Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Aufwendig

A

Videos sind nicht aufwendig.

Es ist dein Perfektionismus, der sie aufwendig macht!

[Danke Isabella Ošaben für diesen Gedanken.]

Die höchste Schule

D

“Die wichtigste Bildungseinrichtung, die bedeutendste und höchste Schule, das sind wir selbst”, sagt Wolf Lotter.

Wir lernen nirgends sonst so schnell wie durch die eigene Erfahrung, besonders durch schmerzhafte Fehler.

Wir irren uns vorwärts. Und dafür gibt es auch keine Abkürzungen.

Blinde Flecken bei der Gründung

B

Jede*r Gründer*in hat einen Blinden Fleck bei ihrem/seinem Gründungsprojekt.

Dinge, die sie nicht wissen, von denen sie aber (noch) nicht wissen, dass sie sie nicht wissen. 

Ich sehe es als meine Aufgabe als Gründungsberater, meine Gründer*innen beim Auffinden dieser Blinden Flecken systematisch zu unterstützen.

Teilzeit-Diskussion

T

Bei uns in Österreich wird gerade eine Diskussion geführt, ob Menschen, die in Teilzeit arbeiten, nicht auch weniger Sozialleistungen bekommen sollte (z.B. hier). Nach dem Motto: Wer weniger leistet, soll auch weniger bekommen.

Mich verstört Diskussion, weil ich mich frage: Was ist die Agenda dahinter?

Warum kommt das Thema ausgerechnet jetzt auf? Wer will da was für wen erreichen? Welche Argumente sind echt, und welche sind nur vorgeschoben?

Wem nützt es, eine Neiddiskussion auszulösen und Vollzeitmitarbeiter gegen Teilzeitmitarbeiter auszuspielen?

Existieren diese unterstellten “faulen Schweine”, die nur Teilzeit arbeiten und dann den Rest des Tages nur Netflix schauen, überhaupt? Und wenn ja, wie viel Prozent der Teilzeitkräfte sind das wirklich? Wer kann diese Zahlen liefern, und warum werden sie nicht geliefert?

Oder ist das womöglich überhaupt eine reine Phantomdiskussion, die hier inszeniert wird?

(Und ganz abgesehen davon: Die reine Arbeitszeit als Maßstab dafür herzunehmen, wer wie viel Sozialleistung “verdient”, ist höchst fragwürdig. Teilzeitkräfte sind oft produktiver als Vollzeitkräfte, das weiß man schon sehr lange. Die Produktivität wäre der viel geeignetere Indikator, wenn schon über Leistung diskutiert wird. Aber damit würden wir eine viel tiefgreifendere und substanziellere Diskussion führen müssen. Und wer würde das wollen?)

Expertengespräche

E

Expert*innen, die aus ihrer Profession ein Business machen möchten, haben ein besonderes Problem: 

Das, worüber Expert*innen reden wollen und das, worüber ihre Kunden reden wollen, ist nicht immer das gleiche. 

Rat geben und nehmen

R

Es ist die Aufgabe und das Handwerk von Berater*innen, zum richtigen Zeitpunkt den passenden Rat zu geben.

Aber damit ist es nicht getan. Das Gegenüber muss unseren Rat auch nehmen können. Das hat mit den Worten zu tun, die wir wählen, aber noch viel mehr hat es mit unserer Persönlichkeit zu tun.

Findet uns unser Gegenüber sympathisch, wird es unseren Rat zumeist nehmen können.

Tut es das nicht, wird’s schwierig – egal, wie gut der Rat ist.

Mit Hausverstand

M

Unlängst habe ich in der Kronenzeitung gelesen, dass sie fordert, “Klimaschutz mit Hausverstand” zu betreiben.

Das finde ich spannend. Weil nämlich überhaupt nicht klar ist, was damit eigentlich genau gemeint ist. Gleichzeitig aber kann sich jede Leserin und jeder Leser sich seine eigene Interpretation davon schaffen, wie “Klimaschutz mit Hausverstand” aussehen würde. Und am Ende wären sich alle einig und würden sagen: “Jawoll, Klimaschutz mit Hausverstand, so gehört das!” – obwohl wahrscheinlich radikal unterschiedliche Vorstellungen herrschen würden, was konkret zu tun ist.

Einigkeit durch Vagheit. Sehr effektiv in der Meinungsmache, aber wenig hilfreich bei der Problemlösung.

Namen merken

N

Ich mache es mir wichtig, mir die Namen meiner Studierenden zu merken und sie auch mit ihrem Namen anzusprechen.

Das ist gar nicht einfach, weil ich in jedem Studienjahr an die hundert neue Studierende habe. Und es gelingt mir mehr schlecht als recht, aber ich bemühe mich.

Warum? Weil es für mich ein Ausdruck von Respekt ist. Weil es sagt: Ich sehe dich und ich nehme dich wahr. Ich nenne dich bei deinem Namen, und damit ich nehme dich ernst.

Miteinander

M

Eine der schönsten Besonderheiten an der Gründungsberatung ist für mich, dass ich mitunter von meinen Gründer*innen genauso viel lerne wie sie von mir.

Unlängst hat mir eine Gründerin in einem Nebensatz eine ganz besondere Lebensweisheit mitgegeben:

Das wirklich Wertvolle im Leben entsteht immer durch Interaktion.

Und ich glaube: Sie hat damit vollkommen und uneingeschränkt recht.

Nicht naiv

N

Ich will mit meiner Tätigkeit als Gründungsberater BWL und Entrepreneurship für Solopreneure zugänglich machen.

Das bedeutet aber nicht, dass über BWL und Entrepreneurship nicht auch weiterhin kritisch nachdenken werde.

Liebe und Sinn

L

Spannender Gedanke von Gary Chapman:

Es ist schwer, Sinn in seinem Leben zu finden, wenn man nicht liebt und sich geliebt fühlt. Ohne Liebe verbringen (vergeuden?) wir viel Zeit damit, Sinn, Selbstwert und Sicherheit zu suchen.

Wer Sinn in seinem Business (oder in seinem Job) sucht, sucht vielleicht nach Liebe – am falschen Ort.

Waschmaschine

W

Unlängst war unsere Waschmaschine kaputt.

Ich war entschlossen, sie selbst zu reparieren. Ich bin ja ein geschickter Bursche, es gibt genügend Youtube-Videos, und so schwer kann das ja nicht sein.

Drei Reparaturstunden später musste ich mir eingestehen, dass das alles doch nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheint und dass ich wohl doch lieber einen Profi ran lassen sollte, der weiß, was er tut.

Der Profi war dann zwei Tage später im Haus. Im Endeffekt hat es ihn mehr Zeit gekostet, meine Reparaturversuche wieder zu korrigieren, als wenn ich ihn gleich gerufen hätte.

What do we learn, Palmer? What do we learn?

Lügen werden bestraft

L

Wir Entrepreneure sind nicht ehrlicher oder unehrlicher als andere Menschen.

Aber wir werden öfter und strenger bestraft als andere, wenn wir uns selbst Lügen erzählen. 

Wir spüren es nämlich sehr direkt und schmerzlich am Umsatz, der nicht reinkommt.

Intelligenz

I

Intelligent zu sein ist super, aber es ist nicht genug.

Denn auch sehr intelligente Menschen können sehr dumme Entscheidungen treffen.

Freunde des Neuen

F

“Das Neue braucht Freunde”, heißt es im Film Ratatouille.

Wenn wir ein neues Angebot, ein neues Produkt, eine neue Geschäftsidee in die Welt bringen wollen, dann brauchen wir genau diese Freunde, sonst wird das nix. Wir brauchen Menschen, die von Anfang an an unser Vorhaben glauben, die uns ermutigen und uns die richtige Richtung weisen.

Diese Freunde des Neuen können unsere tatsächlichen Freunde sein, aber im besten Fall sind es Kund*innen, die sich auf das Neue einlassen, die sich begeistern lassen und anderen begeistert davon erzählen.

Wir sollten unsere Energie also nicht nur darauf verwenden, das Neue in die Welt zu bringen, sondern auch ein Umfeld schaffen, wo Menschen mit dem Neuen Freundschaft schließen können.

Kein Social Media Marketing

K

Wenn du kein Social-Media-Marketing machen willst, dann ist das völlig in Ordnung.

Aber dann musst du etwas Anderes machen, weil sichtbar werden musst du auf jeden Fall! 

[Danke Katharina Lewald für den Gedanken.]

Zeit geben

Z

Für Lehrende ist Stille nur schwer auszuhalten. Angeblich fühlt sich Stille für Lehrende siebenmal länger an als für die Lernenden, die in dieser Zeit meist eh beschäftigt sind.

Deswegen neigen wir dazu, in unserem Unterricht auf die Stille zu vergessen.

Wir müssen jedoch unseren Lernenden die Zeit geben, das Wissen zu verdauen – damit sie überhaupt Fragen stellen können.

3. Geburtstag

3

Heute feiert mein Blog seinen dritten Geburtstag.

Seit 13. März 2020 habe ich jeden Tag einen Blog-Artikel veröffentlicht und keinen einzigen Tag versäumt.

Dieser Blog, mein Lerntagebuch, verfolgt kein bestimmtes Ziel. Und dennoch habe ich das Gefühl, das ich etwas erreicht habe, worauf ich stolz sein kann.

Garten

G

Ich wohne in einer Mietwohnung ohne eigenen Garten.

Und dennoch kann ich mir meinen eigenen “Garten” wählen. Irgendetwas in meinem Leben, um das ich mich mit genauso viel Liebe und care kümmere wie ein Gärtner um seinen Garten. 

Jeder Mensch sollte so einen “Garten” haben, dem er sich mit aller Hingabe widmet. 

[Danke Nick Offerman für diesen blühenden Gedanken.]

Schöne Worte

S

Oft tun wir Lifestyle Entrepreneure uns schwer, die richtigen Worte für unsere Angebote zu finden. Wie sollen wir am besten beschreiben, was wir zu bieten haben und womit wir helfen können?

Es gibt viele Wege, sich auszudrücken, aber eine Grundregel scheint mir immer zu gelten: Je ehrlicher du bist, desto schöner werden deine Worte sein.

[Danke Nick Offerman für diesen Gedanken.]