Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Erfolg ist immer freiwillig

E

Jeder Mensch hat das Recht, lieber in seinem Problem zu verharren. Lieber in Opposition zu gehen. Lieber nichts zu tun.

Man kann niemandem zum Erfolg zwingen.

[Danke Valentina Mörz für diesen Gedanken.]

Deadlines

D

Das Problem ist nicht die Größe unserer Ziele.

Das Problem sind die viel zu kurzen Deadlines, die wir uns für diese Ziele setzen! 

[Danke Dan Sullivan für diesen Gedanken.]

Stärkenbündel

S

Das Erfolgsgeheimnis vieler Gründer*innen ist nicht die eine Stärke, sondern die einmalige Kombination von (einzeln betrachtet) unspektakulären Fähigkeiten.

Wie der ehemalige Bankberater, der dann bei der Stadtverwaltung in der Planung tätig war und jetzt die Baubranche genauso kennt wie die Banken – und damit ein idealer Projektabwickler ist.

Oder der Psychologe, der gerne surft und jetzt Therapie und Surfen verbindet.

Die Kombination ist individuell, einzigartig und wird deswegen am Markt geschätzt.

[Danke Scott Adams für diesen Gedanken, der das Ganze talent stacks nennt.]

Programmierer

P

Ich habe einen Programmierer gefragt, wie er es schafft, langfristig exzellente Arbeit abzuliefern.

Er sagt: Er braucht jeden Tag 2-4 Fokus-Stunden. Egal wann.

In 2-4 Stunden pro Tag passiert der Großteil seiner Arbeit.

Gilt wahrscheinlich nicht nur für diesen Programmierer.

Persönlichkeitstests

P

Die Faszination von Persönlichkeitstests liegt darin, dass sie uns eine Landkarte geben, damit wir uns besser verstehen.

Endlich erklärt uns jemand, was mit uns los ist. Endlich bekommen wir eine Story dafür, warum wir sind, wie wir sind.

Und selbst, wenn diese Story unvollständig oder gar falsch ist… Es ist immerhin eine Story mehr, als wir bisher hatten.

Übers Ohr gehauen

Ü

Die meisten Menschen wollen nicht übers Ohr gehaut werden.

Deshalb suchen viele Menschen einen Schutz davor, betrogen zu werden – zumal auf Märkten, auf denen sie sich nicht auskennen. 

Der eigentliche Mehrwert, den die großen Plattformen wie Amazon, Airb’n’b oder GetYourGuide verkaufen, ist das Vertrauen, wahrscheinlich nicht über den Tisch gezogen zu werden.

Wo das Problem liegt

W

Das Problem liegt oft nicht (nur) darin, eine Lösung zu finden.

Das Problem beginnt schon dabei zu erkennen, dass man ein Problem hat. Und welches Problem man eigentlich hat.

Damit man nicht versucht, Lösungen zu finden, die gar nicht auf das Problem passen. 

Maschinensemmel oder Handsemmel?

M

Eine Kundin wurde unlängst bei unserem Bäcker gefragt, welche Art von Semmeln sie wolle: “Maschinensemmeln oder Handsemmeln?”

Fast reflexartig antwortete die Kundin: “Handsemmeln, bitte.”

Eh klar. So formuliert werden die allermeisten Menschen “Handsemmeln” wählen. Wer will schon was kaufen, das von einer herz- und seelenlosen Maschine gemacht wird, wenn man auch was haben kann, was ein echter Mensch mit echten Händen gemacht hat?

Dabei ist, objektiv gesehen, der Unterschied zwischen Handsemmel und Maschinensemmel wahrscheinlich gar nicht groß. Sie schmecken wahrscheinlich vollkommen gleich. Sie sehen sich wahrscheinlich zum Verwechseln ähnlich.

Und dennoch… Der Grund, warum Handsemmeln teurer sind als Maschinensemmeln, ist genau das Menschliche, das Unperfekte, das Einzigartige.

Dafür sind Kund*innen bereit, einen Aufpreis zu zahlen, obwohl es rational gesehen dafür überhaupt keinen Grund gäbe.

Gründungserfahrung

G

Eine Gründerin hat heute sehr treffend zusammengefasst, wie es ist, ihr eigenes Unternehmen zu gründen:

Echt viel Arbeit, aber sehr interessant.

Moderne Wahrsager

M

Fritz Meißl, Geschäftsführer des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, auf die Frage, wie sich der Arbeitsmarkt in der nächsten Zeit entwickeln wird:

„Derzeit ist es so extrem schwierig zu beantworten, wie sich die Welt weiterentwickelt, die Gesellschaft weiterentwickelt, die Wirtschaft und damit der Arbeitsmarkt weiterentwickelt.“

“Nachgehört / Vorgedacht – ein ÖGB Podcast” vom 16. August 2022 (Link)

Derzeit!?

Es war nie leicht, und es wird nie leicht werden, die Zukunft vorauszusagen. 

Insofern sind die Experten von heute auch nicht viel mehr als moderne Wahrsager.

Lange Nacht der Museen

L

Was ich heute von der Langen Nacht der Museen über BWL-Unterricht gelernt habe:

Das Erfolgsrezept der Langen Nacht der Museen ist, dass sie nachts stattfindet. Es muss nachts sein, denn: Durch die Nacht wird der Museumsbesuch zu etwas Eigenen. Er erinnert dadurch möglichst wenig an einen “normalen” Besuch im Museum.

Das ist wichtig, weil ein Museumsbesuch wird meistens als „anstrengend“ empfunden. Weil man sich auseinandersetzen muss, weil man überlegen und lesen und wahrnehmen muss.

In der Nacht jedoch gelten andere Regeln. Die strengen Regeln des Museums sind aufgehoben, und im Museum geht es ein bisschen anders, ein bisschen lockerer zu. Das Museum ist anders, obwohl die Ausstellungsstücke immer noch die gleichen sind.

Für den BWL-Unterricht könnte das bedeuten: Je weniger mein BWL-Unterricht an den BWL-Unterricht in der Schule erinnert, desto besser.

[Danke Annette Meier für den Gedanken.]

Was ich von “Tina: What’s Love Got to Do With It?” gelernt habe

W
  1. Talent: Du brauchst Talent. Du musst wirklich gut sein und Freude haben bei dem, was du tust. Sonst hältst du nicht so lange durch, besonders nicht unter widrigen Umständen.
  2. Harte Arbeit: Du musst hart arbeiten für deinen Erfolg. Es gibt keine Abkürzungen, du musst tun, was notwendig ist. Eyes on the prize. Du musst nicht nur gute, sondern sehr gute Arbeit liefern und den Leuten geben, was sie wollen.
  3. Helfer: Du brauchst Helfer in allen Lebensbereichen, die dir den Weg ebnen. Die dir die Augen öffnen (Freundin Darlene), die dich antreiben (Ike), die dich unterstützen (Mutter) und die dir Möglichkeiten eröffnen, zu denen du allein nicht gekommen wärst (Phil Spector). Du brauchst Leute, die ihr Talent an deines anknüpfen.
  4. A Good Heart: Verliere nicht deine Menschlichkeit. Wenn sich Menschen von Mensch zu Mensch begegnen, dann fügt sich die Welt zusammen (z.B. der Hotel-Direktor, der ihr ein Zimmer gibt).

Erster Schultag

E

Mein Sohn hat heute seinen ersten Schultag.

Wir werden von nun an beide viel zu lernen haben.

Übermotiviert

Ü

Es gibt einen Unterschied zwischen motiviert und übermotiviert.

Motivation bringt dich zum Handeln. Motivation führt zu Ergebnissen.

Übermotivation hingegen ist eine Vermeidungsstrategie. Du bist euphorisch, aber in Wirklichkeit lenkst du dich nur ab von Dingen, wo du lieber nicht hinsehen willst.

[Danke Petra Bock für den Gedanken]

Kundengespräche

K

Wir Gründungsberater sprechen oft mehr mit unseren Kund*innen über private Dinge (den letzten Urlaub, die Kinder usw.) als mit unseren Kolleg*innen.

Unsere Kund*innen wissen mehr Privates von uns als unsere Kolleg*innen.

Selbständige Berater

S

Teilzeit-Gründungsberater, die nebenbei selbständig sind, sind allerdings auch nicht unproblematisch:

Es ist zwar super, dass sie die Erfahrung und das Praxiswissen mitbringen, aber sie sind eben auch selbst Unternehmer. Sie arbeiten in einem Umfeld, wo rund um sie Menschen sind, die bereits selbständig sind oder sich gerade selbständig machen.

Das stimuliert natürlich auch sie selbst. Sobald ihr Business (wieder) gut läuft oder sie eine neue Geschäftsidee verfolgen, die traction bekommt, kündigen sie die Anstellung und sind weg.

Bei Vollzeit-Angestellten passiert das längst nicht so schnell. Die wechseln vielleicht die Aufgabe innerhalb des Unternehmens und versuchen “aufzusteigen”, aber sie kündigen längst nicht so leicht.

Unselbständige Berater

U

Ein Problem im Online-Business ist, dass die so genannten “Success Coaches” nicht immer für ihre Aufgabe geeignet sind:

„You‘ve got someone who’s never run a business, who’s just got a job, who’s now maybe trained in the method or the systems or the process or whatever, but they don’t actually have your lived experience of being a business owner.“

Duped Podcast vom 15. November 2021

Dieses Problem kann es durchaus auch in der Gründungsberatung mit unselbständigen Vollzeit-Berater*innen geben.

Horoskop

H

Folgendes Gedankenexperiment:

Wie wäre es, wenn du zu einem Astrologen gehst und für dein Business ein Horoskop erstellen lässt? Oder wenn du dir von einer Wahrsagerin die Zukunft deiner Geschäftsidee voraussagen lässt?

Ist das Ergebnis, das du dort bekommst, wirklich so viel schlechter als das, was du nach langem Hin- und Herübergeben in deinen Businessplan schreibst?

Eines gebe ich dir jedenfalls schriftlich: Die Entscheidungen, die du aufgrund eines Horoskops triffst, sind tausendmal besser als die Entscheidungen, die du nach wochenlangem Grübeln nicht triffst.

Überzeugung überzeugt

Ü

Es gibt nichts Überzeugenderes in einem Verkaufsgespräch, als wenn man selbst von seinem Angebot überzeugt ist.

Marketing mit-denken

M

Ein wiederkehrendes Problem vieler Gründungen ist, dass Marketing ein “afterthought” ist, also Überlegungen zum Marketing erst dann angestellt werden, wenn sonst alles fix-fertig ist.

Das führt zu folgenden Problemen:

  • Ein Gründer überlegt sich ein Geschäftskonzept, das ihm voll taugt – aber passt das Konzept auch auf den Markt? Spricht dieses Konzept auch Kunden an? Ist er mit dem Konzept am Markt überhaupt willkommen?
  • Aber selbst wenn das Geschäftskonzept grundsätzlich angenommen wird: Es reicht nicht, wenn die Leistung gut ist. Sie muss auch schön verpackt sein. Das Angebot muss auch gut aussehen, nicht nur gut funktionieren.
  • Und selbst, wenn der Gründer sich viel Arbeit machen würde mit Corporate Design und nächtelang an seiner Website basteln würde… Wie viel mehr Erfolg könnte er haben, wenn das Corporate Design wirklich professionell gemacht wäre (also von Profis, die ihr Handwerk meisterhaft beherrschen) und richtig, richtig schön aussehen würde?