Tag#Lebensfragen

Luxus sichtbar machen

L

Gelesen im Freilichtmuseum Sumerauerhof, einem prächtigen Vierkanthof in Oberösterreich:

„Wohlstand wurde mit Luxus sichtbar gemacht,
schließlich wollte und will man zeigen, was man hat.“

Das wird wohl bis heute stimmen. Was sch aber ändert, ist das, was wir als „Luxus“ empfinden und womit wir unsere Nachbarn beeindrucken wollen. 

Schwindeln

S

Lügen machen das Leben kompliziert.

Immer und immer und immer wieder.

Wanderung

W

Die Länge der Wanderung hängt immer davon ab, wo man weg geht.

Regeln als Erfolgsrezept

R

Man kann als Unternehmer furchtbar leiden unter den geltenden Regeln – unter den Steuern, unter der Sozialversicherung, unter dem Gewerberecht, unter was auch immer.

Oder man kann sich entscheiden und sagen: “Aha, das sind also die Regeln. Das ist eine Riesenchance! Ich mache die Regeln zu meinem Erfolgsrezept.”

Ich kann die geltenden Regeln als Feind sehen oder als Freund.

Ich kann mein Segel gegen den Wind setzen oder mit dem Wind.

Es ist meine unternehmerische Entscheidung.

Generalprobe

G

Die Generalprobe war wichtig.

Nicht gut oder schlecht, sondern wichtig. 

Tagesstimmung

T

Selbst Top-Performer sind von ihrer Tagesstimmung abhängig.

Ja, Top-Performer sind echte Profis, die immer ein bestimmtes Level an Performance bringen können, egal wie sie gerade in Stimmung sind.

Aber damit sie über dieses (hohe) Grundlevel an Qualität hinaus gehen können, brauchen auch sie einen “guten Tag”.

Bruce Springsteen wäre dafür ein Beispiel: Seine Konzerte sind nie schlecht und meistens wirklich gut. Und trotzdem spielt auch er Konzerte, die besser sind als alle anderen, die herausstechen – weil er einfach einen “guten Tag” hatte. 

Freiheit vs. Unabhängigkeit

F

Viele Gründer*innen wählen deshalb den Weg in die Selbständigkeit, weil Freiheit ein wichtiger Wert für sie ist. Manche sagen auch, dass sie endlich unabhängig sein möchten.

Freiheit und Unabhängigkeit… ist das das Gleiche? Wo liegt der Unterschied?

Ich glaube, es ist so: Freiheit bedeutet, dass man sich seine Abhängigkeiten aussuchen kann.

Die Quelle

D

C. Otto Scharmer spricht in seiner Theory U von der Quelle (“source”) als Ausgangspunkt all unseres kreativen Schaffens.

Es ist essenziell wichtig, sich immer wieder mit seiner Quelle zu verbinden, um Kraft und Klarheit und Inspiration zu schöpfen. Nur, was in Verbindung mit der Quelle entsteht, ist wirklich kraftvoll und echt.

Im Alltag ist es aber total leicht, die Verbindung zur Quelle zu verlieren. Kraft und Klarheit versickern, und wir werkeln an Dingen, die keine Verbindung zu unserer Quelle haben und deshalb keine schöpferische Kraft entfalten – weder für uns, noch für unsere Kund*innen.

Wenn wir das spüren, dann heißt es, uns möglichst rasch wieder mit unserer Quelle zu verbinden. Aufzuhören, beschäftigt zu sein und dafür Stille einkehren zu lassen, damit wir wieder wahrnehmen können, was uns unsere Quelle sagen will.

Wir dürfen nicht, was wir sollen

W

Wir leben in einer paradoxen Welt.

Wir sollen konsumieren, denn darauf beruht unser Wirtschaftssystem. Das sichert Arbeitsplätze. 

Wir dürfen aber nicht (mehr) so viel konsumieren, denn das ruiniert das Klima und das ist nicht nachhaltig. 

Marianne Gronemeyer sagt, das ist ein Kennzeichen von Absurdistan – der Welt des unbegrenzten Wachstums. 

Verliebt

V

Verlieb dich nicht so sehr in deine eigenen Ideen, dass du sie nicht mehr loslassen kannst.

[Danke Gordon Schönwälder für diesen Hinweis.]

Blöde Idee

B

Wenn du eine gute Idee hast, und dann kommt jemand anderer und sagt: “Das ist eine blöde Idee!” – Wie reagierst du?

Sagst du: “Okay, dann lassen wir’s”, und lässt dir den Nipf nehmen?

Oder sagst du: “Ich will es aber trotzdem probieren, weil es mir wichtig ist.”

Wichtig machen

W

Wenn wir sagen, “etwas ist wichtig”, dann stimmt das meistens nicht ganz.

Was wir wirklich meinen, ist: “Ich mache mir etwas wichtig.”

Nichts ist per se wichtig, und alles, was einmal wichtig war, kann wieder unwichtig gemacht werden.

Wichtig oder interessant?

W

Wir müssen unterscheiden können, ob etwas wichtig ist oder ob es interessant ist.

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig für Menschen mit einem starken Growth Mindset, z.B. Sensitive Strivers.

Wir glauben nämlich oft, dass alles, was wir interessant finden, auch wichtig ist. Aber das ist ein Aberglaube. Das Wenigste (im Leben, im Business) ist tatsächlich wichtig.

Das Interessante übt aber eine große Faszination auf uns aus. Und gleichzeitig ist es gut möglich, dass wir das wirklich Wichtige gar nicht soooo interessant finden.

Reichtiefe

R

Nicht alles im Leben wird besser, wenn es mehr wird.

Reichtiefe > Reichweite

In memoriam Ivica Osim

I

Über Ivica Osim, den legendären Trainer des SK Sturm, wird folgende Legende erzählt:

Als 1969 der FC Santos mit Pele in Sarajevo gastierte, um gegen eine dortige Stadtauswahl zu spielen, war Osim verletzt. Als Pele davon Wind bekam, soll er gesagt haben: „Wenn Osim nicht spielt, spiele auch ich nicht.“ Osim wurde fit gespritzt und bekam nach dem 1:1 Peles Trikot. Nicht er, sondern Brasiliens Fußballkönig soll Osim nach dem Tausch gefragt haben.

Quelle: orf.at

Sei auf deine eigene Art besonders. Sei ein echter Profi und ein guter Mensch. Dann werden sogar die Superstars nach dir fragen. 

Das ist Pull-Marketing mit Herz. 

Genug

G

Es ist gar nicht so leicht zu sagen: “Danke, ich habe genug. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Ich will gar nicht mehr.”

Stell dir vor, du bist mit einer Wandergruppe unterwegs. Ihr wollt bis zum Gipfelkreuz zu marschieren. 200 Meter vor dem vermeintlichen Ziel schaust du dich um und sagst auf einmal: “Ich finde es wunderschön hier. Marschiert ihr nur weiter, aber ich bleibe da. Für mich reicht das vollkommen, ich will gar nicht mehr.”

Wie werden die anderen in der Gruppe reagieren? Werden sie sagen: “Ja, hast recht!”, oder werden sie versuchen, dich zu überreden weiter zu gehen, denn: “So kurz vor dem Ziel willst du aufgeben?”

Es ist nicht leicht, sein eigenes “Genug” zu finden.

Und es ist genauso schwer, sein “Genug” vor den Erwartungen Anderer zu verteidigen.