Tag#Lebensfragen

Nein sagen (2)

N

Was Thomas Stipsits uns nach seinem Burn-out mitgeben möchte:

Zu sagen: Na, ich moch’s ned. Warum ned? Weil ich’s ned machen will. Und ich brauch aber jetzt a ka Erklärung dafür. Es is ja mei Lebn.

Thomas Stipsits, Ö3 Frühstück bei mir vom 2. Jänner 2022

Zwei Wochen Pause

Z

Ich war jetzt zwei Wochen nicht laufen.

Es ist unglaublich, wie schnell es geht, dass man abbaut.

Und wie schwer es ist, bis man wieder in Schwung kommt.

Der erste Job

D

Das Problem des ersten Jobs nach der Schule oder nach dem Studium:

So, wie es in diesem Unternehmen läuft, hält man für normal. Man lernt einen bestimmten Weg kennen, wie ein Unternehmen geführt wird, wie Kund*innen behandelt werden, welche Ansprüche an die Mitarbeiter*innen gestellt werden – und denkt, dass man das “eben so macht”.

Man kommt oft gar nicht drauf, dass es auch anders (und besser) gehen würde.

Erfolgsmöglichkeit

E

Wenn man seinen Job gut und gerne macht, dann ist Erfolg sehr ermöglicht.

Einschätzungen

E

Verschiedene Menschen schätzen ein und denselben Sachverhalt komplett unterschiedlich ein.

Beispiel: Zwei Investoren sehen sich ein und dasselbe Unternehmen an. Der eine entscheidet sich, als Investor an Board zu gehen, die andere sagt: Nie im Leben.

Beide haben ihre Gründe dafür, und diese Gründe sind gut.

Das Problem entsteht dann, wenn wir glauben, dass wir doch voraussagen können müssten, welche*r der beiden recht hat. Können wir nicht.

Wir können nur die beste Entscheidung treffen, die zu diesem Zeitpunkt möglich war – und dann hoffen, dass es gut geht.

Der heilende Mensch

D

Der Mensch hat noch nicht begriffen, was seine eigentliche Aufgabe auf der Erde ist.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das heilen kann.

Deshalb sollte der Mensch diese einzigartige Fähigkeit dazu einsetzen, um Heilung in die Welt zu bringen.

Dazu ist der Mensch auf der Welt, und diese Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen, der Natur und der ganzen Schöpfung soll er ernst nehmen.

Zu seinem eigenen Besten.

(Danke Markus Gull für diesen Gedanken.)

Integrität

I

Integrität bedeutet nicht (nur), dass du dir deine persönlichen Prinzipien und Werte bewusst machst.

Integrität bedeutet, dass du dich an deine persönlichen Prinzipien und Werte tatsächlich und verlässlich hältst.

Und zwar ganz besonders auch dann, wenn es dir zum Nachteil gerecht.

Bei der Integrität gibt es keine halben Sachen.

Nicht entscheiden können

N

Eine ausgesprochen nützliche Frage, wenn du dich nicht entscheiden kannst:

Welche Entscheidung hast du innerlich schon getroffen, traust du dich aber noch nicht auszusprechen?

Reichtum

R

Reichtum ist keine Zahl.

Reichtum ist ein Gefühl.

Sammelalbum

S

Ein Sammelalbum hat eine erstaunliche Eigenschaft: Es macht die Lücken sichtbar. 

Ohne Sammelalbum sieht man zwar, was man hat, aber man erkennt nicht auf einen Blick, was noch fehlt. Die leeren Stellen im Sammelalbum machen die Lücken jedoch augenscheinlich.

Sammelalben gibt es, im übertragenen Sinn, in vielen Bereichen unseres Lebens. Sie können das Gute fördern oder das Böse. 

Verloren

V

Ich habe meinen Ehering verloren.

Warum?

Weil er mir nicht mehr gepasst hat. Er war zu groß und ist mir irgendwie vom Finger gerutscht, ohne dass ich es gemerkt habe.

Wie lang ich das schon gewusst habe?

Dass er mir nicht mehr ideal passt? Naja, schon länger. Ein paar Jahre, ehrlich gesagt.

Warum ich nicht vorher etwas dagegen unternommen habe?

Tja… Das frage ich mich jetzt auch.

Gute Tage, schlechte Tage

G

An manchen Tagen läuft es einfach nicht rund. So sehr du dich auch bemühst, es ist einfach irgendwie der Wurm drin.

Tags darauf läuft wieder alles wie am Schnürchen.

Obwohl du eigentlich nichts verändert hast.

Hilfsbereit

H

Meine Beobachtung: Die allermeisten Menschen sind hilfsbereit. Sie helfen gerne.

Das Problem ist jedoch, dass sie sich meistens nicht überlegen, was “Hilfe” in dem konkreten Fall überhaupt bedeutet.

Sie gehen nach folgender Heuristik vor: Was würde mir in so einem Fall helfen? Und wenn es mir hilft, dann wird es wohl auch jedem anderen helfen.

Stimmt halt leider nicht.

Bevor wir daher aus besten Absichten das tun, was wir selbst für hilfreich halten, sollten wir fragen:

Wie kann ich dir am besten helfen?

Oder: Was kann ich für dich tun?

Selbstwirksamkeit

S

Als eine meiner wichtigsten Aufgaben als Lehrender sehe ich, bei meinen erstsemestrig Studierenden die Selbstwirksamkeit zu stärken.

Du bist nicht allein. Du kannst es schaffen. Trau dir was zu.

Aber auch: Streng dich an! Es wird nicht einfach, aber es ist machbar!

Geld verändert alles

G

Überleg dir mal: Wenn du von jemandem etwas brauchst und ihn/sie um einen Gefallen bitten möchtest…

Wie wäre es, wenn du ihm/ihr anbietest, sie für die Mühe zu bezahlen?

Es muss nicht viel sein, aber Geld verändert die Interaktion nachhaltig. Sobald Geld im Spiel ist, wird alles professioneller. Das Gespräch wird ernsthafter sein, die Qualität der Information wird besser sein, und die Bereitschaft, auch zukünftig zu helfen, erhöht sich schlagartig.

Wenn du bereit bist, für Unterstützung zu bezahlen, wirst du vom Bittsteller zum Kunden. Deine Position verändert sich um 180 Grad.

Kurz: Du wirst professionell.

Brav

B

Wir Österreicher*innen sind sehr brav.

Wir halten uns an die Regeln. Wir haben meist ein schlechtes Gewissen, wenn wir etwas tun, was vielleicht nicht ganz “sauber” sein könnte. Wir wollen keine Scherereien. Wir wollen nichts falsch machen.

Deshalb üben wir mitunter vorauseilenden Gehorsam. Damit blockieren wir uns jedoch, und wir schränken unsere Handlungsspielräume ein.

“Ask for forgiveness, not permission”, sagen die Amerikaner.

Gutes Gespräch

G

Ein gutes Gespräch ist durch nichts zu ersetzen.

Ziele verfolgen

Z

Eine spannende Unterscheidung von Benjamin Hardy:

Ein Ziel zu verfolgen „weil ich kann“, ist gut. Das macht unser Leben interessant und spannend. Wir wachsen an diesen Herausforderungen, aber wir definieren uns nicht darüber, ob wir diese Ziele erreichen oder nicht. Der Weg ist das Ziel.

Ein Ziel zu verfolgen, weil ich mich sonst minderwertig, nicht “gut genug” fühle, ist schlecht. Wir werden nämlich auch nicht zufrieden sein, wenn wir das Ziel erreicht haben. Weil das Ziel unsere innere Leere nie auffüllen kann. Wir werden uns sofort das nächste Ziel suchen, das uns aber auch nicht glücklich machen wird.

Wir High Achiever sollten uns daher immer wieder fragen: Warum will ich dieses Ziel denn eigentlich erreichen? Weil ich kann, oder weil ich muss?