Tag#LifestyleBusiness

Wollen wir uns trennen?

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Folgendes Gedankenexperiment:

Du bist Trainer*in und sitzt in einem Meeting mit einem langjährigen Kunden. Aus scheinbar heiterem Himmel fragst du den Kunden: “Sagen Sie, möchten Sie nicht mal was Anderes machen? Möchten Sie nicht mal einen anderen Trainer versuchen?” Du bietest deinem Kunden also aktiv an, sich von dir zu trennen.

Verrückt? Könnte man meinen. Aber bei genauerem Hinsehen könnte das sogar eine sehr schlaue Idee sein.

Wenn der Kunde nämlich sagt: “Ja, Sie haben recht, wir wollen in Zukunft mit jemand anderem zusammenarbeiten”, dann hast du zwar den Kunden verloren, aber du hast dir seinen größtmöglichen Respekt erworben, dass du den Punkt von dir aus angesprochen hast. Du hättest diesen Kunden nämlich wahrscheinlich früher oder später sowieso verloren.

Die meisten Kunden wollen gar nicht wechseln – und doch verändert allein der Vorschlag der Trennung die Beziehung. Es ist ein bewusstes, erneuertes “Ja”, das du dir da abholst. Der Kunde entscheidet sich in diesem Moment bewusst nochmals für dich und spricht dir weiterhin sein Vertrauen aus.

Vor dieser Strategie würden wohl die allermeisten Trainer*innen zurückschrecken, weil ihnen das Risiko zu hoch ist, den Kunden tatsächlich zu verlieren. Die Kunden könnten ja sagen: “Stimmt, Sie haben recht, lassen Sie uns die Zusammenarbeit beenden.” Aber: Das wäre sowieso gekommen. So kommt man wenigstens mit Souveränität aus der Affäre. Dieses Standing, dieses Selbstbewusstsein wird nachhaltig beeindrucken.

Und: Gar nicht wenige Kunden werden nach so einer Trennung wieder zurückkommen, wenn sie draufkommen, dass der neue Kooperationspartner dieses Standing nicht hatte…

Den Markt erziehen

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Wer einen völlig neuen Markt erschließt oder ein vollkommen neues Produkt launcht, der hat Problem: Er muss den potenziellen Kunden erst einmal erklären, was das überhaupt ist und wozu das gut sein soll.

Es ist relativ leicht, ein neues Nagelstudio zu eröffnen, weil man den potenziellen Kundinnen nicht mehr erklären muss, was ein Nagelstudio ist oder tut.

Aber die Pioniere unter uns haben die wichtige und anstrengende Aufgabe, den Markt erst mal zu „unterrichten“, bevor sie verkaufen können.

Vertrauen

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Es ist total schwer, Vertrauen in den Prozess zu haben.

Sich zurückzunehmen, sich nicht einzumischen, die Dinge nicht “verbessern” zu wollen. Sondern einfach darauf zu vertrauen, dass alles gut ist, wie es momentan ist. Dass sich Dinge entwickeln dürfen, und dieser Entwicklung Zeit und Raum zu geben.

Das betrifft die eigenen Kinder genauso wie das eigene Lifestyle Business.

Geschäftsmodell

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In einem Podcast mit Johannes Ellenberg meinte Roman Kmenta unlängst, dass sich neun von zehn Selbständigen noch nie Gedanken über ihr Geschäftsmodell gemacht haben.

Ich fürchte, er hat recht.

Deine Kunden sind deine Zukunft

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Wieder ein sehr nützlicher Gedanke von Seth Godin für uns Lifestyle Entrepreneure: Pick your customers, pick your future.

Die Kunden, die du für dein Lifestyle Business wählst, werden deine Zukunft bestimmen. Wählst du Kunden, die gerne mit dir arbeiten und auch zahlungsbereit sind, wird deine Zukunft rosig sein.

Wählst du Kunden, die dich noch gar nicht kennen und die gar nicht wissen, dass sie das Problem haben, das du lösen willst, dann hast du dich für einen steinigen Weg entschieden.

Deine Kunden zu wählen, ist eine bewusste und wichtige Entscheidung. Du solltest sie nie dem Zufall überlassen. Schließlich steht deine eigene Zukunft auf dem Spiel.

Taten > Worte

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Es ist vollkommen irrelevant, was du am 1. Jänner ankündigst.

Das einzige, was zählt, ist das, was du bis 31. Dezember getan haben wirst.

Ehrgeiz und Gier

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Ein Gedanke von Attila Dogudan, von dem es heißt, der sei ein Workaholic:

Es ist okay, viel zu arbeiten und nach immer Mehr zu streben. Es kommt allerdings darauf an, wo die Motivation dafür herkommt.

Kommt die Motivation aus dem Ehrgeiz, dann ist es gut. Dem Ehrgeiz geht es um das Spiel an sich. Es geht natürlich um das Gewinnen, aber mindestens genauso sehr um das Immer-weiter-spielen-können. Es geht um Fairness, Nachhaltigkeit und Sinn.

Kommt die Motivation jedoch aus der Gier, dann ist das ungesund. Der Gier geht es nur um das Geld. Die Gier nach Geld als Triebfeder des unternehmerischen Tuns wird früher oder später in die Sackgasse führen und verbrannte Erde zurücklassen. Game over.

Wirklich gute Strategie

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Eine gute Strategie hat zwei Komponenten:

  1. Was ist dein wirkliches Ziel? Nicht das, was du für dein Ziel hältst, sondern das, worum es dir wirklich geht.
  2. Was ist der direkteste Weg dorthin? Nicht der Weg, der dir als erster einfällt, sondern der, der wirklich am besten geeignet ist, dein wirkliches Ziel zu erreichen.

Es ist genug

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Eine der schwierigsten Herausforderungen für Lifestyle Entrepreneure ist es zu wissen, wann es genug ist.

Genug gearbeitet, genug geplant, genug probiert, genug Einsatz, genug Zeit, genug Kunden, genug Umsatz, genug Gewinn, genug Erfolg.

Weihnachten könnte ein guter Anlass sein, dieses “genug” für sich wieder zu entdecken und zu vergegenwärtigen.

Frohe Weihnachten!

Konsequenz

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Talent ist rar. Begeisterung ist noch rarer.

Aber am aller rarsten ist Konsequenz. Das Dranbleiben an einer Idee, ohne beim ersten Gegenwind die Segel zu streichen oder bei einer längeren Durststrecke einzuknicken.

Konsequenz ist vielleicht der entscheidende Erfolgsfaktor – nicht nur, aber besonders für Lifestyle Entrepreneure.

Kunstwerk

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Das Schöne, aber gleichzeitig das Schwierige und Frustrierende ist, dass die Gründung eines Unternehmens mehr Kunst als Wissenschaft ist.

Es gibt kein eindeutiges Regelwerk für den unternehmerischen Erfolg. Es gibt keine Patentrezepte. Es gibt kaum unternehmerische Tatsachen, von denen nicht auch das Gegenteil wahr wäre.

Der Prozess der Unternehmensgründung ist mitunter verwordagelt, aber das Ergebnis ist in jedem Fall ein Kunstwerk.

Tools

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Es gibt ganz, ganz viele nützliche Tools da draußen, die wir Lifestyle Entrepreneure dafür verwenden können, unsere Lifestyle Businesses besser zu planen und systematischer zum Erfolg zu führen.

Nur eines wird keines dieser Tools jemals für uns tun können:

Keines wird uns das Denken abnehmen.

Weglassen

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Man glaubt es anfangs nicht: Je mehr man weglässt, je stärker man fokussiert, desto mehr geht weiter.

Man glaubt es nicht, weil man Angst hat, was zu verpassen, wenn man was weglässt.

Man glaubt es nicht… bis man es selbst erlebt hat.

Auf Entzug

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Von Zeit zu Zeit tut es gut, sich unternehmerisch “auf Entzug” zu setzen: Alles wird hinterfragt, Vieles wird rausgeworfen.

Der Gedanke dahinter: Mit der Zeit sammelt sich, wie von selbst, in jedem Business viel “Zeug” an: Prozesse, die keinen Sinn mehr haben. Abos, die kein Mensch mehr braucht. Produkte, die längst Staub angesetzt haben.

Sich von “Zeug” zu trennen, macht nicht nur Platz für das Neue, sondern gibt auch den unternehmerischen Raum zum Atmen.

Dahinter sein

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Ein Gründer sagte heute zu mir:

Wenn man dahinter ist, dann geht schon was.

Er hat das auf sein Fachgebiet der PR bezogen, aber ich glaube, er spricht damit eine größere Wahrheit in unserer Wirtschaftswelt an:

Von nichts kommt nichts, aber ein bisschen “dahinter sein”, ein bisschen “dran bleiben” und ein bisschen “bemüht sein” zahlen sich immer aus.

Der Innere Kritiker

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Der Innere Kritiker hat eine gewichtige Stimme. Er ist ein ständiger Begleiter im Gründungsprozess.

Der Innere Kritiker hat eine wichtige Aufgabe, und er hat seine Zeit und seinen Raum.

Aber wenn es darum geht, von der Unternehmensvision zu träumen, von den Potenzialen und Möglichkeiten, die das eigene Lifestyle Business eröffnen können… Da hat der Innere Kritiker Pause, so schwer ihm das wahrscheinlich fällt.

Der ROI von Büchern

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Ich habe mir um 20 Euro ein Buch gekauft.

Auf Seite 175 bin ich auf eine Idee gestoßen, die viele tausend Euro wert ist.

Was für ein Schnäppchen!

Plan B

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Indem wir uns Optionen offenhalten, errichten wir uns auch Verstecke.

Natürlich klingt es vernünftig, einen “Plan B” zu haben. Aber damit schaffen wir uns gleichzeitig auch unsere Ausrede: Ich hätte ja gerne “Plan A” umgesetzt, aber leider, leider, leider… Es hat nicht geklappt, und deswegen mach eich jetzt “Plan B”.

Wenn du dir einen “Plan B” erzeugst, dann lass ihn mehr sein als ein geschäftig wirkendes Versteck, eine aufwendig formulierte Ausrede.