AutorGünter Schmatzberger

Aufgeschoben

A

Es ist extrem umprofessionell, wenn ich etwas zusage und dann bis auf den letzten Drücker (und darüber hinaus) vor mich her schiebe.

Ich mag das nie mehr machen.

Spannung

S

Attention (Aufmerksamkeit) kommt von tension (Spannung).

Ohne eine gewisse Spannung, ohne etwas, das unser Gegenüber ein bisschen verstört oder irritiert oder überrascht, werden wir keine Aufmerksamkeit geschenkt bekommen.

Aber es ist ein schmaler Grad: Tension, die nicht aufgelöst wird, die nur Fragezeichen hinterlässt, ist kontraproduktiv. Wenn es nämlich zu anstrengend wird, verlieren wir unser Gegenüber nämlich ebenfalls.

Aufmerksamkeit entsteht durch das richtige Maß von Spannung und Entspannung.

Profi-Berater

P

Der Profi-Berater führt nicht nur ein spannendes Beratungsgespräch, sondern er sagt am Ende auch nochmal: „Ich fasse zusammen: Wir haben Folgendes besprochen: …“ Oder er fragt: “Was war in unserem Gespräch heute für Sie am wertvollsten?”

Das tut er für sich selbst, aber vor allem tut er es für seine Kund*innen.

Lernen lebt von der Wiederholung.

Online Coaching

O

Im Online-Coaching-Markt treiben sich viele Scharlatane herum – weltweit, und auch in Österreich.

Das Problem haben nicht nur die armen Menschen, die von diesen Coaches mit unhaltbaren Versprechen angelockt und anschließend abgezockt werden.

Das Problem hat der ganze Markt. Denn diese Scharlatane hinterlassen nur enttäuschte Kund*innen und verbrannte Erde. Sie ruinieren eine ganze Branche.

Und darunter leiden die vielen ehrlichen Coaches da draußen, die tatsächlich nur das Beste für ihre Kund*innen im Sinn hätten.

Probleme

P

Es heißt ja: Es gibt keine Probleme. Es gibt nur Herausforderungen.

Ich sage: Nein. Es gibt (gerade im Business) zuweilen waschechte Probleme.

Und diese darf man dann auch beim Namen nennen.

Was macht für mich “gute Lehre” aus?

W
  • Respekt vor der Institution (Fachhochschule) und dem Geist der Hochschullehre.
  • Respekt vor dem Fach und dessen Tradition bei gleichzeitiger Offenheit für das, was gerade jetzt in der Gesellschaft und dem Leben der Studierenden relevant ist. 
  • Respekt vor den Studierenden als Menschen mit ihren individuellen Persönlichkeiten, Zielen und Herausforderungen.
  • Respekt vor der eigenen Kompetenz als Lehrender, der Begeisterung für das Fach und dem Bestreben, stets sein Bestes zu geben.

Wirtschaftspädagogik

W

Ich bin Wirtschaftspädagoge.

Auch wenn ich nie Wirtschaftspädagogik studiert habe.

Worauf es wirklich ankommt

W

Gründerin Valentina Mörz hat in einem Blog-Artikel reflektiert, worauf es in der Gründungsphase wirklich ankommt

  1. Produkt
  2. Umsatz
  3. Leistungserbringung

Mach ein gutes Produkt oder Angebot. Schau, dass du bei deinen Kund*innen Top-Arbeit leistest. Und verlang einen angemessenen Preis für deine Arbeit.

Der ganze Rest lenkt dich eigentlich nur ab.

Gesetz der abnehmenden Wahrscheinlichkeiten

G

Wenn man etwas verloren hat, wo ist es dann am sinnvollsten, mit der Suche zu beginnen?

Natürlich dort, wo es am wahrscheinlichsten ist, dass das Ding liegt. Den Autoschlüssel wird man daher zunächst in der Nähe der Schlüsselablage suchen, in der Tasche oder im Auto selbst. Erst dann wird man den Suchkreis erweitern.

Ja, es gab auch schon Autoschlüssel, die im Kühlschrank gefunden wurden. Aber das bedeutet nicht, dass wir deshalb anfangen sollen, im Kühlschrank zu suchen.

Beginnen wir mit unserer Arbeit lieber dort, wo es am wahrscheinlichsten ist, dass wir Erfolg haben.

Ungebetene Hilfe

U

Unlängst selbst erlebt:

Hilfe, um die man nicht gebeten hat, ist nicht erwünscht – auch, wenn sie aus besten Intentionen kommt. Im schlimmsten Fall ist sie beleidigend, entmündigend und übergriffig.

Es hat mir gut getan, das wieder mal selbst zu spüren – auch wenn es alles andere als angenehm war.

Ein guter Reminder für mich als Berater, das Mantra von Ernesto Sirolli nicht zu vergessen: If people don’t wish to be helped, leave them alone!

Klare Ansagen

K

Bei der Kinder-Olympiade des Judo-Vereins beobachtet:

Kinder lieben Betreuer*innen, die freundliche, aber klare Ansagen geben. Die gerade heraus sagen, was gerade wichtig und was zu tun ist. Die Grenzen aufzeigen und Überschreitungen nicht durchgehen lassen.

Diese Betreuer*innen werden von den Kindern respektiert und wirklich gern gemocht.

Die Betreuer*innen, die aus guter Intention heraus “nicht so streng” sein wollen, mit denen tun sich die Kinder hingegen schwer. Deren Ansagen sind wisch-waschi, sie sind unbeständig und inkonsequent – und damit auch die Kinder.

Gilt natürlich nicht nur für Kinder.

Es geht nicht um die Fotos

E

Einer meiner Kunden in der Gründungsberatung macht sich als Fotograf selbständig. Das ist nicht ungewöhnlich, es gibt wirklich sehr viele selbständige Fotografen in Wien.

Was ihn jedoch besonders macht, ist, dass er verstanden hat, dass es bei einem Fotografen nicht um die Fotos geht.

Klingt paradox, aber es ist so: Gute Fotos zu machen, ist nichts Besonderes. Das können mittlerweile viele Menschen, nicht nur Berufsfotografen. Dass ein Fotograf gute oder sogar sehr gute Fotos macht, ist daher eine Selbstverständlichkeit. Darüber brauchen wir nicht diskutieren.

Was einen Fotografen also besonders macht, ist nicht sein Handwerk. Was besondere Fotografen ausmacht, ist, dass sie ihren Kunden zuhören können. Dass sich ihre Kunden bei ihnen “gesehen” fühlen – im wahrsten Sinn des Wortes. Dass eine vertrauensvolle, fast intime Beziehung entsteht.

Im besten Fall sind die Kunden zu Fans eines Fotografen geworden, noch bevor sie das erste Foto der Session gesehen haben.

The spirit of play

T

Ein schönes Date, ein erfolgreiches Business-Meeting, eine gelungene Beziehung…

Alles, was wir in unserem Leben gut machen, ist der Geist des Spielens inne – the spirit of play.

Meine besten Beratungsgespräche sind “spielerisch” – ein Austausch auf Augenhöhe, in dem beide Seiten herausgefordert sind und Freude an der Interaktion empfinden.

Meine besten Lehrveranstaltungen sind wie ein Spiel. Ernsthaft, aber mit einer gewissen Leichtigkeit, mit Humor und mit Raum für spontane Ideen.

Der Grad an “playfulness” ist ein sehr verlässlicher Indikator dafür, ob etwas “passt” oder nicht.

If it’s not fun, you’re playing it wrong.

[Danke Jordan Peterson für diesen wunderbaren Gedanken.]

Wanderung

W

Die Länge der Wanderung hängt immer davon ab, wo man weg geht.