Viele Gründer*innen tun sich am Anfang schwer, ihren Wert richtig einzuschätzen.
Aber: Nur, weil man neu ist am Markt, muss man nicht zu allem Ja und Amen sagen.
Und schon gar nicht alles gratis hergeben.
Viele Gründer*innen tun sich am Anfang schwer, ihren Wert richtig einzuschätzen.
Aber: Nur, weil man neu ist am Markt, muss man nicht zu allem Ja und Amen sagen.
Und schon gar nicht alles gratis hergeben.
Eine Beobachtung, die ich bei Gründer*innen häufiger mache: Sie haben wirklich gute Ideen. Sie haben viel Motivation. Sie haben die allerbesten Absichten.
Aber: Sie haben schwachbrüstige Strategien. Sie haben keinen richtigen Anpack, um ihre Idee in ein erfolgreiches Business umzuwandeln.
Man könnte auch sagen: Sie haben kein funktionierendes Geschäftsmodell. Oder sie haben überhaupt kein Geschäftsmodell.
In solchen Momenten zeigt sich, wie viel zu gewinnen wäre, wenn Solopreneure mehr Wirtschaftskompetenz hätten.
Greg McKeown interviewt Tony Ulwick zum jobs to be done-Konzept. The Greg McKeown Podcast #204 und #206, Juni 2023
(mehr …)Meine Frau arbeitet in einem Konzern.
Sie von den täglichen Herausforderungen in ihrer Arbeit reden zu hören, finde ich ausgesprochen lehrreich, und zwar aus zwei Gründen:
Gleichzeitig werde ich beim Reden mit meiner Frau immer wieder darin bestätigt, dass Ein-Personen-Unternehmen viel, viel interessanter und mir viel, viel näher sind als Konzerne.
Viele Lifestyle Entrepreneure scheuen sich davor, Marketing zu machen, weil es so teuer ist. Dabei sollte Marketing nicht nur was kosten, sondern auch was bringen. Marketing ist also, richtig gemacht und richtig verstanden, eine Investition.
Victoria Reiter hat dazu unlängst eine hilfreiche Faustregel geteilt: Das Marketing-Budget sollte maximal 30 Prozent des Umsatzes ausmachen.
Anders gesagt: Mit 30 Euro Investition ins Marketing solltest du eigentlich 100 Euro Umsatz machen.
Das wäre der Anspruch an deine Marketing-Aktivitäten. Nicht über Nacht, nicht in einen Monat, aber in einen realistisch absehbaren Zeitraum.
Bob Lefsetz hat unlängst einen interessanten Newsletter ausgesendet, in dem er seine lessons aus der letzten Zeit geteilt hat. Neben Tipps zum Autokauf (niemals ein italienisches, am besten Lexus!) gab es auch ein paar wirklich interessante, nämlich:
Jeder gute Betrüger lebt davon, dass die Leute im Nachhinein sagen: “Na, von dem hätte ich mir das nicht gedacht!”
Logisch, sonst hättest du ihm ja dein Geld nicht gegeben. Ein guter Betrüger ist immer glaubwürdig. Das ist das Wesen eines guten Betrügers.
[Danke Robert Kleedorfer und Rüdiger Landgraf vom Ziemlich gut veranlagt-Podcast für diesen erhellenden Hinweis.]
Unlängst habe ich in einem kuriosen Zusammenhang das Wort „Nachschleicher“ kennengelernt.
Ein Nachschleicher ist ein Mensch, der im Windschatten von jemand anderem in einen Bereich vordringt, zu dem er von selber keinen Zugang hätte. Und zwar ohne, dass es die andere Person sofort bemerkt.
Nachschleicher zu sein, kann auch eine Geschäftsstrategie sein. Man muss nicht immer vorne dabei sein, es reicht oft, wenn man Menschen kennt, die es sind. Und in deren Fahrtwasser ist dann einiges möglich.
Schlecht ist allerdings, wenn du ein Nachschleicher bist und es selbst gar nicht merkst.
Man weiß es, aber man glaubt es nicht, bis man es nicht selbst erlebt hat:
Business und Familie/Freunde zu vermischen, macht das Leben nur kompliziert.
Es ist eine der frustrierendsten Erfahrungen beim Aufbau des eigenen Unternehmens: Man tut und macht die ganze Zeit, aber es bleibt finanziell nichts übrig.
Alle bekommen ihr Geld, die Mitarbeiter, die Lieferanten, das Finanzamt, der Steuerberater, die Softwarefirmen, die Ferialpraktikantin. Alle, außer der Unternehmer selbst. Dem bleibt am Ende des Monats bestenfalls die schwarze Null.
Natürlich fragt man sich da irgendwann: Für wen arbeite ich hier eigentlich?
Die Antwort ist desillusionierend.
Ein Buch über die Grenzen des positiven Denkens. Tut gut in Zeiten, wo sich alle Probleme angeblich mit einem besseren Mindset lösen lassen. Und, sehr angenehm: Frau Schreiber kann schreiben!
(mehr …)Menschen verändern sich nicht, wenn sie nicht müssen. Und Menschen lernen nicht dazu, wenn es nicht einen wirklich guten Grund dafür gibt. Denn: Lernen ist anstrengend.
Mit anderen Worten: Menschen möchten nur dann etwas lernen, wenn es einen Bildungsanlass gibt. Einen guten Grund, der die Mühe des Lernens rechtfertigt.
Menschen brauchen Bildungsanlässe, um aktiv zu werden. Und gute Lehrer kennen die Bildungsanlässe ihrer Schüler, denn nur dann können sie ihre Schüler “abholen”.
Es ist ein interessantes Phänomen: Manche Dinge sind, wenn man sich rechtzeitig um sie kümmert, ganz wenig Arbeit. Easy peasy. Aber wenn man einen bestimmten kritischen Zeitpunkt versäumt, erzeugen sie überproportional viel Arbeit.
Ein Beispiel wäre die Anmeldung von Ferialpraktikanten. Die muss man nämlich bis vor Arbeitsantritt erledigen. Das kann mal leicht online tun. Aber wenn man diese Frist versäumt, dann wird’s sehr mühsam. Nicht nur, dass man nicht regelkonform gehandelt hat, es ist auch sehr schwierig, das wieder ins Lot zu bringen.
Gutes Management zeichnet sich dadurch aus, dass man diese kritischen Zeitpunkte im Auge behält. Denn, sind wir uns ehrlich: Wer hat schon die Zeit, ständig Feuerwehr zu spielen?
Das sagte der Ostbahn-Kurti immer, wenn er auf der Bühne wieder mal eines seiner G’schichteln erzählt hat.
Er sagte es mit einem Augenzwinkern, aber trotzdem mit Überzeugung. Als Jugendlicher fand ich das lustig, weil ich es für Selbstironie hielt.
Später bin ich dann drauf gekommen, dass sehr viel Weisheit hinter seinen Worten steckte, und dass er das wahrscheinlich sehr genau wusste.
Mit der Wahrheit ist es nämlich so eine Sache, gerade in Geschichten. Manchmal, z.B. in Märchen, ist die Geschichte an sich nicht “wahr” im strengen Sinn, aber die Geschichte dahinter, die Botschaft, die “Moral”, die ist sowas von wahr.
Jordan Peterson meinte einmal, dass die großen Geschichten der Weltliteratur wahrer als wahr sind. Natürlich sind sie streng genommen erfunden, aber in ihnen findet sich verdichtet so viel Wahrheit über die Menschen, ihre Sehnsüchte, ihre Schwächen, ihr Ringen mit sich selbst und anderen, dass sie wahr sein könnten.
Gute Geschichten müssen nicht wahr sein. Sie sind wahrhaftig.
Gar nicht so leicht, besonders für Gründer*innen: Das Business in der richtigen Größe aufstellen.
Nicht zu groß, weil die Fixkosten dich dann erdrücken.
Aber auch nicht zu klein, weil du dann nicht vom Fleck kommst. Oder nur im Schneckentempo.
Die richtige Größe zu finden, zu wissen, was zu viel, zu wenig und genug ist, ist eine Kunst. Aber nur mit der richtigen Größe ist sichergestellt, dass du mit deinem Business flexibel genug bist, wenn sich die Umwelt ändert.
Und die Umwelt ändert sich garantiert.
Es gibt sooooo viele Informationen im Internet. So viel, dass man leicht die Übersicht verliert. Deshalb ist Content Curation wichtig. Nämlich um anderen dabei zu helfen zu erkennen: Was ist wichtig, was ist nicht wichtig? Welchen Informationen kann man trauen, welchen nicht? Was muss ich wissen, was lenkt nur ab?
Wenn du dich in einem Thema gut auskennst, dann kannst du in deinem Thema anderen beim Lernen helfen, indem du Content Curation machst. Hier ein paar Ideen:
[Danke Sandra Mareike Lang für die Tipps!]
NIMBY ist die Abkürzung für “Not In My Backyard” und beschreibt das Phänomen, dass viele Menschen zwar grundsätzlich für Veränderungen sind, aber nur so lange, wie es sie nicht selbst betrifft oder ihre Lebensqualität einschränkt.
Die meisten Menschen würden sagen: Ja, der Ausbau von Windkraft zur Stromerzeugung ist eine gute Sache. Aber nur so lange, wie das Windrad nicht in der eigenen Nachbarschaft gebaut wird.
Die meisten Wiener würden sagen: Ja, es braucht mehr Bäume in der Stadt. Aber nur so lange, wie der neue Baum nicht da gepflanzt wird, wo dann der Parkplatz für das eigene Auto fehlt.
Die allermeisten Menschen würden sagen: Ja, es ist total wichtig, dass Kinder an die frische Luft gehen und Bewegung machen und nicht nur immer vor ihren Spielkonsolen hocken. Aber nur so lange, wie der neue Spielplatz oder Motorikpark nicht vor dem eigenen Balkon gebaut wird und die Sonntagsruhe stören könnte.
NIMBY ist ein Riesenproblem, weil wir zwar verbal immer für die “richtigen” Dinge eintreten, aber wenn es hart auf hart kommt, ziehen wir den Schwanz ein.
Und falls das noch nicht klar sein sollte: NIMBY betrifft auch viele Solopreneure und Lifestyle Businesses – und zwar sowas von!
Zur Festival-Saison ein spannender Gedanke von Gabe The Bass Player:
Es ist ein ganz bestimmter Typ von Bands, die Headliner auf einem Festival sind. Das sind Bands, die eine große Bühne vor einem großen Publikum “füllen” können. Bands, die “große Musik” machen.
Der Irrtum ist zu glauben, dass eine Band nur bekannt genug sein muss, dann kann sie auch Festival-Headliner werden. Aber das stimmt nicht. Damit eine Band eines Tages Headlines werden kann, muss sie von Anfang an “große Musik” machen.
Bereits dann, wenn sie noch längst nicht auf Festivalbühnen spielt.
Anders Indset zu lesen, ist wie nach Gold in einem Fluss zu schürfen. Man muss sich durch viel Geröll wühlen, aber für die Nuggets ist es das wert.
(mehr …)Sehr viele Entscheidungen in Gesellschaft und Politik fallen aus ökonomischen Überlegungen. Nach dem Motto: Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. Und wenn es darum geht, aktuelle Entwicklungen oder gar Krisen (Inflation! Rezession!) zu analysieren, so haben in unserer Medienlandschaft häufig die Ökonomen die Deutungshoheit.
Matthias Horx meint, das kommt auch aus den Erfahrungen der schweren Wirtschaftskrisen im frühen 20. Jahrhundert und den Folgen des 2. Weltkriegs.
Das klingt für mich verständlich und plausibel. Aber wäre es jetzt, 100 Jahre später, nicht auch an der Zeit, diesen Tunnelblick ein bisschen zu erweitern?