeister*innen vieler europäischer Lifestyle Entrepreneure Amerikaner*innen sind. Eigenartig deswegen, weil dabei geflissentlich ignoriert wird, dass wir in Europa eine ganz andere Kultur haben als in Amerika. Was dort funktioniert, funktioniert bei uns noch lange nicht. Und umgekehrt: Was in Amerika nie gehen würde, funktioniert in Europa wunderbar.

Ein anschauliches Beispiel für diese Diskrepanz hat mir Monika Kovarova-Simecek erzählt: In den USA ist Crowdfunding eine gängige Art der Finanzierung für Projekte und Gründungen. Deswegen glauben auch wir Europäer*innen oft, dass Crowdfunding eine reale Möglichkeit ist, an Geld zu kommen. Tatsächlich spielt Crowdfunding bei der Finanzierung von Start-ups nur eine minimale Rolle. Es funktioniert einfach bei uns nicht so wie in den USA.

Warum? Weil Europa eine andere Kultur hat als Amerika. Das sollten wir Lifestyle Entrepreneure immer im Hinterkopf behalten, wenn wir mal wieder das neueste Erfolgsrezept aus den USA vorgesetzt bekommen.

Plankosten vs. Zielkosten

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Es gibt zwei brauchbare Ansätze in der Kostenplanung für Gründer*innen:

  1. Plankostenrechnung: Ich schreibe mir auf, welche Kosten wahrscheinlich anfallen werden und berechne daraus, wie hoch der Umsatz sein muss, damit ich diese Kosten abdecken kann. Dieser Ansatz eignet sich recht gut, wenn ich ein einigermaßen stabiles und vorhersehbares Business habe.
  2. Zielkostenrechnung: Ich überlege mir zuerst, wie viel Umsatz überhaupt möglich ist, und schaue dann, wie viele Kosten sich dadurch “ausgehen”. Das heißt, ich passe meine Ausgaben flexibel an, je nachdem, ob ich gerade höhere oder niedrigere Umsätze mache. Dieser Ansatz ist besonders am Anfang eines Business hilfreich, wenn die Auftragslage nur schwer vorhersehbar ist.

Sales-Aufwand

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Meine Erfahrung: Es ist in der Regel nicht einfacher, kleinere (= billigere) Produkte zu verkaufen als große (= teure).

Der Sales-Aufwand für ein 5.000-Euro-Produkt ist nicht fünfmal so hoch wie für ein 1.000-Euro-Produkt. Ich würde sogar sagen, der Aufwand ist annähernd gleich hoch.

Wenn du also denkst, es wäre eine gute Idee, “kleinere” Produkte in dein Portfolio aufzunehmen, weil sich die leichter verkaufen… wahrscheinlich nicht.

Lockerheit

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Die wirklich Erfolgreichen ihrer Zunft können harte Arbeit und Zielstrebigkeit mit einer gewissen Leichtigkeit verbinden.

Der Ex-Schirennläufer Hans Knauss drückt das so aus:

Die letzten fünf Prozent, dass Leute Rennen gewinnen, ist eine Lockerheit. Aber des bringst ganz schwa her.

Hans Knauss in “Ö3 Frühstück bei mir”, 22. Jänner 2023

Auf Umwegen

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Viele Lifestyle Entrepreneure wollen auf keine Fall salesy wirken. Ja nicht zu marktschreierisch. Ja nicht zu aufdringlich.

Deswegen halten sie sich oft vornehm zurück, wenn es darum geht, über sich zu sprechen. Oder, ganz konkret, auf der Website zu einem kostenlosen Erstgespräch aufzufordern.

Diese vornehme Zurückhaltung hat aber zur Folge, dass sie es ihren potenziellen Kund*innen unnötig schwer machen, sich von ihnen die Hilfe zu holen, die sie ja eigentlich suchen.

Statt den Menschen, die bei uns Hilfe suchen, klar zu sagen, was wir für sie tun und wie sie mit uns arbeiten können, schicken wir sie auf unnötige Umwege, damit wir nur ja nicht zu aufdringlich wirken.

Es ist paradox. Weil wir damit das Gegenteil dessen erreichen, was wir eigentlich wollen.

Verpasste Gewinnchancen

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Es ist eine spannende Tatsache, dass Unternehmen bestimmte Gewinnchancen oft gar nicht erkennen.

  • Ein Unternehmen kann “blind” sein z.B. für einen Bedarf in der Zielgruppe, die sie eigentlich servicieren will.
  • Ein Unternehmen kann zu stur sein, um jene Veränderungen vorzunehmen, welche die Gewinnchancen erhöhen würden.

Mit einem Wort: Unternehmen können sich selbst im Weg stehen auf dem Weg zum Gewinn. Das gilt auch und besonders für Solopreneure.

Andererseits, was natürlich auch stimmt: Nicht jede Gewinnchance muss auch ergriffen werden.

Der Grund aufzustehen

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Es ist so wichtig, sich immer wieder vor Augen (und Ohren) zu halten, warum wir unser Lifestyle Business eigentlich machen.

Wir sind so leicht abzulenken. Aber der ganze Lärm, der oft so spannend und verlockend scheint, hat wahrscheinlich null damit zu tun, warum wir heute Früh aufgestanden sind. 

Tinder

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Tinder löst ein Problem.

Deshalb wird es auch genutzt, wenn es alle Sch***e finden.

Funktioniert nicht

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Ob etwas funktioniert oder nicht, ist nicht in erster Linie eine Frage der Methode oder des Tools. Es ist eine Frage der Person, die sie verwendet!

Jeder von uns gebraucht ein und dasselbe Werkzeug ein bisschen anders. Die einen schaffen damit ein Kunstwerk, die anderen tun sich damit weh. 

Nur weil etwas bei jemand anderem funktioniert oder nicht funktioniert, heißt das für mich überhaupt gar nichts. Diese Information ist eigentlich vollkommen wertlos. Ob etwas für mich funktioniert oder nicht, hängt einzig davon ab, wie gut es zu mir passt und wie wohl ich mich damit fühle. 

Wenn mir ein Anzug perfekt passt, werde ich ihn auch gerne tragen. 

Großes schaffen

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Du kannst mit deinem Business Großes schaffen.

Du kannst dir ein großes Business schaffen mit viel Umsatz, vielen Kunden, viel Impact usw.

Aber du kannst auch Großes schaffen im Kleinen. Großes kann in einer einzigen Sekunde eines einzelnen Beratungsgesprächs mit einem einzigen Kunden entstehen.

1 von 10

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Venture Capitalists haben ihre ganz eigene Logik. Sie investieren in eine Vielzahl von Start-ups und sind zufrieden, wenn eines von zehn Start-up-Investments erfolgreich ist.

Aus meiner Sicht ein wichtiger Aspekt dabei: Venture Capitalists ist es wurscht, welches der zehn Start-ups erfolgreich ist. Es geht ihnen nicht um die Menschen hinter den Start-ups, sondern rein wirtschaftlichen Erfolg.

Aber was ist mit jeder Einzelnen und jedem Einzelnen der Menschen, die zu den 90% der nicht erfolgreichen Startup-Gründer zählen? Für die sieht die Sache ganz, ganz anders aus. Für sie ist eine gescheiterte Gründung mitunter ein persönliches Drama.

Venture Capitalists ist das aber wurscht. Das muss jedem bewusst sein, der glaubt, in einem VC-Investment sein Heil zu finden.

[Danke Günter Faltin für diesen Gedanken.]

Ziele für 2023

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Es ist ja schön und gut, wenn du dir für dein Unternehmen Ziele vornimmst. Wenn du ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 haben willst.

Aber: Niemand interessiert sich für deine Ego-Ziele. Um deine Ziele zu erreichen, vermute ich mal, wirst du die Hilfe deiner Kund*innen brauchen.

Und da lautet die einzig relevante Frage: Was kannst du für deine Kunden tun, damit sie 2023 erfolgreich werden?

Alles ist möglich

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Stefanie Kneisz meint, 2023 könnte ein Alles-ist-möglich-Jahr sein.

Das neue Jahr gibt uns 365 neue Chancen, mehr von dem zu werden, der wir sind. Unsere Potenziale noch besser auszuschöpfen. Unsere Träume wahr zu machen.

Wenn wir zum Anfang des Jahres 2023 nicht träumen dürfen, wann dann?

Nicht sehr beliebt

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Die Wirtschaftskammer lässt gerade darüber abstimmen, welche vier Webinare 2023 angeboten werden sollen. Hier der Zwischenstand:

Man beachte die letzten drei Plätze: Finanzen und Verkaufen.

Meiner Meinung nach wären das die wichtigsten Themen in der Liste. Und eben auch die unbeliebtesten.

[Bis 10. Jänner 2023 kannst du hier das Ergebnis noch korrigieren.]

Verschlafen

V

Ein italienischer Bischof hat die Weihnachtsmesse verschlafen, die er eigentlich zelebrieren wollte. Nach dem Abendessen wollte er sich kurz ausruhen und hat versehentlich den Wecker auf 10:50 statt 22:50 gestellt.

Als er drauf kam, war es zu spät. Ein Kollege musste den Gottesdienst für ihn leiten.

Als er verspätet zur Messe erschien, entschuldigte er sich bei der versammelten Gemeinde und sagte: “Wir dürfen uns nicht vor unseren eigenen Schwächen erschrecken.”

Was für ein wunderbarer Satz!

Mögen alle Menschen, die gerade im Begriff sind, sich selbständig zu machen, vor ihren eigenen Schwächen nicht erschrecken, welche die Selbständigkeit gnadenlos aufdecken wird.

[Quelle: orf.at]