Tag#LifestyleBusiness

Zuerst ein Bildungsauftrag

Z

Wir neigen dazu, das Vorwissen unserer potenziellen Kund*innen zu überschätzen.

Weil wir uns so intensiv mit unserem Thema, mit unseren Produkten und Angeboten auseinander gesetzt haben, gehen wir unbewusst davon aus, dass andere das auch tun.

Und so stellen wir immer wieder ernüchtert fest, dass bevor wir jemanden unsere Angebote verkaufen können, wir erst mal erklären müssen, worum es da eigentlich geht. Was wir da eigentlich tun und wollen.

Und zwar von Anfang an. Ganz von Anfang an.

Denn was wir für die absoluten Basics halten, ist für viele unserer Kund*innen komplettes Neuland.

Ein Kunde, der nicht bezahlt

E

Ist kein guter Kunde.

Es heißt zwar „Der Kunde ist König“, aber das gilt nur für Kunden, die sich auch gut zu „benehmen“ wissen. Und das heißt unter anderem, sich an die Vereinbarungen halten – genauso, wie du es tust. Das bedeutet nicht zuletzt auch, dass er dich pünktlich und vollständig bezahlt. Das ist kein Entgegenkommen des Kunden, sondern das ist Teil des Deals. Das steht dir zu. Punkt.

In dem Moment, wo ein Kunde dich nicht (mehr) bezahlen will, ändern sich die Spielregeln. Du brauchst kein Verständnis mehr zu zeigen, und du musst auch nicht länger Geduld mit ihm haben – egal, wie die bisherige Zusammenarbeit gelaufen ist und die lange die Zusammenarbeit schon besteht. Du sind ihm nichts schuldig, solange er dir dein Geld schuldig bleibt.

Deswegen: Feuer diesen Kunden! Arbeite nicht mehr für ihn. Verschwende keine weitere Zeit, Gedanken und Energien an diesen Kunden. Konzentrier dich auf die Zukunft und auf deine verlässlichen Kunden. Steh für dich ein und lass dir das nicht gefallen. Diesen Selbst-Respekt hast du dir verdient.

Und: Werde nicht weich, wenn sich dieser Kunde doch wieder mal melden sollte und Besserung gelobt. Wer das einmal macht, macht das wieder. Bleib bei deiner Entscheidung.

Es gibt Kunden, die dir auf deinem Weg mehr schaden als nützen.

Und ein Kunde, der nicht bezahlt, ist so einer.

Buzzwords

B

Buzzwords haben einen einzigen Zweck: Sie wollen beeindrucken. Buzzwords sind Teil der “Beeindruckungssprache” (Axel Gloger).

Buzzwords sind nicht zugänglich. Buzzwords erklären nichts. Buzzwords erregen vielleicht Aufmerksamkeit, aber sie haben wenig Substanz.

Ich glaube, wir lernen das Arbeiten mit Buzzwords im Studium. Zumindest finde ich Buzzwording fast ausschließlich bei Akademiker*innen. 

Buzzwords helfen in Wirklichkeit niemandem. Nicht dir selbst in deiner Außenwirkung, und schon gar nicht deinen Kund*innen.

Wer es nicht schafft, seine Lösungen in einer Alltagssprache relevant zu machen, schafft es schon gar nicht mit Buzzwords.

First Generation Entrepreneurs

F

Es gibt Gründer*innen, die werden in ein unternehmerisches Umfeld hineingeboren. Ihre Eltern sind selbständig, und sie wissen von klein auf, was es bedeutet, ein Unternehmen zu haben. The good, the bad and the ugly.

Das kann mitunter dazu führen, dass sie sich denken: “Nein, so wie meine Eltern möchte ich nie werden. Ich mache mich sicher niemals selbständig.” Aber viele wählen, früher oder später, ebenfalls den Weg in die Selbständigkeit – und können auf ein unterstützendes und verständnisvolles Umfeld zurückgreifen.

Bei First Generation Entrepreneurs (wie ich einer bin), ist das anders. Als (bis heute) einziger in meiner ganzen Familie, der selbständig ist, fühle ich mich manchmal wie ein Exot. Mir wurden nie Steine in den Weg gelegt auf meinem Weg, aber ich glaube, dass sich meine Familie mitunter schon wundert, warum ich es mir als Selbständiger so schwer mache. Ich könnte es als Angestellter doch viel leichter haben. Vermeintlich.

Für First Generation Entrepreneurs ist es besonders wichtig, Menschen in ihrem Umfeld zu finden, die ebenfalls selbständig sind. Mit denen sie sich austauschen können, die ähnliche Gedanken und Träume haben und die ähnliche Sorgen haben.

Manchen wird dieses Umfeld in die Wiege gelegt, und manche sind Pioniere für die späteren Generationen.

Vogel oder Igel?

V

Heute bin ich in einem Beratungsgespräch drauf gekommen, dass es zwei verschiedene Typen von Lifestyle Entrepreneuren gibt: Vögel und Igel.

Vögel-Unternehmer*innen suchen die Abwechslung. Sie flattern von Ast zu Ast. Sie sind mit viel Begeisterung am Werk, aber diese Begeisterung ist nur über eine bestimmte Dauer verfügbar. Die Stärke der Vögel liegt darin, Projekte (Businesses) zu starten und die Anschub-Energie zu leisten. Aber sie sind nicht gut darin, sich langfristig auch mit den Mühen des Projekt-Alltags zu beschäftigen. Serial Entrepreneurs sind solche Vögel.

Igel-Unternehmer*innen widmen sich einem Thema über eine lange Zeit. Sie beißen sich förmlich daran fest und empfinden Freude daran, wenn sie sich einem Projekt (einem Business) viele Jahre lang widmen können. Sie bleiben dran und lassen sich nicht leicht ablenken.

Igel sind nicht besser als Vögel (oder umgekehrt). Sie sind nur anders. Wir brauchen beide.

Wichtig ist nur, dass du weißt, ob du Igel oder Vogel bist. Damit es dir nicht passiert, dass du als Vogel versuchst, dein Business mit Igel-Werkzeugen zu führen.

Trade-offs tun weh

T

Es tut weh, jemandem abzusagen. Mir zumindest.

Auch wenn ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich fühle mich schuldig, weil ich eine Zusage nicht einhalten kann. Auch, wenn es beim besten Willen nicht möglich gewesen wäre.

Trade-offs tun weh. Deswegen vermeiden wir sie gerne. Deswegen versuchen wir, mit Gewalt alles unter einen Hut zu bringen.

Aber Schmerzen sind Teil des Lebens. Genau wie Enttäuschungen, Irrtümer und Fehler.

Wenn wir das nicht anerkennen und lernen, damit umzugehen, dann ist der Trade-off, dass wir nach und nach an unseren eigenen Ansprüchen zugrunde gehen.

Sidepreneure

S

Sidepreneure sind Unternehmer*innen, die ihr Business zunächst nebenbei (“on the side”) starten. Die also zunächst noch Angestellte bleiben, daneben ihr Business aufbauen und ihren Job erst dann aufgeben, wenn ihr neues Business auf soliden Beinen steht – vor allem finanziell.

Als Sidepreneur zu starten, ist keine blöde Idee. Es reduziert das Risiko und ermöglicht einen schrittweisen Start ohne finanziellen Druck.

Andererseits weiß ich (auch aus eigener Erfahrung), dass der Spagat zwischen Selbständigkeit und Job mitunter aufreibend sein kann. Zeit und Energie müssen ständig aufgeteilt werden, und es kommt notwendigerweise zu Interessenskonflikten.

Und: Es ist gar nicht leicht zu erkennen, wann der rechte Zeitpunkt für den Absprung gekommen ist. Wann es soweit ist, den Job loszulassen, sich mit voller Konzentration dem Business zu widmen – und “side” endgültig aus dem Namen zu streichen.

Raum für die Angst

R

Unlängst habe ich eine Gründerin gefragt, worauf es im ersten Jahr der Selbständigkeit denn besonders ankommt.

Ihre Antwort:

Man muss an sich glauben. Das Problem ist die Angst – vor dem Scheitern. Man darf der Angst einfach nicht zu viel Raum geben.

Es bringt nichts, so zu tun, als wäre die Angst nicht da. Aber die Idee, der Angst zu sagen: Bis hier her – und nicht weiter! Das sollten wir hinbekommen.

Erlesen – Erlernen – Erproben

E

Wir Edupreneure eignen uns ein neues Thema in drei Schritten an:

  1. Erlesen: Wir lesen uns in ein Thema ein. Wir versuchen, Informationen zu bekommen und verschiedene Blickwinkel auf das Thema zu gewinnen.
  2. Erlernen: Wir eignen uns das Thema an. Wir versuchen, es zu verstehen. Wir versuchen, uns unsere eigenen Fragen dazu zu beantworten und mögliche Widersprüche miteinander zu verbinden.
  3. Erproben: Wir versuchen, das Thema an andere weiterzugeben. Wir beginnen, es zu lehren. Wir spüren dabei, welche Aspekte wir doch noch nicht so ganz durchschaut haben oder welche Fragen unserer Schüler*innen wir noch nicht beantworten können.

Und dann beginnen wir wieder von vorne.

Mit Wasser

M

Ein Gründer hatte zu Marktforschungszwecken bei einem Seminar eines Mitbewerbers teilgenommen. Seine Erkenntnis daraus:

Alle kochen nur mit Wasser. Und dieses Wasser ist zum Teil sehr dünn.

Wir brauchen uns wirklich nicht vor unseren Mitbewerbern fürchten. Sie haben keine besseren Voraussetzungen als wir. Sie haben auch nur begrenzte Zeit und begrenzte Mittel. Sie sind auch keine Wunderwuzzi.

Sehen wir unsere Mitbewerber also als Mitspieler in einem Spiel, in dem wir alle besser werden und voneinander lernen können – zum Wohle unserer Kund*innen.

Stundensatz

S

Wenn dich jemand fragt, wie viel eine Stunde bei dir kostet…

Kannst du deinen Stundensatz nennen, ohne komisch dabei drein zu schauen?

Kannst du deinen Stundensatz nennen, ohne im nächsten Moment zu sagen, dass aber alles verhandelbar ist und ihr euch preislich sicher einigen werdet?

Kannst du deinen Stundensatz nennen, ohne dass du innerlich ein schlechtes Gewissen bekommst, weil du so viel verlangst für eine Arbeit, die dir ehrlich gesagt sehr leicht fällt?

Wenn nicht, dann fang sofort an, das zu üben.

Eine echte Unternehmerin

E

Ich gründe nicht nebenbei. Ich bin eine echte Unternehmerin!

Das sagte heute eine Gründerin zu mir.

Nicht, weil sie davon fest überzeugt ist.

Sondern, weil sie sich täglich selbst daran erinnert, dass es ihr ernst ist mit ihrer Selbständigkeit. Dass eine Unternehmensgründung kein Hobbyprojekt ist. Dass sie in Zukunft wie ein Profi auftreten und auch so behandelt werden will.

Wir müssen in unsere Rolle als Unternehmerin und Unternehmer hineinwachsen.

Jeden Tag auf’s Neue.

Auch Seth Godin

A

In seinem wunderbaren Podcast Akimbo beantwortet Seth Godin jede Woche die Fragen seiner Hörer*innen.

Fast jede Woche. Denn diese Woche ist es Seth Godin passiert, dass er keine Hörer*innen-Fragen bekommen hat.

Ich kenne das aus meinem eigenen Podcast [Projekt: Leben] gut, wo ich auf in jeder Folge dazu aufgerufen habe, mir Fragen zu schicken. Mir ist es, im Gegensatz zu Seth Godin, jedoch immer so gegangen, dass ich keine Hörer*innen-Fragen bekommen habe.

Immerhin ist es ein bisschen tröstlich, dass es auch dem großen Seth Godin manchmal so geht wie mir.

Warum melden Sie sich nicht?

W

Als Gründungsberater stoße ich immer wieder auf folgendes Paradoxon:

Viele Gründer*innen fühlen sich in der Anfangsphase ihres Business überfordert. Sie fühlen sich alleine, haben Sorgen, Zweifel und Unsicherheiten, was ihr Unternehmen und ihre neue Rolle als Unternehmer*innen betrifft.

Aber: Sie scheuen sich, in dieser Situation Hilfe zu holen. Sie scheuen sich, mich zu kontaktieren und in einem Gespräch vielleicht ein bisschen mehr Klarheit zu schaffen und neue Motivation mitzubekommen.

Warum ist das so? Ich habe Vermutungen, aber ganz verstehe ich es nicht.

10x besser

1

Wenn wir unsere Kreativität und Energie dafür aufwenden, ein neues Produkt zu erschaffen, dann sollten wir nicht nur irgendein Produkt erschaffen.

Es sollte ein Produkt sein, dass spürbar besser ist als alles, was es bereits gibt.

Ein Produkt, das 10x besser ist.

Sichtbar werden

S

Wer sich sichtbar macht, der macht sich auch angreifbar. 

Und angegriffen wird niemand gerne. 

Deswegen machen sich viele erst gar nicht sichtbar. 

Selbst-Mitgefühl

S

Wir Lifestyle Entrepreneure sind sehr erfolgsorientiert. Wir wollen Erfolg haben, und wir legen uns für unser Lifestyle Business ins Zeug.

Aber manchmal ist das beste, was wir für unser Business tun können, anzuerkennen, dass wir nur Menschen sind. Wir geben unser Möglichstes, wir bleiben dran, aber wir sind fehlbar und umperfekt.

It’s not a bug, it’s a feature.