Tag#LifestyleBusiness

Erfolgreich im www

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Unlängst in brand eins gelesen:

Zahl der Websites weltweit, in Milliarden…………………………………………… 2
Anteil der Webinhalte, die nicht wahrgenommen werden, in Prozent……. 45

Das heißt: Wenn du auch nur einen einzigen Besucher auf deiner Website, eine einzige Leserin deines Newsletters oder einen einzigen View deines YouTube-Videos hast, gehörst du schon zu den Erfolgreichen im Internet.

Angst vor der Sichtbarkeit

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Einerseits wünschen wir uns nichts so sehr, als dass wir für das, was uns am Herzen liegt und wofür wir jeden Tag mit ganzem Einsatz arbeiten, gesehen und gelobt werden.

Gleichzeitig haben wir auch Angst vor der Sichtbarkeit.

Was, wenn ich da raus gehe, und keiner will mich?

Wem “gehört” ein Solo-Business?

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Auf den ersten Blick ist das eine absurde Frage.

Aber gehört ein Solo-Busienss wirklich nur dem Solopreneur?

Oder gehört es nicht auch (zumindest teilweise) der Gesellschaft, die in den Solopreneur mit Steuergeldern investiert hat? Was ist jeder Solopreneur der Gesellschaft “schuldig” für die Ausbildung, Förderungen, öffentlichen Servicestellen, Infrastruktur etc.? Hat er damit nicht auch gegenüber der Gesellschaft die Verantwortung, mit seinem Business etwas Positives zum großen Ganzen beizutragen?

Oder wird diese “Schuld” eh dadurch getilgt, dass er (nicht wenig) Steuern und Sozialversicherung zahlt?

Die 7 unsichtbaren Profit-Killer

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  1. Drama (unter Geschäftspartnern, in der Beziehung, im eigenen Kopf)
  2. Mitarbeiter und Führung
    1. Fehlende Planung und Steuerung der Aufträge und Auftragsabwicklung
    2. Fehlende Standards und Prozesse
    3. “Blindleistung”: Leistung, die erbracht wird, aber nichts bringt.
  3. Geschäftsmodell stirbt schleichend (Digitalisierung, Fachkräftemangel, Gesetzgebung)
  4. Sprunghaftigkeit: „Wir sind nicht in der Profession „Schnell und hektisch reich werden“.“ Unsere Businesses sind langfristig profitabel.
  5. Bauen auf fremdem Land — Betrifft natürlich unsere Social-Media-Präsenzen, aber auch Lernplattformen haben einen Lockin-Effekt! Caveat emptor!
  6. Mehr ist besser. Be everywhere. Jack of all trades. „Dann walzt du dich platt!“
  7. Große Ereignisse im Leben, die dich ablenken — und die du unterschätzt: z.B. Nachwuchs, Kindererziehung, pflegebedürftige Eltern, Krankheit, Scheidung.

[Danke Maik Pfingsten für diese erkenntnisreiche Zusammenstellung.]

Minderung

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Solange die Zeichen auf Wachstum stehen, dreht sich im Wirtschaftsleben alles um Expansion und Skalierung.

Wenn sich im Wirtschaftssystem die Zeichen jedoch auf Minderung (“Nullwachstum”) drehen, dann ändern sich auf die unternehmerischen Aufgaben.

In Zeiten der Minderung ist es besonders wichtig, in die Substanz des Unternehmens zu investieren. Also: In die Beziehungen zu den Kund*innen, besonders zu den Stammkund*innen.

Oder in die Frage: Wie schaffe ich es, so einen exzellenten Job zu machen, dass ich für meine Schlüsselpartner unverzichtbar bleibe oder werde?

[Danke Philipp Maderthaner für diese Gedanken.]

Notbremsung

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Unlängst, als ich mit der Badner Bahn nach Wien gefahren bin, ist mir folgendes Hinweisschild aufgefallen:

Denken Sie an die Möglichkeit einer Notbremsung
und benützen Sie stets die Haltegriffe.

Das gilt auch für uns Selbständige und Unternehmer*innen.

Besonders dann, wenn wir wieder mal Angst haben, ein Risiko einzugehen.

Bankrott gehen

B

Unlängst bei einem BWL-Seminar gehört:

Es ist besser, Bankrott zu gehen und zu wissen, warum,
als Gewinn zu machen und nicht zu wissen, warum.

Seither überlege ich, ob das stimmt.

Hängt wohl davon ab, was man unter “besser” versteht.

Aus dem Stand

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Wenn man gerade eine neue Fähigkeit erlernt und auf Anhieb damit Erfolg hat, heißt es vorsichtig zu sein. Gut möglich, dass dieser Erfolg ein reiner Zufall ist.

Eine Faustregel, ab wann man darauf vertrauen kann, die neue Fähigkeit wirklich zu beherrschen, hat mir unlängst eine Gründerin genannt:

Man braucht 15 Kund*innen, und bei 12 von ihnen muss man Erfolg gehabt haben.

Der Impuls

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Ein Unternehmenskonzept ist nicht ausgegoren, bis man den Impuls in sich spürt: Jetzt bist du fertig. Jetzt bist du bereit. Jetzt geht’s los.

Das ist wie bei einem Baby: Es kommt dann auf die Welt, wenn es dazu bereit ist. Nicht vorher.

Manche Gründer*innen spüren den Impuls schon nach kurzer Zeit, bei manchen dauert es länger, und manche spüren ihn nie.

Es ist ganz egal, wie lange es dauert. Aber starte nicht, bevor du den Impuls in dir spürst.

Der Löffel des Unternehmers

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Scott Galloway legt allen angehenden Unternehmer*innen eindrücklich ans Herz: Stellt euch auf viel Ablehnung, viele Zurückweisungen und viele “Neins” ein: Neins von Kund*innen, Neins von Mitarbeiter*innen, Neins von Investor*innen.

Er bringt das auf folgende einprägsame Formel:

Being an entrepreneur just means you are willing to take out a big spoon and eat shit all the time.

Scott Galloway

Es mag sein, dass Scott Galloway damit übertreibt. Wäre nicht das erste Mal.

Aber nur für den Fall, dass er doch recht hätte:

Wärst du darauf vorbereitet?

Könntest du damit umgehen?

Der größte Feind

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Wir hören nicht gern, wenn jemand etwas sagt, das uns durcheinanderbringt, das hinterfragt, was wir uns so schön zurecht gelegt haben. Kognitive Dissonanz, eh klar.

Das Problem: Wir schlagen auch Feedback, Gedanken, Ideen aus, die uns eigentlich gut tun würden – wenn wir unser Ego für einen Moment auf die Seite stellen könnten.

Das Ego, wahrscheinlich der größte Feind des Unternehmers. Ein viel stärkerer Gegner als der härteste Konkurrent.

Respekt

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Man darf ruhig Respekt haben vor der Gründung.

Angst ist nicht hilfreich, aber ein gewisser Respekt bewahrt uns davor, unüberlegte Dummheiten zu machen.

Wenigstens

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Was man zu dieser unsäglichen Nachtzug-Fahrt von Berlin an Wien allerdings auch sagen muss:

Das Personal im Zug war ausgesprochen professionell und bemüht, im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten für die Passagiere das Beste aus der Sache zu machen.

Und meine Reklamation bei den ÖBB wurde innerhalb von 24 Stunden bearbeitet und der Schaden anstandslos gutgeschrieben.

Hier haben es die ÖBB sogar geschafft, meine Erwartungen zu übertreffen.

Versprochen ist versprochen

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Unlängst bin ich mit dem Nachtzug von Berlin nach Wien gefahren. Aus einen Grund, den ich bis heute nicht kenne, hatte dieser Zug aber den Schlafwagen, den ich eigentlich gebucht hatte, nicht. Einfach nicht da. Der Schlafwagen wurde durch einen Liegewagen ersetzt. Das bedeutete für mich: Statt des gemütlichen Einzelabteils im Schlafwagen, auf das ich mich gefreut hatte, ein Dreier-Abteil im Liegewagen mit zwei Mitreisenden, die das gleiche Schicksal ereilt hatte wie mich.

Die Stimmung unter den Fahrgästen war entsprechend schlecht. Eh klar: Die ÖBB hatten ihren Kund*innen ein Versprechen gegeben, und dieses Versprechen konnten die ÖBB nicht einlösen. Die Erwartungen der Kund*innen wurden nicht erfüllt. Das sorgt natürlich für Enttäuschung, für Ärger und schlechte Laune.

Wenn man etwas verspricht, muss man es halten. Das sage ich meinen Kindern und auch meinen Gründer*innen immer wieder. Das gilt für kleine Unternehmen genauso wie für die großen.

Zinseszins-Effekt

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Wir Menschen haben ein grundsätzliches Problem: Wir können uns nur ganz schwer unsere Zukunft vorstellen.

Deswegen ist uns auch nicht klar, wie wertvoll ein Investment ist, das vielleicht im Moment unangenehm und mühsam ist, das in unserer Zukunft aber einen Riesenvorteil bringen würde.

Klassisches Beispiel ist das Sparen, beispielsweise mit einem ETF-Sparplan: Das Setup ist anstrengend und braucht Zeit. Aber es lohnt sich über einen Zeitraum von zehn, zwanzig Jahren. Zigfach.

Oder die Idee, sich in seinem Business jeden Tag um nur 1% zu verbessern. Wer das ein Jahr lang macht, hat sich innerhalb eines Jahres fast 38 mal verbessert. Nicht 38 % besser, sondern 38 MAL besser!

Das Problem ist halt: Wir verstehen den Zinseszins-Effekt nicht.

Und das gereicht uns immer und immer wieder zum Nachteil.

[Danke Camillo Patzl für diesen Gedanken.]

Das Rad neu erfinden

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In unserem Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit neigen wir Lifestyle Entrepreneure manchmal dazu, das Rad neu erfinden zu wollen.

Wir wollen uns alles selbst beibringen. Wir wollen uns unsere Strategien und Prozesse selbst erarbeiten.

Dabei ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass andere den Weg bereits gegangen sind, den wir einschlagen wollen. Sie haben die Erfahrungen (und Fehler) schon gemacht, die uns noch bevor stehen.

Und trotzdem wollen wir das Rad neu erfinden. Weil wir beratungsresistent sind. Oder zu stolz, um um Rat zu fragen. Oder zu knausrig, um in Expertenwissen zu investieren. Oder alles gleichzeitig.

Unsere Selbständigkeit wird aber nicht dadurch leichter, dass wir es uns schwer machen.

[Danke Stefanie Kneisz für den Gedanken.]

Leveraged income

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Passive income (passives Einkommen) ist der Traum vieler Edupreneure. Die Idee ist, dass wir einmal ein Produkt erstellen (meistens einen Online-Kurs) und dann damit Geld verdienen bis in alle Ewigkeit, ohne dass wir dazu einen weiteren Finger krümmen müssen.

In der Praxis funktioniert passive income mehr schlecht als recht. Nicht nur, dass auch Online-Kurse regelmäßig technische und inhaltliche Updates brauchen (zumindest, wenn sie gut sein und bleiben sollen). Auch unsere Kund*innen möchten lieber mit uns persönlich arbeiten als mit irgendeinem Online-Kurs. Deshalb sind mit persönlichen Angeboten auch viel höhere Preise zu erzielen als mit passiven.

Im besten Fall schaffen wir das, was Jack Butcher leveraged income nennt: Angebote, die wir weiterhin persönlich erbringen, aber die sich an mehr als eine Person gleichzeitig richten – im besten Fall sogar an sehr viele Menschen gleichzeitig. Also Angebote, wo wir zwar weiterhin Zeit gegen Geld tauchen, aber wo wir unsere eingesetzte Zeit mit einem Hebel versehen (leverage) und dadurch zu einem höheren Einkommen kommen können.

Die Jagd nach passive income halte ich für vergebene Liebesmüh. Aber leveraged income, das könnte unser Anspruch als Edupreneure sein.