Jetzt sind die Koalitionsverhandlungen also ergebnislos zu Ende gegangen.
Beate Meinl-Reisingers Statement dazu war ziemlich lang. Es waren viele politische Botschaften dabei, Erklärungen und Narrative für ihre NEOS-Anhänger und wahrscheinlich auch ein paar persönliche Rechtfertigungen.
Aber es war auch ein Satz dabei, der mich berührt hat:
“Ich glaube, wir müssen uns mehr zumuten, und ich glaube, wir müssen uns mehr zutrauen. Denn Mut und Vertrauen ist letztlich das, was uns alle wieder nach vorne bringt.”
Ich finde nämlich, das ist ein kraftvoller Gedanke zum Start des Geschäftsjahres 2025.
Untertitel; Moving from the Information Age to the Conceptual Age. Und dort sind wir im Jahr 2024 endgültig angekommen. Woran sich z.B. die Gründungsberatung in Zukunft orientieren muss, hat Daniel Pink vor 20 Jahren schon vorweg genommen. Wirklich spannend.
Unlängst fand in Graz ein Hallenfußballturnier mit acht “Legenden”-Mannschaften statt. Weil auch Admira Wacker dabei war und weil Weihnachtsferien waren und weil ich grad nichts Besseres zu tun hatte, hab ich mir ein paar Spiele angeschaut.
Nach dem Spiel der Admira gegen den GAK wurde GAK-Spieler Herbert “Mucki” Wieger interviewt. Er meinte: “Man darf ned vergessen, es geht hier um die Goldene Ananas, um’s Dabeisein, um die Freude.”
Ein wenig später wurde der Austrianer (und 63-fachige Teamspieler) Toni Pfeffer auf diese Aussage angesprochen. Seine Reaktion: “Drum hat der Mucki Wieger nie in der Nationalmannschaft gespielt! Jetzt ned bös sein, natürlich geht es um die Goldene Ananas, aber jeder will gewinnen. Somit geht es dann nimmer um die Goldene Ananas!”
Ich glaube, Toni Pfeffer hat recht. An der Frage der Goldenen Ananas trennen sich die sehr guten von den außergewöhnlichen Playern – nicht nur im Fußball.
Ich habe 2024 insgesamt 1.269 Podcasts gehört. Hier meine 10 Lieblings-Folgen des Jahres 2024 (in der Reihenfolge, in der ich sie gehört habe):
1 – Chris Williamson spricht fast drei Stunden mit Sam Harris über Gott und die Welt. Faszinierend. Ein Privileg, so einem Gespräch zuhören zu dürfen.
2 – Philipp Maderthaner erklärt, warum Auseinandersetzung ≠ Umsetzung. Und spricht damit unplugged eine der größten Herausforderungen von vielen Lifestyle Entrepreneuren an.
3 – Justin Welsh spricht über Herausforderungen, Erfolgsstrategien und Missverständnissen rund um Solo-Businesses. Er ist ein Guter!
4 – In diesem Interview wird klar, warum Claudia Stöckl die Queen des Interviews ist. Inspirierende Einblicke in ihre Arbeit und was sie aus ihren vielen Gesprächen gelernt hat.
5 – Ernesto Sirolli, einer meiner großen Heroes, spricht über Unternehmertum und Enterprise Facilitation. Eine Fundgrube für alle Gründundungsberater:innen. (Meine Notizen zum Podcast)
6 – Ralf Muhr ist Technischer Direktor meines Lieblings-Fußballvereins Admira Wacker – und ein overall leiwander Typ. Die Art und Weise, wie er offen und gleichzeitig wertschätzend kommuniziert, ist echt inspirierend.
7 – Sabrina Friedrich spricht mit Anna Turner über achtsames Marketing. Sehr schlau, sehr inspirierend, sehr sympathisch.
8 – Noch einmal Chris Williamson, diesmal mit GregMcKeown. Sie sprechen über das influencer age und wie man darin Orientierung finden kann. Sehr inspirierend.
9 – Noch einmal Philipp Maderthaner. Diesmal erklärt er, wie man als Berater besser gehört und verstanden wird. Dieser Podcast hat mir viele Hausübungen aufgegeben.
10 – Bonus: Die erste Folge des Podcasts “Leiwand gründen“, den ich 2024 gemeinsam mit Camillo Patzl gelauncht habe. It’s been a fun ride, und 2025 geht’s mit vielen neuen Fragen weiter.
Ich habe auf diesem Blog 366 Daily Blogs (tatsächlich jeden Tag!), 33 Buchnotizen, 13 Podcast-Notizen und 7 Vortrags-Notizen veröffentlicht.
Ich habe insgesamt 2.809 Stundengeschlafen. Das sind 117 Tage, und damit fast zwei Tage mehr als 2023.
Ich war 2023 auf vier Konzerten, so wenig wie seit der Corona-Zeit nicht mehr. Mein Highlight: AC/DC in Wien.
Ich habe 43 Bücher gelesen, um neun weniger als 2023. So richtig herausgestochen, sodass ich es ein “Lieblingsbuch” nenne könnte, ist keines davon.
Ich bin 57 mal gelaufen (2023: 68). Das war so wenig wie überhaupt noch nie. Aber immerhin.
Ich hatte mit meiner Frau 50 Business Breakfasts, 28 Filmabende und 11 Dates.
Ich war auf keiner Hochzeit, keiner Taufe und keinem Begräbnis.
Ich habe 739 Liter schwarzen und grünen Tee getrunken, also im Schnitt zwei Liter pro Tag. Der durchschnittliche Österreicher trinkt 33 Liter Tee pro Jahr (allerdings vorwiegend Früchtetee).
Ich habe 1.269 Podcasts gehört, also durchschnittlich 3-4 pro Tag.
Ich habe auch heuer wieder mehr Geld für meinAuto ausgegeben als für Weiterbildung. Sehr viel mehr Geld, aber jetzt ist Schluss (mit diesem Auto). Wir brauchen 2025 nämlich ein neues.
Ich habe 2024 an die Wirtschaftskammer Niederösterreich 122 Euro an Grundumlage bezahlt.
Dafür habe ich als Gegenwert im Laufe des Jahres 2024 bekommen:
EPU-Convention in Baden – gratis; geschätzter Wert eines Tickets: 100 Euro
WKO Bildungsscheck – 1x jährlich: 100 Euro
UBIT NÖ Klimaticket-Förderung: 450 Euro
Gratis-Meetingräume bei der WK Wien – geschätzter Gegenwert: 57 Stunden x 20 Euro = 1.440 Euro
UBIT NÖ Co-Working-Space-Förderung: 162,50
8 einstündige WKO Webinare – gratis; geschätzter Wert: 400 Euro
Gesamtsumme: ca. 2.660 Euro
Ich bin nicht immer ein Fan davon, was die WKO an politischer Arbeit für Ein-Personen-Unternehmen leistet.
Aber eines muss ich in aller Klarheit und Dankbarkeit auch sagen: Ich werde als Mitglied von der WKO nicht abgezockt. Im Gegenteil: Ich bekomme von der WKO ein Vielfaches dessen zurück, was ich an Grundumlage zu zahlen hatte.
Der Rote Faden des Buches ist das Bauchgefühl, der Glaube an die eigene Intuition und die Selbstliebe. Mit Michael Ensles eher spirituellem Zugang, aber trotzdem sehr zugänglich und auch mit praktischer Relevanz. Es hat mir viel zum Nachdenken und Weiterüberlegen gegeben.
Unlängst habe ich mit einem Freund über das Ehrenamt gesprochen. Er leitet in seiner Heimatgemeinde das örtliche Museum und hat erzählt, welche Herausforderungen so kleine Museen im daily business haben.
Kurz gesagt: Die allermeisten Probleme hängen mit den handelnden Personen zusammen. Oder, wie er es auf den Punkt gebracht hat: Die meisten Museumsleiter nehmen sich selbst zu wichtig. Sie gehen zu verkrampft an ihr Ehrenamt heran. Ihnen fehlt die Leichtigkeit, auch mal zu sagen: Na dann halt nicht!
Ich halte Leichtigkeit für den zentralen Erfolgsfaktor im Leben, im (Lifestyle) Business und jetzt auch im Ehrenamt.
Wenn’s leicht geht, bist du am richtigen Weg. Wenn’s nicht leicht geht, dann bist du wahrscheinlich zu sehr mit dir selbst beschäftigt statt mit den Menschen, für die du es eigentlich machst.
Luisa Neubauer sagt: Wenn du die Welt verändern willst, dann schließ dich lieber einer bestehenden lokalen Initiative an, bevor du etwas Neues startest.
Es ist viel schwieriger allein, und weniger lustig ist es auch.
Ein Radfahrer stürzt und bleibt bewusstlos liegen.
Eine Frau beugt sich über den Verletzten, um ihm zu helfen. Aus der Menschenmenge kommt ein Mann gelaufen, tippt die Dame auf die Schulter und sagt: “Lassen Sie mich das machen, ich kenne mich aus, ich habe letzte Woche einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht.”
Die Frau tritt zur Seite, schaut dem Mann eine Weile zu und sagt dann: “Gut, wenn Sie an die Stelle kommen, wo Sie den Arzt rufen sollen: Ich bin schon da.”
Nein, das Buch hat mir nicht wirklich gefallen. Für mich war da zu viel Blabla drinnen. Und: Es ist 30 Jahre alt! Aber, wie immer: Ein paar gute Gedanken waren auch in diesem Buch.
Mitten in der Nacht kommt das Kind ans Elternbett, weil es nicht einschlafen kann, weil es schlecht geträumt hat oder was auch immer.
Es wird daraufhin von einem verschlafenen Elternteil brummend “eingeladen”, sich zwischen Mama und Papa zu legen – in der Hoffnung, dass alle drei schnell und gut wieder einschlafen. Eine Hoffnung, die sich nur selten erfüllt, eh klar.
Aus meiner Erfahrung als Papa, dem das erst unlängst wieder passiert ist, gibt es zwei Strategien, mit dem (hustenden, sich herumwälzenden und/oder um sich tretenden) Kind neben sich umzugehen:
Ignorieren. So tun, als wäre das Kind nicht da. An der Bettkante einigeln und kompromisslos den eigenen Schlafbedarf in den Fokus stellen. Man muss ja schließlich am nächsten Tag wieder arbeiten!
Zuwenden. Sich zum Kind hindrehen und fest kuscheln. Sich ins Ohr husten und gegen das Schienbein treten lassen. Gemeinsam solange herumwälzen, bis der Schlaf einsetzt – auch, wenn es gefühlte Stunden dauert.
Was denkst du, welche Strategie ich bevorzugen würde – und welche tatsächlich funktioniert?
Das war Anlass für folgenden WhatsApp-Chat zwischen meinem Bruder und mir:
Bruder: Der war ja auch ein Unikat.
Ich: Ja, das war er. Ein echtes Original, unverwechselbar und sich selbst treu trotz aller Häme, die er zuhauf einstecken musste. Kann am Ende des Lebens auch nicht jeder von sich sagen.
Bruder: Völlig richtig. Kann mich noch an ein Profil-Interview vor einigen Jahren mit ihm erinnern. Sehr geistreich und selbstreflektiert. Mit der Selbstreflexion hat es ja auch nicht jeder so.
Ich: Stimmt. Ich glaube, das hängt sogar direkt zusammen: Ein echtes Original kann nur jemand werden, der sehr selbstreflektiv ist. Ohne Selbstreflexion entstehen nur Luftpumpen ohne Substanz.