Tag#LifestyleBusiness

Krise als Geschäftsidee

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Die allermeisten Menschen haben Angst vor jeder Veränderung. Und erst recht vor Krisen.

Es ist daher schon eine bemerkenswerte Leistung, in einer Krise die positiven Aspekte zu sehen (nach dem Motto: Was wird dadurch möglich?). Viele Menschen fordert diese Veränderung im Mindset schon sehr heraus.

Aber ich glaube, es ist nochmal eine ganz andere Hausnummer zu sagen: Welche Geschäftsidee, welches Business wird hier, in dieser Krise, gerade möglich?

Und sich dann mit vollem Einsatz über Jahre in diese wahrgenommene (aber natürlich höchst unsichere) Geschäfts-Chance reinzuwerfen.

5000 Folder

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Unlängst hat mir eine Gründerin folgende Geschichte erzählt:

Ein Kollege hat ihr dringend geraten, nicht zu billig zu starten und von Anfang an einen angemessenen Preis für ihre Leistung zu verlangen.

Er selbst sei nämlich viel zu billig. Seinen Preis könne er aber leider nicht erhöhen, weil er vor Jahren 5000 Folder hat drucken lassen und in denen sein billiger Preis steht. Die muss er erst verbrauchen, bevor er einen neuen Folder mit neuen Preisen drucken lassen kann.

Ein besseres Beispiel für den Sunk-Cost-Effekt wird man kaum finden.

Zuschauer mit Popcorn

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Die Zuschauer deines Lebens sitzen da oben auf der Tribüne, mit ihrem Popcorn, und schauen dir zu, wie du in der Arena stehst, kämpfst und dabei Fehler machst.

Und natürlich machst du mehr Fehler als die Zuschauer da oben. Sie haben ordentlich was zu lachen.

Deshalb brauchst du viel Mitgefühl mit dir selbst.

[Danke Veit Lindau für diesen Gedanken.]

Unerwartet

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Es kann immer was dazwischen kommen.

Es ist wahrscheinlich gar keine schlechte Heuristik, davon auszugehen, dass etwas dazwischen kommen wird

In der Schnellbahn sitzen bleiben

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Ein Gedanke, den mein Freund Martin bei Oliver Burkeman aufgeschnappt hat:

Wenn du wirklich herausragenden Erfolg haben willst, musst du “im Bus sitzen bleiben”. Oder, auf das Wiener Schnellbahnnetz übertragen:

Die meisten Menschen sind auf der “Stammstrecke” zwischen Meidling und Floridsdorf unterwegs. Wenn die Schnellbahn in Floridsdorf abfährt, sind die meisten Menschen bereits ausgestiegen.

Die wirklichen Durchbrüche entstehen aber, bildlich gesprochen, nicht zwischen Meidling und Floridsdorf, sondern zwischen, sagen wir, Niederkreuzstetten und Mistelbach – nämlich dort, wo fast niemand mehr in der Schnellbahn sitzt, weil es zu weit, zu langweilig oder zu mühsam wäre, bis dahin durchzuhalten.

Daher: Leg dich fest, wohin dich die Reise führen soll. Und dann bleib gefälligst sitzen, bis du dort bist.

Selbstverständlichkeiten

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Wenn man Gründer*innen fragt, was sie denn besonders macht (Stichwort: USP), dann antworten sie häufig mit Selbstverständlichkeiten.

“Ich bin kundenorientiert”, “Ich bin verlässlich und reagiere prompt” oder “Ich biete einen super Service” ist im 21. Jahrhundert nichts Besonderes. Damit lassen sich Kund*innen nicht mehr beeindrucken. Das Service-Level ist in vielen Bereichen so hoch geworden, dass man damit nicht punkten kann, sondern im Gegenteil verliert, wenn man dieses Level nicht halten kann.

Dabei ist es schon eine wirklich gute Leistung, konstant und verlässlich diese Selbstverständlichkeiten zu erfüllen. Das ist wahrlich keine Kleinigkeit.

Und wer es dann noch schafft, mit einzelnen gezielten (!) Akzenten noch zusätzlich einen Wow-Effekt zu erzeugen, der ist der Kaiser.

Unsere erste Aufgabe

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Unsere erste und wichtigste Aufgabe als Unternehmer*innen ist es, uns um unsere Kund*innen zu kümmern.

Hinzuhören, was sich unsere Kund*innen wünschen. Und natürlich dafür zu sorgen, dass wir immer wieder neue Kund*innen gewinnen. Und das nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern mithilfe eines systematischen, durchdachten und für unser Unternehmen passenden Prozesses.

Bei vielen Solopreneuren gerät diese Aufgabe jedoch unter die Räder. Solange sie mit Aufträgen ausgelastet sind, sehen sie nicht die Notwendigkeit, sich regelmäßig (sprich: täglich!) um Kundengewinnung zu kümmern. Doch dann, wenn die Aufträge nachlassen und sie plötzlich nichts zu tun haben, sollen plötzlich “aus dem Stand” neue Kund*innen daher kommen.

So funktioniert das natürlich nicht. Kundengewinnung ist eine regelmäßige strategische Aufgabe. Das Akquise-Werkl nur dann anzuwerfen, wenn die Kund*innen fehlen, ist nicht nur unglaublich anstrengend, sondern funktioniert auch nur mittelmäßig.

Es wäre viel besser, jeden Tag eine halbe Stunde dem Marketing, der Werbung und anderen Aufgaben der Kundengewinnung zu widmen. Jeden Tag eine halbe Stunde macht 2,5 Stunden in der Woche und 10 Stunden im Monat. Nicht die Welt, aber auch nicht nichts. Und wahrscheinlich 10 Stunden mehr als die meisten Solopreneure dafür investieren.

Und wenn wir schon dabei sind: Diese halbe Stunde am Tag findet natürlich nicht am Ende eines langen kräftezehrenden Arbeitstages statt. Nein, diese halbe Stunde ist die erste (weil wichtigste) Aufgabe des Tages. Deshalb wird sie auch gleich am Morgen erledigt, wenn das Energielevel bei 100 % liegt.

Unsere Kund*innen stehen an erster Stelle – und zwar nicht nur die bestehenden, sondern auch die zukünftigen.

Übervorsichtig

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Ein Kollege berichtete unlängst von einer seiner Kundinnen, einer eher nervösen Person. “Sie möchte alles richtig machen – und genau deswegen macht sie alles falsch.”

Das ist das Paradox und das Schicksal der Übervorsichtigen auf den Punkt gebracht.

In echt

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Als ich ein Kind war und wenn nicht wusste, ob etwas ernst gemeint ist oder nicht, habe ich gefragt: „In echt?“

Dabei ist es heute noch schwieriger als damals, das Ehrliche, Echte von der Täuschung zu unterscheiden. 

Deshalb sollten wir uns als Unternehmer bemühen, alles, was wir tun, „in echt“ zu tun: Echte Produkte, die unseren Kunden wirklich helfen. Eine echte Sprache, die erklärt und nicht vernebelt. Echte Beziehungen auf Augenhöhe und mit Respekt. 

In so einer Welt möchte ich leben. In echt. 

Schlecht behandelt

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Unlängst habe ich zweimal nicht gekauft, weil ich schlecht behandelt wurde. 

Beim einen Mal, in einer Bäckerei, hat die Verkäuferin mit meinen Kindern gemeckert. Beim anderen Mal, in einer Pizzeria, war das Team so damit beschäftigt, miteinander zu streiten, dass sie mich vollkommen ignoriert haben. 

Mit zunehmenden Alter wird mir immer wichtiger, dass nicht nur die Produkte gut sind, sondern wie Unternehmen mit ihren Kunden umgehen. 

Ich mag Unternehmen, die ehrlich sind und ihre Versprechen halten. Und ich mag Unternehmen, die mich als Mensch sehen und nicht nur als Umsatzbringer. 

Sommerloch (2)

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Der Grund, warum das Sommerloch so schwer zu ertragen ist, ist meistens gar nicht der fehlende Umsatz.

Es ist das Gefühl, nicht gefragt zu sein. Nicht gebraucht zu werden. Sich nicht als wirkmächtig zu erleben.

Das muss man erst mal aushalten lernen.

Nicht so verbissen

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Wenn du gerade sehr verbissen bist, wenn alles irgendwie verkrampft wirkt und dir die Leichtigkeit verloren gegangen ist, dann leg eine Pause ein.

Versuche, wieder mehr spielerisch an deine Arbeit heranzugehen.

Produktblätter

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Ich finde es total hilfreich, von jedem seiner Angebote ein Produktblatt zu erstellen.

Eine Seite, auf der übersichtlich drauf steht, was in dem Angebot inkludiert ist (und was nicht), was der Kunde als Ergebnis erwarten kann und wie viel das kosten wird.

Produktblätter schaffen Struktur und Klarheit. Nicht für unsere Kunden, sondern in erster Linie für uns selbst.

Sommerloch (1)

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In vielen Businesses ist im Sommer weniger los. Ein Sommerloch.

Weniger Kundenanfragen, weniger Aufträge, weniger Umsatz. Das beginnt im Juni und dauert bis September.

Für viele Gründer*innen im ersten Jahr ihrer Selbständigkeit ist dieses Sommerloch sehr verunsichernd. Sie fragen sich: Warum bleiben plötzlich die Aufträge aus? Liegt es an mir? Was habe ich falsch gemacht?

Und, vor allem auch: Werden jemals wieder Aufträge rein kommen? Wird dieses Sommerloch jemals wieder zu Ende gehen?

Im ersten Jahr tut’s noch weh, im zweiten Jahr nicht mehr so sehr. Man lernt, dass hektische Betriebsamkeit im Sommerloch nichts bringt. Dann lieber entspannen und sich selbst auch eine Sommerpause gönnen.

Der Herbst wird anstrengend genug.

Marktchancen

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Im aktuellen EPU-Monitor 2021/22, den die KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer erstellt hat, wurden die Motive zum Selbständigmachen abgefragt:

82 Prozent nennen mehr Unabhängigkeit als Motiv, 78 Prozent wünschen sich mehr Selbstverwirklichung und 70 Prozent flexiblere Zeiteinteilung. Für rund die Hälfte war das Erkennen einer Marktchance entscheidend für den Schritt in die Selbständigkeit.

Letzteres finde ich besonders interessant. Das bedeutet nämlich auch, dass sich rund die Hälfte der Gründer*innen selbständig macht, ohne konkrete Chancen am Markt zu sehen.

Ich bin nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Jedenfalls gibt es mir zu denken.

Pläne

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Dein Plan wird niemals 1:1 so aufgehen wie gedacht.

Im besten Fall sind Pläne Sprungbretter für noch bessere Ideen.

Early Adopters

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Man braucht Early Adopters nicht suchen. Sie suchen dich! Sie sind immer interessiert an Neuem, und wenn sie dich fragen „Was gibt’s Neues?“ und du hast was Neues – Bingo! Sie werden dir zuhören. 

Early Adopters braucht man auch nicht nachlaufen, weil sie sich nicht verstecken. Sie sind leicht zu finden – an Orten, wo es viel Neues zu entdecken gibt (z.B. auf Messen). 

Early Adopters wollen gefunden werden.

Aufwendig wird es erst mit der nächsten Gruppe, der Majority. Die zu finden und zu überzeugen, das ist aufwendige Arbeit. 

Daher: Suche die Early Adopters, die gefunden werden möchten und von sich aus Interesse an etwas Neuem haben. Und dann leiste großartige Arbeit und sorge so dafür, dass die Early Adopters anderen von dir erzählen. 

So schaffst du dir Schritt für Schritt, einen Menschen nach dem anderen, Zugang zur Majority. 

[Danke Seth Godin für diesen Gedanken.]

Zeit für Auszeit

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Ein sicheres Zeichen, dass du dringend eine Auszeit brauchst:

Du bekommst eine e-Mail von einem deiner größten Mentoren mit der Bitte um Hilfe. Doch anstatt, dass du dich freust, dass du auch mal was zurück geben kannst, denkst du dir nur: “Oh nein, noch mehr Arbeit. Wie soll ich denn das auch noch unterbringen?”

In dem Fall brauchst du dringend Abstand, weil sich deine Prioritäten komplett verschoben haben.

Es wird Zeit, dass du dich wieder mehr um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmerst.

Online Coaching

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Im Online-Coaching-Markt treiben sich viele Scharlatane herum – weltweit, und auch in Österreich.

Das Problem haben nicht nur die armen Menschen, die von diesen Coaches mit unhaltbaren Versprechen angelockt und anschließend abgezockt werden.

Das Problem hat der ganze Markt. Denn diese Scharlatane hinterlassen nur enttäuschte Kund*innen und verbrannte Erde. Sie ruinieren eine ganze Branche.

Und darunter leiden die vielen ehrlichen Coaches da draußen, die tatsächlich nur das Beste für ihre Kund*innen im Sinn hätten.