Tag#Gründungsberatung

Selbständige Berater

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Teilzeit-Gründungsberater, die nebenbei selbständig sind, sind allerdings auch nicht unproblematisch:

Es ist zwar super, dass sie die Erfahrung und das Praxiswissen mitbringen, aber sie sind eben auch selbst Unternehmer. Sie arbeiten in einem Umfeld, wo rund um sie Menschen sind, die bereits selbständig sind oder sich gerade selbständig machen.

Das stimuliert natürlich auch sie selbst. Sobald ihr Business (wieder) gut läuft oder sie eine neue Geschäftsidee verfolgen, die traction bekommt, kündigen sie die Anstellung und sind weg.

Bei Vollzeit-Angestellten passiert das längst nicht so schnell. Die wechseln vielleicht die Aufgabe innerhalb des Unternehmens und versuchen “aufzusteigen”, aber sie kündigen längst nicht so leicht.

Unselbständige Berater

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Ein Problem im Online-Business ist, dass die so genannten “Success Coaches” nicht immer für ihre Aufgabe geeignet sind:

„You‘ve got someone who’s never run a business, who’s just got a job, who’s now maybe trained in the method or the systems or the process or whatever, but they don’t actually have your lived experience of being a business owner.“

Duped Podcast vom 15. November 2021

Dieses Problem kann es durchaus auch in der Gründungsberatung mit unselbständigen Vollzeit-Berater*innen geben.

Horoskop

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Folgendes Gedankenexperiment:

Wie wäre es, wenn du zu einem Astrologen gehst und für dein Business ein Horoskop erstellen lässt? Oder wenn du dir von einer Wahrsagerin die Zukunft deiner Geschäftsidee voraussagen lässt?

Ist das Ergebnis, das du dort bekommst, wirklich so viel schlechter als das, was du nach langem Hin- und Herübergeben in deinen Businessplan schreibst?

Eines gebe ich dir jedenfalls schriftlich: Die Entscheidungen, die du aufgrund eines Horoskops triffst, sind tausendmal besser als die Entscheidungen, die du nach wochenlangem Grübeln nicht triffst.

Heut helfe ich

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Durch meine Kinder habe ich Ritter Rost kennen- und schätzengelernt.

In einer seiner Geschichte kommt Ritter Rost in die Verlegenheit, sich zum ersten Mal in seinem Leben selbst um den Haushalt kümmern zu müssen. Er geht voller Motivation an die Sache heran und nimmt sich vor: Heut helfe ich.

Und natürlich macht er alles falsch.

Für mich ist das Lied immer wieder ein Reminder, dass auch wir Berater*innen voll motiviert beraten und trotzdem (oder gerade deswegen) das Chaos bei unseren Kund*innen nicht verkleinern, sondern eher vergrößern.

Eine radikal andere Didaktik

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Stephan A. Jansen spricht in brand eins von einer “Bildung-Wende” und fragt: Erfordert der leichtere Zugang zu Wissen eine radikal andere Didaktik?

Auch für Solopreneure ist eigentlich alles Wissen vorhanden, auf Knopfdruck.

Was bräuchten sie, um dieses Wissen für sich in den Dienst stellen zu können?

Hat diese Frage überhaupt etwas mit Didaktik zu tun? Oder scheitert es zuvor an ganz anderen Dingen?

Schachfiguren

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Mein Sohn (6) hatte heute die Idee, sich selbst Schachfiguren aus Papier zu basteln.

Etwas, das ich ihm beim besten Willen nicht vorschlagen hätte können. Nur er konnte diese Idee haben, und nur er konnte diese Idee auf seine einzigartige Weise umsetzen. Meine Aufgabe war es lediglich, ihm das Papier zu geben, das er zum Basteln brauchte.

Das ist ein wunderbarer Reminder für mich, wenn ich in der Rolle des Beraters bin: Meine Aufgabe ist es nicht, Ideen und Lösungen für meine Kund*innen zu finden. Meine Aufgabe ist es, den Rahmen zu schaffen, damit gute Ideen entstehen und umgesetzt werden können.

Gründen wie Tarzan

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Das funktioniert so:

Du schwingst dich von Liane zu Liane. Mit der Liane, die dir am nächsten ist, startest du los.

Und dann schwingst du dich Liane um Liane weiter. Immer in dem Vertrauen, dass die nächste Liane rechtzeitig auftauchen wird.

Natürlich hast du keine Ahnung, wo du fünf Lianen später landen wirst.

Aber irgendwo musst du mal anfangen.

[Danke Anne Scoular für diesen Gedanken.]

Sechs junge Frauen

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Unlängst hatte ich eine Info-Veranstaltung zum Unternehmensgründungsprogramm, an der (ausnahmsweise) nur Frauen teilgenommen haben.

In dieser Gruppe ist eine ganz einzigartige konstruktive Stimmung entstanden. Da war zu spüren, wie motiviert und voller Tatendrang die Teilnehmerinnen sind. Und es war toll zu beobachten, wie sie sich gegenseitig in ihrem Vorhaben unterstützt haben.

Ein wunderbares Erlebnis!

Übervorsichtig

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Ein Kollege berichtete unlängst von einer seiner Kundinnen, einer eher nervösen Person. “Sie möchte alles richtig machen – und genau deswegen macht sie alles falsch.”

Das ist das Paradox und das Schicksal der Übervorsichtigen auf den Punkt gebracht.

Marktchancen

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Im aktuellen EPU-Monitor 2021/22, den die KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer erstellt hat, wurden die Motive zum Selbständigmachen abgefragt:

82 Prozent nennen mehr Unabhängigkeit als Motiv, 78 Prozent wünschen sich mehr Selbstverwirklichung und 70 Prozent flexiblere Zeiteinteilung. Für rund die Hälfte war das Erkennen einer Marktchance entscheidend für den Schritt in die Selbständigkeit.

Letzteres finde ich besonders interessant. Das bedeutet nämlich auch, dass sich rund die Hälfte der Gründer*innen selbständig macht, ohne konkrete Chancen am Markt zu sehen.

Ich bin nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Jedenfalls gibt es mir zu denken.

Profi-Berater

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Der Profi-Berater führt nicht nur ein spannendes Beratungsgespräch, sondern er sagt am Ende auch nochmal: „Ich fasse zusammen: Wir haben Folgendes besprochen: …“ Oder er fragt: “Was war in unserem Gespräch heute für Sie am wertvollsten?”

Das tut er für sich selbst, aber vor allem tut er es für seine Kund*innen.

Lernen lebt von der Wiederholung.

Wirtschaftspädagogik

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Ich bin Wirtschaftspädagoge.

Auch wenn ich nie Wirtschaftspädagogik studiert habe.

Ungebetene Hilfe

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Unlängst selbst erlebt:

Hilfe, um die man nicht gebeten hat, ist nicht erwünscht – auch, wenn sie aus besten Intentionen kommt. Im schlimmsten Fall ist sie beleidigend, entmündigend und übergriffig.

Es hat mir gut getan, das wieder mal selbst zu spüren – auch wenn es alles andere als angenehm war.

Ein guter Reminder für mich als Berater, das Mantra von Ernesto Sirolli nicht zu vergessen: If people don’t wish to be helped, leave them alone!

The spirit of play

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Ein schönes Date, ein erfolgreiches Business-Meeting, eine gelungene Beziehung…

Alles, was wir in unserem Leben gut machen, ist der Geist des Spielens inne – the spirit of play.

Meine besten Beratungsgespräche sind “spielerisch” – ein Austausch auf Augenhöhe, in dem beide Seiten herausgefordert sind und Freude an der Interaktion empfinden.

Meine besten Lehrveranstaltungen sind wie ein Spiel. Ernsthaft, aber mit einer gewissen Leichtigkeit, mit Humor und mit Raum für spontane Ideen.

Der Grad an “playfulness” ist ein sehr verlässlicher Indikator dafür, ob etwas “passt” oder nicht.

If it’s not fun, you’re playing it wrong.

[Danke Jordan Peterson für diesen wunderbaren Gedanken.]

Überhaupt nicht zugehört

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Ein Gründer klagte unlängst über seine Erfahrungen mit Finanzamt und Sozialversicherung. Er hatte ein etwas ungewöhnliches Anliegen und hoffte, dafür kompetente Auskunft zu bekommen. Aber, so seine Erfahrung, “die haben mir überhaupt nicht zugehört“.

Ich denke, es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass sich jemand nicht wirklich für uns interessiert. Dass wir Antworten, Ratschläge und Auskünfte bekommen, die überhaupt nicht für uns passen. Und dass wir es aber auch nicht schaffen, unsere Sache ausreichend zu erklären, weil nach kurzer Zeit die Ohren einfach zugeklappt werden.

Echtes Interesse ist eine USP. Echtes Zuhören ist ein Markt-Wert.

Selbsthilfegruppen

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Wir Lehrer*innen lehren oft, was wir selber lernen wollen.

Wir Berater*innen beraten oft, worin wir selbst Beratung gebraucht haben oder immer noch brauchen.

Wir lehren und beraten also “unsere Themen”, die uns ein Leben lang begleiten. Diese Themen kommen nicht zufällig zu uns, sondern sind ein integraler Bestandteil dessen, was uns als Person ausmacht.

In Wirklichkeit gründen wir Selbsthilfegruppen.

Selbstvergessen

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Viele Gründer*innen gehen von dem aus, was sie selbst gerne haben wollten, treffen Annahmen – und “vergessen” dabei völlig, ihre Kunden zu fragen, ob diese Annahmen überhaupt stimmen.

Manchmal (zugegeben: wesentlich seltener) passiert aber auch das Umgekehrte: Gründer*innen beschäftigen sich so viel mit ihren Kund*innen, dass sie darüber vergessen, was sie selbst eigentlich wollen: Wie muss dass Business, wie müssen die Produkte aussehen, damit es IHNEN gut tut?

Gezeichnet

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Es gibt auch unter Gründer*innen vom Leben schwer gezeichnete Menschen.

Da geht es bei einer Gründung auch viel um neues Selbstbewusstsein und darum, wieder das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu bekommen.

Es sich selbst und anderen noch einmal zu beweisen.