Tag#Lebensfragen

Unternehmer glauben

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Wir Lifestyle Entrepreneure glauben daran, dass wir mit unserem Lifestyle Business Erfolg haben werden.

Daran zu glauben, bedeutet auch, dass immer ein Stück Restzweifel dabei ist. Und es stimmt ja auch: Wir haben keine Gewissheit. Wir wissen nicht, wann und ob sich der Erfolg einstellen wird.

Aber genau darin liegt ja die eigentliche Leistung von uns Unternehmer*innen: Weil wir nicht wissen, weil wir keine Gewissheit haben, glauben wir an unser Unternehmen.

Denn wenn der Erfolg sicher wäre, dann bräuchte es uns Unternehmer*innen nicht. Dann würden es alle machen.

Wirkungskreis

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Es ist leicht, sich über Dinge zu beschweren, die man nicht ändern kann.

Wesentlich schwieriger ist es, darüber nachzudenken, was man aus den Möglichkeiten rausholen kann, die man hat. Also zu schauen, was im eigenen Wirkungskreis liegt, und diese Sachen dann konsequent, Schritt für Schritt zu verbessern.

Das Schwierige dabei ist nämlich, dass man für die Möglichkeiten im eigenen Wirkungskreis Verantwortung übernehmen kann – und muss. Wenn du da nichts weiter bringst, liegt es an niemand anderem außer dir.

Da ist es dann doch oft bequemer zu sagen: “Ich würde ja gerne, aber…”

Gay Hendricks: Lebe dein Leben, bevor es andere für dich tun: Mehr wagen und über sich selbst hinauswachsen (2010) 📙

G

Diesem Buch mangelt es etwas an Kohärenz, aber es ist ein Panoptikum an interessanten Perspektiven und Sichtweisen. Das Konzept der „oberen Limits” (im Original: upper limit challenge) finde ich genial und lässt sich hervorragend im Alltag beobachten. Andere Konzepte wie die “Einstein-Zeit” waren mir etwas zu steil. Der Titel ist dem Buch wenig dienlich, weil er sehr generisch ist und auf die besonderen Juwelen des Buches nicht eingeht.

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Fehler (2)

F

Ein Paradox: Es ist wichtig, dass du Fehler machst. Fehler sind gut für dich.

Weil: Menschen, die keine oder selten Fehler machen, werden nicht gemocht. Ihre Perfektion provoziert, weil sie allen anderen ihre Fehlerhaftigkeit wie einen Spiegel vorhält. Das war in der Schule schon so, und das ist in der Arbeitswelt so.

Gelegentliche Fehler machen menschlich, machen zugänglich und machen sympathisch.

Überproportional

Ü

Es gibt Handlungen, die haben einen kleinen positiven Effekt (kurzfristig), aber ein hohes Risiko, dass man langfristig überproportional hohe Kosten zu tragen hat. Beim Autofahren eine SMS zu schreiben, wäre ein Beispiel. Oder ungeschützten Sex zu haben. Kurzfristig schön, aber langfristig kann dir das dein Leben ruinieren.

Und dann gibt es Handlungen, bei denen ist es umgekehrt: Die kurzfristigen Kosten sind gering, aber die langfristigen positiven Effekte können überproportional hoch sein. Ein Buch zu lesen, wäre ein Beispiel dafür. Bücher sind sehr billig in Relation zu der Chance, wie tiefgreifend ein gutes Buch dein Leben verändern kann. Eines der Bücher, die mein Leben am stärksten (positiv) verändert haben, habe ich um ein paar Euro am Flohmarkt gekauft.

Die Konsequenz daraus? Mach keine dummen Sachen. Lies lieber ein Buch.

Vertrauen

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Es ist total schwer, Vertrauen in den Prozess zu haben.

Sich zurückzunehmen, sich nicht einzumischen, die Dinge nicht “verbessern” zu wollen. Sondern einfach darauf zu vertrauen, dass alles gut ist, wie es momentan ist. Dass sich Dinge entwickeln dürfen, und dieser Entwicklung Zeit und Raum zu geben.

Das betrifft die eigenen Kinder genauso wie das eigene Lifestyle Business.

Facebook

F

Facebook und ich haben Schluss gemacht. Ich habe mich von ihr getrennt.

Wir hatten schon längere Zeit eine wilde Ehe geführt, im letzten halben Jahr herrschte überhaupt Funkstille zwischen uns. Heute habe ich den Schlussstrich gezogen und mein Konto gelöscht.

Warum? Naja, wir haben uns auseinandergelebt. Die Anziehung der ersten Jahre war längst verflogen. Unsere Beziehung wurde zunehmend komplizierter. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass sich Facebook kaum mehr für das interessiert, was ich will und dass sie weit mehr von unserer Beziehung profitiert als ich.

Facebook hat mir angeboten, dass ich mir unsere Trennung noch 30 Tage lang überlegen kann, bevor sie endgültig ist. Sie hofft wahrscheinlich, dass ich reumütig zu ihr zurück gekrochen komme.

Da kann sie lange warten!

Ehrgeiz und Gier

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Ein Gedanke von Attila Dogudan, von dem es heißt, der sei ein Workaholic:

Es ist okay, viel zu arbeiten und nach immer Mehr zu streben. Es kommt allerdings darauf an, wo die Motivation dafür herkommt.

Kommt die Motivation aus dem Ehrgeiz, dann ist es gut. Dem Ehrgeiz geht es um das Spiel an sich. Es geht natürlich um das Gewinnen, aber mindestens genauso sehr um das Immer-weiter-spielen-können. Es geht um Fairness, Nachhaltigkeit und Sinn.

Kommt die Motivation jedoch aus der Gier, dann ist das ungesund. Der Gier geht es nur um das Geld. Die Gier nach Geld als Triebfeder des unternehmerischen Tuns wird früher oder später in die Sackgasse führen und verbrannte Erde zurücklassen. Game over.

Langeweile

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Bei Kindern sagt man, dass Langeweile ganz wichtig ist, weil nur aus Langeweile Kreativität entsteht. Wenn alles strukturiert und vorgegeben ist, wie soll dann kreatives Spielen entstehen?

Bei Erwachsenen bin ich mir nicht so sicher. Ja, Freiraum schafft Platz für Neues. Etwas Abstand verbessert den Blick auf das Ganze. Ein spielerischer Zugang erweitert sicher die Lösungskompetenz.

Aber Langeweile? Ich glaube, wem als Erwachsendem oft langweilig ist, dem war als Kind zu selten langweilig.

Im Stall

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Es ist keine Kleinigkeit, dass Jesus in einem Stall geboren wurde.

Wir könnten daraus lernen, dass es auf Äußerlichkeiten nicht ankommt. Und wir könnten daraus lernen, dass es nicht um unser Ego geht.

Gerade zu Weihnachten ist eine gute Zeit, das Ego für eine Weile zur Seite zu stellen. Macht vieles leichter, für alle Beteiligten.

Voreilig

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Den ganzen Tag lang habe ich mich geärgert über die Unfähigkeit von jemandem, von dem ich eine ganz simple schriftliche Bestätigung gebraucht hätte und der nicht fähig war, diese eindeutig und unmissverständlich auszustellen.

Bis ich am Abend, als ich in Ruhe mein Kind zu Bett brachte, darauf gekommen bin: Diese Bestätigung war perfekt ausgestellt. Das vermeintliche Missverständnis war in Wirklichkeit eine sehr nützliche Klarstellung, was ich in meinem Ärger zunächst überhaupt nicht kapiert hatte.

Es ist eine nützliche Heuristik, im Zweifelsfall davon auszugehen, dass andere sehr wohl wissen, was sie tun.

Konsequenz

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Talent ist rar. Begeisterung ist noch rarer.

Aber am aller rarsten ist Konsequenz. Das Dranbleiben an einer Idee, ohne beim ersten Gegenwind die Segel zu streichen oder bei einer längeren Durststrecke einzuknicken.

Konsequenz ist vielleicht der entscheidende Erfolgsfaktor – nicht nur, aber besonders für Lifestyle Entrepreneure.

Warten statt kaufen

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In unsicheren Zeiten spüren wir den inneren Drang, irgendetwas zu unternehmen, um die Situation schnell wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Häufig reagieren wir mit dem Impuls, etwas zu kaufen. Wer was kauft, wer sich „ausrüstet“, hat etwas unternommen und damit nicht zuletzt auch sein Gewissen beruhigt.

Schwieriger ist es, auf Unsicherheit mit Ruhe zu reagieren. Nichts zu tun, sondern abzuwarten. Hätte aber den Vorteil, dass man kein Zeug anhäuft, das in Wirklichkeit nichts hilft.

Weglassen

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Man glaubt es anfangs nicht: Je mehr man weglässt, je stärker man fokussiert, desto mehr geht weiter.

Man glaubt es nicht, weil man Angst hat, was zu verpassen, wenn man was weglässt.

Man glaubt es nicht… bis man es selbst erlebt hat.

I read the poets and the analysts…

I

singt Nick Cave und drückt damit auch aus, wie wir Lifestyle Entrepreneure zu unseren Ideen und Einsichten kommen.

Wir lassen uns von Büchern von Peter Drucker ebenso inspirieren wie von Büchern von Nick Hornby. Ein Song von Bob Dylan kann uns ebenso erleuchten wie eine Blogartikel von Seth Godin.

Die richtigen Ideen finden uns auf unterschiedlichste Weise. Wichtig ist nur, dass wir uns einen offenen Geist und ein offenes Herz bewahren.

Plan B

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Indem wir uns Optionen offenhalten, errichten wir uns auch Verstecke.

Natürlich klingt es vernünftig, einen “Plan B” zu haben. Aber damit schaffen wir uns gleichzeitig auch unsere Ausrede: Ich hätte ja gerne “Plan A” umgesetzt, aber leider, leider, leider… Es hat nicht geklappt, und deswegen mach eich jetzt “Plan B”.

Wenn du dir einen “Plan B” erzeugst, dann lass ihn mehr sein als ein geschäftig wirkendes Versteck, eine aufwendig formulierte Ausrede.