Tag#Gründungsberatung

Selbständige Migrant*innen

S

Ich habe immer gedacht, der Anteil von Gründer*innen und Selbständigen wäre unter Migrant*innen besonders hoch — aus Mangel an Alternativen am Arbeitsmarkt, und weil die Selbständigkeit eine Möglichkeit ist für sozialen Aufstieg.

Aber das stimmt (zumindest in Österreich) nicht, sagt eine aktuelle Studie des IHS im Auftrag des Integrationsfonds. Migrant*innen sind weniger häufig selbständig als Österreicher*innen.

Wieder was gelernt!

Verkopft

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Ich hadere immer wieder mit der Frage, worin Business- und Finanzpläne im Rahmen der Gründungsberatung ihren Wert haben.

Natürlich, es gehört zum Standard in der Gründungsberatung, dass ein Businessplan erstellt wird und dass es auch eine Umsatz- und Kostenplanung gibt. Und für viele Gründer*innen ist das, denke ich, auch insofern nützlich, als sie sich ein Gesamtbild ihrer Gründungsidee erstellen und im Detail darüber nachdenken können.

Aber: Diese ganzen Pläne sind, wie vieles in der Gründungsberatung, sehr verkopft. Sehr vernünftig. Sehr logisch. Die Logik hat jedoch im Leben der Menschen sehr enge Wirkungsgrenzen, weil dann kommt das ganze Unter- und Unbewusste daher mit allen Vorurteilen und Glaubenssätzen – und macht dann eh, was es will.

Solange dein Unterbewusstsein die Sache nicht genauso sieht wie dein Kopf, wirst du nicht von der Stelle kommen. 

Da helfen die besten Pläne nichts.

Selbst weiter kommen

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Ich brauche es unbedingt, dass ich nicht nur anderen Menschen bei ihren Gründungen helfe, sondern dass ich auch das Gefühl habe, dass ich mit meinem eigenen Business weiter komme.

Dazu wäre es wichtig, einen Plan, eine Strategie zu haben, damit ich Fortschritte im eigenen Business auch erkennen kann.

Oder jemanden, der mir meine Fortschritte, meine Baustellen und meine blinden Flecken vor Augen führt.

Vielleicht brauche ich selbst auch einen Gründungsberater…

Der Impuls

D

Ein Unternehmenskonzept ist nicht ausgegoren, bis man den Impuls in sich spürt: Jetzt bist du fertig. Jetzt bist du bereit. Jetzt geht’s los.

Das ist wie bei einem Baby: Es kommt dann auf die Welt, wenn es dazu bereit ist. Nicht vorher.

Manche Gründer*innen spüren den Impuls schon nach kurzer Zeit, bei manchen dauert es länger, und manche spüren ihn nie.

Es ist ganz egal, wie lange es dauert. Aber starte nicht, bevor du den Impuls in dir spürst.

Offensichtliches Video

O

Kein Mensch braucht ein Lernvideo, in dem das Offensichtliche erklärt wird.

Respekt

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Man darf ruhig Respekt haben vor der Gründung.

Angst ist nicht hilfreich, aber ein gewisser Respekt bewahrt uns davor, unüberlegte Dummheiten zu machen.

Langzeitgründer

L

Unlängst hat sich ein Kunde des Unternehmensgründungsprogramms (UGP) selbständig gemacht, den ich vor zweieinhalb Jahren zum ersten Mal getroffen habe.

Es gibt Gründer*innen, die rauschen in wenigen Wochen durch das UGP. Aber es gibt eben auch Gründer*innen, deren Gründungsprojekt viele Monate oder sogar Jahre braucht, bis die Zeit dafür reif ist.

Sind diese Langzeitgründer also Loser? Überhaupt nicht! Jedes Gründungsprojekt ist anders, und jedes Gründungsprojekt hat seine Eigenzeit.

Erfolgreiche Gründer sind jene, die das erkennen und dem Projekt so viel Zeit geben, wie es eben benötigt.

Bürokratie und Individualität

B

In öffentlich geförderten Unterstützungsprogrammen für Gründer*innen (wie das UGP des AMS Wien) bewegen wir uns als Berater*innen ständig zwischen den Rollen Bürokrat und Sozialarbeiter:

Wie viel ist standardisiert, wie viel ist individuell? Was lässt sich „digitalisieren“, wozu braucht es „den Menschen?“ Was ist möglich, und was geht einfach nicht?

Das ist auch eine zentrale Konfliktlinie in vielen Gründungsprojekten: Wie passt die eigene Individualität in die standardisierten Formen, mit denen wir uns das gesellschaftliche Zusammenleben organisieren?

Keinen Fehler machen

K

“Wenn Sie in Ihrem Unternehmen etwas falsch machen, haben Sie dafür die Konsequenzen zu tragen!”, sagt die Dame von der WKO beim Gründer*innen-Workshop.

Und genau darum geht es vielen Gründer*innen in der Gründungsphase: Nur ja keine Fehler machen mit Gewerbe, Finanzamt oder Sozialversicherung.

Für diese Menschen ist die wertvollste Beratungsleistung, Orientierung zu geben im Gründungs- und Behördendschungel und sie da unbeschadet durchzubringen.

Dabei geht es beim Gründen doch eigentlich um etwas ganz, ganz anderes…

Sintflut

S

Wir Gründungsberater*innen müssen uns immer wieder kritisch mit der Frage auseinandersetzen:

Was passiert eigentlich nach der Gründung?

Haben wir als Gründungsberater*innen dafür auch noch Verantwortung, oder sagen wir: Nach mir die Sintflut?

Erinnerungen

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Das meiste von dem, was ich meinen Gründer*innen sage, wissen sie eh selber.

Ich muss sie nur daran erinnern, weil sie gerade darauf vergessen haben.

Micro-Entrepreneurship

M

Unlängst habe ich einen neuen Begriff kennengelernt: Micro-Entrepreneurship

Es ist die Idee, dass immer mehr Menschen in immer mehr Bereichen des Lebens unternehmerisch tätig werden. Nicht unbedingt in ihren eigenen kleinen Unternehmen oder als Selbständige, sondern auch als Mikro-Unternehmer in ihren Karrieren, Netzwerken und Gemeinschaften.

Micro-Entrepreneurship ähnelt der Idee des Zivilkapitalismus insofern, als Entrepreneurship hier nicht mehr nur den großen Unternehmen vorbehalten bleibt, sondern jeder Bürger und jede Bürgerin für sich unternehmerisch tätig werden kann. Eine Demokratisierung des Entrepreneurship also, ganz im Sinne eines Citizen Entrepreneurship.

Ich bin davon überzeugt, dass Micro-Entrepreneurship eines der großen Themen der nächsten Zeit ist.

[Danke Philipp Maderthaner für diesen Hinweis.]

Eine ganz spezielle Frage

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Meine Kund*innen in der Gründungsberatung haben tausende Fragen rund um die Selbständigkeit und die Gründung.

Aber: Jede Gründerin und jeder Gründer hat ihre oder seine ganz spezielle Frage, an der sie sich während des gesamten Gründungsprozesses (und häufig noch weit danach) abarbeiten.

Solange diese eine ganz spezielle und ganz individuelle Frage nicht gelöst ist, läuft das Werkl nicht rund.

Die Herausforderung dabei ist, diese eine ganz spezielle Frage überhaupt mal zu identifizieren und in Worte fassen zu können.

Echte Gründungsberatung beginnt erst da, wo Kunde und Berater diese eine ganz spezielle Frage herausgefunden haben.

Wohlgemerkt: Die Frage, nicht die Antwort darauf.

[Danke Sheila Kalenda für diesen Gedanken.]

Richtige Einstellung

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Ein sehr spannender Zugang zu jeder Form von Beratung, gelernt von Timo Heinz:

Lass jeden Menschen besser zurück, als du ihn vorgefunden hast.

Was macht mich eigentlich aus?

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Eine Gründer*in sagte unlängst zu mir:

Ich biete so viele Sachen an – aber was macht mich denn eigentlich aus?

Und damit stellt sie die wahrscheinlich schwierigste und gleichzeitig grundlegendste Frage, die man im Zeitalter des Individualismus stellen kann: Wer bin ich eigentlich? Was macht mich besonders?

Auf diese Frage lässt sich halt leider keine endgültige Antwort finden.

Jede Antwort ist eine Momentaufnahme.