Tag#PersonalFinance

Wie man reich wird

W

Es fällt in die Kategorie boring advice, aber es darf trotzdem gesagt werden:

Reichtum bedeutet nicht (nur) hohes Einkommen. Reich wirst du, wenn du weniger ausgibst, als du verdienst. 

Es gibt genügend Menschen, die wirklich gut verdienen, aber nicht reich werden. Weil mit dem Einkommen auch der Lebensstandard und die Ausgaben steigen.

Reich wird man, je höher die persönliche Sparquote ist.

Und reich wird man langsam.

Gebrauchtwagenpreise

G

Autoscout24 berichtet, dass in Österreich die Preise für Gebrauchtwagen seit 2020 um bis zu 48% gestiegen sind. Das Angebot habe sich verringert, die Nachfrage sei gestiegen. Ergo der Preisanstieg.

Die Frage ist, was das bedeutet. Nämlich sowohl für Käufer als auch für Verkäufer von Gebrauchtwagen. Denn im Grunde lässt sich fragen, ob diese Nachricht überhaupt einen Informationswert hat.

Denn einerseits ist es zwar möglicherweise interessant, die Großwetterlage des Preisgefüges am Markt zu kennen. Andererseits ist der Kauf bzw. Verkauf eines Gebrauchtwagens immer ein Deal zwischen den zwei ganz individuellen Vertragspartnern. Und diese Deals folgen nur sehr selten den errechneten Durchschnittspreisen auf den Euro genau.

Und außerdem darf man nicht vergessen, dass der Markt auf solche Nachrichten selbst auch wieder reagiert. Möglicherweise denken sich jetzt mehr Gebrauchtwagenbesitzer, dass es ein guter Zeitpunkt wäre, das alte Auto zu verkaufen, weil man ja jetzt eh einen guten Preis bekommt. Mehr Angebot würde dann auch wieder sinkende Preise bedeuten.

Oder es könnte auch passieren, dass sich Menschen, die sich eigentlich einen Gebrauchtwagen kaufen wollten, angesichts der hohen Preise denken: Alter, wenn die Gebrauchtwagen so teuer sind, dann kann ich mir gleich einen Neuwagen kaufen. Hab ich mehr davon. Und das würde dann zu weniger Nachfrage am Gebrauchtwagenmarkt führen – und zu niedrigeren Preisen.

Was ich damit sagen will: Diese Nachricht gibt die Preisentwicklung der Vergangenheit (hoffentlich korrekt) wieder. Aber daraus Voraussagen für die Zukunft abzuleiten, ist (höflich ausgedrückt) gewagt.

Das funktioniert an der Börse nicht, und das funktioniert auch am Markt für Gebrauchtwagen nicht.

Dauerschuldverhältnisse

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Vulgo: Abos

Es werden immer mehr, und sie greifen um sich. Auch in meinem Business, auch in unserem Haushalt.

Und wenn man sie nicht regelmäßig im Auge hat, dann beginnen die Abos zu wuchern. Dann sammeln sich Mitgliedsbeiträge, Lizenzen, Monats- und Jahresgebühren etc. an, die man eigentlich gar nicht mehr braucht.

Und dann heißt es: Zurückstutzen – und zwar radikal. Von unnötigem Ballast trennen. Ressourcen frei machen für sinnvollere Investitionen.

Zweimal im Jahr gehe ich die Liste mit meinen Abos durch und entscheide: Was darf bleiben, was kann weg? Und was weg kann, wird sofort gekündigt. Damit ich nicht irgendeine Frist übersehe und das Abo noch ein Jahr an der Backe habe.

Heute ist wieder so ein Tag. Ich habe meine Abo-Heckenschere schon neben mir liegen.

Besser informiert

B

Wer besser informiert ist, kann nicht nur besser mitreden.

Wer besser informiert ist, hat auch mehr Selbstsicherheit, Fragen (und Nachfragen) zu stellen.

Und: Wer besser informiert ist, traut sich auch eher, nach besseren Alternativen, Preisen und Konditionen zu fragen.

[Danke Bettina Fuhrmann für diesen Gedanken.]

Teurer Spaß

T

Bis dein Kind 18 Jahre alt geworden ist, wird es dich ca. 300.000 Euro gekostet haben.

Das bedeutet nicht, dass ein Kind nicht die beste “Investition” deines Lebens sein kann. Aber es bedeutet, dass angesichts dieser hohen Kosten du notwendigerweise in anderen Bereichen deines Lebens (finanzielle) Abstriche machen musst.

Beziehung zum Geld

B

Spätestens in der Selbständigkeit muss die eigene Beziehung zum Geld aufgearbeitet werden.

Sonst geißeln dich deine falschen Glaubenssätze zum Thema Geld dein ganzes unternehmerisches Leben lang.

Erste Klasse

E

Unlängst im Zug beobachtet:

Ein Papa fährt mit seinem kleinen Sohn im Railjet nach Wien, 1. Klasse. Der Kleine ist noch ein bisschen wackelig auf den Beinen. Als der Zug im Bahnhof einfährt und stehen bleibt, passiert das Unvermeidliche: Den Kleinen haut es um, er fällt auf seinen Popsch.

Der Papa sagt, nach einer Schrecksekunde: “Ah, nix passiert. Erste Klass’ fallt ma net so hart.”

Rein logisch gesehen stimmt das natürlich nicht. Man fällt auch in der zweiten Klasse nicht härter. Aber gefühlsmäßig macht es schon Sinn: In der ersten Klasse fühlt man sich ganz generell vielleicht eine Spur besser – einfach deswegen, weil es die erste Klasse ist.

Oder, wie es Marcel Reich-Ranicki ausgedrückt hat:

Geld allein macht nicht glücklich, aber wenn man unglücklich ist, ist es besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn.

Angstsparen

A

Es gibt sicher viele gute Gründe, sein Geld zu sparen. Weil man eine größere Investition vor hat, oder weil man das Glück hat, weniger Geld zu brauchen, als man zur Verfügung hat.

Aber Sparen aus der Angst heraus, dass gerade schlechte Zeiten anbrechen und einem sonst über kurz oder lang das Geld ausgehen wird, ist eine fragwürdige Motivation.

Und wird auch nur zweifelhafte Erfolge bringen, denn: Wer aus Angst beginnt zu sparen, beginnt auch damit aufzuhören zu leben.

Gehalt des Papas

G

Unlängst habe ich meine Studierenden gefragt, wer von ihnen weiß, wie viel ihr Papa verdient.

Die Hälfte der Studierenden hat nicht aufgezeigt.

Über Geld spricht man (in Österreich) nicht. Nicht mal innerhalb der Familie.

Geld macht nicht glücklich

G

Folgendes schreibt uns Naval Ravikant in unser Stammbuch:

“One on the things you learn after you make money is that money doesn’t make you happier. It takes care of your money problems, but it’s not necessarily going to put you in a place where you are in some kind of bliss all the time. In fact, there’s nothing out there that will make you happy forever.”

Naval Ravikant