Es heißt ja: Es gibt keine Probleme. Es gibt nur Herausforderungen.
Ich sage: Nein. Es gibt (gerade im Business) zuweilen waschechte Probleme.
Und diese darf man dann auch beim Namen nennen.
Es heißt ja: Es gibt keine Probleme. Es gibt nur Herausforderungen.
Ich sage: Nein. Es gibt (gerade im Business) zuweilen waschechte Probleme.
Und diese darf man dann auch beim Namen nennen.
Gründerin Valentina Mörz hat in einem Blog-Artikel reflektiert, worauf es in der Gründungsphase wirklich ankommt
Mach ein gutes Produkt oder Angebot. Schau, dass du bei deinen Kund*innen Top-Arbeit leistest. Und verlang einen angemessenen Preis für deine Arbeit.
Der ganze Rest lenkt dich eigentlich nur ab.
Wenn man etwas verloren hat, wo ist es dann am sinnvollsten, mit der Suche zu beginnen?
Natürlich dort, wo es am wahrscheinlichsten ist, dass das Ding liegt. Den Autoschlüssel wird man daher zunächst in der Nähe der Schlüsselablage suchen, in der Tasche oder im Auto selbst. Erst dann wird man den Suchkreis erweitern.
Ja, es gab auch schon Autoschlüssel, die im Kühlschrank gefunden wurden. Aber das bedeutet nicht, dass wir deshalb anfangen sollen, im Kühlschrank zu suchen.
Beginnen wir mit unserer Arbeit lieber dort, wo es am wahrscheinlichsten ist, dass wir Erfolg haben.
Einer meiner Kunden in der Gründungsberatung macht sich als Fotograf selbständig. Das ist nicht ungewöhnlich, es gibt wirklich sehr viele selbständige Fotografen in Wien.
Was ihn jedoch besonders macht, ist, dass er verstanden hat, dass es bei einem Fotografen nicht um die Fotos geht.
Klingt paradox, aber es ist so: Gute Fotos zu machen, ist nichts Besonderes. Das können mittlerweile viele Menschen, nicht nur Berufsfotografen. Dass ein Fotograf gute oder sogar sehr gute Fotos macht, ist daher eine Selbstverständlichkeit. Darüber brauchen wir nicht diskutieren.
Was einen Fotografen also besonders macht, ist nicht sein Handwerk. Was besondere Fotografen ausmacht, ist, dass sie ihren Kunden zuhören können. Dass sich ihre Kunden bei ihnen “gesehen” fühlen – im wahrsten Sinn des Wortes. Dass eine vertrauensvolle, fast intime Beziehung entsteht.
Im besten Fall sind die Kunden zu Fans eines Fotografen geworden, noch bevor sie das erste Foto der Session gesehen haben.
Ein schönes Date, ein erfolgreiches Business-Meeting, eine gelungene Beziehung…
Alles, was wir in unserem Leben gut machen, ist der Geist des Spielens inne – the spirit of play.
Meine besten Beratungsgespräche sind “spielerisch” – ein Austausch auf Augenhöhe, in dem beide Seiten herausgefordert sind und Freude an der Interaktion empfinden.
Meine besten Lehrveranstaltungen sind wie ein Spiel. Ernsthaft, aber mit einer gewissen Leichtigkeit, mit Humor und mit Raum für spontane Ideen.
Der Grad an “playfulness” ist ein sehr verlässlicher Indikator dafür, ob etwas “passt” oder nicht.
If it’s not fun, you’re playing it wrong.
[Danke Jordan Peterson für diesen wunderbaren Gedanken.]
Man kann als Unternehmer furchtbar leiden unter den geltenden Regeln – unter den Steuern, unter der Sozialversicherung, unter dem Gewerberecht, unter was auch immer.
Oder man kann sich entscheiden und sagen: “Aha, das sind also die Regeln. Das ist eine Riesenchance! Ich mache die Regeln zu meinem Erfolgsrezept.”
Ich kann die geltenden Regeln als Feind sehen oder als Freund.
Ich kann mein Segel gegen den Wind setzen oder mit dem Wind.
Es ist meine unternehmerische Entscheidung.
Ein Gründer klagte unlängst über seine Erfahrungen mit Finanzamt und Sozialversicherung. Er hatte ein etwas ungewöhnliches Anliegen und hoffte, dafür kompetente Auskunft zu bekommen. Aber, so seine Erfahrung, “die haben mir überhaupt nicht zugehört“.
Ich denke, es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass sich jemand nicht wirklich für uns interessiert. Dass wir Antworten, Ratschläge und Auskünfte bekommen, die überhaupt nicht für uns passen. Und dass wir es aber auch nicht schaffen, unsere Sache ausreichend zu erklären, weil nach kurzer Zeit die Ohren einfach zugeklappt werden.
Echtes Interesse ist eine USP. Echtes Zuhören ist ein Markt-Wert.
Eine häufige Frage meiner Gründer*innen: Wie komme ich zu mehr Kund*innen? Wie komme ich zu mehr Umsatz?
Hier wäre eine Lösung:
Erstens: Hören Sie auf, Ihr Business wie ein Hobby zu führen. Nehmen Sie Ihr Business ernst. Seien Sie professionell. Tun Sie das, was für den Erfolg notwendig ist.
Zweitens: Hören Sie auf, die fünfundzwanzigste Weiterbildung zu buchen. Schaffen Sie selbst mal etwas, das für andere von Wert ist.
Aber, und das frage ich dann auch immer: Wollen Sie das wirklich?
Business Gladiators Unplugged #81, 29. September 2021
(mehr …)Gestern hat ein Gründer wunderbar auf den Punkt gebracht, worum es bei der Neukund*innen-Akquise geht:
Es ist einfach nur raus gehen und viel reden.
In der Tat: Mehr ist es nicht. Aber diese Aufgabe immer und immer wieder, über Wochen, Monate und Jahre zu erfüllen…
Da trennt sich die unternehmerische Spreu vom Weizen.
Bryan Adams erzählt folgende Geschichte über den Beginn seiner Zusammenarbeit mit dem legendären Produzenten Mutt Lange:
Way back, just before I made the album “Waking Up The Neighbours”, I had written a whole album of songs. I started working with Mutt and I played Mutt the songs, thinking that Mutt was going to produce them.
And Mutt looked at me and said, “Well, you know… That’s nice.”
I said, “What do you mean?”
He goes: “Yeah, I think… I think you can do better.”
I say, “Okay… What do you want to do?”
“Start again.”So we scrapped the entire record and took pieces of it and re-wrote the songs and made “Waking Up The Neighbours.” […] That’s when I learned to actually not be precious about little things you come up with or the songs you come up with.
Bryan Adams im Rockonteurs Podcast, 29. Mai 2022 (ab 14:28)
You know what? It could be better. And so – make it better!
Was ich daraus lerne: Sei nicht eingeschnappt, wenn dir jemand sagt, dass deine Idee nicht besonders gut ist. Nimm die Herausforderung an und mach es besser – und lass dir dabei helfen von Menschen, die nur dein Bestes im Sinn haben.
Heute bin ich beim Laufen auf eine Schnecke getreten.
Wenn es regnet, kommen entlang meiner Laufstrecke jede Menge Schnecken raus. Ich weiß das, und ich versuche ihnen so gut ich kann auszuweichen. Aber heute kam eine so schnell um die Ecke, dass ich nicht rechtzeitig bremsen konnte.
Es tat mir natürlich furchtbar leid. Während meine Gedanken noch bei der armen Schnecke waren und meinen Selbstvorwürfen und Überlegungen, wie ich solche Unglücke in Zukunft vermeiden könnte, wäre ich beinahe auf drei weitere Schnecken getreten.
Fehler passieren. Leider. Aber ihnen nachzuhängen vergrößert das Unglück meistens nur.
Richte den Blick nach vorne. Den anderen Schnecken zuliebe.
Viele Selbständige haben keine finanziellen Ziele für ihr Business.
Eine Erklärung dafür: Finanzielle Ziele würden für viele Selbständige demotivierend wirken, weil sie Angst davor haben, diese Ziele nicht zu erreichen.
Niedrige Erwartungen oder überhaupt keine finanziellen Ziele zu haben nimmt den Druck raus und schützt vor Versagen.
Sonst müssten sie sich am Ende noch genauer mit ihrem Geschäftsmodell, dem Markt oder ihrer Strategie beschäftigen.
Dann doch lieber den Kopf in den Sand stecken.
Selbst Top-Performer sind von ihrer Tagesstimmung abhängig.
Ja, Top-Performer sind echte Profis, die immer ein bestimmtes Level an Performance bringen können, egal wie sie gerade in Stimmung sind.
Aber damit sie über dieses (hohe) Grundlevel an Qualität hinaus gehen können, brauchen auch sie einen “guten Tag”.
Bruce Springsteen wäre dafür ein Beispiel: Seine Konzerte sind nie schlecht und meistens wirklich gut. Und trotzdem spielt auch er Konzerte, die besser sind als alle anderen, die herausstechen – weil er einfach einen “guten Tag” hatte.
Ein sehr erfolgreicher Gründer von mir ist gerade erst 22 Jahre alt. Ich habe ihn gefragt, was für ihn die wichtigsten Erfolgsfaktoren gerade für junge Gründer*innen sind:
Viele Gründer*innen wählen deshalb den Weg in die Selbständigkeit, weil Freiheit ein wichtiger Wert für sie ist. Manche sagen auch, dass sie endlich unabhängig sein möchten.
Freiheit und Unabhängigkeit… ist das das Gleiche? Wo liegt der Unterschied?
Ich glaube, es ist so: Freiheit bedeutet, dass man sich seine Abhängigkeiten aussuchen kann.
C. Otto Scharmer spricht in seiner Theory U von der Quelle (“source”) als Ausgangspunkt all unseres kreativen Schaffens.
Es ist essenziell wichtig, sich immer wieder mit seiner Quelle zu verbinden, um Kraft und Klarheit und Inspiration zu schöpfen. Nur, was in Verbindung mit der Quelle entsteht, ist wirklich kraftvoll und echt.
Im Alltag ist es aber total leicht, die Verbindung zur Quelle zu verlieren. Kraft und Klarheit versickern, und wir werkeln an Dingen, die keine Verbindung zu unserer Quelle haben und deshalb keine schöpferische Kraft entfalten – weder für uns, noch für unsere Kund*innen.
Wenn wir das spüren, dann heißt es, uns möglichst rasch wieder mit unserer Quelle zu verbinden. Aufzuhören, beschäftigt zu sein und dafür Stille einkehren zu lassen, damit wir wieder wahrnehmen können, was uns unsere Quelle sagen will.
Ein großes Unternehmen definiert sich nicht dadurch, dass es viel Umsatz macht. Oder Gewinn. Oder dass es viele Mitarbeiter*innen hat. Oder dass es viel Venture Capital aufstellen konnte.
Ein großes Unternehmen ist groß nützlich.
Alteingesessene Unternehmer*innen müssen lernen, dass ihr Business nicht nur Geld verdienen soll, sondern auch einen Purpose braucht.
Die Gründer*innen von heute müssen lernen, dass ein Purpose allein nicht reicht, sondern dass ihr Business auch Geld verdienen muss.
Wenn du etwas mit Leidenschaft tust, musst du keinen Tag mehr in deinem Leben arbeiten.
Dieser Glaube ist naiv.