Drei Gedanken, die ich mir aus dieser Bibel der Sinnsucher mitgenommen habe.
(mehr …)Aufsichtsrat
In einer Aktiengesellschaft gibt es den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat wird von den Eigentümern (= den Aktionären) bestimmt und hat die Aufgabe, der Geschäftsleitung (= dem Vorstand) auf die Finger zu schauen, ob er eh alles richtig macht.
Einzelunternehmer haben keinen Aufsichtsrat. Sie verfügen nicht über so ein Kontrollorgan – und braucht auch keines. Das unternehmerische Risiko, die Gefahr, dass ihm das Geld ausgeht… das sollte eigentlich schon Kontrolle genug sein, damit sie keine Dummheiten machen.
Hinkend und tanzend
Unlängst habe ich eine alte Unternehmer-Weisheit kennengelernt:
Das Geld kommt hinkend rein und geht tanzend raus.
Ich interpretiere das so: Es ist sehr mühsam, Geld zu verdienen (= Umsatz zu machen), aber ausgeben tut sich das sauer verdiente Geld quasi wie von selbst.
Die unternehmerische Kunst wäre jetzt, das umzudrehen.
Verkaufen und Vertrauen
Verkaufen braucht Vertrauen.
Nämlich zu allererst mal unser eigenes Vertrauen in unser eigenes Angebot.
Wer kein bedingungsloses Vertrauen in sein Angebot hat, wird auch nicht fähig sein, es überzeugend zu präsentieren und zu verkaufen.
Seth Godin: Modern Choice Theory 🎙
Akimbo Podcast vom 3. März 2021
(mehr …)Gefährlicher Unfug
Es gibt Business Coaches da draußen, die sagen: Wenn du einen Plan B hast, dann bist du nicht all-in mit deinem Business! Dann bist du nicht committed genug!
Was für ein Bullshit.
In Wahrheit ist es so, dass der klassische sorgfältige Kaufmann immer einen Plan B hat. Er würde niemals alles auf eine Karte setzen. Gute Unternehmer versuchen immer, ihr Risiko zu streuen. Genau das macht sie zu guten Unternehmern.
Bitte glaubt nicht alles, was da draußen von selbsternannten Business Coaches an Unfug verzapft wird!
Bittere Wahrheit
Nicht alles, was unsere Kunden brauchen würden, wollen sie auch (kaufen).
Nicht im Geringsten
Was bei anderen funktioniert, kann ich als Inspiration nehmen, aber ich darf überhaupt nicht versuchen, nicht im Geringsten versuchen, diese Konzepte auf mein Business überzustülpen.
[Danke Anne Bucher für diese Formulierung.]
Seth Godin: Your Bootstrapping Questions 🎙
Akimbo Podcast vom 12. September 2018
(mehr …)Urlaubsplanung
Was den Urlaub von Solo-Selbständigen betrifft, stelle ich folgendes Muster fest:
Der Urlaub, der fix gebucht und bezahlt ist, findet statt.
Der Urlaub, der “spontan” passieren soll (weil man ist ja schließlich selbständig!), findet nicht statt.
Wie Kunden unsere Preise sehen
Wir Lifestyle Entrepreneure machen uns sehr, sehr, sehr viele Gedanken über unser Pricing.
Unsere Kunden nicht. Sie interessiert es am Ende nicht, ob wir mit unserer Preiskalkulation kostendeckend sind oder ob der Preis über/unter unserem errechneten Mindeststundensatz liegt.
Unsere Kunden fragen sich nur: “Ist mir das Ergebnis, das ich da bekomme, den Preis wert?“
Günter Faltins Entrepreneurship Masterclass 2022/23 🙋♂️
Notizen zu zwei Videos der Masterclass, die öffentlich zugänglich sind. Disclaimer: Ich bin kein Teilnehmer der Masterclass.
(mehr …)Beschäftigungstherapie
Was hast du von einem Geschäftsmodell, das dich zwar mit Arbeit versorgt, aber mit zu wenig Einkommen?
[Danke Roman Kmenta für diesen Gedanken.]
Wahrscheinlich zu teuer
Es ist total herablassend, wenn wir von irgendeinem unserer potenziellen Kund*innen annehmen, dass er/sie sich unser hochpreisiges Angebot wohl nicht leisten können wird und wir es ihm/ihr deswegen gar nicht anbieten.
Warum glauben wir, dass wir uns erlauben können, diese Entscheidung für sie zu treffen?
Warum nehmen wir unser Gegenüber nicht einfach für voll, nennen unseren Preis und überlassen es dann ihm/ihr, ob er/sie sich das Angebot leisten möchte oder nicht?
Promotion ist Arbeit!
Das ist für alle so.
Ich glaube, 99% aller Lifestyle Entrepreneure würden lieber produzieren als promoten. Die meisten haben eine Scheu davor, über sich selbst und ihre Angebote zu sprechen. Deswegen werden auf Partys Cocktails serviert.
Auch Van Morrison freut sich wahrscheinlich nicht darauf, zum tausendsten Mal Moondance zu spielen. Die Frage ist: Macht er es trotzdem?
Machst du es trotzdem?
Menschliches Unternehmertum
Spannender Gedanke von Stephan Park:
Wie wäre es, wenn wir menschliche Wärme ins Zentrum all unserer Handlungen und all unserer Entscheidungen als Unternehmer*innen stellen würden?
Wie wäre es, wenn in unserem Business menschliche Wärme der rote Faden von allem wäre — im Content, in den Verkaufsgesprächen, in der Arbeit und in der Betreuung unserer Kunden?
Traurig sein
Unlängst habe ich mit einer Gründerin gesprochen, die ohne eigenes Verschulden plötzlich zwei Kunden und damit einen Großteil ihres Umsatzes verloren hat.
Neben den konkreten und ganz praktischen Tipps, wie man mit so einer Situation umgehen kann, war mir eine Botschaft ganz wichtig: Dass sie sich die Zeit nimmt und sich erlaubt, über diesen Verlust traurig zu sein.
Auch wenn wir ganz professionell sind, dürfen wir uns zugestehen, dass wir alle nur Menschen sind. Und die meisten Menschen macht es traurig, wenn sie etwas verlieren.
Und das darf auch so sein. Da müssen wir nicht drüber stehen.
Berechnend (2)
Erhellend, was Holger Fröhlich in brand eins über Influencer schreibt:
Wer ihnen folgt, wird per Knopfdruck Teil der Gemeinschaft (Zugehörigkeit) und erhält Liebesbekundungen (Anerkennung), da Influencer nicht müde werden zu betonen, wie großartig jeder und jede ihrer Jünger ist. Auch wenn es in Ausnahmefällen erst gemeint sein mag, wirtschaftlich förderlich ist es allemal. Als Follower muss man sich nicht um die Liebe des Idols bemühen, man verdient sie sich allein durch Folgen. Privat kann man ein Ekel bleiben, die sozialen Annehmlichkeiten gibt’s gratis. Aber eben nicht kostenlos. Schließlich sind Influencer keine Altruisten, sondern Geschäftsleute. Sie kriegen Geld dafür, likeable zu sein.
Holger Fröhlich: Nein, ich will nicht schlauer werden.
brand eins 04/2023, S. 56
Was, Influencer meinen es am Ende gar nicht (alle) ernst mit uns?
Unliebsame Aufgaben
Die Dinge, vor denen wir als Unternehmer*innen zurückscheuen…
Wir wünschen uns ein anderes System, eine andere Gesellschaft, wo es nicht mehr notwendig ist, diese Aufgaben zu erledigen.
Wir wünschen uns z.B. ein Bedingungsloses Grundeinkommen, weil wir hoffen, dass es dann nicht mehr notwendig ist zu lernen, selbst nützliche Produkte zu schaffen und zu verkaufen.
Wir wünschen uns damit im Grunde, dass wir unsere fundamentale Aufgabe als Unternehmer*innen an die Gesellschaft auslagern können.
Das ist naiv – und feig.
Philipp Maderthaner: Die Krise kann mich mal! Wachstum und Erfolg in einer neuen Zeit 🙋♂️
Vortrag am Jungunternehmertag (JUTA) der WKNÖ, 29. März 2023 in St. Pölten
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