AutorGünter Schmatzberger

Nicht wie gewünscht

N

Etwas funktioniert nicht wie gewünscht. Warum?

  1. Die Idee war schlecht.
  2. Die Idee war gut, aber die Umsetzung war schlecht.

Meistens liegt’s nicht an der Idee.

Pain vs. gain

P

Pain-Kommunikation: Ich zeige dir, wie du etwas, das du hast, aber nicht willst, los wirst. Beispiel: Ich zeige dir, wie du miese Kund*innen los wirst. Unbelegte Hypothese: Besonders Frauen sprechen auf diese Art der Kommunikation an.

GainKommunikation: Ich zeige dir, wie du etwas bekommst, das du willst, aber nicht hast. Beispiel: Ich zeige dir, wie du nur noch mit deinen Wunschkund*innen arbeitest. Unbelegte Hypothese: Das passt besonders gut für Männer.

Wo anfangen?

W

Die meisten Content-Marketer fragen sich: Wo ist meine Zielgruppe? – und erstellen dann Content danach.

Das ist unter Umständen der falsche Zugang. Wahrscheinlich ist es am Anfang besser, dort zu starten, wo du dich am wohlsten fühlt. Wenn du gerne redest, dann nimm einen Podcast auf. Wenn du gerne schreibst, dann schreib einen Blog. Wenn du gerne auf der Bühne stehst, dann nimm Youtube-Videos auf.

Das ist der Lifestyle Entrepreneur-Zugang: Er ist “egoistisch”, nicht opportunistisch – auch nicht richtiger oder falscher. Es muss zuerst für dich passen, sonst kannst du es nicht durchhalten. Du kannst “the long game” nur spielen, wenn das Spiel zu dir passt.

Was nicht heißt, dass du im Verlauf des Spieles nicht deine Kompetenzen erweitern und auch auf andere Spielfelder wechseln kannst. 

Sicherheit gesucht

S

Wir Lifestyle Entrepreneure sehnen uns immer wieder nach Experten, die uns sagen, ob eine bestimmte Idee gut ist oder nicht. Ob ein neues Produkt gute Erfolgschancen haben wird oder nicht. Ob unsere Marketingidee bei den Kund*innen gut ankommen wird oder nicht.

Die bittere Wahrheit ist: Niemand hat die Glaskugel, die diese Antworten liefern würde.

Es wird immer unser unternehmerisches Risiko bleiben, die Antworten selbst herausfinden zu müssen – indem wir es einfach versuchen und schauen, was passiert.

Und daraus lernen.

Teamwork

T

Es gibt immer Menschen in deinem Umfeld, die bereit sind anzupacken. Menschen, die mit dem Status Quo nicht zufrieden sind und gerne etwas verändern würden. Oft wissen sie aber nicht, wo sie anfangen sollen.

Diese Menschen brauchst du nur anzusprechen. Gut möglich, dass sie sich freuen, mit dir zusammenzuarbeiten und die Welt zu verändern.

Such-basierte vs. Feed-basierte Plattformen

S

Such-basierte Plattformen

  • z.B. Google, Youtube, (Podcasts, Blogs)
  • Nutzer suchen aktiv nach Inhalten, die sie interessieren.
  • Diese Plattformen sind dafür optimiert, dass gute und relevante Informationen leicht gefunden werden.
  • Reichweite bekommt, wer gute und relevante Inhalte liefert. Wobei es schon auch Werbung gibt, um Inhalte zu „pushen“.
  • Inhalte auf diesen Plattformen bleiben weiterhin auffindbar. Ein Video von vor 5 Jahren wird auf Youtube genauso leicht gefunden und genauso gerne angezeigt wie ein Video von gestern. Diese Plattformen belohnen sogar Evergreen-Content.
  • Diese Plattformen wird es auch in Zukunft geben; Menschen werden immer nach Antworten suchen.
  • Es ist für Content Creator, die „the long game“ spielen, schlau, in diese Plattformen zu investieren.

Feed-basiere Plattformen

  • z.B. Facebook, Instagram, Twitter
  • Ein Algorithmus wählt aus, welche Inhalte den Nutzern„ausgespielt“ werden. Die Nutzer haben praktisch keinen Einfluss darauf, welche Inhalte ihnen angezeigt werden und welche nicht.
  • Der Content Creator ist dem Algorithmus ebenso ausgeliefert. Sie hat „organisch“ praktisch keine Möglichkeiten, ihren Content allen Nutzern anzeigen zu lassen – nämlich nicht mal allen Nutzern, die ihre „Freunde“ sind und gesagt haben: „Ja, ich will die Inhalte dieser Person sehen!“
  • Sobald eine dieser Plattformen erfolgreich ist, gilt: Für Reichweite muss bezahlt werden.
  • Inhalte in diesen Plattformen „verschwinden“ mit der Zeit. Ein Facebook-Post von vor einem Jahr ist praktisch nicht mehr zu finden.
  • Diese Plattformen kommen und gehen – und damit auch die Inhalte und die Beziehungen, die man über diese Plattformen aufgebaut hat.
  • Es ist für Content Creator, die „the long game“ spielen, besser, diese Plattformen zu meiden – oder bewusst ihn ihre Dienste zu stellen (vgl. Cal Newport: Digitaler Minimalismus).

[Danke Jonny Watson für das Konzept.]

Büro

B

Ich habe mein Home Office umgestellt: Den Lesesessel rausgeräumt, den Schreibtisch um 90° gedreht, den Stehtisch nach hinten verschoben.

Keine großartigen Änderungen – aber was für eine Veränderung im Blickwinkel! Das Büro ist jetzt irgendwie ungewohnt, spannend, wie ein neu zu beschreibendes Blatt.

Es ist wie ein neuer Aufbruch!

Seth Godin: The Practice (2020) 📙

S

Es gibt Bücher, die kommen genau zum richtigen Zeitpunkt im Leben. Dieses Buch ist eines davon. Wobei: Kann es einen falschen Zeitpunkt für ein Buch von Seth Godin geben? Pflichtlektüre für alle kreativen Lifestyle Entrepreneure (und alle Lifestyle Entrepreneure sind kreativ!).

(mehr …)

Job

J

Spannender Gedanke von Seth Godin:

Wie wäre es, wenn du nicht einfach nur deinen Job machen würdest, sondern es darauf anlegst, deinen Job ganz neu zu erfinden?

Technische vs. kreative Probleme

T

Technische Probleme löst man dadurch, dass man sich hinsetzt und die Arbeit erledigt, auch wenn es mühsam ist. Beispiel: Einen Liquiditätsplan erstellen.

Kreative Probleme löst man auch durch Nachdenken, aber man kann sie nicht abarbeiten. Es ist wie ein Tanz: Man versucht dies, man versucht das, und irgendwann kommt plötzlich die Lösung. Meist dann, wenn man gar nicht damit gerechnet hat. Beispiel: Einen Slogan für sein Business entwickeln.

Wichtig ist, dass wir erkennen, wann wir ein technisches und wann ein kreatives Problem vor uns haben.

Im Kurs verstecken

I

Ein Kurs ist ein großartiger Ort, um sich zu verstecken.

Man hört doch immer wieder, wie notwendig es ist, sich ständig weiterzubilden, auf dem Laufenden zu bleiben, über den Tellerrand hinauszuschauen. Was könnte also besser sein, als möglichst viel Zeit für die eigene Weiterbildung zu investieren?

Es gibt etwas, das tatsächlich viel besser ist: Seine Zeit damit zu verbringen, das Gelernte auch wirklich auf sein eigenes Lifestyle Business umzulegen, anzuwenden und in die Tat umzusetzen – statt sich Hals über Kopf in den nächsten Kurs zu flüchten.

Kleinigkeiten

K

Vor einigen Monaten habe ich mir vorgenommen, jeden Tag ein Ding wegzuwerfen, das ich nicht mehr brauche. Nur ein einziges, aber dafür jeden Tag.

Durch diese kleine Gewohnheit hat sich viel verändert. Ich sehe nun viel besser und viel klarer, wo in meinem Leben sich Überflüssiges angesammelt hat. Und es fällt mir wesentlich leichter, mich davon zu trennen.

Kleinigkeiten wie diese können mächtige Veränderungen bewirken. Wir brauchen nur damit anfangen.

Fahrplan

F

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und manchmal weiß man vor lauter To Dos gar nicht, mit welchem man anfangen soll.

Sich einen Fahrplan zu erstellen, ganz klassisch nach dem Wichtig-Dringend-Prinzip, ist in diesem Fall die smarteste Herangehensweise.

Zuerst der Plan, dann die Action.

Arbeit

A

“Das Produkt ist gut, weil es war eine wahnsinnige Arbeit.”

Leider ist es nicht so einfach. Nur weil man viel Zeit investiert hat, muss das Ergebnis noch lange nicht gut sein.

Man kann auch sehr viel Arbeit in einen Irrtum investieren.

Unternehmer glauben

U

Wir Lifestyle Entrepreneure glauben daran, dass wir mit unserem Lifestyle Business Erfolg haben werden.

Daran zu glauben, bedeutet auch, dass immer ein Stück Restzweifel dabei ist. Und es stimmt ja auch: Wir haben keine Gewissheit. Wir wissen nicht, wann und ob sich der Erfolg einstellen wird.

Aber genau darin liegt ja die eigentliche Leistung von uns Unternehmer*innen: Weil wir nicht wissen, weil wir keine Gewissheit haben, glauben wir an unser Unternehmen.

Denn wenn der Erfolg sicher wäre, dann bräuchte es uns Unternehmer*innen nicht. Dann würden es alle machen.

Kleine vs. große Unternehmen

K

Ein Solo-Unternehmen ist nicht einfach nur eine kleine Mini-Version eines großen Unternehmens.

Ein Solo-Unternehmen funktioniert (wenn es funktionieren soll) ganz, ganz anders. Ein Solo-Unternehmen muss nach anderen Spielregeln spielen als die Großen. Wenn es versucht, es mit den Großen aufzunehmen, wird es entweder ignoriert oder platt gewälzt.

Solo-Unternehmen haben nur eine Chance: Sich auf ihre Stärken zu konzentrieren und das zu machen, was die Großen nicht tun können oder wollen.

Therapiemotivation

T

In der Psychotherapie gibt es den Begriff der „Therapiemotivation“: Selbst wenn Klienten wissen, dass ihnen Therapie gut tut, heißt das noch lange nicht, dass sie auch die Motivation aufbringen, regelmäßig hinzugehen.

So was Ähnliches kennen auch wir Berater: Es gibt Kund*innen, die wollen sich lieber nicht beraten lassen. Oft sind das jedoch gerade die, die dringend Unterstützung brauchen würden.

Muss man so akzeptieren. Aber leicht fällt mir das nicht.