Tag#LifestyleBusiness

Jeder hat sein Kreuz zu tragen

J

Ein Gedanke von Frank Probst: Wir alle haben als Unternehmer unsere eigenen Umstände, die das Potenzial haben, unser Unternehmen scheitern zu lassen. Jeder hat andere, aber keiner hat weniger als der anderer. Jeder hat sein Kreuz zu tragen.

Erfolgreiche Unternehmer sind also nicht die, die irgendwie besonders begünstigt wären, die weniger Herausforderungen als andere hätten – sondern die, die auf ihre jeweiligen Herausforderungen rechtzeitig und engagiert reagieren.

Keiner hat eine Ausrede. Jeder hat sein Kreuz zu tragen. Die Frage ist: Nimmst du es an, und wie gehst du damit um?

Versprechen

V

Überleg dir gut, was du versprichst. Überleg es dir zweimal. Dreimal.

Niemand zwingt dich, ein Versprechen abzugeben. Niemand zwingt dich, etwas zuzusagen. Niemand zwingt dich, einen Auftrag anzunehmen.

Aber wenn du ein Versprechen gegeben hast (deinen Kunden, deiner Familie, deinem Chef), dann gilt’s. Dann bist du jemandem im Wort. Und dann solltest du alles dir Mögliche daran setzen, dieses Versprechen auch zu halten.

Persönlich, aber nicht privat

P

Kerstin Müller sagt, ihr Facebook-Profil ist “persönlich, aber nicht privat”.

Ich finde, das ist eine sehr nützliche Unterscheidung. Natürlich wollen wir im Business persönlich sein. Unsere Kund*innen dürfen ruhig spüren, dass sie es mit einem “echten” Menschen zu tun haben.

Aber privat? Muss nicht sein, finde ich.

Wir gewinnen nichts, wenn wir unser Innerstes nach außen kehren. Aber wir gewinnen alles, wenn wir in unserer Professionalität auch herzlich sind.

Endlich entscheiden

E

Nicht selten ist der Grund, warum wir bei einem Projekt nicht weiterkommen, dass wir uns (endlich) entscheiden müssten.

Aus Angst, uns falsch zu entscheiden, entscheiden wir uns lieber gar nicht. Dabei wären falsche Entscheidungen oft leicht zu korrigieren, aber der Motivationsverlust durch Nicht-Entscheiden ist uneinbringlich.

Entscheiden ist handeln. Rasch und mutig entscheiden zu können, ist ein Wettbewerbsvorteil.

Vorgeschobene Begründung

V

Was mir schon länger auffällt: Die Corona-Krise ist für gar nicht so wenige Menschen eine willkommene, weil sozial legitimierte Ausrede.

Matthias Prammer bringt das in Hinblick auf (Lifestyle) Unternehmen auf den Punkt:

Mit der Pandemie im Rücken ist der allgemeine Konsens: Was geht, machen wir. Mehr muss nicht sein. Das ist oft gerechtfertigt. In vielen Fällen ist es jedoch eine vorgeschobene Begründung. Darin drückt sich der Unwille aus, Zusatzenergie zu investieren und so ursprünglich gesteckte Ziele doch – auf andere Art und Weise – zu erreichen.

NEWS 42|2020, S. 35

Keine Frage: Corona hat unser aller Leben durcheinander gebracht und vielen Unternehmen ihre Geschäftsgrundlage entzogen. Da gibt es nichts schönzureden.

Aber alle (Lifestyle) Unternehmer, bei denen es nicht um das nackte Überleben geht, müssen sich die Frage gefallen lassen: Investierst du gerade jetzt in dein Business, oder bist du auf Corona-Ferien?

WIe soll ich Marketing machen?

W

Ich werde von meinen Gründer*innen oft gefragt: Wie soll ich Marketing machen? Wie komme ich zu neuen Kunden?

Ich sage dann immer: Im Grunde ist es ganz einfach:

  1. Finden Sie heraus, was Sie gut können: Warum arbeiten andere Menschen gerne mit Ihnen?
  2. Wenn Sie darauf eine Antwort haben, dann machen Sie einfach mehr von dem, was offenbar jetzt schon gut funktioniert.
  3. Versuchen Sie, nicht nur mehr davon zu machen, sondern auch regelmäßiger und bewusster. Seien Sie nicht so inkonsequent wie die meisten Solopreneure, sondern drehen Sie Ihre Erfolgsfaktoren systematisch auf elf.

So entsteht der einfachste, aber gleichzeitig auch wirksamste Marketingplan der Welt.

Keine Beziehung

K

Wolf Lotter sagt: “Das Verhältnis zur Ökonomie, das die allermeisten Menschen haben, ist nicht nur gestört, sondern es ist gar nicht da.”

Die allermeisten Menschen haben keinen Tau von der Wirtschaft. Und, noch schlimmer: Die meisten Unternehmer haben viel zu wenig Ahnung von Betriebswirtschaft. Das gilt leider auch und besonders für Lifestyle Entrepreneure.

Für mich ist das eines der größten Dramen unserer Zeit. Und ein Auftrag an mich, daran was zu ändern.

Ut aliquod fiat

U

“Hauptsache, es passiert etwas!” Das ist ein Leitspruch aus der Medizin: Wenn ein Arzt mit seinem Latein am Ende ist, wird er trotzdem irgendetwas unternehmen.

Der Arzt wird auf jeden Fall irgendeine Untersuchung machen oder irgendeine Therapie versuchen – denn nichts zu tun, wäre noch schlechter. Das würde dem Patienten nämlich den Eindruck vermitteln, dass entweder der Arzt inkompetent oder sein Fall hoffnungslos ist. Beides keine sehr ermutigenden Optionen.

Hauptsache, es passiert irgendetwas. Hauptsache, wir unternehmen irgendetwas – und sitzen nicht nur ratlos herum.

Das mag für Ärzte sinnvoll sein, aber in den seltensten Fällen auch für uns Lifestyle Entrepreneure.

Solopreneur (4)

S

„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“

Es geht nicht darum, zufällig mal etwas Nützliches für einen Kunden zu tun. Es geht darum, immer und immer wieder mit gleichbleibender Qualität einen hohen Kundennutzen zu stiften.

Solopreneure arbeiten nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern haben eine klare Strategie.

Für die Nörgler

F

Wieder eine clevere Idee von Seth Godin: Schreib dir eine Liste mit all den Gegenargumente, mit denen irgendwelche Passanten (Andy Holzer) daher kommen könnten, warum dein Projekt, deine Idee, dein Produkt nicht funktionieren kann und wird.

Also überleg dir im Vorhinein schon eine möglichst vollständige Liste mit allen Einwänden. Dann kannst du nämlich ganz cool sagen:

“Danke für deinen Hinweis. Ich habe ihn bereits auf meiner Liste. Und, übrigens: Hier sind auch noch all die anderen Gründe, warum meine Idee nicht funktionieren könnte. Die habe ich hier alle zusammengefasst, als Service für dich.”

Liquidität

L

Am Ende des Tages geht es in jedem Unternehmen immer um die Liquidität: Wie viel Geld haben wir noch am Bankkonto? Wie lange wird dieses Geld reichen? Wo bekommen wir frisches Geld her?

Das ist nicht nur in Corona-Zeiten entscheidend für Wohl oder Weh der Unternehmen – aber jetzt eben ganz besonders. Gleichzeitig stelle ich fest, dass sich gerade Lifestyle Entrepreneure oft nicht (oder nicht ausreichend, nicht regelmäßig, nicht systematisch genug) um ihre Liquidität kümmern.

Die Liquidität im Auge zu haben, mag vielleicht nicht sexy sein. Aber die Insolvenz ist es auch nicht.

Solopreneur (3)

S

„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“

Ohne Problem, das zu lösen wäre, gibt’s kein Business. Der Solopreneur löst daher Probleme seiner Kund*innen – im besten Fall die großen, wirklich schmerzlichen Probleme, im häufigeren, aber viel schwierigeren Fall die kleineren Probleme mit nice-to-have-Lösungen.

Larry Smith sagt: Finde und löse WICHTIGE Probleme. Dann bist du ein Star in dieser chaotischen Welt.

Solopreneur (2)

S

„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“

Ein Solopreneur ist kein klassisches Unternehmen. Ein Solo-Business ist ganz stark verwoben mit der Persönlichkeit des Solopreneurs. Ja, oft kommt aus der Biographie des Solopreneurs überhaupt erst die Motivation und die Idee für das Business.

Um ein Solo-Business zu verstehen, braucht man mehr Wissen über Psychologie als über BWL.